Liste der anfallenden Baunebenkosten. "Bauseits" teurer?

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Versteh ich nicht so ganz. Gerade diese über 100% wollten wir vermeiden weil die Kalkulationen dann deutlich schlechter aussehen. Wenn z.b. Küche und Garage mit von der Baufirma geplant werden, zählt das nicht mit in die reguläre Finanzierungssumme?
Was nützt Dir eine gut aussehende Kalkulation, wenn das letzte 5tel nicht mehr bezahlt werden kann?
Sparpotential wird dann wohl auch keines mehr sein, wovon also den unfertigen Rest bezahlen?
Oder wollt Ihr Terrassensteine selber kloppen oder Gebrauchte bei eBay für Selbstabholer verlegen?

Deine Rechnung ist grob fahrlässig!
 
Ich lese interessiert mit - und es ist wirklich nicht einfach, effektiv ALLE Posten korrekt aufzulisten. Ich blicke auf die Erfahrung von 2 Hausbauten zurück - und ich darf sagen, dass ich beim 2. Hausbau tatsächlich mit den effektiven Kosten over all eine Punktlandung zum Plan erreicht habe.
Das war allerdings nur möglich - Yvonne hat es schon erwähnt - wenn man in der Budgetphase effektiv überall aufrundet (und das nicht nur auf den nächsten Hunderter). Vor dem allem muss man aber folgende Arbeiten machen:
- Vorgängig und laufend die wesentlichen Infos sammeln (z.B. über die zu zahlenden Anschlussgebühren: Das geht ins Geld und die Unterschiede sind je nach Wohnort, Anbieter usw. enorm).
- Excel führen: Und zwar minutiös - mit JEDER Ausgabe (sowohl Plan- wie Ist-Werte).
- Sich nicht scheuen, auch Schätzwerte einzufüllen (aber bitte aufgerundet) - wenn verschiedene Werte da sind den höheren.
- Optionen als solche kennzeichnen und sich bereits beim Planen überlegen, ob diese - ohne wesentliche Mehrkosten - auch nachträglich machbar sind oder eben nicht (Bsp.: Abdichten und Isolieren des Kellers, wenn da Wohnräume sein sollen, geht nur beim Bau kostengünstig. Nachträglich wäre es ein "Gebastel" und teurer; anders bei vielen Gartengestaltungen: Da kann man durchaus das eine oder andere zurückstellen).
- Bewusst sein, dass die Umgebungsgestaltung ein enormer Geldfresser sein kann - sei es mit einer Einzäunung und/oder Bodenbeläge. Auch die Bepflanzung (ist ja oftmals durch den Bebauungsplan vorgegeben) ist nicht ohne.
- Add-ons für das Haus einberechnen: Das geht auch ins Geld.
- In jedem Fall eine namhafte Reserve an Eigenkapital halten: Sich gewisse Wünsche nur dann "genehmigen", wenn die flüssigen Mittel effektiv da sind.
- Immer all-in planen: D.h. eben auch, dass der Küchenpreis mit dabei ist - ebenso spezielle Beleuchtungswünsche, Bodenbeläge usw. Einfach ALLES.
- Und immer noch eine nicht zu knappe Reserve einplanen - es kommt IMMER noch etwas dazu.
 
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Aus dem Bauch heraus gibt es 3. relevante Kostentreibe,

- Unvorhergesehen Schwierigkeiten wie z.B. Gelände unterschätzt, Grundwasser, etc. Also alles was mit dem Tiefbau zu tun hat. Man braucht aber auch jemanden der diese Schwierigkeiten frühzeitig aufzeigt, um darauf reagieren zu können. Eine verpeilter GU der nur € sieht ist da keine Hilfe.
- Sich bei Dingen zurückhalten können wie z.B. Wohnfläche, Bäder, Bodenbeläge, Außenanlagen, etc. Klar sieht eine begehbare Dusche toll aus mit Unterputzarmaturen und Regendusche. Aber da bin ich wieder beim Lieblingsbeispiel der Pyrolyse (nice to have aber unnötig). Man sollte sich nicht alles verwehren aber schon Maß halten können. Mein Luxus z.B. sind 2x 3m Schiebehebetüren im Wohnzimmer.
- Schlecht informiert oder einfach Dummheit wie z.B. der Preis, die BLB und die Versprechungen des GU sind die Wahrheit, so dass man glaubt sich um nichts kümmern zu müssen.

Aus meiner Sicht, kann man 2 von 3 Punkten beeinflussen, ohne dass die Bude nach sozialem Wohnungsbau aussieht.

AddOn: Ich höre mittlerweile so oft im Bekanntenfreundeskreis und nicht nur hier, dass die Bauinteressenten berufsbedingt keine Zeit in Planung, Koordination und Aufsicht investieren wollen, aber dann auch nicht bereit sind dafür die angemessenen Mehrkosten zu leisten. Irgendwie eine schräge Einstellung wie ich finde.
 
Ein krasses (in guter Weise) Beispiel liefert Karsten. Der hat extrem diszipliniert geplant.
Was mich momentan erstaunt ist oft der Auswuchs der Wohnfläche. Hier erscheinen 160qm schon fast als normal. Im Sinne von größer ist besser.
Wir haben jetzt knapp 140qm auf 5 zimmern und es reicht völlig. Wichtiger wäre da eine Möglichkeit der Nutzung im Alter.
Auch die fast obligatorische massive Doppelgarage finde ich krass. Das kann man auch für 10% der Kosten haben. Steht da halt was aus dem Baumarkt... So what?

Auch Bäder können gute Preistreiber sein.

Aber am wichtigsten wäre wohl die BLB genau zu kennen und zu wissen welcher Standard ist inkl.. Denn hier andere Türen, da ein Rollo, ach andere Fensterbänke etc etc, da kommt richtig was zusammen.
 
Die Übertreibung bei der Wohnfläche ist mir auch aufgefallen.

Das sind dann (auch, nicht immer) die, die vorher auf 80qm zu zweit gewohnt haben aber jetzt 180qm mit Keller benötigen und 2 Kinderzimmer à 20qm planen aber noch keine Kinder haben.

Kinderbäder sind gerade auch sehr im kommen, als würde ein Gäste-WC mit kleiner Dusche im EG nicht ausreichen.

Das hat auch nichts mehr mit gesundem Menschenverstand zu tun. Bei ggf. 2 Vollverdienern muss dann die arme Ehefrau allein 3 Bäder putzen und das überdimensionierte Haus sauber halten,weil der Mann kein Bock hat.
 
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