KNX-Einstieg - Verständnisfragen

4,30 Stern(e) 7 Votes
Mycraft

Mycraft

Moderator
im Massenmarkt gibts aber auch nicht wirklich so viel Auswahl, nicht umsonst baut sich jeder die Glastaster* II ein.
Doch im Massenmarkt gibt es genau die gleiche Auswahl. Die Glastaster II werden eben gern genommen, weil man hier einen guten Kompromiss gefunden hat. Hier ist es nicht der Dacia sondern der VW. Es steht jedem frei konventionelle Taster auch im KNX* zu verbauen, wenn das Geld dann doch so knapp ist. Nur macht es eben wenig Sinn.

Btw. ich habe noch nie die Glastaster II verbaut, weil:

a) Design
b) Haptik

imho nicht zufridenstellend sind. Dann doch lieber z.B. Jung NABS.

Trotzdem bleibe ich bei der Meinung, dass KNX im aktuellen Zustand nicht über ein Nischenprodukt hinaus kommen wird. Zumindest im Einfamilienhausbau.
Dieser Satz ist so alt wie KNX selbst. Meinungen sind eben Meinungen. In der Realität wird der KNX-Markt jeden Tag größer. Was man von den vielen vielen proprietären Systemn nicht behaupten kann. Viele sind entweder schon wieder weg vom Fenster oder nachdem der anfängliche Hype vorüber ist jetzt mit den Problemen zu kämpfen haben an die man im KNX gar keine Gedanken verschwendet. Hier funktioniert es einfach auf Anhieb.

Da liegt glaub ich mein Problem. Ich hab auch keinen Bauleiter und wenn nächste Woche der Estrich drin ist, steht mein Haus trotzdem auf 10 Monate.
Und 90% der SI's wollen sich halt einfach bloß die Taschen voll machen. Zumindest bin ich damals an keinen geraten, der mir ein vernünftiges Angebot hätte machen können. Das war auch einer der Gründe, warum dass ich dann mit KNX abgeschlossen hatte. Mir selbst die ETS für 1000€ zu kaufen und dann noch mal 10.000€ im Haus an Mehrkosten zu versenken wars mir dann nicht wert.
Ja wir haben es verstanden. Alle wollen nur dein Geld. Jeder entscheidet aber eben für sich ob und wie viel man in den Komfort investiert.

Es ist überall im Leben so. Man lese nur die Threads wo geprellte Bauherren Ihr Geld den Firmen überlassen und danach aber Bruchbuden bekommen.

Aber in Wirklichkeit ist es so, dass man eben einen guten Partner in dieser Sache braucht und dieses Know-how, welches er mitbringt kostet auch Geld. Denn man kann sich die ganzen Fertigkeiten und das Wissen welches nötig ist um ein vernünftiges automatisiertes Haus hinzustellen während eines Hausbaus wo man eben noch tausend andere Dinge zu entscheiden und zu planen hat. Die SI's und Elis brauchen Jahren dafür. Deswegen bin ich eigentlich immer verdutzt wenn Bauherren meinen das wäre alles in Nullkommanix fertig, kostet nur ein Apfel und ein Ei. Hält dann ein Leben lang und man muss sich nur ein paar Sachen mit dem Tablet zusammenklicken.

Alleine schon mit der Auswahl der passenden Geräte sind mehrere hundert wenn nicht tausende Euros zu sparen. Aber jemand der sich nicht auskennt wird einfach irgendwas kaufen(das passt schon) Der SI weiss dann aber genau welches Gerät was kann und warum dieses oder jenes Besser ist für diese oder jene Aufgabe.

Wenn man sich ein Auto kauft geht man auch zum Händler und kauft ein fertiges und fängt nicht an sich erst mal in die Funktionsweise eines Getriebes einzulesen oder die Geometrie eines Fahrwerks zu studieren. (Ja ich weiß auch hier gibt es Ausnahmen).

Genauso eben im KNX. Das Gewerk Elektrik ist komplex und umfangreich, wenn es denn mehr werden soll als:

klatz auf den Schalter -> Licht an oder
druck auf den Taster -> Rolladen runter.

Aus diesem Grund braucht man eben jemanden der sich auskennt und den gibt es nicht umsonst. Siehe den TE er kannte bis vor kurzem nicht einmal den PM unter dem Bett oder noch etwas aus der Trickkiste: verkehrt angebaute Bewegungsmelder. Das ist aber im KNX alles ein alter Hut und Jeder SI kennt die Kniffe.

Man darf halt nicht konventionelle Elektrik mit Ein/Aus mit Vollausstattung KNX "smart" vergleichen.
Wahre Worte. Nur leider kommt diese Erkenntnis den wenigstens und oft auch zu spät.

Man könnte noch hinzufügen, dass auch die Herstellerversprechen von propritären Produkten schlicht falsch sind und man nie das erreichen kann was man mit Leichtigkeit mit KNX schafft. Es wird im Smarthomebereich ausserhalb von KNX immer Einschränkungen und Insellösungen geben, weil man einfach nicht mit dem oder dem anderen Hersteller nicht (oder nicht mehr) "spielen" möchte. Warum sollte man sich also selbst in eigene Fleisch schneiden und auf etwas beschränken, wenn einem die ganze Welt offen steht.
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Grantlhaua

Aber in Wirklichkeit ist es so, dass man eben einen guten Partner in dieser Sache braucht und dieses Know-how, welches er mitbringt kostet auch Geld.
Und da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Du findest heute einfach sehr selten gute Partner. Das Fängt beim Architekten an und hört eben beim SI auf.

Ja wir haben es verstanden. Alle wollen nur dein Geld. Jeder entscheidet aber eben für sich ob und wie viel man in den Komfort investiert.
siehe oben, 90% der Anbieter haben beim Wort KNX schon die Dollarzeichen in den Augen.
 
Mycraft

Mycraft

Moderator
Und da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Du findest heute einfach sehr selten gute Partner. Das Fängt beim Architekten an und hört eben beim SI auf.
Und nu? Alle auf den Bau und selber Hand anlegen? Die Guten sind immer noch da, die sind nicht aus der Welt. Aber die haben dann Wartelisten und hohe Preise, ja das ist eben Marktwirtschaft. So funktioniert das.

siehe oben, 90% der Anbieter haben beim Wort KNX schon die Dollarzeichen in den Augen.
Auch hier und nu? Hast du mal versucht in letzter Zeit eine Firma zu engagieren ein Badezimmer zu renovieren? Da bist du auch gleich ein Arm und ein Bein los. Auch hier Marktwirtschaft. Angebot und Nachfrage.

Eine Strukturierte Verkabelung samt mehr oder weniger intelligenter Steuerung ist einfach nicht mal so schnell und nebenbei dahingerotzt wie eine 0815-Elektrik mit zentraler Brennstelle in der Mitte und ein Paar Steckdosen in den Ecken. Wer mehr will der muss mehr zahlen.


Das Bild ist zwar auch aus der Mottenkiste, aber es gilt eigentlich immer noch. Ich sehe eher die Dollarzeichen bei den konventionellen Elektrikern, sobald man diese fragt ob die einem auch was bauen können.

 
Zuletzt bearbeitet:
S

Strahleman

Sehr interessante Diskussion in diesem Thread!

Da hier oft eines der Hauptargumente die hohen Kosten sind, frage ich mich, welche Kosten und Alternativen ihr denn den gewünschten Funktionen der KNX-Lösung entgegenstellt. Viele haben ja immer den Gedanken, das Funklösungen günstiger sind. Aber sind die Kostenunterschiede denn so gravierend?

Für eine Funk-Rollladensteuerung von 10 Rollläden müsste man gut 900 Euro investieren (Smart Home Zentrale für EnOcean & Z-Wave + 10x Funkmodule + 5x Doppelwandtaster um einfach zu rechnen). Dem stehen rund 920 Euro (KNX-Stromversorgung, IP-Gateway, 12x Jalousieaktor, 2x MDT Glastaster II) entgegen. Okay, der größere Verteilerkasten* kommt noch dazu....

Die Mehrkosten liegen halt v.a. in den Leitungen/Verteilerkasten und der Programmierung/Software. Leider weiß ich nicht, wie hoch die Kosten bei diesem einen Beispiel wären. Ins Unermessliche sollten sie aber nicht gehen (vielleicht hat hier ja sogar jemand eine große Zahl im Kopf, um das Beispiel abzurunden). Pauschal zu sagen, dass KNX zu teuer ist und die Hersteller die Käufer ausnehmen, finde ich daher falsch. Zumindest die blanken Materialkosten liegen nicht so weit auseinander. Und fürstlich bezahlen lassen sich die Hersteller generell - egal ob KNX/Bus- oder Funklösung.
 
Zuletzt bearbeitet:
untergasse43

untergasse43

Und da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Du findest heute einfach sehr selten gute Partner. Das Fängt beim Architekten an und hört eben beim SI auf.
siehe oben, 90% der Anbieter haben beim Wort KNX schon die Dollarzeichen in den Augen.
Bitte, dann lass' es doch einfach! Man überredet doch auch niemanden zu einem tollen Auto Entweder man steht darauf und ist bereit, dafür Geld auszugeben, oder eben nicht. Für eine saubere KNX-Installation braucht es sehr viel Fachwissen, ständige Weiterbildung und Marktbeobachtung. Spaß kostet eben und wenn du dir das nicht leisten kannst oder willst, bist du eben kein KNX-Kunde. Dann musst du bei deinem Häuslebauer eben MyGekko oder anderen Spielkram kaufen oder du gehst zur Telekom und kaufst dir ein "Smart Home" im Onlineshop.

Ich verstehe echt nicht, warum diese Diskussion immer noch so flammend geführt wird. KNX kostet zunächst mal Geld, wie mycraft aber geschrieben hat, machen die zahllosen Vorteile die Investition schnell wieder halb so schlimm. Ständig höre ich nur "oooh ist das aber so unverhältnismäßig teuer"... wenn es für euch zu teuer ist, lasst es doch einfach oder schafft euch das Wissen selbst in den Kopf. Klappt das nicht, müsst ihr jemanden dafür bezahlen oder konventionell bauen.

Die von dir genannten, zu teuren "Systemintegratoren" sind übrigens meistens Elektriker, die von ihrem Hager-/Gira-/Sonstwas-Außendienst das Zeug aufgedrängt bekommen. Dann liefert der Hersteller eine grundlegende Planung und der Elektriker scheitert danach in der Mehrzahl der Fälle. Weil er das schon weiß, nimmt er viel mehr Geld, als er mit mehr Ahnung benötigen würde. Er muss sich dann nämlich sehr oft jemanden Drittes ins Boot holen, der den Karren wieder aus dem Dreck zieht. Sowas erlebe ich fast täglich aus Sicht des genannten "Dritten".

Womit du Recht hast ist, dass es sehr schwer ist, einen wirklich guten Systemintegrator zu finden. Andererseits findet man leider auch gute, normale Elektriker mindestens genauso schwer.

Zum Glastaster: Mir ist leider auch nicht ersichtlich, warum das Ding so beliebt ist. Haptik und Bedienung finde ich gruselig. Lieber zentral auf der Etage ein schönes Display, mit dem ich die nicht-alltäglichen Funktionen wie Heizung usw. regeln kann und in den Räumen dann ein schöner Taster für Licht, Jalousien und Medien. Niemand muss ständig in jedem Raum einzeln die Temperatur einstellen können.

Es gibt übrigens auch schöne KNX-Taster und man muss auch immer bedenken, dass der vermeintlich hohe Preis u.A. die Temperaturerfassung im ganzen Haus ersetzen kann. ich habe bei mir z.B. Ekinex verbaut. Sehr elegant und in verschiedenen Materialien und Farben erhältlich. Dazu harmonieren sie sehr gut mit dem restlichen Jung LS990 Programm:

 
Zuletzt bearbeitet:
B

BigFoot

Naja, oder halt nur 10*20€ für nen Shelly II, 25€ für nen RPi mit HomeAssistant darauf. Schalter bleiben die gleichen als Taster. Also 10*20€+25€+5*15€=300€... Aber ja, das ist nicht annähernd so zuverlässig wie KNX. Oder zukunftssicher. Aber funktioniert halt auch.
 
untergasse43

untergasse43

Naja, oder halt nur 10*20€ für nen Shelly II, 25€ für nen RPi mit HomeAssistant darauf. Schalter bleiben die gleichen als Taster. Also 10*20€+25€+5*15€=300€... Aber ja, das ist nicht annähernd so zuverlässig wie KNX. Oder zukunftssicher. Aber funktioniert halt auch.
Auch dafür gibt es einen Markt und es hat auch absolut eine Daseinsberechtigung. Nicht jeder will in einer Mietwohnung mit der großen Keule ausholen oder man hat einfach Spaß am Basteln. Es kann sich ja jeder dafür entscheiden, was zu einem passt und welche Zeit bzw. wie viel Geld man investieren möchte. Ich finde es nur schade, wenn, wie in diesem Fall, KNX mangels jeglicher Ahnung und Überblick einfach mal pauschal als zu teuer, Nischenprodukt, benutzerunfreundlich oder übertrieben dargestellt wird.
 
D

Detlev69

oder noch etwas aus der Trickkiste: verkehrt angebaute Bewegungsmelder
Magst du das bitte auch auflösen? Was ist damit gemeint?

Du findest heute einfach sehr selten gute Partner. Das Fängt beim Architekten an und hört eben beim SI auf.
Das ist leider sehr, sehr wahr.

Hinzu kommt, dass man bei einem Wunschneubau eben auch GERNE mit selbst Hand angelegt, zweitens aus KOSTENGRÜNDEN mit selbst Hand anlegt und gerade bei smarthome* liegt die Faszination für mich auch darin, es selbst zu verstehen, zu optimieren, zu beherrschen. Ohne wäre es für mich persönlich nichts. Aber das sieht natürlich mancher anders.

Ich habe gestern bis in die Nacht im neuen Buch gelesen und werde es weiter studieren. Ich sammle Ideen nebenbei in einem Google Doc (für alle Gewerke) und ich möchte auch so viel wie möglich selbst machen. Ich hoffe, ich bekomme hier dann ausreichend Hilfe, wenn es wirklich losgeht.
 
Zuletzt aktualisiert 26.06.2022
Im Forum KNX / EIB gibt es 65 Themen mit insgesamt 2293 Beiträgen

Ähnliche Themen
23.03.2017KNX vom Elektriker ohne Programmierung - Seite 3Beiträge: 67
28.05.2020Dimension Verteiler Smarthome / KNX Beiträge: 17
12.08.2021Bestes Nachrüst Smarthome Neubau - Seite 4Beiträge: 174
09.04.2022KNX-Beratung / Systemintegrator im Rhein-Neckar-Kreis - Seite 4Beiträge: 93
02.08.2018Ist KNX Smart-Home die Zukunft? - Seite 38Beiträge: 572
16.02.2022Smarthome - ich brauch keins ... oder doch? - Seite 2Beiträge: 31
03.05.2022KNX Angebote, was darf es kosten? Beiträge: 51
07.05.2022"Smarthome" Vorbereitung im Neubau Beiträge: 10
11.05.2022Smarthome Rolladen / Raffstores mit konventioneller Elektrik - Seite 8Beiträge: 74
09.12.2018KNX nur vorsehen, aber wie? Welche Rollladenmotoren? Beiträge: 45

Alle Bilder dieser Forenkategorie anzeigen
*Werbung
Oben