Welche Heizungsanlage ist aktuell am Besten?

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Insbesondere, da der tatsächliche Bedarf sich über die Jahre ändert (Familie, Kinder etc. ist keine Konstante). Aber irgendwie muss man ja planen beim Neubau. Bei Sanierung wäre es einfacher, da man seine Daten der letzten Jahre kennt.
Trotzdem werden die "Ich lasse 140m^2 bauen, welche Heizung ist die beste" - Threads nicht aussterben. Oder die Angabe "KFW70" dabei, die ja auch nicht wirklich eine Aussage zum Bedarf hergibt.
Die JAZ ist einfach als Vergleichswert interessant, finde ich, wenn man seinen Bedarf kennt. Immerhin kann man damit Verbrauchskosten und Wirtschaftlichkeit abschätzen. (lohnt sich für 5k € Mehr-Investition eine Anlage mit geschätzter um 0,5 höherer JAZ bei soundsoviel Bedarf?). Letztendlich aber alles nur Theorien; für eine konkrete Aussage braucht man wohl ein konkretes Bauvorhaben mit allen Details.
 
PS: Hallo €uro )
__

Ein paar Kommentare dazu.

Zwei der wichtigsten Punkte für eine sparsame Beheizung eines Hauses:

1. Das Haus sollte möglichst geringe Wärmeverluste aufweisen, denn wo nichts verloren geht muß auch nicht teuer nachgeheizt werden.
Hier ist "KfW55" schon ein Mindestmaß (wenn das auch ein dehnbarer Begriff ist) ...ich würde zu "noch besser" raten (KfW40, Passivhaus)

2. Der Wärmebedarf und die Max. nötige Heizleistung für das Haus (und die Bewohner) ist ausreichend genau zu ermitteln. Das geht nicht mit der Pi x Daumen Abschätzung des Bauträgers!

Erst wenn diese Punkte abgearbeitet sind, kann man an die Auswahl/Ermittlung der passenden Heizung gehen.
Hierzu gehört nicht nur der Wärmeerzeuger, sondern auch die Wärmeabgabe (z.B. FBH) und das komplette System (Warmwasser, Verteilung, Bereithaltung, usw).

Noch zu ein paar hier aufgeschnappten Dingen:

- Einschaliger Massivbau (ohne zusätzl. Außendämmung)
Damit erreicht man in der Regel keine geringen Wärmeverluste und somit auch keine geringen Heizkosten.
Das ist "billig" zu bauen (wenn man sich nicht bescheissen läßt) und das war's auch schon.
Die Einsparung ist schnell aufgebraucht und die Dämmwirkung der Wand spielt aber ein ganzes Hausleben lang eine Rolle...

- Holz gibt es in D ja genug.
Das ist quatsch. Alle stürzen sich auf's Holz, die Heizer, die Hausbauer, die Möbelindustrie, die Papierindustrie, u.v.m. ...sogar Kunststoff macht man daraus.
Holz kommt heute schon teils aus dem Ausland, sonst wären unsere "riesigen Holzbestände" längst geschrumpft.

- Luft-Wärmepumpe als Allheilmittel
Wo diese zum Gebäude, zu den Bewohnern und zur Klimaregion paßt, da kann die Luft-WP durchaus die erste Wahl sein.
Leider wird aber auf diese Faktoren zu wenig geachtet, was den Ruf der Luft-WP (und der WPs Allgemein .) nicht verbessert (.
Und die Luft-WP reagiert hier ganz schnell mit recht hohen Verbrauchskosten, wenn die Rahmenbedingungen nicht passen.
Eigentlich ist es wie oben mit der Massivwand ohne zusätzl. Dämmung geschrieben: Irgendwann ist die anfänglicher. Einsparung mal aufgebraucht (mit steigenden Energiekosten immer schneller) und die Luft-WP stellt sich dann doch nicht mehr als 1. Wahl heraus.

- Öl und Pellets
Sind für mich im EFH-Bau draußen.
Pellets höchsten noch wenn man mehrere Häuser zusammen heizt (also eher große Anlage) oder als automatische Zuheizung z.B. für Spitzenlasten (Einzelofen oder eingebunden in Heizung).

- Sole- und Luft-WP
Sollte man immer betrachten, die Luft-WP etwas kritischer.

- Gas
Wer einfach nur günstig will und nicht in die Zukunft investieren mag, der könnte hier eine Alternative haben.

- Solarthermie
Ganz klein für Warmwasser wohl kaum rentabel ...nur für die EnEV/KfW-Erreichung interessant.
In Verbindung mit Wärmepumpen stehts unrentabel.
Oft vorteilhaft in Verbindung mit Holz oder Pellets.
Vorteilhaft bei hohem Warmwasserbedarf vor allem im Sommer (z.B. Pool).
Ökologisch und evtl. auch ökonomisch sehr gut dürften sehr große Solarthermieanlagen sein, welche z.B. 70-80% des Gesamtwärmebedarfs abdecken. Die anfänglicher. Kosten sind aber sehr hoch.

- PV
Eine PV-Anlage ist keine Heizung, sondern ein Kraftwerk.
Man sollte diese immer getrennt von der Heizung betrachten - so wie eine Geldanlage.

Gruß
-Martin-
 
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Zusammenfassend betrachtet, sollte man also eine eine LWP nehmen und diese mit dem Strom aus einer PV Anlage betreiben. Dann heizt man nahezu kostenneutral.
Schön, wenn all Ihr Energiesparer primär an die Betriebskosten denkt. Es soll allerdings einige wenige Bauherren geben, die auf ein begrenztes Budget für die Investitionskosten zugreifen müssen.

Zumindest für mich haben auch Begriffe wie Amortisationsdauer, Rentabilität, Abschreibung, Kapitaldienst und Zinsen eine Bedeutung. Und die beginnt schon bei der Frage ob, sich ein gefüllter, porosierter Hochlochziegel T8 gegenüber einem ungefüllten T10 jemals amortisieren wird. (ca. 5 kWh/Jahr Mehrverbrauch je qm bei ca. 240 qm für ein Stadthaus mit 160 qm = 1200 kWh/Jahr = ca. 85 €/Jahr bei Gas). Oder ob sich die 10.000 bis 20.0000 Mehr für eine WP wahrend der Lebensdauer jemals rechnen, usw. usw........

Benötige ich für diese Abwägung wirklich einen spezialisierten Energieberater oder sollte der nicht erst ins Spiel kommen, wenn es um die Optimierung der Technik geht?
 
Sehr interessante Aspekte.
Zusammenfassend betrachtet, sollte man also eine eine LWP nehmen und diese mit dem Strom aus einer PV Anlage betreiben. Dann heizt man nahezu kostenneutral.
Nein. Das ist zu einfach gesehen und "Augenwischerei".

Man sollte die Heizungsanlage betreiben die im Vergleich zu anderen Möglichkeiten die geringsten Gesamtkosten auf lange Sicht (mind. 15 Jahre) zur Folge hat, und dabei auch ökologische Effekte nicht außer acht lassen.
Hier gehören sowohl Kosten für Invest und Betriebskosten rein, aber auch Kreditkosten, Aufwände für Risikoabdeckung, etc. Und man sollte bei der Kostenprognose durchaus auch mal von ungünstiger Entwicklung (sehr hohe Energiepreise) ausgehen, da man auch in so einem Fall das ganze noch bezahlen muß.

Wenn man PV schon unbedingt mit der Heizung in einem betrachten will:
Was nützt eine Finanz. PV-Anlage die sagen wir 5% Rendite abwirft, wenn man sich gleichzeitig für eine Heizung entscheidet die z.B. 30-40% höheren Verbrauch mit sich bringt?

Kostenneutral heizt man nur, wenn die PV-Anlage soviel erwirtschaftet, daß sie sich selbst bezahlt und zusätzl. die ausreichende Menge an Strom für die Heizung abfällt.
Eine so große Anlage paßt aber auf kein EFH.
 

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