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ᐅ Verständnisfrage zur Finanzierbarkeit


Erstellt am: 09.05.2020 02:03

AleXSR700 09.05.2020 02:03
Hallo zusammen,
meine Frau und ich beginnen gerade konkret in die Eigenheimplanung einzusteigen und wollen uns früh über möglichst viele Faktoren informieren.

Es gibt ein paar Dinge, die mir im Forum aufgefallen sind und mich verwundern. Dazu würde ich gerne kurz Fragen stellen.

Allgemein sehe ich hier fast nur Baukostenkalkulationen von maximal 400-500 k€ inklusive Grundstück. Mein Eindruck aus den Märkten der Städte in Bayern geht aber eher in die Tendenz von ca. 800 €/qm Grundstückspreis und dazu noch 500 k€ Minimum für ein "normales" 150 qm Haus. Dies läuft komplett konträr zu hiesigen Kalkulationen und Planungen, bei denen 150-200 qm Häuser mit Grundstück keine 500 k€ kosten.
Sind die Internetpreis für Städte wie Ingolstadt wirklich so übertrieben hoch oder ist im Forum der Anteil an privaten Bauherren in Städten eher klein, sodass die Beispiele untergehen?

Weshalb ich aber eigentlich in diesem Unterforum poste:
Ich finde, dass die meisten hier doch eigentlich sehr gut verdienen. 5000€ Netto pro Monat kombiniert wäre eigentlich schon Großverdiener für viele. Oder anders gesagt: Soli wird da weiterhin fällig, falls man nicht verheiratet ist.

Trotzdem werden Raten von 1500 €/Monat hier mehr oder weniger als Obergrenze angesehen. Ich glaube, dass ich bisher zu naiv gerechnet habe. Helft mir bitte meinen Denkfehler zu finden:
Gehen wir mal von 5000 Netto pro Monat aus. Kaltmiete bisher 1000 € pro Monat. Wieso sind 1500 € dann Obergrenze bzw. "happig"?

Also ich würde denken, dass man bei 1500 € Warmmiete im Monat und ca. 1500 € Essen, Spirt etc. etc. ja selbst während der Mietphase etwa 2000 € im Monat zusammen weglegen könnte. Vielleicht mehr bei nur einem Auto und sparsamer Lebensweise (die hier oft erwähnt wird).

Wären das dann nicht 2000 € + 1000 € aus der gesparten Kaltmiete und somit bis zu 3000 € im Monat? Vielleicht sogar 3500 €? Mit Kind natürlich weniger. Was rechnet man da? 1000 € im Monat oder zieht man noch mehr ab?

Ich zweifle übrigens nicht an der Richtigkeit eurer Expertise, sondern an der Richtigkeit meiner Rechnungen/Überlegungen!

Viele Grüße
Matthias

AleXSR700 09.05.2020 03:08
Nachtrag zu meinem Gedankengang:
Wenn man aktuell 1000 € Kaltmiete zahlt und das 30 Jahre lang würde (Mietpreise werden eher steigen), dann hat man ja schon aus der Mietersparnis 360 k€ zurück bezahlt. Und das ohne Zusatzbelastung.

kbt09 09.05.2020 06:43
Auch fürs Haus solltest du Nebenkosten und einen kleine Betrag für Rücklagen (anfangs dann eher besondere Wünsche für Garten etc.) einplanen. Dafür würde ich pauschal 2 Euro Nebenkosten je qm Wohnfläche und 1 Euro Rücklage je qm Wohnfläche kalkulieren.
Eine kleine sonstige Sparrate vom Einkommen sollte man auch als Hausbesitzer zusätzlich einkalkulieren, sei es für Urlaub, für Ersatzbeschaffungen Haushalt usw. Auch ein neues Auto will ja man angespart sein.

Die mögliche Hausrate würde ich so ansetzen, dass man auch mal bei einem von zwei Gehältern ein paar Monate Kurzarbeit (ist ja gerade aktuell) oder Arbeitslosigkeit oder Elternzeit abdecken kann.
Wenn man dann selbst der Meinung ist, man könnte monatlich eigentlich mehr abzahlen, dann sollte man dieses Geld beiseite legen und eine entsprechende jährliche Sonderzahlung leisten. Also, den Kreditvertrag mit entsprechend ausreichender Möglichkeit zur Sondertilgung abschließen.

Ansonsten hast du natürlich Recht, dass sich die Gesamtkosten eines Bauvorhabens von Region zu Region sehr stark unterscheiden können. Hochpreisig in aller Regel im Umland der wirklichen Großstädte sowie im Umland zugkräftiger Arbeitgeber . Wobei da vor allem eben die Grundstückspreise die hohen Differenzen aufweisen. Die eigentlichen Baukosten differieren da nicht ganz so stark.

Wenn man hier mal die Forumsbeiträge so abgleicht, dann sind noch vor ca. 3 bis 4 Jahren als pauschale Hausnummer 1600 bis 1800 Euro Baukosten je qm Wohnfläche plus Keller (wenn gewollt) als pi mal Daumen Erstrechnung veranschlagt worden.
Heute sind das für den Standard schon 2000 bis 2200 Euro/qm. Und, wie wir alle wissen, nach oben gibt es je nach Wünschen keine Grenzen.
Deine zitierten 500 TEuro für ca. 150 qm dürften schon über dem Standard liegen, bzw. man müßte halt wissen, was du darin alles inbegriffen siehst.

HilfeHilfe 09.05.2020 07:56
Bestand(alt und Renovierung ) und Neubau sind preislich ein unterschied . Und wenn man mit 5000 netto kaum Eigenkapital ab 500k finanzieren will Humbug . Da wird viel schön gerechnet . Der Fitnessvetrag dann eben in 3 Monaten gekündigt und zukünftigen Ereignissen joungliert

AleXSR700 09.05.2020 08:45
HilfeHilfe schrieb:

Bestand(alt und Renovierung ) und Neubau sind preislich ein unterschied . Und wenn man mit 5000 netto kaum Eigenkapital ab 500k finanzieren will Humbug .
Hallo, danke für deine Antwort. Den zweiten Satz habe ich leider nicht ganz verstanden.
Bestand und Neubau scheinen hier kaum einen Unterschied zu machen. Gefühlt liegt man bei beiden i.d.R. bei ca 1 M€ all in.
Aber das ist nur eine Schätzung basierend auf Maklerangaben und Erzählungen von Freunden, die hier schon länger leben.
kbt09 schrieb:

Auch fürs Haus solltest du Nebenkosten und einen kleine Betrag für Rücklagen (anfangs dann eher besondere Wünsche für Garten etc.) einplanen. Dafür würde ich pauschal 2 Euro Nebenkosten je qm Wohnfläche und 1 Euro Rücklage je qm Wohnfläche kalkulieren.
...
Deine zitierten 500 TEuro für ca. 150 qm dürften schon über dem Standard liegen, bzw. man müßte halt wissen, was du darin alles inbegriffen siehst.
Danke für deinen Post. Darin stecken viele Orientierungspunkte für mich. 500 k€ waren übrigens für 150 qm als zu niedrig in dieser Gegend gemeint. Man muss hier angeblich ab 800 k€ rechnen. Eher mehr. Sowohl für Neubau als auch Bestand.
Deshalb auch meine Verwunderung über die Rückzahlungskalkulationen. Klar verdienen viele auch viel. Aber, dass die Leute hier im Schnitt dann 10000 Netto vedienen, sodass sie sich ein Haus leisten können, dass fällt auch mir schwer zu glauben.
Es klingt also, als ob hier viele eine zu naive Rechnung (wie ich ursprünglich) ansetzen oder viel geerbt haben. Sonst sind solche Preise eigentlich nicht finanzierbar.

Zaba12 09.05.2020 09:02
Ich glaube man sollte sich hier in der Diskussion von absoluten Beträgen lösen. Soweit ich es verstanden habe ist bzgl. einer Rate eine Annuität von an die 5% recht gesund was eine Tilgung in einem überschaubaren Zeitraum 20-30 Jahre angeht. Die Max. 1500€ setzen setzen viele aus Gewohnheit zur Kaltmiete an (und vergessen dabei das die monatlich Nebenkosten auch irgendwo bei min. 400€ monatlich liegen) und denken das über schöngerechnete Sondertilgung Zahlungen alles gut wird. Dem ist überwiegend nicht so. Wir liegen bei selbst bei einer Annuität von 4,67%, davon sind 3% Tilgung. Macht 1605€ + 400-450€ Nebenkosten. Das Darlehen liegt bei 418k€.

Kalkulier Dir mal die 5% mit NBK und deiner Darlehenssumme durch. Ich gehe jede Wette ein das Du irgendwo bei deinen 3000€ liegst. Angenommen es gibt ein Haushaltseinkommens von 5500€. Bleiben für alles andere mit fiktiven 2 Kindern gerade mal 2500€ das ist ok, aber Bäume rausreißen wie vorher mit einer Warmmiete von 1500€ kann man da nicht und Rücklagen für das Haus sind auch noch nicht gebildet.
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