KNX-Einstieg - Verständnisfragen

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Zuletzt aktualisiert 03.12.2022
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Mycraft

Mycraft

Moderator
Wenn ich zwei Serienschalter als Doppel verbaue, liege ich bei unter 20 Euro klassisch, bei EIB.396/]KNX[/URL_INTERNA] mit einem Mehrfachtaster um 130,00. Das zieht sich durchs ganze Haus.
Nein das stimmt nicht, wenn man Äpfel mit Äpfeln vergleicht dann kommen da auch ganz andere Zahlen raus.

Im Prinzip kannst du mit 30 Euro Aufpreis je Schaltstelle rechnen, wenn es denn gar nichts weiter können soll als der konventionelle Taster.

Ja, man hat mehr Möglichkeiten, aber auch für eine nur halbwegs empfehlenswerte Grundausstattung zahlt man 10.000 mehr, realistisch gesehen.
Ja so ist es leider. Aber das ist mit anderen Systemen auch so. Auch die Funksysteme sind nicht geschenkt, brauchen ggf. einen regelmäßigen Batterietausch undundund.

Damals mag Elektronik in jedem Element teuer gewesen sein, aber die Elektronik in KNX-Komponenten können die Hersteller heute für Cents implementieren. Nur die Mondpreise von damals sind geblieben. Und die Lizenzgebühren wahrscheinlich.
Naja und die Entwicklungskosten. Außerdem macht es eben absolut keinen Sinn "dumme" Taster für EIB.396/]KNX[/URL_INTERNA] zu entwickeln. Das würde bedeuten, dass man speziell etwas schaffen würde, was weniger kann als die Basisausstattung. Dafür gibt es einfach keinen Markt. Es würde einfach keiner kaufen, denn sobald es Klick macht versteht man wie eingeschränkt man doch vorher gelebt hat, weil man immer die oder die Taster bedienen musste um etwas auszulösen.

Aus dem Grunde verschwinden die KNX-Taster in der Optik und mit den vergleichbaren Funktionen eines Wippschalters aus den Programmen der Hersteller nach und nach.

Ja, das ist wohl so. Aber braucht man das überall? An vielen Stellen würden einfach Taster genügen, die nur tasten. Zum Beispiel schaltbare Außensteckdosen mit Kontrolltaster innen. Da tut es für mich bisher ein ganz normaler Kontrolltaster mit Glimmlampe für wenige Euro.
Es steht dir ja frei an der Stelle einen einfachen Taster mit KNX-Anbindung zu setzen. Aber guckuck2 hat das ganz gut erklärt. Man macht es nicht. Denn in der Konventionellen Welt bist du mehr oder weniger gezwungen den Schalter dort zu setzen. Im KNX steht es dir völlig frei wie man die Aufgabenstellung löst und in den seltensten Fällen ist es ein einzelner Taster an der Terrassentür.

Hier machst du den Taster oder in den meisten Fällen die Funktion woanders hin und kannst dann diese nicht nur Lokal und vor Ort bedienen, sondern auch von anderen Geräten oder per Zeitschaltung oder per Anwesenheitsfunktion oderoderoder und dann alles gleichzeitig.

Hm, aber man möchte doch überall schalten können? Warum sollte man das nicht wollen? Da bin ich jetzt aber wirklich gespannt.
Weil man in einem Smarthome nur noch selten etwas schalten muss.

Ein Smarthome schaltet das Licht in der passenden Intensität selbstständig für den Bewohner.

Wenn du Nachts aus dem Bett steigst. kann man z.B. eine dezente Beleuchtung um das Bett anmachen lassen(ohne Tasten drücken zu müssen) oder eben die Deckenleuchte stark gedimmt. Die meisten entscheiden sich aber für die erste Variante.

Die Leseleuchten kannst du ja immer noch wie gewohnt verkabeln und schalten dann per Aktor stromlos machen bei Nichtbenutzung des Schlafzimmers.

Es ergibt keinen Sinn, 3x1.5 zu verlegen. Mit 5x1.5 hat man immer mehr Optionen für ganz wenig Aufpreis. Habe ich auch in meinem jetzigen Haus so gemacht. In viele Dreifachsteckdosen habe ich auch doppelt 5x1.5 gelegt, damit man die Möglichkeit für schaltbare Steckdosen, separate Absicherungen und dergleichen hat.
Ja genau, das ist die übliche Vorgehensweise. So ist man immer flexibel.

Ich habe Licht und Steckdosen immer separat abgesichert, zahlreiche UV-Felder mit eigenem FI, damit möglichst viele Geräte an bleiben, wenn mal ein FI auslöst. Hat sich bisher bewährt.
Das Gewerk Elektrik wird oft stiefmütterlich beim Bau behandelt und so trifft man heutzutage immer noch auf vollgestopfte UV's, welche dann nur eine minimale Anzahl an LS und Fi's haben.

Ich weiß nicht, wie man es bei KNX macht, aber in meinem Haus (2006 gebaut) habe ich über 30 LS in 5 FI-Feldern und zahlreiche Eltakos. Man konnte es geradlinig installieren und hat sich absolut bewährt.
Hier kommt es stark darauf an, wer die Anlage erstellt. Es gibt die unmöglichsten Varianten.

Es ist also möglich, einen 16-fach Aktor vier verschiedene Stromkreise mit eigenem LS schalten zu lassen. Auf einem Aktor können und dürfen auch Stromkreise von zwei verschiedenen FI-Feldern geschaltet werden?
Ja, es soll sogar so gemacht werden. Allerdings muss man schauen welchen Aktor man kauft und wie der verkabelt ist. Auch hier einfach vorher die Dokumentation anschauen. Es gibt auch Aktoren welche dann 2/3/4 Kanäle auch mal zusammen auf einer Phase liegen haben.

An der klassischen Verschaltung von LS und FI im Verteilerschrank ändert sich somit durch KNX prinzipiell nichts?
Nein, denn KNX kommt erst dahinter zum Einsatz.
 
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G

Grantlhaua

Der 150€ Taster ist alles, was du in dem Raum brauchst. Es entfallen die Wippen fürs Licht, für die Rollläden und die Heizung. Alleine für die ERR will der Eli doch schon 100€ netto pro Raum sehen. Weg damit.
Sobald du aber mehr als einen Schalter pro Raum haben willst wirds dann aber bei KNX schon teuer. Zum Beispiel um das Licht von der Couch oder vom Essbereich ebenfalls ausschalten oder Dimmen zu können. Und das ist eigentlich das Grundproblem von KNX. Es ist darauf ausgelegt, wirklich alles zu minimieren und "smart" zu machen. Trotzdem wollen 90% der Anwender aber auch noch einen Grundstock an manueller Eingreifbarkeit und da ist KNX extrem teuer. Und was KNX da halt auch total fehlt, ist die einfache Nachträgliche Konfigurierbarkeit.

Wenn du wirklich häufig diese Funktion brauchst, legst du sie dir mit auf ein der eh vorhandenen 150€ Taster zB im Wohnzimmer. Wenn selten gebraucht, reicht auch ein Klick in der Visualisierung.
Das ist doch jetzt aber auch wieder schön geredet oder findest du nicht? Er möchte gerne nen Taster für die Außensteckdosen und als Lösung muss er dann in der Visualisierung was drücken. Kann mir das z.b. für die Weihnachtsbeleuchtung oder ähnliches vorstellen. Klar kann man das mit Zeitschaltungen lösen, aber so wie ich den TE verstehe möchte er die Steckdosen auch mal ganz vom Netz nehmen.
 
Mycraft

Mycraft

Moderator
Trotzdem wollen 90% der Anwender aber auch noch einen Grundstock an manueller Eingreifbarkeit und da ist KNX extrem teuer.
Aber nur aus der Unwissenheit und der eingefahrenen Denkweise. Weil man eben nichts anderes kennt. Sobald man etwas im Haus gelebt hat, welches einem einen Teil der Schaltfunktionen abnimmt (welche bei konventioneller Elektrik immer notwendig sind). Dann merken die Meisten, dass man eigentlich diese ganzen Schaltstellen nicht wirklich braucht.
 
S

sla83

Wir haben uns das ja selbst entsprechend so gebaut und letztlich gibt es nicht geileres als von der Couch aufzustehen und durchs ganze Haus zu laufen ohne auch nur einen Lichtschalter zu betätigen.

Die einzigen Räume bei uns wo wir Licht wirklich manuell schalten sind die reinen Aufenthaltsräume.
Im Wohnzimmer brauchen wir den Lichtschalter meistens zum Ausschalten wenn wir ins Bett gehen, eingeschaltet wird über iPad, iPhone oder was auch immer
gerade so greifbar ist. Es gehen alle Lampen so an wie wir es gerne hätten, also im Flug z.B. in der Regel nur die Beleuchtung in der Handgriffleiste und
im Bad nur die LED Beleuchtung unten an der Badewanne. Die Dusche hat einen eigenen Bewegungsmelder. Wenn wir im Bad wirklich mal mehr Licht brauchen,
geht man wirklich kurz zum Schalter.

Beim zu Bett gehen schalte ich genau einen Lichtschalter aus, meist einen Teil der Spots im Wohnzimmer. Unabhängig davon haben wir aber in jedem
Raum einen MDT Glastaster, damit man auch manuell eingreifen kann. Ich finde die 140 € da übrigens sehr günstig. In der KNX freien Welt bräuchte
ich dann einen Lichtschalter, eine Steuerung für Fußbodenheizung und 1-2 Rollotaster. Wenn man jetzt nicht das 0815 Programm der normalen
Schalter nimmt, sondern Glas mit Glas vergleicht, ist das vermutlich am Ende sogar günstiger.

Bewährt hat sich auch die LED Anzeige an der Haustür. Da ist beim rausgehen direkt ersichtlich ob alle Fenster zu sind, die Garage noch offen ist, die Heizung einen Fehler hat oder die Waschmaschine noch läuft. Sicherlich eine Spielerei, gerade Garage oder Schiebetür wären bei mir schon öfter offen geblieben.
 
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untergasse43

untergasse43

Zugegeben, da kann ich nicht widersprechen. Ich habe nur bei Voltus ein paar Preise recherchiert. Wenn ich zwei Serienschalter als Doppel verbaue, liege ich bei unter 20 Euro klassisch, bei KNX mit einem Mehrfachtaster um 130,00. Das zieht sich durchs ganze Haus.
Dafür können die auch viel mehr. Heizungssteuerung, Licht, Jalousien, Temperatur- und Feuchteerfassung, Helligkeitsmessung usw.

Hm, aber man möchte doch überall schalten können? Warum sollte man das nicht wollen? Da bin ich jetzt aber wirklich gespannt.
Eben nicht. Man hat in einem intelligenten Haus eher weniger Taststellen, weil sehr viel anhand von Sensoren und Meldern automatisch abläuft. Man hat gar nicht mehr das Bedürfnis, ständig irgendwo was drücken zu müssen. Hat man keine Sensoren und Automatisierungen, hat man lediglich teure Lichtschalter und einen glücklichen Elektriker.

Es ist also möglich, einen 16-fach Aktor vier verschiedene Stromkreise mit eigenem LS schalten zu lassen. Auf einem Aktor können und dürfen auch Stromkreise von zwei verschiedenen FI-Feldern geschaltet werden?
An der klassischen Verschaltung von LS und FI im Verteilerschrank ändert sich somit durch KNX prinzipiell nichts?
Ja, wenn der Aktor getrennte L und N für jeden Kanal hat. Manche Brücken den L intern durch, dann geht das natürlich nicht. Muss man sich eben informieren oder jemanden fragen.

Ansonsten: Du erwähnst so oft deine tollen Eltakos. Mach's doch einfach damit! Wenn man dich so intensiv für KNX überreden muss, ist das eher nichts für dich. Du siehst nur die Kosten und nicht die Möglichkeiten.
 
D

Detlev69

Wenn du Nachts aus dem Bett steigst. kann man z.B. eine dezente Beleuchtung um das Bett anmachen lassen(ohne Tasten drücken zu müssen)
Kling toll... und das geht? Wie detektiert das System, ob man aus dem Bett steigt? Ernstgemeinte Frage.... klingt echt interessant.

aber so wie ich den TE verstehe möchte er die Steckdosen auch mal ganz vom Netz nehmen.
Richtig. Für Außensteckdosen würde ich klassisch innen einen zweipoligen Ausschalter mit Glimmlämpchen vorsehen, damit beide Phasen getrennt sind und man sofort sieht, ob die Außensteckdosen noch an sind.

Trotzdem wollen 90% der Anwender aber auch noch einen Grundstock an manueller Eingreifbarkeit und da ist KNX extrem teuer.
So sehe ich das auch. Zumal ja auch Gäste das meiste ohne Fragen bedienen können sollen. Ich möchte auch nicht jede neue Sexualparterin erst einmal in die Bedienung von Licht oder Steckdosen einweisen müssen...

Mal ehrlich, man ist auf der Terrasse, bereitet das Grillen vor und möchte schnell die Außensteckdose aktivieren. Das ist jetzt ein Griff um die Ecke und schwups ist sie an. Also so ein geradliniger Taster erscheint mir schon nützlich.

Und was KNX da halt auch total fehlt, ist die einfache Nachträgliche Konfigurierbarkeit.
Richtig. Man muss sich selbst einarbeiten und die teure ETS besitzen, damit man wirklich smart werden kann.

Sobald man etwas im Haus gelebt hat, welches einem einen Teil der Schaltfunktionen abnimmt (welche bei konventioneller Elektrik immer notwendig sind). Dann merken die Meisten, dass man eigentlich diese ganzen Schaltstellen nicht wirklich braucht.
Vielleicht ist es wirklich schwer, sich das vorzustellen, ohne es erlebt zu haben. Aber ich gebe zu, ich kann es mir nicht wirklich vorstellen. Das Problem ist wohl auch, dass einen dazu keiner wirklich gut berät und es lebensnah vorführen kann.

Beispiel: Man sitzt am Esstisch und hätte es gerne etwas heller oder gedimmter... also muss der Schalter in der Nähe sein. Wer will deswegen aufstehen geschweige denn weiter gehen müssen?
 
Zuletzt aktualisiert 03.12.2022
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