Verständnisfrage zur Finanzierbarkeit

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S

SimBaPa

Gerade in Mittelfranken kann ich die hohen Preise auf dem Land nicht nachvollziehen. Ausgenommen Nürnberg, Fürth und Erlangen kann man Mittelfranken eher zu den Niedriglohngegenden zählen. Wer also nicht das Glück hat in einem der drei genannten Städten zu arbeiten verdient in der Regel weniger (teilweise deutlich) als den Bundesdurchschnitt. Die Preise sind trotzdem vergleichsweise hoch. Bei uns ist sehr auffällig, dass die Bestandshäuser größtenteils von Auswärtigen gekauft werden.
 
H

HilfeHilfe

Gerade in Mittelfranken kann ich die hohen Preise auf dem Land nicht nachvollziehen. Ausgenommen Nürnberg, Fürth und Erlangen kann man Mittelfranken eher zu den Niedriglohngegenden zählen. Wer also nicht das Glück hat in einem der drei genannten Städten zu arbeiten verdient in der Regel weniger (teilweise deutlich) als den Bundesdurchschnitt. Die Preise sind trotzdem vergleichsweise hoch. Bei uns ist sehr auffällig, dass die Bestandshäuser größtenteils von Auswärtigen gekauft werden.
ist halt eine Spirale . Köln und Frankfurt ähnlich . Wohnen mittig mit Autobahn Anschluss . Sind alle zusammengewürfelt und alles Pendler mit gut bezahlten Jobs . Die hiesige Krankenschwester wohnt hier nicht ... alle ziehen raus , das verdirbt die Preise
 
B

Bautitus

Ich habe mir auch oft dieselben Fragen gestellt. Unser Bauprojekt in einer billigen Großstadt liegt zurzeit bei ca. 750k., davon ca. 620k Darlehen, da keine reiche Familie,kein Erbe/Schenkungen,keine Unterstützung o.ä. Um eine solche Summe in einer vernünftigen Zeit zu stemmen sollte man am besten eine 3000er Rate wählen (hab ich hier im Forum auch nie gesehen in der Größenordnung). Da frage ich mich auch welche Berufsgruppen sich hierzulande das unter diesen Umständen hätten leisten können. Wie gesagt eine sehr billige Großstadt ohne gute Arbeitgeber.
Als wir eine solche Rate wählen wollten hat die Bank jedoch nicht mitgemacht, stattdessen haben wir nun ca. 2500€/Monat und umsonst eine 10% p.a. Sondertilgungsoption bekommen.
Mit der Bauphase sind wir zu 3/4 durch und ich denke, dass es nicht einmal im Budget bleiben wird und einige Projekte zurückgestellt werden müssen.
Aber ohne die Details bringen die Zahlen jedoch tatsächlich nicht viel, denn jeder hat seine Wünsche und Ansprüche an den "Standard". Wenn man kompromissbereit und gut vernetzt ist, geht vieles auch für deutlich weniger.
 
B

BackSteinGotik

Nein alles gut bin nicht beleidigt . Kurze Anmerkung falls ihr zu 2 seid mit 5.000 netto gehört ihr nicht zu den oberen 15% ...
Je nach Statistik. Haushaltsnetto 5000 Euro ist auf jeden Fall knapp vor dem Bereich der Oberschicht [in der Statistik des IW wäre das sogar die oberste Dezentile] - was immer das heute noch bedeutet, wie wir hier ja diskutieren.
Dazu gab es im letzten Jahr eine Reiche von Berichten, die einfach mal aufgezeigt haben, dass die oberen 15% eben mitnichten die Superreichen sind, und man die Höhe "normalhoher" Einkommen schnell verschätzt. So sind die 3500 Euro netto deutschlandweit zwar schon ziemlich gut. Und wenn regional da noch mal 1000 darauf kommen, die Einkommen sind trotzdem (leider) in der Statistik mit Einkommen der Spanne von 5000-18000 "verheiratet". Kurz, spannend wird es in den obersten 5%, und dort noch mal in den obersten 2,5%. Da dürfte dann die Einstiegsschwelle 5000 Euro schon wieder sehr mickrig aussehen.

Was folgt - mit Arbeit wird man oft nicht reich. Die Einkommen sind in Deutschland zwar recht fair verteilt (vom gini her), bei den Vermögen sieht es anders aus. Merkbar am Kapitalvorsprung durch z.B. Erben von gefragten Stadtimmobilien in den letzten 10 Jahren und deren Neuanlage.
 
A

AleXSR700

Ich muss sagen, dass ich es sowohl überraschend als auch sehr schön finde, wie sich dieser Thread so entwickelt hat und wir uns und unsere Beobachtungen und Gedanken dazu gegenseitig verstehen.

Mittelfranken hat, da stimme ich zu, mit Erlangen, Fürth und Nürnberg echt ein noch weitreichenderes Problem (flächenmäßig), weil dort eben so viele große Firmen sind, die teilweise eben sogar dort eher auf dem Land sind. Heißt, man hat 3 Großstädte Grenze an Grenze und dazu noch Firmen im Umland. Man muss entsprechend entweder nach Osten oder 30 km weit von allen drei Städten weg, damit man unter die 500 k€ kommt. Das finde ich auch extrem. Kaufen macht da fast nur Sinn, wenn man nur vererben will oder geerbt hat.

Ich hatte mal ein Gespräch mit einem Makler, der mir erzählen wollte, dass man auch sehr viele preiswerte Häuser findet, wenn man wie ich eher Natur außen rum haben will. Es wollen ja angeblich alle 100 m vom Stadtzentrum wohnen. Okay, sag an, zeig her. Jo, 800 k€ aufwärts war dann für sie "preiswert". Ich glaube, dass auch viele Makler jeglichen Bezug zu Geld verloren haben, weil es Menschen gibt, die eben 1,5 Mio auf den Tisch legen als Investition. Die dann dort teilweise nicht mal leben.

Mir ist auch aufgefallen, dass die Grundstückpreise auch in solchen Gebieten eigentlich bei 250-400 € pro qm liegen, wenn die Stadt sie vergibt. ABER die Städte vergeben nur noch an Bauträger, die dann wiederum das x-fache verlangen. Die Städte tragen also ihren Teil dazu bei, dass Familien sich keine EFHs mehr leisten können. Das finde ich tatsächlich bedenklich.
 
H

HilfeHilfe

Ich muss sagen, dass ich es sowohl überraschend als auch sehr schön finde, wie sich dieser Thread so entwickelt hat und wir uns und unsere Beobachtungen und Gedanken dazu gegenseitig verstehen.

Mittelfranken hat, da stimme ich zu, mit Erlangen, Fürth und Nürnberg echt ein noch weitreichenderes Problem (flächenmäßig), weil dort eben so viele große Firmen sind, die teilweise eben sogar dort eher auf dem Land sind. Heißt, man hat 3 Großstädte Grenze an Grenze und dazu noch Firmen im Umland. Man muss entsprechend entweder nach Osten oder 30 km weit von allen drei Städten weg, damit man unter die 500 k€ kommt. Das finde ich auch extrem. Kaufen macht da fast nur Sinn, wenn man nur vererben will oder geerbt hat.

Ich hatte mal ein Gespräch mit einem Makler, der mir erzählen wollte, dass man auch sehr viele preiswerte Häuser findet, wenn man wie ich eher Natur außen rum haben will. Es wollen ja angeblich alle 100 m vom Stadtzentrum wohnen. Okay, sag an, zeig her. Jo, 800 k€ aufwärts war dann für sie "preiswert". Ich glaube, dass auch viele Makler jeglichen Bezug zu Geld verloren haben, weil es Menschen gibt, die eben 1,5 Mio auf den Tisch legen als Investition. Die dann dort teilweise nicht mal leben.

Mir ist auch aufgefallen, dass die Grundstückpreise auch in solchen Gebieten eigentlich bei 250-400 € pro qm liegen, wenn die Stadt sie vergibt. ABER die Städte vergeben nur noch an Bauträger, die dann wiederum das x-fache verlangen. Die Städte tragen also ihren Teil dazu bei, dass Familien sich keine EFHs mehr leisten können. Das finde ich tatsächlich bedenklich.
Das sind die Marktgegebenheiten. Angebot und Nachfrage . Und ja die Städte vergeben stärker an einen Bauträger der das vermarktet . Nicht bedenklich , Bauträger muss auch marktgerecht anbieten sonst kauft keiner . Jeder Pendler wird über Home Office froh sein . Ich denke es wird sich alles weiter öffnen . So war günstig auf Land kaufen die richtige Entscheidung . Mit deinen 5 netto wirst du bei euch nicht weit kommen ohne die erbtante
 
A

AleXSR700

Marktgerecht ist sehr sehr relativ. Da könnte man auch Geldwäsche als Markt ansehen. Und Investoren aus Fernost. Millionäre, die ihr Geld irgendwo anlegen wollen. Das ist schön für den Käufer, aber man muss sich als Stadt auch fragen, wer die Zielgruppe ist. Die Menschen, die dort arbeiten und eine Familie gründen wollen, oder Investoren, die den Rest ihres Geldes woanders versteuern? Nur so als Extrembeispiel.

Der Bauträger verdient ja doppelt. Er verkauft das Gebäude zu einem Aufpreis und das Grundstück dann gleich mit.
Würde die Stadt die Grundstücke zu den Preisen an den Bürger verkaufen, dann könnte der Bürger das exakt gleiche Haus mal eben 200-400 k€ günstiger erwerben. Oder sich sein Traumhaus selbst planen, statt die vorgegebenen Doppelhaushälften der Bauträger.
 
H

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Marktgerecht ist sehr sehr relativ. Da könnte man auch Geldwäsche als Markt ansehen. Und Investoren aus Fernost. Millionäre, die ihr Geld irgendwo anlegen wollen. Das ist schön für den Käufer, aber man muss sich als Stadt auch fragen, wer die Zielgruppe ist. Die Menschen, die dort arbeiten und eine Familie gründen wollen, oder Investoren, die den Rest ihres Geldes woanders versteuern? Nur so als Extrembeispiel.

Der Bauträger verdient ja doppelt. Er verkauft das Gebäude zu einem Aufpreis und das Grundstück dann gleich mit.
Würde die Stadt die Grundstücke zu den Preisen an den Bürger verkaufen, dann könnte der Bürger das exakt gleiche Haus mal eben 200-400 k€ günstiger erwerben. Oder sich sein Traumhaus selbst planen, statt die vorgegebenen Doppelhaushälften der Bauträger.
Und nun ? Willst du eine Tüte Mitleid ? Viele Städte haben einfach keine Lust auf mehrere Käufer . Man muss einen Verkauf vermarkten, die kaufabwicklung etc Pp. Also wird an den Bauträger verkauft der direkt alles abwickelt und verpflichtet wird das Wohngebiet anzuschließen ( Straße zb) leben und leben lassen . Städte sind keine Spekulanten
 
Zuletzt aktualisiert 23.05.2022
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