Smarthome - Allgemeine Sinnfrage

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S

sub-xero

Hallo zusammen,

ich bin IT-technisch grundsätzlich versiert und aufgeschlossen, kann mich aber mit "Smart Home" nicht so richtig anfreunden. Deshalb frage ich in die Runde, weshalb ihr euch dafür entschieden habt, insbesondere in Bezug auf meine Einwände.

Insgesamt sehe ich wenig Sinn in den typischen Smarthome-Funktionen. Das liegt einerseits an meiner Art zu wohnen, andererseits auch besonders an den bereitgestellten Funktionen selbst. Zum Beispiel habe ich nicht das Bedürfnis, Beleuchtung über mein Smartphone zu steuern. In jedem Raum gibt es entsprechende Lichtschalter oder Bewegungsmelder. Die Steuerung der Jalousien/Rolläden ist bei mir unnötig, weil ich mich (mit Ausnahme zweier großer Südfenster) bewusst gegen den Einsatz von Rolläden entschieden habe. Gleiches gilt für eine Lüftungsanlage, die ich weder habe noch brauche. Das Ein- und Ausschalten irgendwelcher Geräte per App halte ich für überflüssig.
Besonders stört mich die Vielzahl der Protokolle und die proprietäre Technik und herstellerabhängige Software. Ich habe einfach keine Lust, ein teures System von einem Hersteller zu kaufen und zu installieren, von dem ich nicht weiß, ob es den in 5 Jahren noch gibt bzw. ob und wie die Software weiterentwickelt wird.

Die Geräte, die man tatsächlich sinnvoll per App steuern kann, bringen inzwischen WLAN-Fähigkeit und eine passende App mit, dafür brauche ich kein aufwändiges Smart Home System. Wie zum Beispiel Heizungssystem/Wärmepumpe, PV-Anlage, Ladestation, Video-Sprechanlage, Staubsaugerroboter, etc. Ob man jetzt für eine Waschmaschine, einen Kühlschrank oder einen Geschirrspüler eine App braucht, sei mal dahingestellt. Aber selbst diese Geräte sind inzwischen "smart" geworden.

Vielleicht übersehe ich ja einen wesentlichen Vorteil von Smart Home, dann könnt ihr gern meine Wissenslücke füllen!
 
rick2018

rick2018

Ich glaube du verwechselst hier fernbedienbar mit smart. Wird leider auch von vielen Herstellern so propagiert…
Wir haben ein echtes Smart-Home. Unser Haus ist etwas größer und recht komplex was Technik betrifft.
So viele Schalter könnten wir gar nicht installieren.
Ziel im Smart-Home ist dass möglichst alles automatisch oder über Logiken abläuft.
Das fängt beim Licht an, weiter über Beschattung, Lüftung, Heizung, Kühlung, Gartenbewässerung usw.
Smart-home heißt auch nicht dass man für alles eine separate App hat. Einfach einen Standard nehmen (z.B. KNX) und dann alles einbinden.
Smart-Home hat einen unheimlichen Komfortgewinn. Ab einer gewissen Größe/Komplexität ist es fast erforderlich und auch nicht teurer.
Gibt hier auch schon einige Beiträge hierzu.
 
R

RotorMotor

Für mich war raffstore Steuerung das wichtigste. Wenn du die nicht hast kann man die auch nicht smart machen. Das nächste wäre Licht. Dort eben per Präsenzmelder und Helligkeit. Alles andere wie Heizung, Lüftung, PV, Steckdosen usw steuern halte ich inzwischen eher für teure Spielerei.

Disclaimer: wohne noch nicht im "smart"-home
 
K1300S

K1300S

Wird leider auch von vielen Herstellern so propagiert…
... und von vielen Elektrikern. Beim letzten Gespräch zur Planung des Verteilerschranks fragt mich unser Elektriker doch glatt, ob ich einen Gira Homeserver haben möchte (wegen der Visualisierung). Auf mein "Nein" hin meinte er: "Gut, dann nehmen wir also den X1." Als ich dann einwarf, dass ich den auch nicht haben wolle, guckte er mich ganz erstaunt an und fragte, ob ich denn nicht alles übers Handy steuern wolle ... :rolleyes:
 
manohara

manohara

neben dem unangenehmen Gefühl, dass mir ein Hacker ins Haus kommen könnte, habe ich mich dagegen entschieden, weil ich lieber Holz hacke, als einen elektrischen Holzspalter zu benutzen.
Allein die permanent nötige Fürsorge für solche Einrichtungen ist mir lästig.
Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ein SmartHome praktisch sein kann (wenn's funktioniert), aber mein Eindruck ist: Automatisierung wird ab einem bestimmten Punkt absurd und dahinter steht für mein Gefühl ein Missverständniss davon, was am Leben schön ist.
Es kann jedenfalls nicht in erster Linie darum gehen, möglichst viel abgenommen zu bekommen.

Für mich besteht Glück aus tausenden von (scheinbaren) Kleinigkeiten.
Das Geräusch eines Wassertropfens zum Beispiel kann ein Wohlgefühl auslösen :D

Das kann natürlich auch eine Frage des Alters sein.
Auto fahren tu' ich schon auch ganz gern ....
 
B

Bertram100

Es kann jedenfalls nicht in erster Linie darum gehen, möglichst viel abgenommen zu bekommen.
Anscheinend schon. Was nur wirklich selten bedacht wird, ist dass es (finde ich) unverantwortlicher Verbrauch von seltenen Rohstoffen ist. Elektronik und Platinen gibt unser Erdball nicht grenzenlos her. Und dem Aspekt ist ein Smarthome wirklich das allerletzte das wichtig ist. Ich versuche aus ökologischen Gründen so viel wie möglich auf Elektrik zu verzichten.
 
Zuletzt aktualisiert 20.01.2022
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