Verständnisfrage zur Finanzierbarkeit

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A

AleXSR700

Hui ui ui.
Das Thema wurde jetzt schnell größer.

Also ich zumindest sagte nie, dass man mit 5k netto in Bayern nicht bauen kann. Sagte ja sogar, dass man im 500 Seelendorf locker 1500qm kaufen kann bei dem Gehalt.

Aber zumindest mir ging es darum, dass die Preise in diesen Städten, in denen ja jeder soooo viel verdient, jenseits von Gut und Böse sind.

Thema Urlaub: es ist doch egal wie weit man reist. Das macht den Preis nicht aus. Ich war schon mehrfach 4 Wochen am Stück backpacken in Asien oder Südamerika und habe insgesamt samt Flug weniger als 1500€ bezahlt. Aber mit Kindern wird jeder Urlaub sehr viel teurer. Da braucht es für mich persönlich aber keine anderen Kontinente. Zumindest nicht jedes Jahr. Gerade in jungen Jahren gibt es so viel Schönes und so viel Kultur in Europa, dass man hier starten kann.
Trotzdem kommt man nicht mit ein paar Euro aus.
Aktuell kalkulieren wir (ohne Kinder) mit 2000€/Jahr pro Person für Urlaube. Dieses Jahr war es offensichtlich sehr viel weniger. Aber im normalen Jahr kommt das grob hin.

Ich weiß auch nicht, welche Generation es faktisch am schwersten hatte. Was heute spärlich eingerichtet erscheint war vor 50 Jahren Top of the Pops. Alles wurde teurer, als technologischer. Und das ist auch gut so. Aber inflationskorrigiert bin ich nicht überzeugt, dass unsere Großeltern alle schlimmer dran waren, wenn es im Immobilien ging.

Nächstes Thema: Unterstützung durch Eltern/Familie.
Aus meiner Sicht gibt es absolut gar nichts Verwerfliches daran, sich Geld von den Eltern zu leihen oder schenken zu lassen. Aber, wir dürfen nicht vergessen, dass gerade in diesen genannten Städten wie Erlangen oder Ingolstadt nicht unbedingt die Familien leben. Meine Eltern und die Eltern meiner Frau sind für mich wohlhabend. Sie besitzen ihr eigenes Haus, sie sind schuldenfrei (also alles abbezahlt) und haben mehr als sie zum Leben benötigen. Das wäre für mich bereits wohlhabend.
Aber, und hier liegt der Hund begraben: Die Häuser unserer Eltern kombiniert sind heute weniger Wert als ein Haus in Erlangen!
Man bräuchte also grob die 2-3 fache Summe an Unterstützung durch die Eltern, die andere in anderen Orten benötigen. Bedeutet im Umkehrschluss, dass die Eltern quasi schon Erlangen-vermögend sein müssten. Und dann wären wir an dem Punkt: können sich nur reiche Erben leisten.

Nichtsdestotrotz, ich glaube, dass es Möglichkeiten gibt es aus eigener Kraft zu schaffen. Und alles ist irgendwie machbar. Schade nur, dass es über die Maßen schwerer ist in solchen Städten.
Nun rechnen wir noch 10 Jahre weg, in denen ma einkommenslos studiert und promoviert hat. Also, es ist eben nicht Jammern auf hohem Niveau. Denn das Mehr an Geld kauft einem weniger.

Politik:
Ich bezweifle sehr sehr stark, dass man an der Situation durch Wählen etwas ändern kann. Was sollen die Politiker machen? Eigentümer zu niedrigeren Preisen zwingen? Den Wald abforsten, um Bauland zu generieren? In einer Region, in der drei Großstädte so dicht aneinander liegen, ist der Spielraum begrenzt.
Was ich allerdings wirklich traurig finde, ist dass Neubaugrundstücke exklusiv an Bauträger verkauft wrrden. Das ist schwach. Ansonsten sehe ich wenig Möglichkeit politisch viel zu ändern.


P.S.: Dass ich fragen mal nicht beantwortet habe tut mir leid. Es war nicht mit Absicht. Gerne noch einmal fragen, dann bemühe ich mich zu antworten
 
I

Isokrates

Kluge Worte, aber der Bauer Hansi antwortet mir da höchstens wann er das denn machen soll, und außerdem hat er so viel Land dass ihn die allgemeine Landknappheit nicht wirklich juckt (sehr polemisch ausgedrückt).
Viele Leute sehen aber nicht das die meisten Bauern von dem Land was sie haben auch noch durch aktives wirtschaften leben müssen.
Die Agrarlandpreise sind, vor allem hier in Bayern, extrem explodiert, da zunehmend auch Immobilienspekulanten die Äcker im Umkreis der Städte aufkaufen.
Dies führt dazu das viele Landwirte die Flächen zu pachten müssen, da sie sich keine neuen Flächen leisten können, diese aber wegen dem hohen Preisdruck für ein kostendeckendes wirtschaften benötigen.
Der Trend in der Landwirtschaft geht ja lange schon in Richtung weniger Großbetrieben (siehe z. B. Milchbetriebe).

Die kleinen Landwirte sind daher oft in der Existenz bedroht und geben Flächen nur gegen Ausgleichsflächen ab, welche die Städte wiederum nicht haben oder nicht abgeben wollen.

Erschwerend kommt zu dieser Problematik die Vergabekriterien der EU für die Subventionen. Hier wird ja, wie aktuell gut in den Medien dargestellt, fast ausschließlich auf das reine Eigentum an den Flächen abgestellt, um Subventionen zu bekommen.
Eine Abgabe von Fläche ohne Ausgleich führt also auch direkt zu weniger Subventionen.

Nun gibt es natürlich auch Landwirte die überproportional von dem Immobilienboom in manchen Regionen profitiert haben und dadurch reich geworden sind, aber so pauschal kann man das natürlich nicht auf alle beziehen.

Es ist also wie so oft komplizierter als am Stammtisch
 
I

Isokrates

Was ich allerdings wirklich traurig finde, ist dass Neubaugrundstücke exklusiv an Bauträger verkauft wrrden. Das ist schwach. Ansonsten sehe ich wenig Möglichkeit politisch viel zu ändern.
Ja das erscheint traurig ist in vielen Fällen aber nachvollziehbar. Habe mich damit mal etwas (für Bayern) beschäftigt und es sind vor allem, gegenseitige Vorteilsnahme mal außen vor gelassen die es leider ja auch immer wieder mal gibt (siehe z. B. Regensburger Oberbürgermeister), zwei Punkte die dazu führen:

1. Überforderte Städteplanungsstellen
In großen Städten sind es oft hilflos unterbesetzte Abteilungen oder Tochterunternehmen der Kommune die für die Vergabe des Baulandes zuständig sind.
Diese müssten oft neben ihrer ordinären Tätigkeit dann noch zusätzlich ein neues Baugebiet komplett erschließen lassen, ein Vergabeverfahren planen und durchführen.
Daher wird oft der einfache Weg gegangen und das großzügige Angebot großer Bauträger in Anspruch genommen, die alles aus einer Hand anbieten und durchführen.

Ist hier übrigens nicht anders als bei vielen Gesetzgebungsverfahren, in denen die Lobbygruppen wegen Überlastung von Abgeordneten und Ministerien teils ganze Gesetzestexte diktieren.

2. Kleine Städte
Diesen fehlt oft die komplette Infrastruktur für die Abwicklung für die Vergabe von Bauplätzen. Diese verlagert meist vom Grundstückskauf bis zur Vergabe der einzelnen Parzelle alles auf einen Erschließungsträger aus.
Größere Städte haben meist zumindest so etwas wie eine Stadtbau GmbH die solche Aufgaben übernehmen könnte.
 
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hampshire

hampshire

Ist aber schon ein sehr eigenes Beispiel, viele gibt es davon nicht.
Mach nur die Sinnesorgane auf, von diesen Beispielen gibt es gibt es unzählige man muss sie ja nicht alle mögen.

FfF wird mit sehr viel Geld und Lobby gepusht, das Thema passt aber auch gut in den links grünen Zeitgeist
Wenn das wirklich so ist mit Lobby und Geld für FfF - zeigt eine Wirkung einer Bewegung, die dann Unterstützung bekommt.
Wenn das nicht ist mit Lobby und Geld für FfF - zeigt das, dass eine Gegenbewegung stattfindet.
Und wie entsteht so ein Zeitgeist? Doch nur durch Bewegung in der Gesellschaft. Diese steuert jeder, der sich engagiert und mit anderen zusammentut mit. Es ist natürlich nicht dieselbe Art von Selbstwirksamkeit, die man verspürt, wenn man in einem kleinen System einfach den Ton angibt.

Ich bin sehr politik interessiert, aber die Entwicklungen sind sehr Besorgnis erregend und ich ärgere mich dann zu viel.
Hilft auch nix, das ärgern. Bleibt noch die Frage nach der erfolgreichen Strategie.
 
B

Bertram100

@Bertram100 ich finde man kann sich auch vieles einfach schön reden, aber das ist keine Strategie die ich für sinnvoll befinde.
naja, ich schrieb ja auch dass sich (auch aus finanziellen Gründen) entscheiden müssen und zurückstecken nicht immer einfach ist. Aber sehrwohl langfristig nützlich. Im Grunde ist es schade dass du einen so oder ähnlichen Entwurf nicht sinnvoll findest. Etwas gleichartiges (nicht genau mein Entwurf, aber ähnlich doch) ist im Grunde das einzig was einem zusteht. Die Erde gibt nicht mehr her. Sie gibt sogar noch nicht einmal das her. Auch ich leben über meine Verhältnisse, versuche aber das so wenig wie möglich zu tun und meine Lebenszufriedenheit darin zu finden, dasjenige was ich in erreichbarer Nähe habe, wertzuschätzen. Und dieser Zug ist leider im Begriff auszusterben. Sieht man ja auch an deinem etwas simplistische Kommentar.
 
H

Hausbautraum20

@Bertram:
Ich wiederrum finde es super, wie du das handhabst.
Wir erledigen auch sehr viel mit dem Fahrrad.
Nur ist das in unser Stadt eher der Zeitgeist von vielen und wir kamen uns noch nie seltsam vor.
Wir sind nicht extrem "grün", aber 2 dicke Autos, jedes Jahr eine Fernreise und ständig neue Kleidung kämen bei uns allein aus Umweltgründen nicht in Frage.
Ganz so radikal wie du können wir das aber nicht leben. Wir brauchen unser Auto doch öfter mal und so ab und an mal eine Fernreise ist halt auch schön.

Ich find's trotzdem toll wie du lebst!
 

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