Baukosten gehen aktuell durch die Decke

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kbt09

kbt09

Hier wird 30 Seiten am Stück über den Einfluß der Klimaveränderumgen fabuliert. Aber steigende Zinsen, die gut und gerne 20k an Gesamtkosten darstellen können, werden belächelt ;-)
über 0,2 oder 0,3 % Zinsänderung hätten sich Leute in anderen Zeiten noch nicht mal Gedanken gemacht.
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0,2 % Zinssteigerung .. z. B. 1,2 auf 1,4 % bei 400000 Euro Darlehen machen übrigens rund 13000 Euro aus.
 
W

Wassermann

Ich meinte mit "unfreiwillig frei machen" auch nicht "in kleinere Appartements ziehen", sondern den letzten Umzug...

Und an der Stelle hast Du es selbst gemerkt. ;-)

Daher nein zu dem hier:

Wenn wir viel Glück haben, erleben wir keine platzende Blase, aber ganz sicher werden wir in einigen Jahren von wahnsinnig vielen freiwerdenden Wohnquadratmetern überschüttet. Biologie und Mathematik lassen da nicht mit sich reden. Wozu das genau führt und was wir daraus machen, weiß ich auch noch nicht.
Ich bin anderer Meinung, aber davon lebt ein Forum ja :)
Ja, es wird zu Erbschaften und sicherlich auch zu Veräußerungen von Häusern/Wohnungen kommen.
In welchem Zustand befinden die sich dann in den meisten Fällen? In der Regel gilt es dann ordentlich zu investieren, um das Ding wieder komfortabel und ansehnlich zu machen.

Die Babyboomer sterben doch jetzt nicht alle reihenweise. Gott bewahre. Die befinden sich grad in ihren 50-60ern. Da ist statistisch noch viiiiiel Zeit zum im abbezahlten Haus wohnen.

Es gibt keine Blase per se. Es gibt überhitzte Regionen, das mit Sicherheit. Aber eine Blase? Die platzen soll? Und plötzlich ist der Bau wieder 30% günstiger und Häuser/Wohnungen nur noch 50% wert? Niemals im Leben glaube ich daran :)
Wenn es tatsächlich anders kommt, als ich es mir derzeit vorstelle, dann werden die Preise stagnieren. Fallen - das kann ich mir in keinem Szenario vorstellen.
 
W

Wassermann

über 0,2 oder 0,3 % Zinsänderung hätten sich Leute in anderen Zeiten noch nicht mal Gedanken gemacht.
Anhang anzeigen 66548

0,2 % Zinssteigerung .. z. B. 1,2 auf 1,4 % bei 400000 Euro Darlehen machen übrigens rund 13000 Euro aus.
In der Generation meiner Eltern hatte auch niemand mehr als 150.000-200.000 DM Schulden. Die relative Bezugsgröße spielt natürlich auch eine erhebliche Rolle. Die meisten haben nach und nach gebaut. Garten, irgendwann, Dachböden sind zum Teil heute nicht ausgebaut.

Das unterscheidet den heutigen Häuslebauer ja auch von den früheren Generationen.
 
kbt09

kbt09

Weder das Thema Klima, noch die Zinsen haben einen Einfluss auf das, was die letzten 2 Jahre passiert ist.
Sehe ich anders .. die letzten 2 Jahre sind ja nur eine Quintessenz ... mal z. B.
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Man siehe den Unterschied ... nur, dass keiner ehemals 1%Tilgung und 7% Zinsen umgewandelt hat in 7%Tilgung und 1% Zinsen, statt dessen, hat die Wunschliste zugeschlagen und die Bauherren haben kostenintensiver gebaut, aber auch die Anbieter von Bauleistungen sind ja nicht blöd und haben ihre Preise entsprechend angehoben. Zu dem allen kommen jetzt die unterbrochenen Lieferketten, die Auswirkungen von Umweltauflagen, die ja eine direkte Folge unserer Klimaprobleme sind usw.
 
E

evelinoz

ich habe meine erste Immobilie in DE Anfang 84 gekauft, der Zinssatz war zwischen 7+8% getilgt habe ich 3%, jedes Jahr eine Sondertilgung.

Ein Jahr nachdem mit sehr gutem Gewinn verkauft hatte, gingen die Immobilienpreise in den Keller, es war die Asienkrise Ende der 90er. Und Immobilien waren ab da im Vergleich zu heute Spot billig trotz hoher Zinsen.

In meinem Land habe ich schon 2 geplatzte Blasen erlebt, die größte 2014/15. Der Markt hat sich davon noch nicht erholt. Damals ging der mining boom zu Ende, jeder der einen Dollar übrig hatte, hatte min eine Zweitimmobilie gehabt, man war im Kaufrausch (die Regale für die teuersten Kaffeemaschinen konnten nicht schnell genug aufgefüllt werden). Bei uns haben viele Zweitimmobilien als zusätzliche Altersvorsorge und wegen negative gearing (weniger Einkommenssteuer).

Ja, und weil man bei uns sowie in UK alle verkauften Immobilien sich online anschauen kann, meist mit Preisen und der Verkaufsgeschichte, so sieht man wie sich die Preise entwickelt haben, nach oben, nach unten, nach oben, nach unten. ZB ein Haus um die Ecke wurde Nov 2012 für $490k verkauft und jetzt im Juli für $440k. An Härtesten trifft es dann immer die Luxusimmobilien bei uns.

Und ja, die Babyboomer sind meine Altersgruppe, 60-70 also die nach dem Krieg geborenen. Und diese babyboomer (in der Großstadt) haben selbst nicht viele Kinder gehabt, meist eins oder gar keine. Dh, es gibt zB in meinem familiären Umfeld nur 2 Jungs (meine Enkel), die am Ende die Immobilien von mehreren Personen in DE/UK/AUS/CY erben werden, weil es keinen Nachwuchs gibt. Und ja, meine hiesigen Nachbarn haben dieses Jahr geerbt, eine Mutter hatte ein Haus in einer Nobelgegend, sie haben sich ein Neubau-Apartment in Perth gekauft mit Blick über die City, den Fluss usw. Keine Gartenarbeit, keine Instandsetzungen an der Hütte usw. Sie sind ca 60J alt und müssen keiner Arbeit mehr nachgehen.
 
J

Joedreck

Na vielleicht wird unter RGG ja auch die Digitalisierung vorangetrieben und eine gesetzliche HO Pflicht verabschiedet, sodass ländliche Gegenden aufgewertet werden. Nebeneffekt wäre eine Abnahme des Individualverkehrs.
Dann blieben die Immobilien auf dem Land interessant und wären gefragter.
Aber who knows..
 
W

Wassermann

ich habe meine erste Immobilie in DE Anfang 84 gekauft, der Zinssatz war zwischen 7+8% getilgt habe ich 3%, jedes Jahr eine Sondertilgung.

Ein Jahr nachdem mit sehr gutem Gewinn verkauft hatte, gingen die Immobilienpreise in den Keller, es war die Asienkrise Ende der 90er. Und Immobilien waren ab da im Vergleich zu heute Spot billig trotz hoher Zinsen.

In meinem Land habe ich schon 2 geplatzte Blasen erlebt, die größte 2014/15. Der Markt hat sich davon noch nicht erholt. Damals ging der mining boom zu Ende, jeder der einen Dollar übrig hatte, hatte min eine Zweitimmobilie gehabt, man war im Kaufrausch (die Regale für die teuersten Kaffeemaschinen konnten nicht schnell genug aufgefüllt werden). Bei uns haben viele Zweitimmobilien als zusätzliche Altersvorsorge und wegen negative gearing (weniger Einkommenssteuer).

Ja, und weil man bei uns sowie in UK alle verkauften Immobilien sich online anschauen kann, meist mit Preisen und der Verkaufsgeschichte, so sieht man wie sich die Preise entwickelt haben, nach oben, nach unten, nach oben, nach unten. ZB ein Haus um die Ecke wurde Nov 2012 für $490k verkauft und jetzt im Juli für $440k. An Härtesten trifft es dann immer die Luxusimmobilien bei uns.

Und ja, die Babyboomer sind meine Altersgruppe, 60-70 also die nach dem Krieg geborenen. Und diese babyboomer (in der Großstadt) haben selbst nicht viele Kinder gehabt, meist eins oder gar keine. Dh, es gibt zB in meinem familiären Umfeld nur 2 Jungs (meine Enkel), die am Ende die Immobilien von mehreren Personen in DE/UK/AUS/CY erben werden, weil es keinen Nachwuchs gibt. Und ja, meine hiesigen Nachbarn haben dieses Jahr geerbt, eine Mutter hatte ein Haus in einer Nobelgegend, sie haben sich ein Neubau-Apartment in Perth gekauft mit Blick über die City, den Fluss usw. Keine Gartenarbeit, keine Instandsetzungen an der Hütte usw. Sie sind ca 60J alt und müssen keiner Arbeit mehr nachgehen.
Ich habe keine Ahnung aus welchem Land du stammst, aber so wie du es mit den Immobilien schilderst, ist es in DE einfach nicht. Hier hat quasi niemand so zum Spaß eine zweite Immobilie. Lassen wir die kleiner 3 Prozent mal außer Acht. Und diejenigen, die mehrere Immobilien haben, sind i.d.R. so gestopft, dass sicher kein Verkaufszwang herrschen wird, komme was wolle.
 
B

BackSteinGotik

Dazu kommt Generation Erbe. Wenn die alten sterben, dann steht vielen ein Geldsegen ins Haus. Sei es durch den Verkauf von Immobilien oder durch liquides Kapital. Das treibt die Kosten weiter.

Wer aktuell wartet und hofft, dass sich der Markt abkühlt, mag klug handeln.
Wer aber 5 - 10 Jahre warten will, der handelt sicherlich unklug.
Generation Erbe - da die Deutschen wenig am Kapitalmarkt machen, wird es wohl hauptsächlich alte, vormals teure Autos und alte Häuser / Wohnungen zu erben geben. Letztere sind die fiesen Klumpen. Heute toll, aber morgen? In 5-10 Jahren ist es ziemlich deutlich - es wird mehr alte Häuser mit riesigen Modernisierungstau geben als Nachfrager. Die Hausinteressenten-Gruppen in DE wird von Jahr zu Jahr kleiner. Und Mieten durch die Preisexplosionen wieder deutlich attraktiver. Der Markt ist nicht von Mangel, sondern von Gier und FoMo geprägt. Heißt, dass Omas Haus statt 600.000 auch sehr schnell nur noch 300.000 bringen kann. Was sich exponentiell vermehrt, kann ebenso schnell wieder zusammen fallen.

Klar, Fachkräfte werden fehlen. Heißt aber auch, dass kein mobiler Pflegedienst mehr kommt. D.h. all die Alten, die jetzt noch ganze Straßenzüge (da parken dann all die kleinen, bunt beklebten Autos der Dienste) bewohnen, werden es nicht mehr so einfach können & ihr Kapital für Alternativen benötigen.

Und wer heute die Zeit hat, 5 Jahre zu warten, hat sicher mehr Chancen als Risiken, wenn er sich eh nichts mehr leisten kann. Was ja das Fazit aus den meisten der Finanzierungsthreads der letzten Monate ist. Die komischerweise im Vergleich zu 2020 rapide abgekommen haben. Woran das nur liegt?
 
Zuletzt aktualisiert 27.06.2022
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