"Übergangshaus" kaufen für wenige Jahre?

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leschaf

Hallo zusammen,

wir sind jetzt seit 2 Jahren auf Haussuche. Wir haben eigentlich eine ziemlich gute Ausgangslage (7500€ Haushaltseinkommen, ca 400.000€ EK plus zwei schuldenfreie vermietete Immos im Wert von je 300-350T€), aber haben uns jetzt mangels Angebot hier (Unistadt mit ansässigem stark wachsendem DAX-Konzern) in den 2 Jahren genau 3 Häuser angeschaut. Eins hat uns nicht gefallen, eins stellte sich als einsturzgefährdet heraus und eins war völlig überteuert (ist auch entgegen der Marktlage immer noch nicht verkauft). Derweil sind die Preise massiv gestiegen und da wir schon eher im oberen Segment suchen haut das natürlich immer gut rein. Langfristig wird unser EK so deutlich an Wert verlieren (Inflation + steigende Immo-Preise). Da wir ja bald eine Immo kaufen wollen, ist davon auch nicht viel gewinnbringend investiert. Unsere Sparrate ist zwar gut (2-3.000€ pro Monat), kann aber die steigenden Preise nicht auffangen. Außerdem wird unsere Mietwohnung mit 2 Kindern dann langsam auch zu klein. Außerdem leben wir in einem 4-Parteienhaus zusammen mit Eigentümerin (DG) und deren Mutter (EG) - der anderen Partei wurde jetzt aus Eigenbedarf gekündigt, damit der Sohn mit Freundin einziehen darf - sie hat noch weitere Kinder...

Jetzt haben wir uns eine DHH angeschaut, die für unsere aktuelle Lebenslage ziemlich gut passt. Am Haus selbst muss nichts gemacht werden (Dach, Fassade, Innenausbau, Bäder, Heizung, Küche, Garten, ... alles gestaffelt in den letzten 10 Jahren gemacht) und alles ist sehr gepflegt. Man könnte also in den nächsten Monaten sofort einziehen und den nächsten Sommer schon mit eigenem Garten verbringen. Es gibt allerdings auch ein paar Punkte, die uns nicht passen (z.B. Wohnfläche - reicht schon irgendwie, aber ist perspektivisch nicht wirklich komfortabel; Lage - OK, aber nicht da, wo wir eigentlich hinwollen). Insgesamt wäre es aber ein deutliches (!) Upgrade zur aktuellen Situation in der Wohnung ohne Balkon ;)

Jetzt ist die Idee, das "einfach" zu kaufen (wenn wir denn dann ausgewählt werden). Wir könnten den nötigen Kredit (ca 250-300T€, je nach investiertem EK) in 10-15 Jahren abbezahlen oder alternativ bei langfristiger Abbezahlung eine Rate unter unserer aktuellen Miete zahlen. Der Plan wäre, dann entspannt weiterzusuchen (wir haben z.B. die Zusage von einem älteren Mann, dass er "bald" an uns verkauft - aber das kann auch noch 5-10 Jahre dauern (oder natürlich auch gar nicht passieren), er ist Ü80 und fährt noch fleißig Motorrad, Langlauf usw. ) und wenn wir dann etwas für uns besseres gefunden haben, die DHH wieder zu verkaufen.

Für mich ist das eigentlich ein ziemlicher No-Brainer:
- Ja, Nebenkosten wären futsch, aber Inflation + gesparte Miete + sehr wahrscheinlich weiter steigende Preise sollten das eigentlich auffangen. Und selbst wenn nicht, haben wir ggf wenige 10.000€ Verlust gemacht, was wohl irgendwie verschmerzbar wäre. Und man bekommt ja auch für die Zeit, die man dort wohnt, deutlich gesteigerte Lebensqualität.
- Ja, 2-jährige Frist vor Wiederverkauf, aber selbst wenn wir jetzt sofort was anderes finden würden, müsste man da höchstwahrscheinlich 1-1.5 Jahre Sanierungszeit einrechnen. Also sollte das kein Problem sein.
- Ja, Vorfälligkeitsentschädigung. Hält sich dank geringer Kreditsumme aber in Grenzen.

Vergessen wir hier noch irgendwas oder haltet ihr das für einen guten Plan?
 
B

Benutzer200

Vergessen wir hier noch irgendwas oder haltet ihr das für einen guten Plan?
Wenn das Haus jetzt passt, dann kaufen. Kein Wenn und Aber.

Ergänzung: 2-jährige Frist vor Wiederverkauf gibt es nicht bei direkter Eigennutzung. VE fällt nicht an bei Objektwechsel - nur eine Bearbeitungsgebühr (sofern das neue Haus als Sicherheit passt).

So wie Du habe ich es zuletzt auch gemacht nach meiner Trennung - Übergangs-ETW. Konnte in ein paar Jahren dabei eine kräftige Wertsteigerung mitnehmen ;)
 
H

hampshire

Die Zwischenhauslösung erscheint mir pragmatisch. Du hast einen Gewinn an Lebensqualität - nicht nur durch ein paar objektive Vorzüge des Hauses, sondern ggfs. auch durch das Durchbrechen eines Frustes und einem ständigen Diskussionsthema, welches zur Unzufriedenheit beiträgt.
Das Finanzielle Risiko ist wie Du beschrieben hast überschaubar, die Kaufnebenkosten sind halt weg. Du bindest je nach Finanzierung Kapital, welches nicht anderwärtig für Dich arbeitet. Du zahlst keine Miete mehr. Auf eine Wertentwicklung würde ich nicht setzen, ebensowenig auf einen Wertverlust. Nichts davon macht Dich finanziell kaputt.
Ich wünsche einen guten Umzug.
 
H

hampshire

Ich würde derzeit nichts aus meinem Depot nehmen, wenn ich einen derzeit üblichen günstigen Kredit für das Haus bekommen würde - zumal ein ein des Kapitals ja schon in Immobilien gebunden ist. Ist Abwägungssache.
 
11ant

11ant

Jetzt haben wir uns eine DHH angeschaut, die für unsere aktuelle Lebenslage ziemlich gut passt. Am Haus selbst muss nichts gemacht werden (Dach, Fassade, Innenausbau, Bäder, Heizung, Küche, Garten, ... alles gestaffelt in den letzten 10 Jahren gemacht) und alles ist sehr gepflegt. Man könnte also in den nächsten Monaten sofort einziehen und den nächsten Sommer schon mit eigenem Garten verbringen. Es gibt allerdings auch ein paar Punkte, die uns nicht passen (z.B. Wohnfläche - reicht schon irgendwie, aber ist perspektivisch nicht wirklich komfortabel; Lage - OK, aber nicht da, wo wir eigentlich hinwollen). Insgesamt wäre es aber ein deutliches (!) Upgrade zur aktuellen Situation in der Wohnung ohne Balkon
Das halte ich - siehe auch "Das Zwischenhaus: ein Sprungbrett" - für eine ideale Ausgangsposition. Am besten wird für die Wertsteigerung sein, wenn Ihr die Pflegehistorie nicht abreißen laßt, also weiterhin alle handvoll Jahre etwas am Haus macht - aber eben alles Dinge, die ein Nachbesitzer nicht aus Geschmacksgründen wieder ändert. Jetzt schon´mal einzuziehen ohne ein Gefällt-leider-nur-uns-Umstyling zu machen, ist da schon ein guter erster Schritt.
 
Zuletzt aktualisiert 13.08.2022
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