Grundstück separat kaufen oder mitfinanzieren?

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S

stefan_baut

Hallo zusammen,

ich bin etwas unverhofft über einen relativ günstigen Bauplatz in einem Neubaugebiet in meiner Wunschregion gestolpert.
Konkret ist es ein 720qm Grundstück für ca. 86.000€ zzgl. technischer Erschließung (Wasser/Abwasser, Strom, Telekommunikation, gesamt ca. 12.000€?) und Kaufnebenkosten (ca. 6.800€).
Ich hätte aktuell ca. 80k€ liquidierbares Eigenkapital zur Verfügung.
Der ganz grobe Plan für das Gesamtprojekt sieht max. 550.000€ für ein Einfamilienhaus mit ca. 150m2 vor.

Nun stellt sich die Frage, ob ich

Option 1) das Grundstück mithilfe eines Konsumentenkredits direkt kaufe. Dadurch müsste ich anschließend nur die Baukosten finanzieren, diese dafür aber zu 100% (+ Außenanlagen, Küche etc.) oder
Option 2) ich auf schnellstem Wege zur Bank gehe und mit denen über eine Immobilienfinanzierung für das Gesamtprojekt Grundstück + Hausbau spreche. Dort könnte ich meine 80k€ als Eigenkapital mit einbringen, hätte aber logischerweise die entsprechend höhere Finanzierungssumme.

Bei Option 2 hätte ich das Problem, dass ich noch gar keinen konkreten Finanzierungsbedarf kenne, da ja noch nichts geplant ist. Wie läuft sowas denn üblicherweise?

Was spricht aus eurer Sicht für oder gegen diese beiden Optionen? Gibt es weitere, die ich gerade noch nicht sehe?
Mein Bauchgefühl tendiert irgendwie zu Option 1, einfach weil ich das Grundstück damit schonmal gesichert hätte und schlechtestenfalls auch einfach wieder verkaufen könnte, falls mir irgendetwas den geplanten Bau verhagelt.

Danke schonmal für euer Feedback,
Stefan
 
S

SaniererNRW123

Option 1) das Grundstück mithilfe eines Konsumentenkredits direkt kaufe. Dadurch müsste ich anschließend nur die Baukosten finanzieren, diese dafür aber zu 100% (+ Außenanlagen, Küche etc.) oder
Option 2) ich auf schnellstem Wege zur Bank gehe und mit denen über eine Immobilienfinanzierung für das Gesamtprojekt Grundstück + Hausbau spreche. Dort könnte ich meine 80k€ als Eigenkapital mit einbringen, hätte aber logischerweise die entsprechend höhere Finanzierungssumme.
Finanzierungssumme und Eigenkapital-Einsatz ist jeweils identisch. Konsumentenkredit hat den Nachteil einer sehr hohen Verzinsung und Tilgungsleistung. Kann aber auch bei Option 2 genutzt werden.
Bei Option 2 hätte ich das Problem, dass ich noch gar keinen konkreten Finanzierungsbedarf kenne, da ja noch nichts geplant ist. Wie läuft sowas denn üblicherweise?
Du gehst mit Deinem konkreten Finanzierungsbedarf zur Bank ;) . Kennst Du ihn nicht, brauchst Du auch keine vollständige Immobilienfinanzierung.

In Deiner Konstellation nimmt man ausreichend Eigenkapital (Höhe sagt Dir die Bank) und finanziert das Grundstück entweder variabel oder für 1-2 Jahre. Anschließend gehst Du mit Deinem konkreten Finanzierungsbedarf zur Bank und machst ein komplettes Paket fertig - Ablösung des GAK (Grundstücksankaufskredit) sowie Mittel für den Hausbau.
 
S

stefan_baut

Finanzierungssumme und Eigenkapital-Einsatz ist jeweils identisch. Konsumentenkredit hat den Nachteil einer sehr hohen Verzinsung und Tilgungsleistung. Kann aber auch bei Option 2 genutzt werden.

Du gehst mit Deinem konkreten Finanzierungsbedarf zur Bank ;) . Kennst Du ihn nicht, brauchst Du auch keine vollständige Immobilienfinanzierung.

In Deiner Konstellation nimmt man ausreichend Eigenkapital (Höhe sagt Dir die Bank) und finanziert das Grundstück entweder variabel oder für 1-2 Jahre. Anschließend gehst Du mit Deinem konkreten Finanzierungsbedarf zur Bank und machst ein komplettes Paket fertig - Ablösung des GAK (Grundstücksankaufskredit) sowie Mittel für den Hausbau.
Vielen Dank schonmal dafür. Dieser "Grundstücksankaufskredit" (habe ich noch nie vorher gehört :D) ist quasi eine Immobilienfinanzierung nur für das Grundstück, inkl. Last im Grundbuch etc., richtig?
Würde ich denn dafür schon notwendigerweise die Bank nehmen wollen, mit der ich später auch das Gesamtprojekt finanziere, oder ist das egal (weil es eh abgelöst wird)?
 
WilderSueden

WilderSueden

Du kannst jede Bank nehmen. Wichtig ist aber dass du keine lange Zinsbindung dafür vereinbarst, denn dann steht die Bank für 10 Jahre im Grundbuch und bei der Hausfinanzierung will dich kaum eine andere Bank. Deshalb finanziert man sowas entweder variabel oder mit sehr kurzer Laufzeit (falls man erst in 1-2 Jahren ernsthaft bauen will)
 
S

SaniererNRW123

Vielen Dank schonmal dafür. Dieser "Grundstücksankaufskredit" (habe ich noch nie vorher gehört :D) ist quasi eine Immobilienfinanzierung nur für das Grundstück, inkl. Last im Grundbuch etc., richtig?
Genau.
Würde ich denn dafür schon notwendigerweise die Bank nehmen wollen, mit der ich später auch das Gesamtprojekt finanziere, oder ist das egal (weil es eh abgelöst wird)?
Das schöne daran ist a), dass Du Dir jetzt die eine Bank aussuchst, die Du aber später nicht zwingend nehmen musst und b) diese eine Bank sich im Zweifel etwas mehr Mühe gibt, Dich als Kunden zu halten.
Du kannst also nur gewinnen.
 
Hyponex

Hyponex

wenn Du nicht genau die Baukosten kennst + genau was Du bauen kannst (Hausplanung + Baugenehmigung)
dann würde ich empfehlen sich erstmal um das Grundstück zu kümmern.

das Grundstück wird die Bank bei der Hausfinanzierung wie Eigenkapital einsetzen, von daher ist es kein Problem.

ich würde dann wohl das komplette Kapital einsetzen, und den kleinen Teil was fehlt (25 TEUR) mit einem günstigen Privatkredit finanzieren, weil:
- Kleine Baufinanzierungen (also 50 TEUR oder auch 75 TEUR) nur marginal günstiger sind als Privatkredit
- für die Grundschuldbestellung auch Kosten entstehen (Notar/Amtsgericht)
- man erstmal gebunden ist an die Bank (es sei denn man finanziert das variabel, und hier spätestens sind die Kosten höher als beim Privatkredit)
- man Privatkredite bei den meisten Banken direkt, und ohne Kosten ablösen kann

nachdem die Hausplanung durch ist, dann würde ich mich um die Hausfinanzierung kümmern, ggf. dann auch den Privatdarlehen ablösen, wenn da noch ein Restschuld ist
 
Zuletzt aktualisiert 18.06.2024
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