Unkraut in der Fuge mit Polymer-Fugensand wegmachen

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JOERG24

Das ist Polymer-Fugensand

Der ist Kunststoff vergütet und bindet ein bisschen ab. Gibts im Baustoffhandel oder in guten Baumärkten im 25gk Sack.
Ist als 1 Komponenten oder 2 Komponenten System im Handel. Beim Verarbeiten muss man recht sauber arbeiten damit man später keine Rückstände auf den Steinen hat.
 
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mario.w333

Oh ja das Problem kenne ich gut. Ich habe mir sogar schon überlegt zu betonieren nur damit ich kein Unkraut mehr zwischen den Fugen haben! Und dieser Polymer-Fugensand hilft wirklich etwas - habt ihr damit schon Erfahrung?
 
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Silvio79

Da gibts Mehrere.

In unserem Betrieb hat sich PCI Pavifix oder GfK Pflasterfuge bewährt.
Die muss man Nichtmal Schlämmen. Da genügt es, den Belag vorzunässen. Das Material wird eingefegt, abwaschen, aushärten lassen und fertig. Der Rückstandsschleier wittert von allein ab.
Wichtig dabei ist, dass auf ein Splittbett verlegt wurde. Auf Betonuntergründen ist davon abzuraten, da dass Material Wasser durchlässt.
Im Splittbett bedeutet das "nie wieder Frostschäden". Auf Betonplatten bedeutet es, dass die Feuchtigkeit zwar reinkann aber nichtmehr raus und das Sie im nächsten Frühling Ihre Platten wieder runternehmen können.

Gruß Silvio
 
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everl71

Ja, das Unkraut ist weg, aber die Schönheit der Platten/Steine leider auch...

Wir haben diesen Sommer eine ca. 40m² große Terrasse mit Platten neu verlegt und anschließend nach Herstellerangaben den Polymerfugensand der Fa. Semin eingekehrt (Rahmenbedingungen: ca. 35° C, strahlender Sonnenschein, trockene helle Platten, Polymer Fugensand sauber in Fugen einkehren, sehr gewissenhaft anfeuchten mit Gießkanne, aushärten lassen, etwaige Rückstände abkehren) und unser blaues Wunder erlebt:
der Fugensand hinterließ auf den zuvor wunderbar hellen Platten einen häßlichen Grauschleier, der aus winzigkleinen Partikeln bestand und sämtliche zuvor hellen Platten einfach grau färbte.
Aber alles kein Thema, kein Grund zur Panik: auf der Verpackung steht ja, Reste des Materials würden mit der Zeit verschwinden.
Etliche Tage später - vor allem einige Regenschauer später - war das Bild der "neuen Terrasse" noch genauso blamabel anzuschauen. Die freundlichen Mitarbeiter des BH, wo dieses Produkt der Fa. Semin von uns gekauft worden war, kannten das Thema wohl auch schon und stellten den Kontakt zum Hersteller her. Vom Hersteller wurden wir vertröstet unter Hinweis auf ein "ganz besonderes Produkt", dass man uns zusenden werde, mit welchem man dann den Grauschleier völlig problemlos entfernen könne. Dieses Zaubermittel habe man jedoch nicht vorrätig, müsse es erst bestellen. Man müsse dieses Produkt dann nur in einer Gießkanne auf die Platten aufsprühen, ca. 1-2 Minuten warten, dann könne man den Grauschleier "problemlos wegschrubben". Auf die Frage, wie es denn überhaupt zu der Problematik habe kommen können, verwies man auf eine sogenannte "Restfeuchte" durch Morgentau oder ähnliches (???bei 35° C???)... Also warteten wir geduldig auf das "Allheilmittel" für unsere komplett entstellte Terrasse (es gibt schöne Bilder hiervon - gerne bei Interesse einzusehen).
Ca. 4 Wochen und etwa 3 verwunderte Anrufe beim Hersteller später traf das langersehnte Wundermittel ein. Drei Kanister mit französischer Aufschrift und entsprechendem Warnhinweisen... Zu unserem großen Erstaunen handelte es sich um einen simplen Zementschleierentferner (was für ein besonderes Produkt, das so lange auf sich warten ließ!). Wir trugen dieses also auf, warteten ... und siehe da, es schrubbte sich gar nichts weg! Etwas verzweifelt versuchten wir die Firma Semin zu kontaktieren, leider sehr erfolglos. Über den freundlichen Mitarbeiter des BH kam es dann doch zu einem Rückruf... Man könne das gar nicht verstehen, man werde die Herstellerangaben aber ändern, wir würden eine Entschädigung erhalten, die Kosten des Polymerfugensandes würden uns erstattet und ebenso alle weiteren Unkosten.
Zwischenzeitlich hatten wir uns im BH 6 Kanister Zementschleierentferner sowie Stahlbürsten besorgt. In vielen Stunden Arbeit auf allen Vieren "kniend" schrubbten wir die Grauschleier überzogenen Platten so lange, bis diese wieder schön hell waren wie zu Beginn.
Auf die Entschädigung warten wir heute noch (knapp 4 Monate später). Viele hinhaltemässig ausgeklügelte Telefonate (wie z.B. "wir haben Ihnen einen Verrechnungsscheck zugesandt - ist dieser nicht angekommen?" usw.) später denke ich, es ist wichtig, auf diese Problematik allgemein hinzuweisen. Zudem weiß ich mittlerweile, dass dieses Problem ein grundsätzliches Problemprodukt ist (siehe die wunderschöne Fußgängerzone von Schweinfurt - wunderbarer Grauschleier auf sämtlichen Platten!, usw.).
Natürlich hat der Hersteller seine Verarbeitungshinweise nicht geändert, wir haben viel Geld in Zementschleierentferner und Stahlbürsten investiert und unsere Knie taten uns tagelang weh, die Hände waren wund vom Schrubben... Der Hersteller Semin ist weit weg in Frankreich, da kann ihm ja nichts passieren... Daher unser Fazit: Finger weg von diesem Polymer-Fugensand, Finger weg von der Firma Semin - es sei denn, man hat keinerlei hohe Ansprüche an optische Schönheit oder steht auf Hinhaltetaktik und wunde Extremitäten... klar... Unkraut wächst da auch keines mehr!
 
S

Silvio79

Da kann ich Ihnen auch gleich sagen, wo das Problem lag.
Die Rahmenbedingungen, von denen Sie sprachen, sind super zum sonnen, baden, spazierengehen und um allgemein einen schönen Tag zu haben.
Wenn man allerdings solche Arbeiten durchführt, ist es zu warm, weil das Material sofort anzieht. Wie in Ihrem Fall schon direkt auf den Platten. Vielleicht noch kein Schatten, dann können Sie noch mal 10 Grad darauf rechnen.
Desto wärmer, desto schlechter. Und diesen Schleier wegzubekommen, ist dann wahrlich kein Spass. Mich wundert es sowieso, dass er sich mit Zementschleierentferner entfernen lies.

Ich denke, hier sieht man, dass es doch Dinge gibt, gerade wenn es sich um Reaktionsmaterial handelt, die man vielleicht doch lieber den Profi machen lassen sollte, um sich eben solchen Ärger zu ersparen.
 
E

everl71

...und der "Profi" arbeitet dann nur bei Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius?
Daran lag es definitiv nicht, die netten Herren, die die Schweinfurter Fußgängerzone komplett mit eben diesem Material bearbeitet haben sind Profis... und viele andere Profis könnte man da noch nennen, zu denen wir mittlerweile den Kontakt eben daher gesucht haben.
Es liegt ganz simpel am Material: da gibt es gutes und schlechtes Material. Dies war schlecht, auch wenn es nicht günstig war. Schade...
Und der Zementschleierentferner wirkte nur in Verbindung mit "kräftigst schrubben", Gott sei Dank, dass es überhaupt wieder weg zu bekommen war. Daher: nicht nur der Profi, auch das Produkt sind wesentliche Merkmale einer guten Unkrautbekämpfung zwischen den Platten und Steinen ...
 

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