Grundstückskauf jetzt und Hausbau in 1-3 Jahren - Finanzierungstipps

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B

BundM_BB

Hallo zusammen,

meine Frau und ich haben ein Grundstück gefunden, das wir gerne kaufen bzw. werden.
Darauf wollen wir in 1 bis 3 Jahren bauen, da steht der Zeitplan noch nicht ganz...

Ich würde mich freuen, wenn ihr Tipps und Ideen zur Finanzierung bzw. zur Strategie dazu habt?

Ich, 32J, 3000 netto inkl. Firmenwagen
Frau, 26J, Doktorandin, 2000 netto bei 65%, ab Ende 2024 dann 100% und vermutlich eine höhere Einstufung im öffentlichen Dienst
Aktuelle Miete: 740€ warm
Eigenkapital 150.000€
Verfügbares Kapitel in der Familie: 75.000€
Möglichkeit das Grundstück u. Haus der Eltern zu belasten als Sicherheit

Grundstück:
1.500qm mit 450€ Richtwert, nicht teilbar, Bebauungsplan vorhanden
320.000€ plus 43.000€ Nebenkosten

Haus:
Noch ungeplant, aber wir denken an 450.000€ Budget dafür.
Eigenleistung wollen wir erbringen, gerade da in der Familie einige Handwerker vorhanden sind (Fenster, Tiefbau, Elektro) und wir selbst handwerklich für sind.

Wir haben mit diversen Finanzierern übers Grundstück gesprochen und alle bieten ein klassisches Darlehen mit knapp 4% oder eine Kombi aus tilgungsfreiem Darlehen plus Bausparvertrag an.

Unsere Bedenken sind, die Bindung an eine Bank bei so einem "langen" Vertrag durch die Belastung unseres Grundstücks. Gerade weil wir die Finanzierung des Hauses erst später angehen werden.

Ist es sinnvoll alles Kapitel zusammen zu sammeln und eventuell noch eine Kredit auf das Grundstück meiner Eltern aufzunehmen, so daß wir das Grundstück ohne Bank und Belastung kaufen können?

Was wäre eure Idee oder Empfehlung für uns?

Danke und viele Grüße!
 
M

markusla

Plant ihr Auszeit durch Kindergeld?
wie groß soll das Haus werden?
Es könnte dann knapp werden
… 225.000 Eigenkapital bei
360.000 Grundstück
450.000 Haus
= 810.000 - 225.000
585.000 zu finanzieren bei 4% = 1.950 Zinsen im Monat und 975 Tilgung bei 2%, d.h, die Belastung im Monat liegt bei knapp 2.800 eur
 
B

BundM_BB

Kinder sind aktuell nicht fix geplant, aber eins ist sicherlich möglich.

Hausgröße etwa 120 bis 150qm. Da sind wir in Gedanken leider noch bei keiner Planung.

Das es leider knapp wird, ist uns leider sehr bewusst. Aus dem Grund haben wir den Hausbau auch noch etwas nach hinten verschoben.
Wir haben das Glück, dass unsere Familie etwas unterstützen kann und wird, deshalb auch das Kapitel aus der Familie und die Möglichkeit eventuell eine Belastung auf ein Haus der Eltern zu machen.

Unsere Frage ist, gerade in dieser Konstellation, mit welcher Strategie man an die beiden zeitlich gestaffelten Projekte geht?
 
R

Ralle90

Habt ihr euch mal von der Bank ausrechnen lassen auf was für eine Rate ihr aktuell kommen würdet mit Haus?
1-3 Jahre ist ja jetzt keine lange Zeit. 1 Jahr ist schnell rum bis das Haus geplant ist und es dann los geht.
Was die Preise und Zinsen machen weiß man halt nicht. Wenn die Zinsen weiter steigen ist früher bauen vielleicht besser.
Ich weiß ja nicht wie sich eure Gehälter in den nächsten Jahren entwickeln aber ihr solltet euch vor dem Grundstückskauf sicher sein, dass ihr das Haus dann auch finanziert bekommt.
Haus der Eltern belasten kann halt auch schief gehen vor allem wenn es mit der Finanzierung eh knapp ist. Das würde ich mir gut überlegen.
Gibt es kein kleineres Grundstück dass ihr kaufen könnt?
 
11ant

11ant

Angesichts Eures geschilderten Profils hätte ich Euch normalerweise empfohlen, jetzt ein kleines Haus zu bauen, was Euch mit dem ersten und noch kleinen zweiten Kind ausreicht, und in etwa zehn Jahren das zweite Haus anzugehen. Die Größe des Grundstückes läßt mich jedoch davon absehen und die Strategie variieren: nämlich ein Haus mit schlüsselfertigem Erdgeschoss und einem Ausbaureserve-DG/OG zu bauen. Also z.B. im EG mit einem Gästezimmer mit sobald K1 da ist vorläufiger Nutzung als Kinderzimmer, sukzessiv baut man das DG/OG dann aus. Ob in (teilweiser) Eigenleistung oder als schlüsselfertigen zweiten Bauabschnitt, ist beides möglich.

Auf jeden Fall rate ich Euch zum "Bauen jetzt" (da könnt Ihr mich auch kontaktieren), da Abwarten aktuell keine sinnvolle Option ist. Wenn Ihr jetzt zum Architekten geht, ist ein Einzug erst in 2025 allein durch Lieferzeiten / Handwerkerverfügbarkeiten arrangierbar, und ein zusätzliches Vertrödeln von Zeit völlig unnötig. Nach Borkenkäfer, Corona und Putin werden andere Dinge kommen, die das Bauen stetig verteuern. Und Eure Eigenkapitalsituation ist jetzt schon ausreichend günstig, weshalb ich
Das es leider knapp wird, ist uns leider sehr bewusst. Aus dem Grund haben wir den Hausbau auch noch etwas nach hinten verschoben.
nicht nachvollziehen kann.
Kinder sind aktuell nicht fix geplant, aber eins ist sicherlich möglich.
Hausgröße etwa 120 bis 150qm. Da sind wir in Gedanken leider noch bei keiner Planung.
Das ist eine gute, vernünftige Größe, die das Grundstück auch nicht mit einem unangemessen winzigen Haus kontaminiert. Wir reden also von ungefähr 100 qm (beim "Anderthalbgeschösser") bzw. 75 qm (bei der "Stadtvilla") im Erdgeschoss (exklusive Technikraum, der auch ins DG/OG kann). Bei der genauen Verwirklichungsstrategie unterstütze ich gern.

Abwarten kostet Zeit und Geld, und das Haus kann mit der Familienplanung wachsen. Das ist keine Hexerei ;-)
 
11ant

11ant

Unsere Bedenken sind, die Bindung an eine Bank bei so einem "langen" Vertrag durch die Belastung unseres Grundstücks. Gerade weil wir die Finanzierung des Hauses erst später angehen werden.
Unsere Frage ist, gerade in dieser Konstellation, mit welcher Strategie man an die beiden zeitlich gestaffelten Projekte geht?
Fazit meines Beitrages #5: streicht den m.E. Denkfehler mit der Zweiteilung der Grundstücks-/Haus-Finanzierung und das im Grunde selbst geschaffene Problem löst sich auf. Geht das Paar- bzw. Paarmitkleinkind-Haus ohne künstliche Verzögerung an und laßt es mit der Familie wachsen.
 
Zuletzt aktualisiert 17.04.2024
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