Beratung Smarthome Neubau Funk

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Mycraft

Moderator
@T_im_Norden

Hier wird vielleicht etwas deutlicher wie sich die Preisstruktur der KNX-Geräte aufbaut und warum die Geräte immer nicht ganz billig sind.

Der Motor in meinem Fall ist eben kein "dummer" mit 4 Kabeln dran, welcher gerade mal hoch und runterfahren kann und ggf. noch die Endpunkte automatisch speichern. Sondern hat eine vollwertige Mikroprozessorsteuerung integriert und diese besitzt in etwa die gleiche Intelligenz wie die Steuerung einer WP. Sprich es werden dauerhaft dutzende Parameter nur an diesem Motor überwacht und ausgegeben. Man muss es nur mit Sensordaten füttern von anderen Quellen wie z.B. ein PM, Fensterkontakte oder auch Temperatur und Sonnenintensität. Dann klickt man sich die gewünschte Funktionsweise zurecht, stellt z.B. Verzögerungen, Sperren und Alarme ein und das war es im Prinzip. In der Regel sind die Hersteller auch nicht dumm und bieten viele Hilfswerkzeuge von Haus an welche dann in der Bedienoberfläche des Motors benutzbar sind. Z.B. Szenen, Lernfunktionen oder im Fall eines Rohrmotors auch eine komplette Beschattungssteuerung.

Wer mit der WP-Steuerung als Vergleich nichts anfangen kann. Man könnte auch sagen jedes KNX-Gerät hat quasi ein Raspberry-Pi integriert auf dem halt sich seine nötigen Funktionen zusammenklickt. Sprich in meinem Fall wäre an jedem Fenster ein RaspBi welcher dann ständig mit den anderen kommuniziert und genau weiß was gerade so im Haus abgeht.

Bei diesem Thema KNX/Automation ist es sicher anders, dennoch kann ich hier bislang für mich nur schwer eine Essenz herausfinden, weil ich bei vielen Posts zu erkennen glaube, dass man es eben macht, weil man es eben macht und weil der der Mann von heute anstatt wie früher am Lagerfeuer zu sitzen oder den Betonmischer zu rühren lieber vor dem Serverschrank sitzt und irgendwelche Funktionen programmiert....wie unmännlich o_O
Nein, Nein, Nein...schon wieder ganz falsch. Man sitzt doch da nicht täglich/wöchentlich/monatlich dran, das würde doch einen wahnsinnig machen wenn die Automatisation mehr Probleme macht als sie löst. Wobei ja zugegeben gibt es nicht wenige Systeme, welche genauso ein Verhalten an den Tag legen und da ständig irgendetwas klemmt und buggt. KNX gehört nicht dazu. Hier lautet die Philosophie: Einmal einstellen und vergessen.

Klar dauert es ein Paar Tage am Anfang bei der Erstinbetriebnahme, da man ja nicht genau und 100% alles vorher abschätzen kann. Wie was laufen soll und gewünscht ist.

Und ja sicher, wenn man mal was ändert oder was neues hinzufügt dann muss man mal auch kurz ran. Aber dann auch nicht vor dem Serverschrank sondern bequem vom Sofa aus. Neben beim beim rumstöbern im Internet.

Ich glaube ich war dieses Jahr nur 2 Mal dran. Einmal ein Neues Gerät in die Anlage eingebaut und einmal ein Paar Einstellungen angepasst. Jeweils nicht länger als 10 min am Laptop.

Ich wundere mich nur manchmal, wenn ich lese, dass Jemand sein Haus plant und es auf jeden Fall mit Kfw-xy und KNX etc. sein soll ich aber nix lese oder sehe von schönem Wohnstil, durchdachter Farbgestaltung, komfortablen, hochwertigen Möbeln usw.
Meistens ist das was du aufgezählt hast im Fall KNX schon gegeben weil es doch immer noch den Ruf weg hat es wäre teuer unnötig etc. Bestes Beispiel ist Rick. Nichtdestotrotz ist KNX aber mittlerweile für Jedermann zu haben da die Kosten langsam aber sicher im Abwärtstrend sind.

Großes Plus bei KNX neben der grenzenlosen Vielfalt und der kompromisslosen Interoperabilität ist das Design der Tastsensoren. Und diese lassen sich sogar farblich oder material-technisch an die angesprochenen hochwertigen Möbeln/Fliesen usw. anpassen. Weil es nicht nur Plastik in weiß oder Plastik in bunt gibt. Sondern auch viele Metallvarianten, Holz und andere Stoffe. So ist es dann eben kein schnöder Lichtschalter und schon gar nicht 3/4/5 untereinander sondern chic und dezent. Aber immer multifunktional.

Aber eben kaum so, dass ich Jemanden vor Ort bekomme, der das kompetent und zuverlässig anbietet, wie ein Kaminbauer oder Pflasterer; also hänge ich mich selbst endlos rein oder riskiere es, versehentlich einen Amateur zu beauftragen.
Das Risiko besteht beim Kaminbauer oder Pflasterer genauso. Diese können noch so viele Rezessionen haben und noch so viele Aufträge. Am Ende kann es sein dass du dann genau sein Montagsprojekt erwischst.


@Oraclefile
Osram Lightify konnte es, aber die sind ja nun tot.

Innr Lampen kann man mit tunable white kaufen und dann z.B. an Phillips Hue anbinden.
 
@Mycraft ich denke, dass ich Dich im Grundsatz verstehe !
Dennoch ist es so, dass ich bei Lesen zu diesem Thema ständig auf Namen, Bezeichnungen, Situiationen stosse, die mir fremd sind, obwohl ich ja noch nicht ganz hinter dem Mond lebe.
Früher haben mich solche Herausforderungen interessiert und ich habe nicht locker gelassen, heute nervt es mich schon, wenn ich mein neues Handy einstellen soll und gebe es gerne ab. Times are a changin..... :D
Aber weil es mich ja im grundsatz interessiert werde ich auch den Elektriker mal fragen, ob bzw. was er mir dazu sagen kann und mich parallel dazu etwas einlesen.
Das Risiko besteht beim Kaminbauer oder Pflasterer genauso. Diese können noch so viele Rezessionen haben und noch so viele Aufträge. Am Ende kann es sein dass du dann genau sein Montagsprojekt erwischst.
Das stimmt, wobei ich da meist recht schnell erkennen kann, ob es schiefläuft, bei den vielen Kabeln krieg ich eher schon Ausschlag vom Hinsehen.
Du darfst nicht vergessen, dass dies offenbar ein Thema ist, in dem Du tiefer drin bist. Die Funktion einer KWL z.B. ist eher zu verinnerlichen als so ein komplexes Thema KNX, gerade weil es ja diese vielen Möglichkeiten bietet.
Wie sollte ich ein EFH wie Meines hinsichtlich KNX sinnvoll gestalten? Welche Funktionen wären zumindest im Standard wichtig und sollten zukunftsträchtig verbaut werden? Mein Elektriker bietet offenbar KNX an, woran erkenne ich, ob er es auch so kann. Die Fallhöhe ist für mich bei diesem Thema deutlich größer, weil ich keinerlei Einblick habe, ich kann quasi nur würfeln oder gibt es soöche Planungen auch online im Angebot?
Ich befürchte, dass das doofe Fragen sind.....es ist eben völlig entfernt von meinem Wissen. Am, besten wären mal so ein paar sachliche Lehrfilme für mich.
 
Meine bescheidene Meinung dazu ist, es ist einfach so wie bei vielen Dingen. Man hat seine Prioritäten. Manche haben eine Insellösung, wir haben KNX gewählt, manche haben den 5er BMW, wir haben einen Skoda, manche haben eine Occhio Lampe, andere eine von Ikea. Bei allem kann man sagen, ich brauch das nicht, zu teuer, oder anders herum, die Dinge sind ihr Mehrgeld wert.
So what. Am Ende hat wahrscheinlich jeder recht. Aus der eigenen Sicht zumindest ja.
 
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Mycraft

Moderator
@pagoni2020

Es ist wie bei jedem anderen Gewerk. Es gibt halt Fachbegriffe. So wie beim Mauer der Kimmstein und die Traufel und beim Dachdecker die Pfette und das Rispenband. Fälschlicherweise wird Gebäudeautomatisation in der heutigen Zeit für trivial gehalten sowohl von Bauherren wie auch von den Elektrikern, welche mal ein Kurs belegt hatten. Dabei ist das Thema eben sehr Komplex und bietet viel Raum für kostspielege Fehler. Die Lektüre welche dir aber empfohlen wurde ist schon sehr gut und sehr empfehlenswert.

Wie sollte ich ein EFH wie Meines hinsichtlich KNX sinnvoll gestalten? Welche Funktionen wären zumindest im Standard wichtig und sollten zukunftsträchtig verbaut werden?
Es gibt eine einfache Formel. Soviel wie es nur geht an das grüne Kabel anbinden und dasselbe grüne Kabel an jede Ecke und an jeden Ort inkl. auch aller Steckdosengruppen etc. hinlegen lassen. Die Kosten halten sich hierbei in Grenzen (Kabelpreis ca. 0,3€ je lfdm) und das NYM muss ja sovwieso überall hin also warum an dem Grünen sparen? Somit hast du schonmal ein Grundgerüst/Skelett wo du dann jederzeit auch noch nach Jahren Geräte oder Sensoren hinzufügen/tauschen kannst.

KNX zeigt seine wahren Stärken erst dann wenn du eben alles miteinadner verbindest. Nur Lichtsteuerung und nur Beschattung bleiben eben "nur Licht und nur Beschattung". Den rest muss man dann trotzdem immer noch manuell bedienen und daran denken und ehrlich gesagt kann man dann auch Licht und die Beschattung bleiben lassen.

Halbschwanger ist eben irgendwie quatsch.

Und erst durch die Einbindung aller Bauteile und Geräte (oder nahezu aller) entstehen Möglichkeiten und verknüpfungen an welche man in einem "manuellem Haus" gar nicht denken würde. hier ist es wie mit dem Auto oder dem Smartphone.

Ohne eine Kamera/Sensoren vorn im Auto fährt halt das Auto auch ohne Probleme und der Fahrer hat alles im Blick aber mit hat er dann zusätzlich noch einen Spurhalteassistenten, der Abstand wird automatisch gehalten, und im Notfall bremst das Auto auch selbst und warnt die folgenden Verkehrsteilnehmer.

So eben auch mit einem intelligentem Gebäude je mehr man anbindet und dem System so mehr Sensordaten zur verfügung stellt umso mehr Nutzen hat man in der Regel am Ende auch. Sprich die ganzen sich wiederholenden Vorgänge kann man der Technik überlassen und sich lieber anderen Dingen widmen. Dabei ist es auch nahezu egal welches System man einsetzt. KNX hat hier aber große Vorteile in allen Belangen. Es ist eben ausgereift und hat hohe Standards. Was man von vielen vielen anderen nicht behaupten kann.

Aber um auf die sinnvolle Grundinstallation zu kommen, diese Bestandteile würde ich definitiv anbinden:

  • Lichtsteuerung innen/außen
  • Beschattung
  • Steckdosen
  • Heizung
  • Lüftung
  • Klimatisierung
  • Personenerkennung
  • Tür- und Fensterkontakte und Verschlusssensoren
  • Rauchmelder
  • Wetterstation
  • Mediensteuerung und Szenarios

im weiteren Ausbauschritt könnte man dann noch an folgendes denken:
  • Zähler und Verbräuche
  • Visualisierung
  • Schlüsselloser Zugang und automatische Türen/Tore
  • Videoüberwachung
  • mashine learning udn adaptive Algorithmen
  • Bewässerung
  • und natürlich Einbindung von Haushaltsgegenständen wie Rasenmäherroboter, WaMa usw.
Diese Liste lässt sich beliebig weiterführen und ist natürlich bei weitem nicht komplett. Wie ich schon vorher gesagt habe ist jedes Gebäude im Prinzip ein Unikat und auf den/die Bewohner zugeschnitten wie ein Maßanzug, denn sonst kommt es eben zu dem was alessandro beschreibt. Der Mensch wird zum Störfaktor und die Beziehung zwischen Mensch und Maschine findet schnell ein Ende. Aus dem Grunde sind auch "Smarthomepakete" mehr oder weniger ein Widerspruch in sich. Man kann ein intelligentes Haus nicht nach Schema F bauen.

Beim ganzen Thema HVAC muss man immer hinschauen was sinnvoll ist. Es nützt nichts das Rad neu zu erfinden. Hier ist es immer eine Einzelfallentscheidung inwieweit die Integration möglich/notwendig ist.
 

Mycraft

Moderator
Ich habe beim 1. Bau damals zum Glück gelernt, mir einen Innenarchitekten an die Hand zu nehmen. Oft kennt man einen oder iegwndwo im Umfeld gibt es einen, den man für überschaubares Geld eiun oder zwei grobe Erstentwürfe machen lässt. Darin sollen dann ALL EURE Wünsche und Bedürfnisse drin sein. Der Grundriss muss für mich funktionieren, Alles Andere ist m.E. Kram. Die Umsetzung bzw. die kreative Idee hat ein gelernter Innenarchitekt in der Hosentasche. Erst dann würde ich selbst Hand anlegen und die vielen, kleinen Details genau auf mich anpassen (lassen). Ich plane/baue auch fürs Alter gerade und mache es wieder so. Wir zeichnen und planen die ganze Zeit aber die Grundidee stammt von woanders, basierend auf meinen Wünschen und Notwendigkeiten.
Diese Aussage kann man nahezu 1:1 auf die Gebäudeautomatisation übertragen. Man ersetze nur die Berufsbezeichnung in etwa so:

Ich habe beim 1. Bau damals zum Glück gelernt, mir einen Systemintegrator an die Hand zu nehmen. Vielleicht kennt man einen oder irgendwo im Umfeld gibt es einen, den man für überschaubares Geld ein oder zwei grobe Erstentwürfe machen lässt. Darin sollen dann ALL EURE Wünsche und Bedürfnisse drin sein. Die Umsetzung bzw. die kreative Idee hat ein gelernter Systemintegrator in der Hosentasche. Erst dann würde ich selbst Hand anlegen und die vielen, kleinen Details genau auf mich anpassen (lassen). Ich plane/baue auch fürs Alter gerade und mache es wieder so. Wir zeichnen und planen die ganze Zeit aber die Grundidee stammt von woanders, basierend auf meinen Wünschen und Notwendigkeiten.
 
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