Kostenaufstellung und Finanzierungssituation (Schnäppchen Grundstück)

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H

HausbauBW12

Hallo Liebes Forum,

meine Frau und ich beschäftigen uns schon seit längerem mit dem Thema bauen, haben es jedoch letztes Jahr bzw. schon vor zwei Jahren aufgrund von mangelnden Grundstücken eigentlich sein lassen.

Durch einen "Zufall" haben wir heute ein Ebenerdiges/Quadratisches Grundstück mit ca.600qm für total 80.000€ (Genau Bodenrichtwert, Lage unterste Süd BaWü) angeboten bekommen... Nun tun wir uns natürlich schwer ob es in der aktuellen Situation (Baukostenboom, KFW & Inflation) für uns überhaupt realisierbar wäre. Leider können wir keine Gespräche mit Bank oder Bauträger führen, da wir eigentlich schon gestern Zusagen sollten...

Ich fasse hier mal kurz zusammen:

Wir: Er 35, Sie 27
Kinder: 2 (5 & 2) keine weiteren in Planung!
Einkommen: 4450€ inkl. Kindergeld: (Er Voll, Sie 60% Teilzeit - Beide unbefristet, ziemlich sichere Jobs aber wie sicher ist sicher gerade...!)
Eigenkapital: 110.000€, diese wir VOLL einsetzen können
Miete: 980€ + NK + Betriebskosten
Autos: 2, beides Firmenwagen und im Nettoeinkommen bereits berücksichtigt.
Auch sonst würde ich unsere Ausgaben also Durchschnittlich beschreiben. Beide eher Bodenständig und keine Konsum Menschen.
Gegessen wird Zuhause und Urlaub in Italien reicht uns! ;)

Bauplanung:
150qm EFH, 1,5 Gesch. mit Satteldach und Mittler Ausstattung, kein Keller nur Bodenplatte
Wünschenswert wäre Massiv mit Architekt
Maler, Böden und Türen einsetzen würde wir in EL übernehmen, mehr ist möglich aber möchten wir vorerst nicht rechnen. (Zwei Kinder)

Dazu haben wir folgende Kosten zusammen getragen, durch Internetrecherche:
kostenaufstellung-und-finanzierungssituation-schnaeppchen-grundstueck-561720-1.png



Es stellt sich jetzt für uns die Frage:

1.) Kosten 646k€ - 110k€ = 536.000€ - Bekommen wir mit diesem Einkommen überhaupt einen Kredit in dieser Höhe?
Wenn ja, was würdet ihr als Rate einschätzen, denn nach unserer Rechnung wären mehr als 1400€ fahrlässig und wünschenswert wäre natürlich im Alter von 65-70 fertig zu sein?!

2.) Baukosten, haben wir was vergessen bzw. ist die Rechnung realistisch? Wenn nicht, dann hat sich das Projekt definitiv erledigt.


Ich freue mich auf eure Antworten & bitte lieb sein. Ich weiß es ist keine perfekte Aufstellung aber es herrscht etwas Zeitdruck.
 
MaxiFrett

MaxiFrett

Wir haben einen Kredit über 550k bei 4.900 EUR Einkommen bekommen. Allerdings ohne Kindergeld. Auch zwei kleine Kinder :)

Euer Einkommen ist aus meiner Sicht grenzwertig bei der Summe.
Vielleicht durch Arbeitgeberwechsel noch steigerbar?

Spart euch den Architekten und baut mit einem GU. Carport, Küche, Möbel sind auch alles Positionen, die man günstiger bekommt oder schieben kann.

Town &Country kann auch Häuser bauen.

Wenn das Grundstück für euch passt und ihr günstig rankommt: Warum nicht.
Ihr könnt es ja komplett aus eurem Eigenkapital bezahlen.

Rechnet nochmal alles durch. Versucht beim Haus zu sparen - Vllt. reichen auch 140 qm?
Und dann ab dafür
 
H

Hausbautraum20

Hallo,

also Gebäude schlüsselfertig für 2400€/qm in BaWü kommt mir recht günstig vor.

Auch Außenanlage für 10k schaffen wir auch in Eigenleistung nicht.

Dafür würde ich sofort den Architekten streichen.
Auch Carport muss doch (erstmal) nicht sein!
Energieberater braucht man ohne kfw Förderung eigentlich auch nicht.

Ich würde das Grundstück kaufen und aber kleiner und bescheidener bauen.

Die vorgestellte Kreditsumme finde ich bei dem Einkommen zu hoch. Würde euch maximal 500k empfehlen. 110 x 4500 als Maximalsunme.
 
S

Stefan001

Erdarbeiten könnten zu wenig sein, insb. wenn für Außenanlagen nur 10k eingeplant sind.
Energieberater raus, Baugutachter rein.
Carport muss/braucht keine 15k kosten. Das wäre dann schon eine ziemliche Luxusvariante.
Internetanschluss Telekom: 800€
Grundsätzlich die Anschlüsse Kanal/Gas/Strom wird glaube ich teurer.
 
Tolentino

Tolentino

Ich würde sagen in Summe kommt das schon irgendwie hin von den Gesamtkosten, wenn man überall wo man Alternativen angeboten kriegt, die günstigere nimmt.
Vielleicht vorsichtshalber erstmal mehr als Puffer zurückhalten.
Ob Banken das jetzt machen ist schwierig zu sagen. Also vor zwei Jahren ging es bei mir mit fast der gleichen Summe, weniger Einkommen aber dafür mehr EK auf. Jetzt ist aber gerade viel Bewegung in der Sache. Zinsen stiegen kurzfristig an, mehr Unsicherheiten allgemein auf den Finanzmärkten, härtere Kreditvergaberegeln seid Beginn des Jahres. Sagt doch erstmal zu und sucht euch doch nen Finanzmakler. Gibt's nen Bauzwang? Ansonsten notfalls, falls erstmal keine Bank gleich zusagt, erstmal GS mit EK kaufen und abwarten bis sich was entwickelt.
Billiger wird das GS wahrscheinlich erstmal nicht.
 
H

HausbauBW12

Hallo danke für die vielen Antworten! :)
Leider herrscht Bauzwang, bedeutet der Käufer muss bauen und kann es nicht weiterverkaufen.

Uns ist klar das manche Sachen noch warten können aber das verändert ja nicht die Tatsache, dass man einen Carport braucht. Irgendwo müssen ja diverse Dinge untergestellt/Aufgeräumt werden. Desweiteren ist mit 2 Kinder und Ohne Keller ein Haus unter 130qm schon sehr grenzwertig. Momentan wohnen wir auf 90qm, die Kinder teilen sich ein Kinderzimmer und die Wohnung platzt aus allen Nähten.

Aber zurück zum Hauptthema, meine zwei Fragen wurden gut beantwortet:
- Maximale Summe = max. 490.000 Darlehnensbetrag
- Unsere Aufstellung eher zu wenig und sollte angehoben werden oder halt einsparen bei Carport/GU's.

Vielen Dank euch für die schnellen und produktiven Antworten!
 
Tolentino

Tolentino

Wer brauchen ohne zu gebraucht, braucht brauchen nicht zu brauchen...
Wer benötigt denn einen Carport? Man möchte/will einen. Man benötigt sanitäre Anlagen.
Im ernst zum Unterstellen und Wegsperren von Werkzeug reicht ein Schuppen. Den kannst du in Metallausführung mit 10qm fünfmal im Jahr für um die 2k in guter Qualität in der Aktion kaufen.
Ich behaupte, das kann man sogar für die Hälfte selber bauen, aus Holz mit Punktfundamenten (ich werde im Sommer davon berichten).

Die Überdachung des Stellplatzes mit PV drauf kann man dann wirklich in Jahr 2, 3 oder gar 5 durchführen.
 
P

Pinkiponk

Mir erscheinen die Erdarbeiten zu niedrig angesetzt. Des Weiteren hängt der Umfang der Erdarbeiten u.a. auch davon ab, welche Bodenplatte/Fundament nach Vorliegen des Bodengutachtens erforderlich sind. So war es zumindest bei uns. Die technischen Hintergründe kenne ich nicht, aber bei uns wurde erst von einem Streifenfundament gesprochen und dann vom Hausbauer auf "Voll-Bodenplatte (?)" umgeschwenkt. Aus welchen Gründen weiß ich nicht, da fehlt mir das Know How. (Dies hatte jedenfalls zur Folge, dass wir vom Hausbauer ca. 5.000 gutgeschrieben bekamen, der Tiefbauer jedoch ca. 15.000 Euro mehr verlangt hat. Es liegen aber noch nicht alle Rechnungen vor, vielleicht ändert sich noch etwas.)

Trotz allem möchte ich Euch ermutigen zu bauen. Es ist kaum davon auszugehen, dass Ihr es bereuen werdet.
 
Zuletzt aktualisiert 13.08.2022
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