Verständnisfrage zur Finanzierbarkeit

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H

hesselberg_01

Da bin ich voll und ganz bei @moHouse
Entweder ich möchte in der Stadt wohnen und finde mich damit ab, dass ich nur ein vergleichsweises kleine Grundstück zur Verfügung habe (wenn überhaupt), oder ich ziehe aufs Land und bekomme ein großes aber trotzdem bezahlbares Grundstück.
Ich hätte eine gute Stunde Fahrtzeit nach Erlangen und hier gibt es 1000qm Grundstücke für 50.000€. Jetzt könnte ich mich entscheiden, ob ich die Fahrtzeit in Kauf nehme und dafür als Normalverdiener ein schönes Haus auf ein großes Grundstück stellen kann, oder ob ich lieber direkt vor Ort bin und mich mit der Immobilie entsprechend verkleinern muss.
Das bleibt immer eine Frage der eigenen Prioritäten.
 
A

AleXSR700

Nunja, ich stimme euch da nur begrenzt zu.

a) gibt es sehr viele Städte, die all die Vorteile einer Stadt haben aber eben noch bezahlbare Preise. Wenn das Einkommen nach Stadt anstatt nach Bundesland bezahlt werden würde, würde ich hingegen zustimmen. Aber so ist es eben so, dass es nicht so verallgemeinert um Stadt vs. Land geht, wie ihr das jetzt darstellt.

b) hinken die Vergleiche enorm. Einen Diamanten oder ein Auto kann jeder, auch ein Geringverdiener in 20 Jahren abbezahlen, wenn er möchte. Klar, etwas sparen muss man, aber es geht. Und falls man mal nicht mehr bezahlen kann, verliert man nicht sein zu Hause. Insofern, was ganz anderes.

Also nicht Äpfel mit Birnen vergleichen

Zu Pinzberg und Co: Natürlich, aber wenn ich in 5 Jahren 400.000€ statt 300.000€ bezahlen muss, dann ist es eben so. In den Größenordnungen akzeptiere ich das Risiko. Wenn ich jetzt für 1.2 Mio kaufe und in 5 Jahen verkaufen MUSS (Umzug, kann die Raten nicht zahlen weil Krankheit o.ä.) und verliere 300.000€ (Prozentual dem Anstieg von 300 auf 400 ähnlich), weil der Markt eben nicht weiter wächst, dann ist das ein sehr sehr viel größeres Problem (vor allem in der Situation dann).

Und zu den Verdiensten: sie sind in der Stadt Erlangen nicht höher. Siemens und Co. bezahlen nach Tarif. In ganz Bayern gilt dieser. In nur geringer Anpassung in ganz Deutschland. Und diese Anpassung entspricht nicht der Differenz der Grundstückspreise. Noch nicht mal annähernd
 
moHouse

moHouse

Städte sind immer teurer als Land.
In den von dir angesprochenen günstigen Städten sind die Preise im umliegenden Land noch viel niedriger.
Und selbst in günstigen Städten gilt: Knappheit an Raum.
Sollte das nicht so sein, möchtest du sicher auch nicht in dieser "Stadt" leben wollen. Weil dort genauso viel los ist wie auf den Dörfern, wo du nicht hin willst


Meinen Vergleich mit dem Diamantring hast du nicht verstanden. Er sollte verbildlichen, wie die Preisbildung bei knappen Gütern entsteht. Nicht die Frage beantworten, ob man sich nen 200000 Diamantring durch lebenslanges Sparen irgendwann leisten kann.


Zum Verdienst: vielleicht ist der in ganz Bayern gleich hoch. Aber trotzdem wollen die meisten in der Stadt wohnen in nem freistehenden Haus auf 1000qm.
Ihr seid da nicht die einzigen.
Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.
Im Osten ist die Erbquote auch wesentlich geringer als in Bayern. Das treibt auch die Preise.
 
Zuletzt bearbeitet:
M

Maschi33

Nunja, ich stimme euch da nur begrenzt zu.

a) gibt es sehr viele Städte, die all die Vorteile einer Stadt haben aber eben noch bezahlbare Preise. Wenn das Einkommen nach Stadt anstatt nach Bundesland bezahlt werden würde, würde ich hingegen zustimmen. Aber so ist es eben so, dass es nicht so verallgemeinert um Stadt vs. Land geht, wie ihr das jetzt darstellt.

b) hinken die Vergleiche enorm. Einen Diamanten oder ein Auto kann jeder, auch ein Geringverdiener in 20 Jahren abbezahlen, wenn er möchte. Klar, etwas sparen muss man, aber es geht. Und falls man mal nicht mehr bezahlen kann, verliert man nicht sein zu Hause. Insofern, was ganz anderes.

Also nicht Äpfel mit Birnen vergleichen

Zu Pinzberg und Co: Natürlich, aber wenn ich in 5 Jahren 400.000€ statt 300.000€ bezahlen muss, dann ist es eben so. In den Größenordnungen akzeptiere ich das Risiko. Wenn ich jetzt für 1.2 Mio kaufe und in 5 Jahen verkaufen MUSS (Umzug, kann die Raten nicht zahlen weil Krankheit o.ä.) und verliere 300.000€ (Prozentual dem Anstieg von 300 auf 400 ähnlich), weil der Markt eben nicht weiter wächst, dann ist das ein sehr sehr viel größeres Problem (vor allem in der Situation dann).

Und zu den Verdiensten: sie sind in der Stadt Erlangen nicht höher. Siemens und Co. bezahlen nach Tarif. In ganz Bayern gilt dieser. In nur geringer Anpassung in ganz Deutschland. Und diese Anpassung entspricht nicht der Differenz der Grundstückspreise. Noch nicht mal annähernd
Die zahlen ja nach IGM Bayern, also mehr geht in D als Tarifmitarbeiter eigentlich nicht. Für mich hängt das schon irgendwie zusammen. Es gibt halt deutlich mehr Leute die 100k Brutto p.P. heimbringen. Das Ganze dann mal 2 oder 1,75 (wegen Nachwuchs), da kommt schon ein ordentliches Netto zusammen. In dem Fall sind eben auch 3-4k Rate kein Problem und damit lässt sich quasi in jeder deutschen Großstadt was Gescheites anstellen (wenige Ausnahmen mal außen vor).
 
H

Hausbautraum20

Ich kann dir aufgrund vieler bauender Freunde/Familienmitglieder Erfahrungswerte geben.
Bei uns sind aufgrund der Nähe zu München aktuell auch Grundstückspreise von 800 bis 1000€ üblich.

1) Bei uns geht es so (Gesamtkosten wohl ca 730k):
- kleines Grundstück von 330qm
Anders wäre schöner, aber teuer genug...
- Von 5k netto im Monat gehen jährlich 22k (+hoffentlich 14k Soti) ins Haus, also ganz hoher Stellenwert im Vergleich zu anderem Konsum
- So auch bereits 200k angespart
(auch Elternunterstützung, da mietfreies wohnen)
- Sehr viel Eigenleistung
- Beamtenstatus, also keine Kurzarbeit und keine Arbeitslosigkeit

2) Bei Freunden geht es so (Kosten 1 Mio)
- Besagte Jobs bei BMW/Siemens
- 300k EK angespart durch Sparsamkeit und gutes Einkommen
- 200k Schenkung (je 100k der Eltern)
- 500k Kredit wie wir ja auch bei etwas besserem Einkommen
- Kurzarbeitergeld und Arbeitslosigkeit können sie überbrücken, da 500k bei dem Einkommen nicht das Limit sind

Und so in dem Rahmen bewegen sich meiner Einschätzung nach auch unsere anderen Freunde, die grad gekauft/gebaut haben, nur weiß ich es tatsächlich nur von diesem Paar genau.
 
J

Joedreck

Darf ich denn mal fragen, was euch so in die Städte zieht? Ich wohne nördlich von Hannover und Pendel eben täglich ca 45 Minuten. Ist an der Grenze aber geht noch. Als Landesbeamter zb hat man doch die Möglichkeit weg von München zu gehen. Jedenfalls mittelfristig.
 
H

Hausbautraum20

Fahrzeit von unserer Stadt nach München ist fast 1 Stunde und 60km, also mehr als bei dir.
Unsere Freunde pendeln das täglich aufgrund besagter Jobs bei Siemens und BMW.

Was uns betrifft, wir brauchen München GAR NICHT. Wir sind vielleicht 1-2mal im Jahr in München.
Die Stadt in der wir wohnen ist aber nunmal seit Generationen unsere Heimat und wir wollen da einfach nicht weg (nur weil sie "nah" an München liegt...)
Es wäre vielleicht eine Option für uns gewesen 30 km wegzuziehen, aber da wird es bei uns in 2 Richtungen teurer und in die anderen auch nicht billig.
Da haben wir statt 100qm mehr lieber Eltern, Schwiegereltern, Omas und Geschwister vor Ort.
 
A

AleXSR700

Die zahlen ja nach IGM Bayern, also mehr geht in D als Tarifmitarbeiter eigentlich nicht. Für mich hängt das schon irgendwie zusammen. Es gibt halt deutlich mehr Leute die 100k Brutto p.P. heimbringen. Das Ganze dann mal 2 oder 1,75 (wegen Nachwuchs), da kommt schon ein ordentliches Netto zusammen. In dem Fall sind eben auch 3-4k Rate kein Problem und damit lässt sich quasi in jeder deutschen Großstadt was Gescheites anstellen (wenige Ausnahmen mal außen vor).
Die Rechnung hinkt, weil du davon ausgehst, dass beide im IGM Betrieb arbeiten. Und du zusätzlich davon ausgehst, dass man automatisch höchste EG mit 40h ist.
IGM sind meist 35h. Die höchste EG schafft man heute nicht mehr so schnell. Die Zeiten sind vorbei. Oft arbeiten nicht beide im IGM.

Hinzu kommt: Die Absolutpreise der Tarifgehälter sind nicht im gleichen Maße höher als die Immobilienpreise. Bei 300€ mehr Brutto im Monat hast du 1000-1500€ mehr Finanzierungskosten im Monat. Da klafft eine ordentliche Lücke. Deshalb sage ich ja: diese Tarifdiskussion und Arbeitgeberdiskussion macht nur Sinn, wenn die Einkommen stadtabhängig wären und nicht Bundesland.

Ich kann dir aufgrund vieler bauender Freunde/Familienmitglieder Erfahrungswerte geben.
Bei uns sind aufgrund der Nähe zu München aktuell auch Grundstückspreise von 800 bis 1000€ üblich.

1) Bei uns geht es so (Gesamtkosten wohl ca 730k):
- kleines Grundstück von 330qm
Anders wäre schöner, aber teuer genug...
- Von 5k netto im Monat gehen jährlich 22k (+hoffentlich 14k Soti) ins Haus, also ganz hoher Stellenwert im Vergleich zu anderem Konsum
- So auch bereits 200k angespart
(auch Elternunterstützung, da mietfreies wohnen)
- Sehr viel Eigenleistung
- Beamtenstatus, also keine Kurzarbeit und keine Arbeitslosigkeit

2) Bei Freunden geht es so (Kosten 1 Mio)
- Besagte Jobs bei BMW/Siemens
- 300k EK angespart durch Sparsamkeit und gutes Einkommen
- 200k Schenkung (je 100k der Eltern)
- 500k Kredit wie wir ja auch bei etwas besserem Einkommen
- Kurzarbeitergeld und Arbeitslosigkeit können sie überbrücken, da 500k bei dem Einkommen nicht das Limit sind

Und so in dem Rahmen bewegen sich meiner Einschätzung nach auch unsere anderen Freunde, die grad gekauft/gebaut haben, nur weiß ich es tatsächlich nur von diesem Paar genau.
Beamtenstatus ist tatsächlich noch mal ein zusätzlicher Luxus, der die Finanzierung natürlich sichert. Darf ich aber fragen: findest du die Abstriche, die du bei dieser Sparsamkeit machen musstest und musst gerechtfertigt für ein 330qm Grundstück? Habt ihr da überhaupt noch Gartenfläche oder meinst du 330qm Garten und nicht Grundstück inklusive bebaute Fläche?

Die Rechnung deiner Freunde sieht plausibel aus. Aber, sie haben 300k angespart. Kommt jetzt natürlich kur darauf an wie lange man dazu braucht. Denn es stimmt schon dass es ein ganz entscheidender Faktor ist wieviel Eigenkapitel (egal ob erwirtschaftet oder geschenkt) man hat. 500k€ Eigenkapitel senken die Zinsen und damit die Gesamtkosten erheblich!

Aber es ist sehr schön zu sehen, dass es viele doch schaffen
Ich gebe zu, dass hier bei mir einfach die Einstellung noch besteht: bevor ich ein absolutes Vermögen für ein kleines Haus+Grundstück (~4-500qm Gesamtgrundstück) ausgebe und an allen Ecken und Enden spare, bleibe ich lieber noch Mieter und erspare mir das Risiko bei Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, Krankheit und erhalte mir den Urlaub mit der Familie, kürzere Arbeitszeit wenn die Kinder da sind etc.

Aber meine Einstellung kann sich natürlich noch ändern

Darf ich denn mal fragen, was euch so in die Städte zieht? Ich wohne nördlich von Hannover und Pendel eben täglich ca 45 Minuten. Ist an der Grenze aber geht noch. Als Landesbeamter zb hat man doch die Möglichkeit weg von München zu gehen. Jedenfalls mittelfristig.
Mir ist meine Zeit zu heilig. Ich pendle aktuell aufgrund einer Dienstreise täglich insgesamt 90min. Arbeite 9-11h am Tag. Dazu 45min vorgeschriebene Pausenzeit. Bin also min. 12h pro Tag für die Arbeit außer Haus. Wenn ich die Pendelzeit also auf 30min am Tag reduzieren kann und dazu noch zentraler an meinen Alltagsdingen wie Einkaufen, Kultur und Sport bin, dann ist das für mich persönlich ein großes Stück Lebensqualität.
Hinzu kommt, sage ich ganz ehrlich, dass ich auch nicht will, dass meine Kinder später zur Schule pendeln müssen. Sie sollen zu Fuß oder mit dem Fahrrad bis zum Abi in die Schule kommen können. Lebensqualität der Kinder weil mehr Freizeit.

Das ist alles persönlicher Geschmack. Deshalb auch die hohe Mietbereitschaft. Aber es bleibt schade, dass solch normale Wünsche ein Haus aufgrund solcher Grundstückspreise ausschließen.
 
Zuletzt aktualisiert 23.05.2022
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