Baukosten gehen aktuell durch die Decke

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Zuletzt aktualisiert 25.02.2024
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Oetti

Eine Wasserstoffindustrie, welche beispielweise die BASF in Ludwigshafen mengenmäßig versorgen könnte würde irgendwas um die 500 bis 800 Milliarden kosten. Die solare Einstrahlung und dafür notwendige Fläche wäre im Norden Afrikas vorhanden um dort so eine Infrastruktur zu entwickeln. Dann müsste der Wasserstoff carbonisiert werden. Das so hergestellte Methan oder Ethan lässt sich dann auch in Pipelines transportieren, was mit dem Wasserstoff technisch und wirtschaftlich nicht ohne Weiteres möglich ist.

Problem eins bei der Geschichte: 800 Milliarden nach Lybien oder Marokko überweisen und Abhängikeiten erzeugen, der nächste Gadaffi hätte dann auch schnell die Hand wieder am Ventil.

Problem zwei: aus einer kWh Photovoltaik-Strom werden ca 0,2 kWh Energie gasförmig. Hier zu Lande wieder verstromt mit einem Gaskraftwerk mit ca 60% Wirkungsgrad.

Wasserstoff wird seit 15 Jahren gehypt, wird sich aber niemals zur bedeutenden Energieversorgung durchsetzen können...
Also interpretiere ich deine Aussage mal so, dass es rein technisch möglich wäre. Momentan allerdings noch nicht wirtschaftlich.

Platz für Photovoltaik haben wir in Deutschland genügend, da muss ich gar nicht nach Nordafrika schielen. Nachdem bei uns bisher erst auf rund 11 % aller Dächer eine Photovoltaik-Anlage installiert ist, sind im Umkehrschluss noch 89 % ohne und könnten noch genutzt werden. Das ist für mich mal eine Hausnummer. Wenn ich jetzt noch an so Spielereien denke wie eventuelle Parkplatzüberdachungen, vertikale Module entlang der Autobahnen, etc. dann haben wir hier tatsächlich mehr als genügend Fläche, um energieautark zu werden.

Und dann gäbe es auch kein Problem mit dem Transport oder Pipelines. Vor Ort kleine Kraftwerke bauen, die die Überschüsse umwandeln und speichern. Daneben ein Blockheizkraftwerk hinstellen und los gehts.
 
WilderSueden

WilderSueden

Natürlich ist die Wirtschaftlichkeit das Problem. Wäre es eindeutig wirtschaftlich, würden wir gar nicht mehr diskutieren, da hätte das schon längst jemand umgesetzt. Dach-Photovoltaik hat gegenüber Freiflächen-Photovoltaik das Problem mit der Ausrichtung und der Kleinteiligkeit. Das erste senkt den Ertrag, das zweite steigert die Kosten. Photovoltaik auf Lärmschutzwällen ebenso, gibt es bereits und wird auch gerade hier diskutiert. Natürlich stehen wir uns da als Land manchmal selbst im Weg wenn der Denkmalschutz keine Photovoltaik genehmigt. Und eben das Problem, dass wir in Mitteleuropa eine schwächere Sonneneinstrahlung haben und vor allem diese auch Sommer/Winter deutlich ungleichmäßiger ist.
 
O

Oetti

Natürlich ist die Wirtschaftlichkeit das Problem. Wäre es eindeutig wirtschaftlich, würden wir gar nicht mehr diskutieren, da hätte das schon längst jemand umgesetzt. Dach-Photovoltaik hat gegenüber Freiflächen-Photovoltaik das Problem mit der Ausrichtung und der Kleinteiligkeit. Das erste senkt den Ertrag, das zweite steigert die Kosten. Photovoltaik auf Lärmschutzwällen ebenso, gibt es bereits und wird auch gerade hier diskutiert. Natürlich stehen wir uns da als Land manchmal selbst im Weg wenn der Denkmalschutz keine Photovoltaik genehmigt. Und eben das Problem, dass wir in Mitteleuropa eine schwächere Sonneneinstrahlung haben und vor allem diese auch Sommer/Winter deutlich ungleichmäßiger ist.
Neuerungen/Neuentwicklungen/Umstiege sind am Anfang immer aufwändiger und teurer als bestehende Prozesse. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass dies kein Hinderungsgrund sein darf. Wenn ich lese wie teuer der Rückbau der Atomkraftwerke ist und wie planlos das 200 Mrd. Paket mit Gaspreisdeckel ist, dann sehe ich Folgendes:

Es ist mehr als genügend Geld da.

Die Knete, die jetzt in den Gaspreisdeckel gepumpt wird, könnte man auch deutlich nachhaltiger einsetzen, indem man damit den Ausbau der Erneuerbaren sofort weiter vorantreibt. Der Gaspreisdeckel ist ja auch nur wieder eine Unternehmenssubvention a la Tankrabatt und löst ja das eigentliche Problem überhaupt gar nicht:

Wir müssen wegkommen von Gasimporten.
 
WilderSueden

WilderSueden

Das Problem ist halt...man hätte das Ganze vor 20 Jahren ordentlich anstoßen müssen mit einem klaren Ziel und dann einfach mal schauen auf welche guten Ideen Leute in der Wirtschaft kommen. Stattdessen haben wir hier was direkt gefördert, da was direkt gefördert, staatliche Preise festgelegt, Pflichten geschaffen und einzelne Dinge verboten. Wie sich diese erzeugte und verbrauchte Energie am Ende ins Gesamtsystem einfügt hatte nie Priorität, dabei ist das der entscheidende Punkt. Nur wenn die einzelnen Teile stimmig zusammenpassen, wird am Ende die Energie auch billiger und umweltfreundlicher. Aktuell passiert durch Doppelstrukturen genau das Gegenteil und durch den externen Schock zeigt sich, dass wir das nicht einfach mit ein paar Gaskraftwerken flicken können. Aber es ist zu einfach die Schuld auf den Krieg zu schieben, Deutschland hatte schon vorher einen sehr teuren Strom der dafür mäßig umweltfreundlich war.
 
T

tokoman

In Deutschland (und auch auch auf dem restlichen Planeten) hat sich in den letzten 100 Jahren eine Industrie entwickelt, welche zu einem überwiegendem Anteil auf fossiler Energieerzeugung beruht: Strom, Wärme, Transport. Darauf gründet unser Wohlstand und unser gesamtes Leben.

Man hat sich in die Abhängigkeit von "Freunden und Partnern" begeben ohne die Notwendigkeit für den Fall der Fälle zu bedenken.

Jetzt soll diese Entwicklung in Jahrzenten oder sogar Jahren, mittlerweile sogar in Monaten "aus Gründen" rückgängig gemacht und umstrukturiert werden?

Das kann nicht funktionieren, da kannst Du gesamt Deutschland mit Photovoltaik-Modulen zupflastern. Nachts scheint keine Sonne. Die Industrie, Krankenhäuser, usw. brauchen Strom und Wärme rund um die Uhr und zwar viel mehr als Du dir vorstellen kannst. Das wird mit mit erneuerbaren in Deutschland nicht zu realisieren sein. Auch wenn unsere Politiker jeden Tag versuchen uns das irgendwie weiß zu machen.
 
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Trademark

Man hat sich in die Abhängigkeit von "Freunden und Partnern" begeben ohne die Notwendigkeit für den Fall der Fälle zu bedenken.

Jetzt soll diese Entwicklung in Jahrzenten oder sogar Jahren, mittlerweile sogar in Monaten "aus Gründen" rückgängig gemacht und umstrukturiert werden?

Das kann nicht funktionieren, da kannst Du gesamt Deutschland mit Photovoltaik-Modulen zupflastern. Nachts scheint keine Sonne. Die Industrie, Krankenhäuser, usw. brauchen Strom und Wärme rund um die Uhr und zwar viel mehr als Du dir vorstellen kannst. Das wird mit mit erneuerbaren in Deutschland nicht zu realisieren sein. Auch wenn unsere Politiker jeden Tag versuchen uns das irgendwie weiß zu machen.
Ich glaube man muss die zwei Dinge bis zu einem gewissen Grad trennen. Das eine ist die Abhängigkeit von russischem Gas. Da haben die wenigsten Unternehmer noch Bock drauf. Du kannst dich halt nicht darauf verlassen, dass du zukünftig weiter Gas bekommst. Also suchst du nach Alternativen. Ich glaube BASF rüstet grad einen Teil kurzfristig auf Öl um? Wir buddeln mehr Braunkohle aus

Das zweite ist die Energiewende und da geht es um Jahrzehnte und da ist natürlich ein entscheidender Faktor, dass du insgesamt weniger Energie verbrauchst. Daher ja auch lieber Elektromobilität als konventionelle Verbrenner.
 
Zuletzt aktualisiert 25.02.2024
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