Erst Grundstück kaufen und dann finanzieren?

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aksehir

Hallo zusammen,

wir hoffen, dass wir mit Hilfe von euch ein paar Schritte weiterkommen, was das Thema Immobilienkauf angeht.

Meine Frau (33) und ich (37) wünschen uns seit sehr langem ein Haus mit einem kleinen Garten. Unsere Ansprüche sind wirklich nicht hoch.
Wir haben uns in der Vergangenheit sehr viele Häuser angeschaut. Die meisten Häuser haben nicht zu uns gepasst. Es waren 1-2 Häuser dabei, die uns wirklich sehr gefallen hatten (Bj 86). Wir haben uns immer dagegen entschieden, da wir die Befürchtung hatten, es nicht finanziell auf Dauer stemmen zu können.
Die Preise der Häuser lagen so um die 380-400K. Nach unseren Berechnungen hätte man noch mind. 100-120K reinvestieren müssen (Modernisierung, neue Heizung etc.)
Da die Zinsen auch höher sind als wie vor ein paar Jahren, haben wir uns das Ganze einfach nicht getraut.

Grob zur finanziellen Situation:

140K Eigenkapital, davon 110K sofort verfügbar, Rest langfristig angelegt (Aktien, Fonds, Gold) - auf die 30K wollen wir nicht zugreifen, solange wir es nicht müssen (Beispiel Arbeitslosigkeit)
Netto-Haushaltseinkommen aktuell 4.800€ (3.000€ Mann, 1.800€ Elterngeld Frau)
Netto-Haushaltseinkommen ab September voraussichtlich 3.800€ (Da kein Elterngeld und nur Teilzeit-Einstieg mit geringen Stunden)
Ausgaben pro Monat inkl. Miete, Versicherungen, Auto etc. (Bitte um Verständnis, dass ich nicht jeden Posten einzeln aufführen möchte) 3.500€
Wie bereits oben erwähnt, haben wir vor kurzem Nachwuchs erhalten. Das Kindergeld habe ich in der Aufstellung nicht aufgeführt.
Bis vor kurzem haben wir unsere monatliche Sparrate größtenteils aufs Tagesgeld gelegt (Aufgrund des Wunschs Hauskauf) den anderen Teil in ETFs und Aktien sowie Gold investiert
Mittlerweile können wir weniger sparen und das ganze Geld fließt in ETFs ein, das Eigenkapital haben wir aufs Tagesgeldkonto und erhalten hier 4% Zinsen

Wir sind durch Bekannte auf ein Grundstück gestoßen, was in unserer Umgebung (Bayern) in einer sehr begehrten Lage ist. Hier sind grundsätzlich Grundstücke eins seltener Fund. Das Grundstück mit knapp 800qm kommt auf 170K.

Unsere Famile ist der Meinung, dass wir das locker stemmen können und auf jeden Fall kaufen sollten. Vielleicht ist es später mehr wert. Vielleicht können wir irgendwann drauf bauen - so die Meinung.

Da wir aber "nur" 110K Cash haben, müssten wir ja einen Großteil finanzieren und monatlich abbezahlen.
Ob wir dann drauf bauen können, ist ja eine andere Frage. Wir rechnen mal mit sehr geringen Ansprüchen und Baunebenkosten mit mind. 450K nur fürs Haus (Ist das realistisch in der heutigen Zeit ohne Keller und Garage)
Das heißt, wir würden in Summe auf über 700K für das Haus kommen und ich frage mich einfach, ob das realistisch ist für unsere finanziellen Verhältnisse, zumal meine Frau erst in paar Jahren wieder Vollzeit arbeiten wird.

Macht es Sinn, das Grundstück zu kaufen, einen Teil des Eigenkapital oder alles reinzustecken und den Rest zu finanzieren? und darauf spekulieren, irgendwann drauf zu bauen oder mit Gewinn später zu verkaufen?

Eine andere Überlegung wäre, eine kleine Eigentumswohnung zu kaufen und diese zu vermieten.

Wir sind uns einfach extrem unsicher, was das Thema Hauskauf angeht und haben Sorgen, dass wir uns überschulden. Außerdem sind wir nicht besonders handwerklich begabt.
Ich bin der Meinung, dass man heutzutage mind. 200-300K auf der Seite haben sollte, um ein Haus mit Grundstück für 700K zu bauen. Was sagt ihr?

Macht es in unserer finanziellen Situation überhaupt Sinn, über Immo-Kauf nachzudenken oder sollten wir unser Geld einfach anderweitig investieren?
Was sagt ihr zum Grundstückskauf von 170K wie oben erwähnt?

In meiner Firma sieht es aktuell auch nicht besonders rosig aus und es könnte Ende des Jahres zur Kurzarbeit kommen.
Unser größter Wunsch ist es, ein eigenes Haus mit Garten zu haben aber Sicherheit ist uns eben auch wichtig und dass wir fürs Alter abgesichert sind.

Unsere Familie macht uns sehr Druck und meint, dass wir unbedingt dieses Grundstück kaufen sollten. Ein Grundstück ist schnell gekauft, aber monatlich dann nochmal 400-500€ für die Kreditrate bezahlen und nicht wissen, ob man drauf bauen kann - keine Ahnung.
Oder Grundstück kaufen und gleich drauf bauen, aber wie oben erwähnt werden wir da vermutlich bei 700K landen oder rechnen wir einfach zu viel?

Danke für eure Hilfe!
 
WilderSueden

WilderSueden

Ich würde euch in der aktuellen Situation definitiv nicht zum sofortigen Bau raten. Bei 3800€ streckt ihr euch mit Wohnkosten von 2000€ schon ziemlich. Bei 600k Fremdkapital reicht das aber kaum für die Zinsen und Nebenkosten. Selbst wenn wir jetzt noch mit nur 1% Tilgung rechnen, kommt ihr schon auf 2500€ Rate und die ist für dieses Einkommen zu hoch.
 
Winniefred

Winniefred

So aus dem Bauch raus: Das reicht nicht, leider. Für das Grundstück vielleicht, aber dann nicht mehr fürs Haus. Die hohen Preise gepaart mit hohen Zinsen und einem überschaubarem Einkommen trotz zweier Verdiener und dann schon mit Kindern....würde ich nicht machen. Ich bin aber kein Experte und es werden sich sicher noch Leute melden, die hier fundierten Rat erteilen können. Wir zahlen ca 1650€/Monat ab, haben 2 Schulkinder und ein Haushaltseinkommen von derzeit 5000€ plus Kindergeld.
 
A

aksehir

Ich würde euch in der aktuellen Situation definitiv nicht zum sofortigen Bau raten. Bei 3800€ streckt ihr euch mit Wohnkosten von 2000€ schon ziemlich. Bei 600k Fremdkapital reicht das aber kaum für die Zinsen und Nebenkosten. Selbst wenn wir jetzt noch mit nur 1% Tilgung rechnen, kommt ihr schon auf 2500€ Rate und die ist für dieses Einkommen zu hoch.
Würdest du nur das Grundstück finanzieren?
Hallo zusammen,

wir hoffen, dass wir mit Hilfe von euch ein paar Schritte weiterkommen, was das Thema Immobilienkauf angeht.

Meine Frau (33) und ich (37) wünschen uns seit sehr langem ein Haus mit einem kleinen Garten. Unsere Ansprüche sind wirklich nicht hoch.
Wir haben uns in der Vergangenheit sehr viele Häuser angeschaut. Die meisten Häuser haben nicht zu uns gepasst. Es waren 1-2 Häuser dabei, die uns wirklich sehr gefallen hatten (Bj 86). Wir haben uns immer dagegen entschieden, da wir die Befürchtung hatten, es nicht finanziell auf Dauer stemmen zu können.
Die Preise der Häuser lagen so um die 380-400K. Nach unseren Berechnungen hätte man noch mind. 100-120K reininvestiren müssen (Modernisierung, neue Heizung etc.)
Da die Zinsen auch höher sind als wie vor ein paar Jahren, haben wir uns das Ganze einfach nicht getraut.

Grob zur finanziellen Situation:

140K Eigenkapital, davon 110K sofort verfügbar, Rest langfristig angelegt (Aktien, Fonds, Gold) - auf die 30K wollen wir nicht zugreifen, solange wir es nicht müssen (Beispiel Arbeitslosigkeit)
Netto-Haushaltseinkommen aktuell 4.800€ (3.000€ Mann, 1.800€ Elterngeld Frau)
Netto-Haushaltseinkommen ab September voraussichtlich 3.800€ (Da kein Elterngelged und nur Teilzeit-Einstieg mit geringen Stunden)
Ausgaben pro Monat inkl. Miete, Versicherungen, Auto etc. (Bitte um Verständnis, dass ich nicht jeden Posten einzeln aufführen möchte) 3.500€
Wie bereits oben erwähnt, haben wir vor kurzem Nachwuchs erhalten. Das Kindergeld habe ich in der Aufstellung nicht aufgeführt.
Bis vor kurzem haben wir unsere monatliche Sparrate größtenteils aufs Tagesgeld gelegt (Aufgrund des Wunschs Hauskauf) den anderen Teil in ETFs und Aktien sowie Gold investiert
Mittlerweile können wir weniger sparen und das ganze Geld fließt in ETFs ein, das Eigenkapital haben wir aufs Tagesgeldkonto und erhalten hier 4% Zinsen

Wir sind durch Bekannte auf ein Grundstück gestoßen, was in unserer Umgebung (Bayern) in einer sehr begehrten Lage ist. Hier sind grundsätzlich Grundstücke eins seltener Fund. Das Grundstück mit knapp 800qm kommt auf 170K.

Unsere Famile ist der Meinung, dass wir das locker stemmen können und auf jeden Fall kaufen sollten. Vielleicht ist es später mehr wert. Vielleicht können wir irgendwann drauf bauen - so die Meinung.

Da wir aber "nur" 110K Cash haben, müssten wir ja einen Großteil finanzieren und monatlich abbezahlen.
Ob wir dann drauf bauen können, ist ja eine andere Frage. Wir rechnen mal mit sehr geringen Ansprüchen und Baunebenkosten mit mind. 450K nur fürs Haus (Ist das realistisch in der heutigen Zeit ohne Keller und Garage)
Das heißt, wir würden in Summe auf über 700K für das Haus kommen und ich frage mich einfach, ob das realistisch ist für unsere finanziellen Verhältnisse, zumal meine Frau erst in paar Jahren wieder Vollzeit arbeiten wird.

Macht es Sinn, das Grundstück zu kaufen, einen Teil des Eigenkapital oder alles reinzustecken und den Rest zu finanzieren? und darauf spekulieren, irgendwann drauf zu bauen oder mit Gewinn später zu verkaufen?

Eine andere Überlegung wäre, eine kleine Eigentumswohnung zu kaufen und diese zu vermieten.

Wir sind uns einfach extrem unsicher, was das Thema Hauskauf angeht und haben Sorgen, dass wir uns überschulden. Außerdem sind wir nicht besonders handwerklich begabt.
Ich bin der Meinung, dass man heutzutage mind. 200-300K auf der Seite haben sollte, um ein Haus mit Grundstück für 700K zu bauen. Was sagt ihr?

Macht es in unserer finanziellen Situation überhaupt Sinn, über Immo-Kauf nachzudenken oder sollten wir unser Geld einfach anderweitig investieren?
Was sagt ihr zum Grundstückskauf von 170K wie oben erwähnt?

In meiner Firma sieht es aktuell auch nicht besonders rosig aus und es könnte Ende des Jahres zur Kurzarbeit kommen.
Unser größter Wunsch ist es, ein eigenes Haus mit Garten zu haben aber Sicherheit ist uns eben auch wichtig und dass wir fürs Alter abgesichert sind.

Unsere Familie macht uns sehr Druck und meint, dass wir unbedingt dieses Grundstück kaufen sollten. Ein Grundstück ist schnell gekauft, aber monatlich dann nochmal 400-500€ für die Kreditrate bezahlen und nicht wissen, ob man drauf bauen kann - keine Ahnung.
Oder Grundstück kaufen und gleich drauf bauen, aber wie oben erwähnt werden wir da vermutlich bei 700K landen oder rechnen wir einfach zu viel?

Danke für eure Hilfe!
Kurzer Nachtrag: Haushaltseinkommen vor der Elternezeit: 6.000€ - werde in ein paar Jahren wieder voll arbeiten und wir rechnen deshalb mit mind. dem Einkommen von 6.000€ langfristig
 
Y

ypg

Ward ihr denn schon mal bei einem Finanzierer/Bank oder so zur Beratung, was so drin ist bei Euch? Ist natürlich blöd mit einem kränkelnden Arbeitgeber…
 
Zuletzt aktualisiert 17.04.2024
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