Verständnisfrage zur Finanzierbarkeit

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H

HilfeHilfe

Wie geschrieben, sehe ich das auch nicht so. Und wir verdienen auch mehr als 5.000 € netto zusammen.
Aber, wenn einer von beiden bereits 3500 € netto verdient, zählt er allein zu den oberen 15 % der Verdiener. Wenn er nun heiratet und ein Kind bekommt und sie nur noch TZ oder gar nicht mehr arbeitet, dann bleibt er obere 15 %. Aber in Summer haben sie dann nicht mehr genug, um ein "normales" Haus zu finanzieren.

Bedeutet, dass zu den oberen 15 % zu zählen heute nur eine nutzlose Zahl der Politik ist. Denn man hätte vor 20 Jahren vermutlich nicht gedacht, dass einer der oberen 15 % sich kein Haus mehr leisten kann, wenn seine Frau nicht ebenfalls Vollzeit arbeitet.

Weißt du, was ich meine? Und Diskussionen kommen ja dann oft mit den Eltern auf. Und die stammen eben noch aus einer Generation, wo du mit 50.000 € im Jahr Brutto ein Haus gekauft hast, es während deiner Erwerbszeit abbezahlt hast und die Mutter trotzdem Hausfrau war. Das wäre ja heute selbst in Kleinstädten undenkbar, wenn man nicht ein extremes Risiko eingeht alles zu verlieren.
Ja ich weiß was du meinst aber nach Heirat und der besseren Steuerklasse verdient er oder du nicht mehr. Verstehst du was ich meine ? Du hast mehr netto durch eine günstigere Klasse für dich . Ausschlaggebend ist was man brutto verdient . Das ist halbwegs vergleichbar . Netto ist schnurzpipi ( PKV/GKV; Steuerklasse , Direktversicherung ) . Netto lässt sich viel optimieren . Verstehst du was ich sage ???
 
H

HilfeHilfe

Ja klar, die Preise schwanken stark. Aber innerhalb einer Pendelzeit von 30 min dann oftmals auch nicht so stark, dass man dann urplötzlich kaufen/bauen könnte.
Ich muss auch sagen, dass es mir immer wie ein Trugschluss vorkommt, wenn man davon ausgeht, dass jeder, der bei Großfirmen wie Audi, Mercedes, VW, Siemens etc. arbeitet, mal eben locker die 5 k€ im Monat netto hat. Ich kenne grob das Gehalt von 50 Kollegen und glaube, dass weniger als die Hälfte das erreicht. Zumindest ohne Überstunden und Bonuszahlungen (die ja nur vorsichtig einzukalkulieren sind). Erst recht nicht, wenn einer von beiden dann in TZ geht oder zu Hause bleibt.
Also ich kann auf jeden Fall sagen, dass fast niemand in der Stadt lebt, der nicht hier geerbt hat, weil es sich keiner mehr leisten kann. Das ist eine gesunde Mischung aus Fachkräften, Ingenieuren und anderen Akademikern. Also durchaus auch repräsentativ für den Rest der Belegschaft, denke ich.
Nebenbei habe ich beobachtet, dass viele heute automatisch eine Gehaltsstufe niedriger bei gleicher Ausbildung eingestellt werden und Beförderungen weniger werden (bereits vor Corona versteht sich).
Ich kann es mir übrigens auch selbst nur so erklären/beobachte es so, dass in der Stadt eigentlich nur Menschen leben, die hier geboren wurden oder vor 20-30 Jahren ein Haus kauften. Dazu eben die echten Topverdiener der großen Unternehmen, die, wie du sagtest, auch deutlich über den 5k€ liegen.

Ich bin glaub einfach verwundert, was das heutige Normal geworden ist. Denn es gibt so viele Rechnungen, die behaupten, dass das Einkommen im gleichen Maße gestiegen ist wie die Immobilienpreise etc. (zumindest zinskorrigiert). Aber ich hätte zu Schulzeiten nicht gedacht, dass ich als vermeintlicher "10-15 % Verdiener" des Landes darauf angewiesen sein werde, dass meine Frau Vollzeit arbeitet.

Wie gesagt, es ändert sich, wenn man bereit ist 20-30 km aus der Stadt heraus zu ziehen. Wobei es auch viele Gebiete wie Beispielsweise den Raum Nürnberg/Fürth/Erlangen gibt, in dem so viele große Firmen sitzen, dass man da wohl eher noch weiter hinaus muss. Und unter 500 k€ wird man auch da nur sehr schwer kommen.

Ich finde es (völlig wertungsfrei) einfach interessant, wie man selbst rechnet, wie illusorisch vorherige Generationen rechnen und wie konservativ man rechnen sollte.
Nein Einkommen steigen nicht im Gleichlauf mit den Immobilienpreisen. Und ja manche sind privilegiert weil Vermögen im der Familie war und dann weitergegeben wird . Somit haben diese künftigen Immobilieninteressierten einen startvorteil . Es ist eben so ! Ich komme aus einer Arbeiterfamilie mit vielen Geschwistern . Alle haben studiert und guten Job . Meine Eltern haben nichts zu verteilen . Meine Kinder werden von uns was erhalten
 
G

ghost

Hallo Alex,

grüße aus Oberbayern
Bei QM-Preisen >1000, REH von 750T bis 850T, DHH 800 bis 1Mio kann ich deine Fragen und deinen Schmerz mehr als nachvollziehen.

"Wer soll das bezahlen? Bzw. Wer zahlt das?"
"Wenn 5-6T netto nicht reicht, wer kann das noch bezahlen"
Diese Fragen stelle ich mir auch immer mal wieder.

Deine zweite Frage impliziert ja die Annahme, dass zum Bau eines Eigenheims ein/zwei (sehr) gutes Einkommen reichen.
In einigen Regionen besonders hier in Bayern lautet halt die harte Antwort: Nein das reicht nicht.
Jetzt könnte man das soziologisch bzw. gesellschaftspoltisch disktutieren, ob dann nicht etwas grundlegendes falsch läuft, aber das steht an einer anderen Stelle.

Wer kauft also?
Bei Grundstücken -> Bauträger, Projektentwickler
Bei Häusern -> Erben, Papa/Mama für den Sohn/Tochter oder sonstige Personen mit hohem EK
Wer baut (siehe Kauf) oder wenn bereits ein Grundstück in Familienhand ist.
Die Nachfrage übersteigt eben auch klar das Angebot.
Wobei in letzter Zeit mein Eindruck ist, dass nicht mehr jeder Preis gezahlt wird.

Zu den 1500 als Rate.
Um die eigene potenzielle Rate zu bestimmen, gibt es eben verschiedene Faustformeln.
z.B. Max 25-30% des Netto für den Kapitaldienst, Max 30-35% für Kapitaldienst + NK
In meinen Augen passt das ganz gut für Einkommen in der Range 3000 - 4500 netto.
Je höher das Netto, desto eher kann meiner Meinung auch diese Regel aufgehoben werden.
Übertrieben gesprochen: Bei 10k netto, kann natürlich auch eine Rate von z.B. 6k gewählt werden oder höher.

Ein anderer Ansatz wäre mit den Pauschalen der Banken zu rechnen.
Was muss neben der Rate noch vorhanden sein: für 1Person 1k, für eine weitere +500, für ein Kind +250 usw.

Warum sieht man hier im Forum eher Finanzierung um die 400 bis 500k? (-> Median)
Mit 400k kommt man in Oberbayern nicht weit.

Was gibt es für Alternativen: -> ETW, Miete usw.

MfG
ghost
 
S

Smialbuddler

Weißt du, was ich meine? Und Diskussionen kommen ja dann oft mit den Eltern auf. Und die stammen eben noch aus einer Generation, wo du mit 50.000 € im Jahr Brutto ein Haus gekauft hast, es während deiner Erwerbszeit abbezahlt hast und die Mutter trotzdem Hausfrau war. Das wäre ja heute selbst in Kleinstädten undenkbar, wenn man nicht ein extremes Risiko eingeht alles zu verlieren.
Nur kurz zu diesem Aspekt. Meine Eltern und der überwiegende Teil ihrer Freunde, Bekannten und Nachbarn haben Ende der 80er tatsächlich mit wesentlich weniger Einkommen (inflationsbereinigt) ein Haus finanziert, als hier im Forum als normal bzw. vernünftig angesehen wird. Sie hatten zudem noch Zinsen im heute unvorstellbaren Bereich um die 8% zu tragen (Tilgung? Was?).

Sie waren allerdings bereit, dafür sehr viel zu opfern. Keine Fernreisen, nur ein altes Auto, wenig Konsum, wenig Sicherheit bei Verdienstausfall. Das war der Preis, sie waren bereit, ihn zu zahlen.

Die Rechnungen hier sind meiner Einschätzung nach immer darauf ausgerichtet, sich nicht des Hauses wegen einschränken zu müssen. Eine vollkommen nachvollziehbare Einstellung - die aber eben zu dem von dir hinterfragten Eindruck führt, dass sich heutzutage fast niemand mehr ein Haus leisten könne.

Prioritäten.
 
N

nordanney

Was gibt es für Alternativen: -> ETW, Miete usw.
Das sind keine echte Alternativen, wenn Du in Großstädten für 100qm Wohnung ab 1.500€ kalt bezahlst oder die DHH für 2.500€ angeboten wird. Vergleichbare Objekte sind bei einer Finanzierung größtenteils günstiger als zur Miete. Beides in Metropolen zu teuer für den Durchschnitt.
 
D

danixf

Nur kurz zu diesem Aspekt. Meine Eltern und der überwiegende Teil ihrer Freunde, Bekannten und Nachbarn haben Ende der 80er tatsächlich mit wesentlich weniger Einkommen (inflationsbereinigt) ein Haus finanziert, als hier im Forum als normal bzw. vernünftig angesehen wird. Sie hatten zudem noch Zinsen im heute unvorstellbaren Bereich um die 8% zu tragen (Tilgung? Was?).

Sie waren allerdings bereit, dafür sehr viel zu opfern. Keine Fernreisen, nur ein altes Auto, wenig Konsum, wenig Sicherheit bei Verdienstausfall. Das war der Preis, sie waren bereit, ihn zu zahlen.

Die Rechnungen hier sind meiner Einschätzung nach immer darauf ausgerichtet, sich nicht des Hauses wegen einschränken zu müssen. Eine vollkommen nachvollziehbare Einstellung - die aber eben zu dem von dir hinterfragten Eindruck führt, dass sich heutzutage fast niemand mehr ein Haus leisten könne.

Prioritäten.
Danke dafür. Guter Beitrag!


Und was viele vergessen. Wenn jemand bereits ein Grundstück in dieser Umgebung geerbt hat o.Ä. dann kann er das Teil für Summe x verkaufen und sein EK hat mal eben einen mittleren 6 stelligen Betrag. Die Grundstücke damals waren auch nicht 250-500qm groß, sondern eher Richtung 1000 aufwärts. Da wird das Grundstück heute halbiert und das normale EFH ist bereits abbezahlt.
Ich habe selber zwei gute Freunde, die ein knapp 7 stelliges Bauvolumen haben ohne Grundstück. Geschätzt ist das Haushaltseinkommen bei den Jobs mit ach und Krach bei jeweils bei etwa 5k. Sonderzahlungen bereits berücksichtigt.
Die Grundstücke waren aber seit 50 Jahren in Familienhand und ging damals für ne' Mark Fufzig übern Tisch. Also geteilt bzw. verkauft und der Kredit ist nur noch bei 400k, wenn überhaupt.

Ich habe Arbeitskollegen die bald in Rente gehen und Grundstücke für 50 Cent/qm 19** angeboten bekommen. Mit der Glaskugel hätten sie eine halbe Sonderzahlung investiert und wären heute Millionäre. Wer hätte schon gedacht, dass die Preise auch außerhalb der Metropolen so stark anziehen.
In 50 Jahren sagen wir vielleicht hätten wir man die 500€ pro qm investiert.
 
H

HilfeHilfe

Danke dafür. Guter Beitrag!


Und was viele vergessen. Wenn jemand bereits ein Grundstück in dieser Umgebung geerbt hat o.Ä. dann kann er das Teil für Summe x verkaufen und sein EK hat mal eben einen mittleren 6 stelligen Betrag. Die Grundstücke damals waren auch nicht 250-500qm groß, sondern eher Richtung 1000 aufwärts. Da wird das Grundstück heute halbiert und das normale EFH ist bereits abbezahlt.
Ich habe selber zwei gute Freunde, die ein knapp 7 stelliges Bauvolumen haben ohne Grundstück. Geschätzt ist das Haushaltseinkommen bei den Jobs mit ach und Krach bei jeweils bei etwa 5k. Sonderzahlungen bereits berücksichtigt.
Die Grundstücke waren aber seit 50 Jahren in Familienhand und ging damals für ne' Mark Fufzig übern Tisch. Also geteilt bzw. verkauft und der Kredit ist nur noch bei 400k, wenn überhaupt.

Ich habe Arbeitskollegen die bald in Rente gehen und Grundstücke für 50 Cent/qm 19** angeboten bekommen. Mit der Glaskugel hätten sie eine halbe Sonderzahlung investiert und wären heute Millionäre. Wer hätte schon gedacht, dass die Preise auch außerhalb der Metropolen so stark anziehen.
In 50 Jahren sagen wir vielleicht hätten wir man die 500€ pro qm investiert.
Hätte hätte Fahrradkette ...
 
S

Strahleman

Wir haben in Mittelfranken auch "ein wenig" mehr bezahlt für Grundstück und Haus als die hier genannten Preise. Es ist halt stark abhängig von der Region und den lokalen Preisen. In Bayern bist du in Stadtnähe bei ganz anderen Preisen als in Meck-Pom oder Thüringen.

Wichtig ist bei den stemmbaren Kosten, dass man sich nichts selbst vormacht oder in die Tasche lügt bzw. schön redet. Daher kommen hier wohl oft auch eher negative Rückmeldungen. Am Ende wird immer irgend etwas unterschlagen. Lese hier ab und zu noch die Finanzierungsthreads und oft kommt am Ende doch wieder raus, dass irgendwo ein kleiner Kredit oder was andres das angegebene Netto drückt.
 
Zuletzt aktualisiert 23.05.2022
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