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Bauprojekt - Lüftungsanlage, Heizung - Eure Erfahrungen?

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Hallo zusammen,

nachdem ich mich vor über zwei Jahren in diesem Forum mal über Fertighäuser informierte und ich durch mehrere Beiträge auch auf die Möglichkeit eines Massivhauses gebracht wurde haben wir uns inzwischen für den Bau eines solchen Massivhauses entschieden. Das entsprechende Grundstück in RLP haben wir diesen Monat gekauft. Das erste Architektengespräch haben wir erfolgreich absolviert (der Architekt wurde uns gleich von mehreren Freunden empfohlen). Das Gespräch war sehr angenehm und wir konnten unsere Vorstellungen vortragen. Im nächsten Schritt fertigt er einen ersten Entwurf bei dem dann geschaut wird ob er unseren Geschmack trifft und welche Änderungen wir gerne hätten.

Da ich in den letzten zwei Jahren häufig als Leser in Foren und auf vielen Bauseiten unterwegs war habe ich natürlich viele Meinungen mitbekommen und habe ihn zu gewissen Dingen nach eben seiner Meinung befragt. Diese Fragen möchte ich gleich noch mal an euch stellen um explizit für meinen Fall noch ein paar Eindrücke zu gewinnen. Das Bauprojekt wird übrigens ein 1,5 geschossiges EFH mit Satteldach und 145-150 qm Wohnfläche ohne Keller.

1. Wir möchte gerne eine zentrale Lüftungsanlage haben. Er rät aufgrund der hohen Kosten (wohl 18k - 20k) davon ab und empfiehlt die klassische Nutzung der Fenster. Ist die Größenordnung 18k - 20k realistisch? Ich hatte mal was im Bereich 12k gelesen.

2. Die Wahl der Heizung... wir möchten gerne 3-4 qm Solarthermie für die Brauchwassererwärmung. Dazu hätte ich persönlich vermutlich eine Gasbrennwerttherme für die Fußbodenheizung genommen. Er empfiehlt eine Luft-Wärmepumpe. Ich hab da was von Stromfressern gelesen und fände auch nur leichtes Surren im Außenbereich nicht sonderlich prickelnd. Mit der Gasbrennwerttherme wäre ich vermutlich auch nicht so zufrieden. Der Boden ist stark gesteinlastig (Schiefergebirge). Alles wo ins Erdreich gebohrt wird findet er riskant (da könnten die Kosten ganz schnell nach oben gehen). Ringgrabenkollektoren findet er auch nicht so toll - das könnte Probleme mit den Wurzeln der Bepflanzung geben. Irgendwie hat alles Nachteile habe ich das Gefühl. Was habt ihr für Heizarten? Was haben die gekostet und wie zufrieden seid ihr? Wie sind die laufenden Kosten?

3. Wir lieben Klinkeroptik. Wir würden gerne die komplette Fassade mit echtem Klinker ausstatten. Hierzu hat er angeraten Firmen aus NRW oder Norddeutschland bevorzugt einzubeziehen. Da ist's verbreitet, die kennen sich aus. Sehe ich eigentlich genau so. Was kostet der qm Klinkern inzwischen? Hat es evtl. grad erst jemand machen lassen? Wie lange hat es gedauert? Riemchen sind für uns übrigens keine Option.

4. Wenns möglich ist möchten wir gerne Richtung KfW 55. Durch die Lüftungsanlage und die Solarthermie sind wir (denke ich) in der Richtung ganz gut aufgestellt. Dann bliebe natürlich noch die Frage nach dem Baustoff. Er empfiehlt monolithisch Poroton. Man könnte aber auch mit wohl günstigerem Bims arbeiten wenn es tatsächlich ein Klinkermauerwerk wird. Würde Bims + Klinker für KfW 55 reichen? WDVS ist nicht geplant. Wie hoch ist der Preisunterschied zwischen Poroton und Bims?

Falls es Rückfragen gibt versuche ich die natürlich gerne zu beantworten.

Danke schon mal und seid nicht zu streng mit mir ;)
 
Zu 1 und 2 kann ich was sagen.

1. Lüftung zentral ca. 12k, mehr sollte es nicht kosten. Sehr geil!
2. Mach Gas. Günstig und Gut. LWWP auch gut, aber viel teurer und keine Vorteile. Im Gegenteil Geräusche sind da immer ein Thema
 
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Ein Architekt malt nicht nur hübsche Häuschen, er plant Gebäude auch technisch. Ich rate daher, die Wahl des Architekten noch´mal zu hinterfragen, wenn er beim Heizungskonzept eine andere Vorliebe als die Bauherrschaft hat - dann ist nämlich zu befürchten, daß er in der gewünschten Technik weniger erfahren ist.

Klinker und Riemchen sind exakt dasselbe Zeug - einmal geschnitten und einmal am Stück. Wenn Ihr WDVS nicht wollt, braucht die Optikschale nicht "auf eigenen Füßen zu stehen", kann also problemlos geklebt werden. Einen ganzen Kopf starke Klinker werden hier bei in Summe gleichem U-Wert nur mehr Wandstärke geben. Wenn Du hier aufmerksam mtliest, wird Dir zudem auffallen, daß es bei Riemchen seltener zu Verarbeitungsdifferenzen zwischen Auftraggeber und Ausführenden kommt. Rational fährst Du mit den Riemchen also besser.

Preisunterschiede zwischen Porenziegel und Bims sind nicht einheitlich, und brauchen Dich auch nicht zu interessieren: die wären nur relevant, wenn Du die Steine selber kaufen und dem Rohbauer stellen willst. Die Handelsmarge am Stein wird der Unternehmer aber selbst mitnehmen wollen. Meine Erfahrung (seit Geburt im nördlichen RLP, also einer ausgesprochenen Bimsgegend ansässig) ist, daß die Bims-Bauunternehmer in der Regel auch Porenziegel so häufig verarbeiten, daß sie teils nach Tagespreis entscheiden, welcher Stein aktuell zum Zuge kommt. Das gilt sowohl für reine Rohbauer als auch für Komplett-GU oder gar solche, die auch als Bauträger aktiv sind. Und da Du sowohl von Fertighaus als auch von Massivhaus sprachst: Massiv-Fertighäuser gibt es sowohl von einigen Porenzieglern, als auch von einigen Blähtönern. In Rheinhessen und der Pfalz weiß ich es nicht, aber in Westerwald und Eifel / Pellenz wird Dir insbesondere ein GU relativ häufig Dein Haus mit KLB oder Bisotherm bauen, auf Platz 3 folgen hier Porenziegel. Wenn der Architekt eine Steinvorliebe hat, dann hat er meist auch für die ganze Arie Stürze / Rollladenkästen / Decken (und ggf. auch Treppen) eine ebensolche; und gleichdenkende Bauunternehmer "an der Hand".
 
Ein Architekt malt nicht nur hübsche Häuschen, er plant Gebäude auch technisch.
Ist leider ein häufiges Mißverständnis. Ein Architekt hat mir der Haustechnik bloß insofern zu tun, als dass er die dafür notwendige Planung "koordiniert". Das wiederum heißt am Ende: Er lässt sich die Pläne jedes technischen Gewerkes geben, pflegt sie in seine Ausführungsplanung ein und macht ggf. noch auf augenscheinliche Probleme aufmerksam.
Sicherlich werden die meisten erfahrenen Architekten über die Zeit genug aufgeschnappt haben, um rudimentär beraten zu können, aber qua Definition ist das nicht ihr Job. Das spiegelt sich dann auch beim Honorar wieder, wo die Kosten der Haustechnik nicht vollumfänglich Teil der anrechenbaren Kosten werden.

Für die Haustechnik gibt es den, ebenfalls nach HOAI zu entlohnenden, TGA-Planer; den kann und will sich im EFH-Sektor nur niemand leisten und folglich bleibt es an Bauherren und Handwerkern hängen.
 
Heizung :
Wir haben eine modulierende LWWP von Novelan, Innenaufstellung. LICV 8.2R1/3. Die höre ich natürlich im HWR, in der Küche ganz leise beim genauen hinhören durch die Tür. Im direkt am HWR grenzendem Wohnzimmer nicht (Holzständerbauweise) . Natürlich auch direkt an den Luftauslässen draußen. Unsere Nachbarn haben noch nichts bemerkt und wir sitzen im Winter auch nicht draußen. Investitionskosten waren hoch, aber Gas habe ich bei meiner "Regierung" nicht durchbekommen. Wir haben erst seit 6 Wochen einen separaten Stromzähler und haben seit dem für Heizung und WW 200kWh Strom verbraucht und etwa 1000kWh Wärme produziert. Bin ich ganz zufrieden mit. KfW 40, 146qm ohne Keller, NAT - 12, Wohnzimmer 22°C+ !, Frau fröstelt schnell...
Solarthermie würde ich wenn möglich vermeiden, lieber Fotovoltaik.
Die Aussage eures Architekten zum Grabenkollektor trifft nur auf Baumpflanzungen zu. Niedrig wurzelndes Gewächs ist wohl kein Problem.
Mach Dich bzgl. RGK im HTdialog Forum schlau. Da bekommst Du valide Informationen. Frag doch deinen Architekten, wie häufig er schon ein RGK beauftragt hat. Dann kannst Du die Wertigkeit seiner Aussage abschätzen.
 

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