Online-Statistiken

Zurzeit aktive Mitglieder
11
Gäste online
587
Besucher gesamt
598

Statistik des Forums

Themen
29.619
Beiträge
381.982
Mitglieder
47.247

Gas oder Wärmepumpe? Erfahrungen / Feedback

4,40 Stern(e) 10 Votes
Wir auch nicht. Und dann reicht die Berechnung, dass man EnEV schafft.
 
Ich hatte zwischenzeitlich mich für einen Ringgrabenkollektor interessiert , soll sich in in EL lohnen , werde mich dennoch für eine Bohrung wohl entscheiden.
 

Frank Hartung

Moderator
Das Problem der Gasheizung
Leider sind die Zeiten vorbei, in denen man in sein Haus eine moderne Brennwert-Gasheizung einbauen konnte. Sie benötigen heute mindestens zusätzlich noch eine Solaranlage für die Warmwasseraufbereitung und Heizungsunterstützung. Dies ergibt sich aus der Energieeinsparverordnung (EnEV) zum einen und aus dem EEWärmeG zum anderen. Letztere Verordnung soll fossil Energieressourcen schonen helfen und gleichzeitig Abhängigkeiten von Gas-, Erdöl- und Kohleimporten reduziereren. Die EnEV wiederum "zwingt" Sie dazu, ein energieeffizientes Haus zu bauen.

Daraus regibt sich für Sie nun folgendes "Problem":
Wird im Rahmen der Bauplanung der Wärmeschutznachweis berechnet, müssen alle Wärmeübertragenden Bauteile in Hinblick auf deren geografischen Ausrichtung, Fläche und verwendeten Materialschichten angeben werden. Das sind also die Bodenplatte, Wände, Fenster, Rollläden und Türen sowie Dachschrägen bzw. oberste Geschossdecken.

Nun folgt der Anlagentechnische Teil, nämlich die Art der Heizung inkl. Warmwasserbereitung, Art der Verteilleitungen, Zirkulationen und noch einige weitere Details. Alle Punkte beziehen sich auf das neu zu errichtendes Wohngebäude. Im Hintergrund dieser Berechnung wird das sogenannte Referenzgebäude parallel gerechnet. Also ein identisches Haus was die Kubatur angehet, allerdings mit fest vorgegebenen Werten (gem. EnEV) in Bezug auf die Bauteile und Anlagentechnik. Das daraus resultieren Ergebnis für die Transmission = Bauteile und die Primärenergie = Anlagentechnik stellen somit die Mindestanforderungen für Ihr "neues" Gebäude dar.

Das Problem ist also, wenn Sie hier "Gasheizung+Solaranlage" eingeben, dass das Referenzgebäude grundsätzlich mit einer Abluftanlage gerechnet wurde und somit weniger Energie verbraucht. Sie könnten das mit noch mehr Dämmung und einem Schornstein für den späteren Kaminanschluss kompensieren. Bei dem Schornstein funktioniert das deshalb, weil der Planer einen dezentralen Stückholzofen mit bis zu 10 % Wärmeertrag hinzurechnen kann. Dies, zusammen mit etwas mehr Dämmung könnte knapp reichen, um überhaupt die Normen der vorgenannten Verordnungen zu erfüllen. Wenn wir nun alle genannten Aufwendungen betrachten, kommen wir wirtschaftlich dann in die Preisklasse einer vernünftigen Wärmepumpe, was den Einbau einer Gasheizung völlig unsinnig werden lässt. Das die Gasheizung nicht mehr gewollt ist, ergibt sich auch daraus, dass Wärmepumpe bei der Berechnung von vornherein besser bewertet wird.

Bleiben also noch die Wärmepumpen, die Elektroheizung und das BHKW.
Das BHKW ist (noch sehr teuer). Dann haben wir die Wahl zwischen den Wärmepumpen.
Ich selbst würde mir heute eine bei der BAFA gelistete Luft-Wasser-Wärmepumpe einbauen. Damit komme ich zum einen günstiger weg als mit einer Gasheizung+Solaranlage+Gasanschluss und zum anderen ist dies wohl momentan das wirtschaftlichste Heizsystem am Markt.
 
Bestellen Sie jetzt kostenlos Hauskataloge, Smarthome-Info
Ich selbst würde mir heute eine bei der BAFA gelistete Luft-Wasser-Wärmepumpe einbauen. Damit komme ich zum einen günstiger weg als mit einer Gasheizung+Solaranlage+Gasanschluss und zum anderen ist dies wohl momentan das wirtschaftlichste Heizsystem am Markt.
Sehe ich auch so und so habe ich es bei mir umgesetzt, aber nicht immer ist eine Wärmepumpe sinnvoll realisierbar.

In der Realität gibt es Gründe, die gegen eine Wärmepumpe sprechen:
- Hohe Angebotspreise für die Installation einfacher Wärmepumpen
- vernachlässigte Planung scheint eher die Regel als die Ausnahme: Dimensionierung, Hydraulik, Heizflächen
- der Bauherr möchte es "nur warm" und sich nicht mit der Heizung beschäftigen

Das sind alles Gründe, die die Wirtschaftlichkeit der Wärmepumpe in den Keller ziehen können, zum Teil massiv. Gas ist da wirtschaftlich risikofreier.

Dazu eignen sich billige Wärmepumpen durch die gesetzliche Bevorzugung hervorragend, um das Haus rein auf dem Papier trotz relativ einfacher Dämmung und geringer Kosten für den Anbieter glänzen zu lassen.

Die erwähnenswerte Alternative zur LWWP ist der RGK. Nach Förderung und bei Verlegung in Eigenleistung sind die Kosten ähnlich wie bei der LWWP und es
ist die etwas schönere Technik.
 
Zuletzt bearbeitet:
Sehe ich auch so und so habe ich es bei mir umgesetzt, aber nicht immer ist eine Wärmepumpe sinnvoll realisierbar.

In der Realität gibt es Gründe, die gegen eine Wärmepumpe sprechen:
- Hohe Angebotspreise für die Installation einfacher Wärmepumpen
- vernachlässigte Planung scheint eher die Regel als die Ausnahme: Dimensionierung, Hydraulik, Heizflächen
- der Bauherr möchte es "nur warm" und sich nicht mit der Heizung beschäftigen

Das sind alles Gründe, die die Wirtschaftlichkeit der Wärmepumpe in den Keller ziehen können, zum Teil massiv. Gas ist da wirtschaftlich risikofreier.

Dazu eignen sich billige Wärmepumpen durch die gesetzliche Bevorzugung hervorragend, um das Haus rein auf dem Papier trotz relativ einfacher Dämmung und geringer Kosten für den Anbieter glänzen zu lassen.

Die erwähnenswerte Alternative zur LWWP ist der RGK. Nach Förderung und bei Verlegung in Eigenleistung sind die Kosten ähnlich wie bei der LWWP und es
ist die etwas schönere Technik.
RGK wollte ich erst , lohnt sich eig. nur in EL, aber eine super Sache.
Habe mir ein Angebot für eine Bohrung zukommen lassen = 10.000 Euro , es wird 2x70m gebohrt.
Habe es dem Rohbauer mitgeteilt, er wird die Vorbereitungen dafür übernehmen.

Die LWP sollen in den letzten Jahren sich gut entwickelt haben, jedoch stört mich das Aussengerät und im Winter sollen die mit den Erdwärmepumpen nicht wirklich mithalten können, weiterer Vorteil , die passive Kühlung kann man bei den Erwärmepumpen mitnehmen , bei LWP schaltet sich da der Kompressor ein , soll besser ohne sein.
 

Mycraft

Moderator
Solange der kWh Preis für Strom etwa das fünffache kostet und stagniert der Gaspreis dagegen fällt sehe ich kein Grund sich eine WP anzuschaffen. Aber jedem natürlich das Seine.




 

Ähnliche Themen
17.02.2016KFW 55 in Teilbeheiztem Keller - KaltkellerBeiträge: 32
06.05.2020Heute noch eine Gasheizung bauen?Beiträge: 33
26.02.2018Dämmung unter Stahlbeton-Bodenplatte KFW55Beiträge: 20
24.12.2015EFH EnEV 2016 Bauträger empfiehlt Mehrdämmung - sinnvoll?Beiträge: 39
20.01.2020MFH nach EnEV oder KFW55 bauen??Beiträge: 29

Oben