ᐅ Baukosten gehen aktuell durch die Decke
Erstellt am: 23.04.21 10:46
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HansDampf8824.05.22 12:16Wenn durch das Horten die Lager aber nun bei allen bis oben hin dicht sind und gleichzeitig durch abgeblasene Projekte (z.B. wegen Zinssteigerung oder Unsicherheiten bei Investoren / Bauherren) die Nachfrage einbricht, sollte die logische Folge ja somit sein, dass die Preise bald ziemlich in die Knie gehen ...
Ich glaube, die Kuh ist zum Großteil gemolken. Die heiße Luft wird jetzt nach und nach entweichen.
Ich glaube, die Kuh ist zum Großteil gemolken. Die heiße Luft wird jetzt nach und nach entweichen.
Verrückt, wir haben heute einen Anruf von der Gemeinde erhalten, ob wir noch Interesse an einem Grundstück im Neubaugebiet hätten, auf das wir uns mal vor 2 Jahren beworben hatten. Es wurden wohl einige zurückgegeben und jetzt gehen sie die Warteliste durch. Und das im Einzugsgebiet Rhein-Main. Hätte ich nicht für möglich gehalten. „Blöderweise“ haben wir gerade eine Neubau-Doppelhaushälfte mit dem berüchtigten Handtuchgarten vom Bauträger gekauft, aber wahrscheinlich wären die Gesamtkosten sowieso zu hoch geworden mit den aktuell verrückten Baukosten. Trotzdem schade, 3-4 Monate eher und wir hätten es vermutlich genommen…
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WilderSueden24.05.22 13:57Allthewayup schrieb:
Jedoch denke ich schon, dass sich der Wind etwas vom Verkäufer- zum Käufermarkt dreht.Den Wechsel sehe ich auch, durch die Zinsen ist einfach für viele jetzt der Punkt erreicht an dem die Finanzierung platzt. Aber gerade beim Material wird die Politik die nächsten Jahre weiter fleißig für Nachfrage sorgen. Neben den 400 000 Wohnungen die (wie auch immer?) im Jahr gebaut werden sollen (und einer deutlichen Steigerung gegenüber dem Status Quo entsprechen) wird auch das Thema Sanierung in vielen Gewerken die Nachfrage hoch halten. Vielleicht jetzt nicht bei Stahl, aber bei Dämmungen, Fenster, Heizungen, Photovoltaik.Allthewayup schrieb:
wie hoch die tatsächliche Erzeugungskostensteigerung denn nun wirklich ist/warEs gibt den Index für Erzeugerpreise, der ist stark gestiegen. Da sind natürlich diverse Bereiche irgendwie gewichtet und die Bereiche fließen in einen Hausbau wieder zu unterschiedlichen Anteilen ein...A
Allthewayup24.05.22 14:26WilderSueden schrieb:
Den Wechsel sehe ich auch, durch die Zinsen ist einfach für viele jetzt der Punkt erreicht an dem die Finanzierung platzt. Aber gerade beim Material wird die Politik die nächsten Jahre weiter fleißig für Nachfrage sorgen. Neben den 400 000 Wohnungen die (wie auch immer?) im Jahr gebaut werden sollen (und einer deutlichen Steigerung gegenüber dem Status Quo entsprechen) wird auch das Thema Sanierung in vielen Gewerken die Nachfrage hoch halten. Vielleicht jetzt nicht bei Stahl, aber bei Dämmungen, Fenster, Heizungen, Photovoltaik.
Es gibt den Index für Erzeugerpreise, der ist stark gestiegen. Da sind natürlich diverse Bereiche irgendwie gewichtet und die Bereiche fließen in einen Hausbau wieder zu unterschiedlichen Anteilen ein...Die letzte Statistik die ich zur Schaffung von Wohnraum sah, wieß weniger als 300.000 Einheiten für das Jahr 2021 aus und damit das erste Jahr rückläufig seit Beginn der 2000er (oder 2008, nagelt mich da jetzt nicht fest).
Sind die Bedingungen für Fördermittel nicht extrem gestrafft worden? Auch wer sein Häuschen saniert benötigt in der Regel einen Kredit und da treffen einen die aktuellen Konditionen gleichermaßen hart. Ich denke deshalb nicht, dass die Bestandssanierung das wegbrechen des Neubaugeschäfts kompensieren kann. Das trifft sogar noch viel mehr Bereiche. Eben alles was in rauen Mengen im Neubau zu finden ist:
Beton, Stahl, Ziegel, KG-Rohre, Holz, Kabel, Dachsteine, uvm.
Wer hingegen energetisch saniert, fokussiert sich vermutlich auf die von dir besagte Dämmung, Heizung sowie - wenn es das Budget hergibt, Fenster und Photovoltaik. Ersteres konkurriert bei monolithischer Bauweise nur Bedingt mit dem Neubausektor bzw. ist dann kein Preistreiber mehr. Letzteres ist ja „nice-to-have“. Das dazwischen könnte demnach weiterhin teurer werden, da gebe ich dir nach reiflicher Überlegung Recht.
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WilderSueden24.05.22 14:53Allthewayup schrieb:
Die letzte Statistik die ich zur Schaffung von Wohnraum sah, wieß weniger als 300.000 Einheiten für das Jahr 2021 aus und damit das erste Jahr rückläufig seit Beginn der 2000er (oder 2008, nagelt mich da jetzt nicht fest).
Sind die Bedingungen für Fördermittel nicht extrem gestrafft worden?Deswegen auch der Einschub in Klammern. Ziel der Regierung sind die 400k Wohnungen und ich nehme an dass man etwas tun wird um das zu schaffen. Eine Förderung oder vielleicht wieder öffentliche Wohnungsbaugesellschaften?Allthewayup schrieb:
Auch wer sein Häuschen saniert benötigt in der Regel einen Kredit und da treffen einen die aktuellen Konditionen gleichermaßen hart. Ich denke deshalb nicht, dass die Bestandssanierung das wegbrechen des Neubaugeschäfts kompensieren kann.Wer saniert braucht zwar oft zusätzliches Geld aber bei weitem nicht so viel. Es macht schon einen Unterschied ob du 80k a 3% brauchst oder 500k zum gleichen Zinssatz. Der zweite Fall erdrückt den Normalo finanziell. Viele der alten Häuser sind ja auch schon abbezahlt oder wurden zu einer Zeit gekauft als die Preise deutlich niedriger waren.Und umgekehrt gilt natürlich, bei Sanierungen ist ProHaus vielleicht nicht so viel aber dafür sind es unglaublich viele. Etwa die Hälfte aller Gebäude ist älter als 40 Jahre, da reden wir von vielen Millionen Häusern. Und wenn wir in 20 Jahren den Altbestand einmal saniert haben wollen, läuft das auf 5% Sanierungsquote raus, das sind etwa 500 000 Häuser (nicht Wohneinheiten!) pro Jahr. Nur bei den Ü40ern. Aber die Politik ist eigentlich noch ambitionierter mit Wärmepumpenzwang ab 2025 und praktisch immer daraus folgender Sanierung der Oldies. Gleichzeitig wird die Sanierung auf Neubaustandard geplant. Die Dimension hat meiner Einschätzung nach die Politik selbst noch nicht ansatzweise verstanden.
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Allthewayup24.05.22 15:12WilderSueden schrieb:
Deswegen auch der Einschub in Klammern. Ziel der Regierung sind die 400k Wohnungen und ich nehme an dass man etwas tun wird um das zu schaffen. Eine Förderung oder vielleicht wieder öffentliche Wohnungsbaugesellschaften?
Wer saniert braucht zwar oft zusätzliches Geld aber bei weitem nicht so viel. Es macht schon einen Unterschied ob du 80k a 3% brauchst oder 500k zum gleichen Zinssatz. Der zweite Fall erdrückt den Normalo finanziell. Viele der alten Häuser sind ja auch schon abbezahlt oder wurden zu einer Zeit gekauft als die Preise deutlich niedriger waren.
Und umgekehrt gilt natürlich, bei Sanierungen ist Prohaus vielleicht nicht so viel aber dafür sind es unglaublich viele. Etwa die Hälfte aller Gebäude ist älter als 40 Jahre, da reden wir von vielen Millionen Häusern. Und wenn wir in 20 Jahren den Altbestand einmal saniert haben wollen, läuft das auf 5% Sanierungsquote raus, das sind etwa 500 000 Häuser (nicht Wohneinheiten!) pro Jahr. Nur bei den Ü40ern. Aber die Politik ist eigentlich noch ambitionierter mit Wärmepumpenzwang ab 2025 und praktisch immer daraus folgender Sanierung der Oldies. Gleichzeitig wird die Sanierung auf Neubaustandard geplant. Die Dimension hat meiner Einschätzung nach die Politik selbst noch nicht ansatzweise verstanden.Persönlich kann ich deinen Gedankengang vollkommen nachvollziehen.Ich habe ein Angebot aus 2012 vor mir liegen über die energetische Sanierung der Hausfassade und des Daches (jedoch keine Fenster, Heizung oder Photovoltaik) für knapp 100k und das bei einem winzigen Haus. Ist damals schon nicht gemacht worden (von meiner Großmutter) und das wird heute aus selbem Grund auch nur selten gemacht - weil einfach viel zu teuer. Das armortisiert sich für die meisten einfach nicht mehr. Hierzu braucht es erstmal einen Generationenwechsel der Bewohner und das geschieht nicht in dem Tempo wie die Aufträge im Neubausektor wegbrechen, darum das Potential für ein Preisvakuum beim Material
Die Politik hat beim Thema Wohnraum eigentlich gar nichts verstanden
Eine öffentliche Wohnungsbaugesellschaft wird ohne Subventionierung ebenfalls nichts bauen können, also ist es eigentlich egal ob die Steuergelder dort oder in „leichtfertig“ ausgegebene Fördermittel versenkt werden. Aus meinem persönlichen Standpunkt heraus lieber letzteres, aber hier ist der Zug für mich bereits im Januar abgefahren 🙄
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