Baukosten gehen aktuell durch die Decke

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Zuletzt aktualisiert 04.03.2024
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mayglow

mayglow

Zusätzlich wären vergleichbare Annuitäten interessant. Dann eben aber mit unterschiedlichen Zinssätzen. Bei der einen Finanzierung ist man bei etwas über 3%, bei der anderen bei 5,5%. Finde das dann wenig vergleichbar.
Naja... Ich sag mal, sowas wie 1% Zinsen + 2,5% Anfangstilgung klingt für mich durchaus nach nem nicht sonderlich ungewöhnlichen Konstrukt bis zum letzten Jahr. Das wären 3,5% Annuität. Du kannst aber Stand heute gar keine Finanzierung mit 3,5% Annuität abschließen, weil die Zinsen das schon überschreiten. Ne ganze Zeit lang war es dann so, dass die Banken eigtl gerne auch mindestens 2% Tilgung gesehen haben, wobei ich mir da auch gut vorstellen kann, dass das zT eben auch an den niedrigen Zinsen lag (und die Laufzeit bei 1% Zinsen + 1% Tilgung eben ewig und drei Tage ist), ggf wird das da heute wieder anders gesehen.

Wir haben gerade den "netten" Vergleich mit nem Kollegen von mir. Der hat halt vor nem guten Jahr ne Finanzierung über 480k abgeschlossen und zahlt da ~1400€/Monat (vermutlich eben genau sehr nah dran an den 1% Zinsen + 2,5% Tilgung). Wir zahlen für 460k jetzt ~2150€/Monat (Konditionen ausm letzten Monat, 3,59% Zinsen + 2% Tilgung). Wir zahlen also trotz 20k geringerer Kreditsumme über 700€ mehr im Monat. Er hatte halt die Wahl zu sagen "ach komm, wir können uns auch 2000€/Monat leisten, ich setz die Tilgung höher an", umgekehrt ging das bei uns aber einfach nicht wesentlich. Also ganz sicher bin ich nicht, ggf. wäre die Bank bei 1% Tilgung auch mitgezogen, wir hatten uns aber selber vorgenommen unter 2% wollen wir nicht, um auch irgendwann von dem Schuldenberg wieder runterzukommen... D.h. wir haben da dann eher angeguckt, wo kommen wir da denn als Rate bei raus, und können wir uns das noch leisten und weniger ein "was ist denn eigentlich unsere Wunschrate". Irgendwo intern gab's schon ein Maximum über das wir nicht gegangen wären. Wenn's nach wirklicher Wunschrate gegangen wäre, (e.g. wo wären wir wohl gelandet, wenn die Zinsen nicht so sind, wie sie sind), da wären wir niedriger gewesen.
 
WilderSueden

WilderSueden

Wobei man sagen muss, dass es früher normal war, dass man das Haus doppelt bezahlt, aufgrund der Zinsen. Zuletzt war Geld einfach sehr, sehr billig.
Ich denke wir sollten aufhören immer nur auf die Preise oder die Zinsen zu schauen. Natürlich waren die Zinsen die letzten Jahre günstig, aber die Häuser waren es nicht unbedingt. Denn natürlich sind die Leute in der Lage ihre Monatsrate auszurechnen und bieten dann bei niedrigen Zinsen entsprechend mehr. So stellt sich mehr oder weniger ein Gleichgewicht ein. Jetzt gerade sind wir an einem Punkt an dem wir noch die alten Preise aber deutlich höhere Zinsen haben. Das wird sich mittelfristig wieder anpassen, zumindest im Bestand.
 
S

SoL

Ich denke wir sollten aufhören immer nur auf die Preise oder die Zinsen zu schauen. Natürlich waren die Zinsen die letzten Jahre günstig, aber die Häuser waren es nicht unbedingt. Denn natürlich sind die Leute in der Lage ihre Monatsrate auszurechnen und bieten dann bei niedrigen Zinsen entsprechend mehr. So stellt sich mehr oder weniger ein Gleichgewicht ein. Jetzt gerade sind wir an einem Punkt an dem wir noch die alten Preise aber deutlich höhere Zinsen haben. Das wird sich mittelfristig wieder anpassen, zumindest im Bestand.
Sehe ich anders, zumindest in Bezug auf das Gleichgewicht. Die Bauherren der letzten Jahre haben halt aus den Vollen geschöpft und Gästezimmer, Kinderbäder, Vorratskammern, Wellnesstempel und Fitnessräume integriert...
Sicherlich nicht alle, aber bis Ende letzten Jahres war es schon en vogue.
 
WilderSueden

WilderSueden

Wenn ich mir anschaue, dass ziemlich verwohnte Häuser aus den frühen 70ern zu >80% eines vergleichbar großen Neubaus gehandelt wurden, dann fällt es mir sehr schwer die Schuld auf übermäßige Ansprüche zu schieben. Gerade im Bestand ist es auch einfach sich die Sanierung schönzurechnen wenn man andere überbieten will.
Und natürlich gibt es Fälle wo zu viel investiert wird. Kenne da selbst was, wo alle Häkchen in der Aufpreisliste gesetzt wurden, von der Einliegerwohnung im Keller, LED Spots in der Treppe, Kamin, Kinderbad, Doppelgarage, Holzterrasse, usw. Bei Arzt und Apothekerin kann man sich natürlich auch solchen Spaß leisten. Aber ich glaube was wir hier im Forum sehen ist nicht besonders repräsentativ. Am Ende haben auch viele Leute gebaut weil es einfach die wirtschaftlich sinnvollere Alternative dazu war ein altes Haus mit entsprechendem energetischen Standard, kleinen Räumen, runtergewirtschafteten Bädern, Küche, Boden, etc zu kaufen und groß zu sanieren.
 
S

Sunshine387

Und wenn man mal ehrlich ist, war das Bauen in den letzten Jahren sogar für die gesamte unterer Mittelschicht, wenn man denn die richtigen Prioritäten hatte problemlos möglich auch ohne Eigenleistung. Früher haben zwar die gleichen auch eher unteren Einkommens-Schichten gebaut, aber eben nur mit viel Eigenleistung. Das konnten sich bis vor einigen Monaten viele bequem sparen. Aufgrund des jetzt starken Zinsanstieg ist es für die untere Mittelschicht kaum darstellbar ein Eigenheim zu erwerben, wenn man nicht so viel Eigenleistung erbringen will, da hohe Baukosten + Zinsanstieg das Fatale sind.
 
Zuletzt aktualisiert 04.03.2024
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