Verständnisfrage zur Finanzierbarkeit

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A

AleXSR700

Wie kommst du auf 800k für ein Grundstück bei max. 800€/qm? Das man sich in Ballungsräumen keine Grundstücke 1000qm aufwärts leisten kann sollte klar sein. Das muss dann kleiner gehen.

Und wer bei 7.500€ im Monat netto nur 1.250€ tilgen kann, der hat seine Prioritäten eh ganz woanders.
800€/qm sind außerhalb der Stadt. In der Stadt sind wir jenseits der 1000€. Und an sich sollte man auch die Zinsen mit einrechnen.
Hatte ich 1250€ geschrieben? Tut mir leid, ich meinte 1500€/Monat. Das wären 18.000€ im Jahr, nicht 15.000€.
Diese Zahlen kamen jetzt als konservative Interpretation aus dem Forum, denn ich hatte mich anfangs auch gewundert, dass man bei ca. 6-8k€ netto mit nur einer festen Tilgung von 1500€/Monat rechnen sollte. Ich dachte auch, dass man eher das Doppelte planen kann, aber es schien hier der Konsens zu sein. Zumindest, wenn man Kinder möchte und noch sein Leben genießen. Damit ist nicht Saus und Braus gemeint, sondern Sommerurlaub mit den Kindern und ähnliches. Man sollte ja auch nicht Spitz auf Knopf leben, sondern auch ein paar Euro im Monat zur Seite legen können, falls man ein neues Auto braucht, die Heizung kaputt geht, die Kinder Studieren gehen etc. etc.

Ich möchte es übrigens auch nicht als "Jammern" oder "Beschwerde" oder als "Aufregung" (im Englischen "Rant") misverstanden wissen. Ich akzeptiere, dass es so ist und wenn ich Verkäufer wäre würde ich mich auch über diese Preise freuen. Ich wundere mich nur ganz ehrlich, wie dies möglich ist. Ich kenne so viele Kollegen, die so gut verdienen und trotzdem sagen, dass es zu teuer ist.

Deshab auch meine Frage mit den 3000€/Monat. Denn nur mit diesen kommt man nach 30 Jahren auf eine Millionen Euro. Egal, ob mit Zinsen, Erneuerungen, Reparaturen etc. 1 Mio€ auf 30 Jahre reichen würden.
3000€ im Monat finde ich schon sehr viel. Denn, wenn ein Partner die Arbeit aufgeben muss (ein Elternteil bleibt zu Hause oder vielleicht wird einer mal arbeitslos... aktuell ja nicht so unwahrscheinlich), dann fällt das Haushaltseinkommen schnell auf unter 10.000€ Brutto im Monat. Dann sind 3000€ Tilgung schon wieder sehr viel. So ein Haus will ja auch in Schuss gehalten werden. Stell dir mal vor beide sind in 67% Kurzarbeit und plötzlich verdient man "nur" noch bspw. 7500€ brutto. Und wir sprechen hier von Einkünften, von denen viele Menschen nur träumen können und jammern

Aus eurer Sicht, was sollte man denn dann ungefähr als Haushaltsbruttojahreseinkommen haben, um 3000€/Monat dauerhaft abbezahlen zu können, wenn man auf "normalem Fuß", also bspw. Campingurlaub mit den Kindern in den Schulferien, mal Skifahren mit den Kindern o.ä. noch machen können möchte? Würdet ihr weniger konservativ rechnen als hier im Forum üblich?

Zur Grundstücksgröße sollte ich vielleicht erklären:
Ich ganz persönlich und das ist wirklich nicht wertend gemeint, bevorzuge es zur Miete in der Stadt mit großer Wohnung und großem Gemenschaftsgarten zu leben (der Wald und eine Grünanlage sind die Straße hinunter), als mich dann bis an mein Berufsende für ein 600qm Grundstück 30 km entfernt zu verschulden. Wir sprechen dort mit Haus ja trotzdem von 700.000€ aufwärts bei 600qm (mit Haus). Und dafür benötigen wir plözlich zwei Autos und fahren jeder 45 min bis zur Arbeit (statt 15min mit dem Fahrrad oder 30min mit der Bahn; Tür zu Tür).
Das ist also Geschmackssache, aber kleines Grundstück zu hohem Preis in 800 Seelen Dorf wäre für mich der Miete untergeordnet. Wie gesagt, wertungsfrei und soll sich bitte niemand gekänkt fühlen.
 
O

Oetti

Ich denke das ist immer eine Typsache und sehr individuell und es kann daher aus meiner Sicht keine pauschale Aussage getroffen werden.

3.000 Euro monatlich für Zins und Tilgung klingt nach sehr viel, wenn man eben keine wie oben beschriebenen 10.000 Euro netto hat. Auf der anderen Seite klingen aber auch 1.200 Euro monatliche Belastung für jemanden, der 1.800 Euro netto hat nach sehr viel. Es ist einfach relativ.

Ich gehe davon aus, dass jeder der sich eine Immobilie leistet, über einen gewissen Puffer verfügt, um auch mal ein paar Monate Kurzarbeit oder im worst Case sogar Arbeitslosigkeit auszuhalten ohne dass Peter Zwegat kommt und sein Flipchart aufbaut.

Ich bezweifle bei deiner Aussage auch, dass jemand, der 3.000 Euro monatliche Rate wuppen kann seinen Campingurlaub im Zelt verbringt. Auch hier zeigt sich dann der Lebensstandard und man hat entweder ein eigenes Wohnmobil oder man mietet sich ein entsprechend gut ausgestattes Teil für den Urlaub und landet letztlich beim gleichen Preis wie bei einem Pauschalurlaub in einem schönen Hotel.
 
KingJulien

KingJulien

Aus eurer Sicht, was sollte man denn dann ungefähr als Haushaltsbruttojahreseinkommen haben, um 3000€/Monat dauerhaft abbezahlen zu können
Da gehen die Meinungen je nach Lebensstandard weit auseinander.
Wir persönlich kommen seit Jahren mit 2,5 bis 3k netto nach Miete und Rücklagen sehr gut zurecht.
Dementsprechend können wir alles was dann drüber liegt für ein Eigenheim ausgeben.
Wenn die Einnahmen steigen, dementsprechend mehr. Bei uns erhöht sich mit steigendem Einkommen nicht automatisch der Konsum.
Das muss aber immer jeder selbst wissen, für was er sein Geld gerne ausgibt.

Wenn euch wichtig ist in der Stadt zu bleiben, Garten aber unwichtig, da wäre doch eine ETW oder ein Reihenmittelhaus auch ok, oder?

Gibts da auch nix im Budget?

PS: Ich bin da deiner Meinung, dass der Immobilienmarkt einfach nur frustrierend ist. Wir haben uns dann aber entschlossen einfach das zu zahlen was wir guten Gewissens zahlen können, weil es uns das letztendlich wert ist.
Nur jammern bringt einen nicht weiter und macht unglücklich.
 
A

AleXSR700

Da gehen die Meinungen je nach Lebensstandard weit auseinander.
Wir persönlich kommen seit Jahren mit 2,5 bis 3k netto nach Miete und Rücklagen sehr gut zurecht.
Dementsprechend können wir alles was dann drüber liegt für ein Eigenheim ausgeben.
Wenn die Einnahmen steigen, dementsprechend mehr. Bei uns erhöht sich mit steigendem Einkommen nicht automatisch der Konsum.
Das muss aber immer jeder selbst wissen, für was er sein Geld gerne ausgibt.
Ja, das sehe ich ähnlich. Man denkt nicht mehr so sehr darüber nach, ob man jetzt bspw. 5€ mehr oder weniger für das Internet ausgibt, aber man fängt deshalb auch nicht an plötzlich jeden Abend essen zu gehen oder schmeisst sein Geld für Luxus raus. Backpacken macht auch jetzt noch mehr Spaß als 4 Wochen Luxushotel. Einziger Unterschied: die letzten 2-3 Nächte vor dem Heimflug nach 3-4 Wochen backpacken verbringt man in einem besseren Hotel mit Pool und Meerblick (via Booking.com zum Sonderpreis ). Man bleibt sich einfach treu.

Wenn euch wichtig ist in der Stadt zu bleiben, Garten aber unwichtig, da wäre doch eine ETW oder ein Reihenmittelhaus auch ok, oder?
Gibts da auch nix im Budget?
Genau da liegt der Hund ja begraben. Der Garten ist extrem wichtig. Deshalb ja auch meine Kalkulationen meist Richtung 1000qm. Weil das eigentlich so der Bereich ist, in dem ich denke, dass man schön bauen kann und trotzdem noch genug Garten hat. Und genau deshalb sind Reihenhäuser bishr auch immer raus. Ich hatte auch mal ein Haus für 600.000€ gesehen, das man komplett renovieren/sanieren müsste. Hätte ich sofort einen Termin bei der Bank vereinbart, wenn das Grundstück nicht nur 600qm gewesen wäre. Denn ich stecke liebend gerne viel viel Arbeit rein und mache unser Idyll daraus, aber bei 600qm Grundstück hat es eben kein Potential fü den Aussenbereich.

Wir hatten überlegt als Übergang eine Eigentumswohnung zu kaufen. Aber finde mal eine mit >110qm in Erlangen, die nicht 550.000€ und mehr kostet. Und das ist dann als "Übergang" zu viel Geld. Mit Zinsen landest du dann zu schnell in einem Risikobereich, bei dem du beim Wechsel auf ein Haus einen zu großen Verlust machen könntest. 20% Verlust bei 150.000€ sind halt was anderes als 20% Verlust bei 550.000€. Und im Vergleich mietet man 125 qm für 1000€/Monat (Kaltmiete). Da ist das Mieten zwar "verlorenes" Geld, aber immernoch attraktiver für uns.

Die Preise hier sind in meinen Augen nicht für Interimslösungen geeignet. Geh all out oder lass es komplett bleiben.

PS: Ich bin da deiner Meinung, dass der Immobilienmarkt einfach nur frustrierend ist. Wir haben uns dann aber entschlossen einfach das zu zahlen was wir guten Gewissens zahlen können, weil es uns das letztendlich wert ist.
Nur jammern bringt einen nicht weiter und macht unglücklich.
Deswegen haben wir die Suche fast aufgegeben. Vielleicht erzähle ich irgendwann mein letztes Erlebnis mal, aber bislang kamen wir am Ende immer zum Ergebnis: Nimm >1 Mio€ in die Hand oder bleib Mieter. Also, bleiben wir Mieter. Denn bei dem Gedanken an einen Kredit über 600-800.000€ wird mir doch mulmig.
 
A

AleXSR700

Ich bezweifle bei deiner Aussage auch, dass jemand, der 3.000 Euro monatliche Rate wuppen kann seinen Campingurlaub im Zelt verbringt. Auch hier zeigt sich dann der Lebensstandard und man hat entweder ein eigenes Wohnmobil oder man mietet sich ein entsprechend gut ausgestattes Teil für den Urlaub und landet letztlich beim gleichen Preis wie bei einem Pauschalurlaub in einem schönen Hotel.
Das glaube ich, ist wirklich Typsache. Weil ich finde Campen einfach spaßig. Und ich finde Backpacken einfach aufregender und ein größeres Erlebnis. Ich mache diese nicht, um Geld zu sparen, sondern weil es etwas ganz anderes ist. Ein anderes Erlebnis.

Aktuell könnte ich mir vorstellen 3000€/Monat zu "wuppen". Aber sei mal 1 Jah arbeitslos oder bleib 2 Jahre in Elternzeit (oder 4 für 2 Kinder z.B.) und das Ersparte schmilzt schnell. Außer, man hat eben beim Kauf weniger Eigenleistung erbracht und dafür 50-100.000€ mehr Kedit aufgenommen und zahlt entsprechend mehr Zinsen. Es ist eine Rechnerei. Aber bei diesen Summen ist es eine gefährliche Rechnerei, denn 500.000€ bekommen wir bestimmt im schlimmsten Fall mit der Familie gemeinsam gestemmt. 1 Mio€ sind aber eine andere Hausnummer. In den allermeisten Regionen sind das 2-3 Häuser, die man dafür verkaufen müsste
 
KingJulien

KingJulien

Der Garten ist extrem wichtig. Deshalb ja auch meine Kalkulationen meist Richtung 1000qm.
DAS ist eben der Punkt, der sich nicht vereinbaren lässt mit Zentralität, wenn man nicht die ganz dicke Kohle hat.

Ich hätte auch gern 3000qm Garten mit Fußballplatz, Abenteuerspielplatz, Streuobstwiese und Pool.
Wir sind aber leider nicht bei wünsch dir was, sondern bei isso
 
A

AleXSR700

DAS ist eben der Punkt, der sich nicht vereinbaren lässt mit Zentralität, wenn man nicht die ganz dicke Kohle hat.
Vor allem die GAAAAANZ dicke Kohle
Dick wären für die allermeisten Menschen ja schon die 600.000€ Kaufpreis (plus Zinsen etc.), die wir uns wünschen würden. Geschweige denn 600.000 für 600qm bei benötigter Komplettsanierung
 
C

Crossy

Rein persönliche Einschätzung. Um mit 2 Kindern (die wir schon haben, deren Kosten also einschätzen können) 3000 EUR Rate zu leisten, hätte ich gerne dauerhaft in etwa noch ca. 3000 - 3500 EUR zum Leben. Also monatlich ca. 6000 - 6500 EUR netto. Damit ließe es sich sicherlich gut leben. Urlaube wären drin, Kinderbetreuung bezahlt, sparen für Auto/Alter/sonstiges möglich und für uns normaler Konsum. Kurzfristig ginge es bei uns sicher auch mit 5500 EUR pro Monat, aber dauerhaft wäre mir das dafür zu wenig. Für uns persönlich wäre es aber eben auch wichtig, dass die 6000 - 6500 EUR nicht durch 2 Volleitstellen erwirtschaftet werden (Bei uns arbeiten wir je 80 bzw. 70 Prozent). Denn mich mit Kindern und 2 Vollzeitstellen zu quälen um die 3000 Rate leisten zu können wäre nicht mein Ziel. Dann würden wir den Traum vom Haus lieber aufgeben bzw. uns beschränken, sodass es nicht die 1Mio Butze mit 1000qm sein muss, sondern dann doch lieber das RH.
 
Zuletzt aktualisiert 23.05.2022
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