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ᐅ Baukosten gehen aktuell durch die Decke


Erstellt am: 23.04.21 10:46

tokoman05.10.22 13:09
Eine Wasserstoffindustrie, welche beispielweise die BASF in Ludwigshafen mengenmäßig versorgen könnte würde irgendwas um die 500 bis 800 Milliarden kosten. Die solare Einstrahlung und dafür notwendige Fläche wäre im Norden Afrikas vorhanden um dort so eine Infrastruktur zu entwickeln. Dann müsste der Wasserstoff carbonisiert werden. Das so hergestellte Methan oder Ethan lässt sich dann auch in Pipelines transportieren, was mit dem Wasserstoff technisch und wirtschaftlich nicht ohne Weiteres möglich ist.

Problem eins bei der Geschichte: 800 Milliarden nach Lybien oder Marokko überweisen und Abhängikeiten erzeugen, der nächste Gadaffi hätte dann auch schnell die Hand wieder am Ventil.

Problem zwei: aus einer kWh Photovoltaik-Strom werden ca 0,2 kWh Energie gasförmig. Hier zu Lande wieder verstromt mit einem Gaskraftwerk mit ca 60% Wirkungsgrad.

Wasserstoff wird seit 15 Jahren gehypt, wird sich aber niemals zur bedeutenden Energieversorgung durchsetzen können...
Trademark05.10.22 14:01
tokoman schrieb:

Im Sommer stimme ich dir voll zu. Das wird im Winter leider komplett anders aussehen. Wenn Du im März deine Bilanz ziehst, kannst Du erst eine Aussage über den Nutzen treffen. Im Winter scheint nämlich nach Feierabend keine Sonne mehr wo du noch dein Auto laden kannst und wirst den Strom teuer aus dem Netz kaufen müssen...

Wird vermutlich immer noch günstiger sein, als zu tanken. Verbrenner sind halt einfach irre ineffizient.
tokoman schrieb:

Eine Wasserstoffindustrie, welche beispielweise die BASF in Ludwigshafen mengenmäßig versorgen könnte würde irgendwas um die 500 bis 800 Milliarden kosten. Die solare Einstrahlung und dafür notwendige Fläche wäre im Norden Afrikas vorhanden um dort so eine Infrastruktur zu entwickeln. Dann müsste der Wasserstoff carbonisiert werden. Das so hergestellte Methan oder Ethan lässt sich dann auch in Pipelines transportieren, was mit dem Wasserstoff technisch und wirtschaftlich nicht ohne Weiteres möglich ist.

Würde BASF Wasserstoff dann dort einsetzen, wo Gas in der Produktion gebraucht wird? Ist das ein Verbrennungsprozess? Weil für Wärme und Strom nutzen sie ja irgendwie nur die eine Hälfte des Gases, soweit ich das verstand habe.
WilderSueden05.10.22 14:03
Bei den Kosten würde ich jetzt mal davon ausgehen, dass die sinken sobald überall entsprechende Anlagen gebaut werden. Aufgrund von Skaleneffekten kann man nicht einfach die Kosten von Versuchsanlagen hochrechnen.
Das größere Problem sehe ich in der Energiequelle. Die Sonne scheint eben im Mittel nur den halben Tag, woher kommt Nachts die Energie zur Elektrolyse? Dazu noch die ganzen wetterbedingten Schwankungen. Hier braucht es wieder entsprechende Überkapazitäten um am Ende auch den tatsächlichen Bedarf zu produzieren
Oetti05.10.22 14:19
tokoman schrieb:

Eine Wasserstoffindustrie, welche beispielweise die BASF in Ludwigshafen mengenmäßig versorgen könnte würde irgendwas um die 500 bis 800 Milliarden kosten. Die solare Einstrahlung und dafür notwendige Fläche wäre im Norden Afrikas vorhanden um dort so eine Infrastruktur zu entwickeln. Dann müsste der Wasserstoff carbonisiert werden. Das so hergestellte Methan oder Ethan lässt sich dann auch in Pipelines transportieren, was mit dem Wasserstoff technisch und wirtschaftlich nicht ohne Weiteres möglich ist.

Problem eins bei der Geschichte: 800 Milliarden nach Lybien oder Marokko überweisen und Abhängikeiten erzeugen, der nächste Gadaffi hätte dann auch schnell die Hand wieder am Ventil.

Problem zwei: aus einer kWh Photovoltaik-Strom werden ca 0,2 kWh Energie gasförmig. Hier zu Lande wieder verstromt mit einem Gaskraftwerk mit ca 60% Wirkungsgrad.

Wasserstoff wird seit 15 Jahren gehypt, wird sich aber niemals zur bedeutenden Energieversorgung durchsetzen können...
Also interpretiere ich deine Aussage mal so, dass es rein technisch möglich wäre. Momentan allerdings noch nicht wirtschaftlich.

Platz für Photovoltaik haben wir in Deutschland genügend, da muss ich gar nicht nach Nordafrika schielen. Nachdem bei uns bisher erst auf rund 11 % aller Dächer eine Photovoltaikanlage installiert ist, sind im Umkehrschluss noch 89 % ohne und könnten noch genutzt werden. Das ist für mich mal eine Hausnummer. Wenn ich jetzt noch an so Spielereien denke wie eventuelle Parkplatzüberdachungen, vertikale Module entlang der Autobahnen, etc. dann haben wir hier tatsächlich mehr als genügend Fläche, um energieautark zu werden.

Und dann gäbe es auch kein Problem mit dem Transport oder Pipelines. Vor Ort kleine Kraftwerke bauen, die die Überschüsse umwandeln und speichern. Daneben ein Blockheizkraftwerk hinstellen und los gehts.
WilderSueden05.10.22 14:33
Natürlich ist die Wirtschaftlichkeit das Problem. Wäre es eindeutig wirtschaftlich, würden wir gar nicht mehr diskutieren, da hätte das schon längst jemand umgesetzt. Dach-Photovoltaik hat gegenüber Freiflächen-Photovoltaik das Problem mit der Ausrichtung und der Kleinteiligkeit. Das erste senkt den Ertrag, das zweite steigert die Kosten. Photovoltaik auf Lärmschutzwällen ebenso, gibt es bereits und wird auch gerade hier diskutiert. Natürlich stehen wir uns da als Land manchmal selbst im Weg wenn der Denkmalschutz keine Photovoltaik genehmigt. Und eben das Problem, dass wir in Mitteleuropa eine schwächere Sonneneinstrahlung haben und vor allem diese auch Sommer/Winter deutlich ungleichmäßiger ist.
Oetti05.10.22 14:43
WilderSueden schrieb:

Natürlich ist die Wirtschaftlichkeit das Problem. Wäre es eindeutig wirtschaftlich, würden wir gar nicht mehr diskutieren, da hätte das schon längst jemand umgesetzt. Dach-Photovoltaik hat gegenüber Freiflächen-Photovoltaik das Problem mit der Ausrichtung und der Kleinteiligkeit. Das erste senkt den Ertrag, das zweite steigert die Kosten. Photovoltaik auf Lärmschutzwällen ebenso, gibt es bereits und wird auch gerade hier diskutiert. Natürlich stehen wir uns da als Land manchmal selbst im Weg wenn der Denkmalschutz keine Photovoltaik genehmigt. Und eben das Problem, dass wir in Mitteleuropa eine schwächere Sonneneinstrahlung haben und vor allem diese auch Sommer/Winter deutlich ungleichmäßiger ist.

Neuerungen/Neuentwicklungen/Umstiege sind am Anfang immer aufwändiger und teurer als bestehende Prozesse. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass dies kein Hinderungsgrund sein darf. Wenn ich lese wie teuer der Rückbau der Atomkraftwerke ist und wie planlos das 200 Mrd. Paket mit Gaspreisdeckel ist, dann sehe ich Folgendes:

Es ist mehr als genügend Geld da.

Die Knete, die jetzt in den Gaspreisdeckel gepumpt wird, könnte man auch deutlich nachhaltiger einsetzen, indem man damit den Ausbau der Erneuerbaren sofort weiter vorantreibt. Der Gaspreisdeckel ist ja auch nur wieder eine Unternehmenssubvention a la Tankrabatt und löst ja das eigentliche Problem überhaupt gar nicht:

Wir müssen wegkommen von Gasimporten.
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