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Bauernhaus1829

Konsumentenkredit als Eigenkapital

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Hallo zusammen,

Leider bin ich bisher nicht fündig geworden und vielleicht hat hier der ein oder andere eine Idee.

Derzeit plane ich mit meiner Familie ein Haus zu bauen. Kosten hierfür inkl. Grundstück ca. 450000€. Leider haben wir bis dato nur 20k€ Eigenkapital plus ca. 15k als Eigenleistung. Unterm Strich einfach zu wenig. Nun war meine Idee einen Konsumentenkredit in Höhe von 80k aufzunehmen bei einer Laufzeit von 10 Jahren. Was einer monatlichen Belastung von ca. 700 € entspricht. Mit diesen 80k gehe ich nun zur Bank und möchte 370k aufnehmen. Ich würde hier zu einer Sollzinsbindung von 10 jahren sowie 2% tilgen. Die monatsrate beträgt dann ca. 750€. Somit wäre die Gesamtbelastung 1450€, 10 Jahre lang. Nach dieser Laufzeit wären der Konsumentenkredit getilgt und die Restschuld beträgt 300k abzgl der Förderung noch 260k. Dann würde ich Anschluss finanzieren mit 1400 € und wäre bei bis dahin evtl. 3% Zins in weiteren 20 Jahren Schuldenfrei. Der Vorteil wäre ich hätte mein Eigenkapital weiterhin auf der Seite. Meine Rate wäre ziemlich Konstant und ich hätte genug Eigenkapital um nicht mit der Bank diskutieren zu müssen. Desweiteren sollte ich vll. Noch erwähnen dass wir ca. 4000€ Nettoeinkommen sowie ca 1500€ Fixkosten ( im neuen Zuhause inkl. Einkauf und 200€ Sonderausgaben, zb Kleidung), was 2500€ freiem Budget für Rate Nebenkosten Sparen bedeutet.

Was haltet ihr davon. Bitte gerne konstruktive Kritik. Weisst mich gerne auf Denkfehler hin aber bleibt bitte sachlich.

Vielen Dank im Voraus
 
Zuletzt bearbeitet:
In der Theorie ist der Gedanke nicht völlig falsch, aber es lauern da ein paar Stolpersteine:

1. Konsumentenkredite gehen bei den allermeisten Banken nur bis max. 50T
2. Das dann bestehende Darlehen wird dir in der Baufinanzierung als Belastung auf das Haushaltseinkommen angerechnet, d.h. bekommst du die 450T Baufinanzierung nicht weil dein Einkommen für das Volumen zu gering ist, dann hilft dir der Schachzug nicht weiter.
3. Die Bank führt eine Betrachtung der Tragfähigkeit der Nachfinanzierung durch. Bei unseren eigenen Anfragen wurden dazu immer 6-7% Annuität angesetzt - auf die Anfangsschuld(!) auch wenn die Restschuld dann wesentlich kleiner ist. Einzige Ausnahme: Volltilgerdarlehen mit Zinsfestschreibung bis zum Ende der Laufzeit.
4. Je enger die Finanzierung, desto mehr EK wollen die Banken sehen. Dein 450T Kredit wäre also weniger ein Problem, wenn das Haus 700T kostet, du aber den Rest als EK einbringst. Perspektive der Bank: Kommt es zum Supergau, dann springt in der Versteigerung wenigstens die volle Restschuld raus. Das ist bei einer 100%+ Finanzierung wie bei dir wohl erst in vielen Jahren der Fall. Umso schlechter bei 2% Tilgung.
5. Egal wie dein persönlicher Plan aussieht, die Bank rechnet deine 2% Tilgung durch bis zum Laufzeitende. Damit kommst du wahrscheinlich in die Rentenzeit --> nächstes Problem für die Bank.
6. Für Baufinanzierungen nicht ganz so relevant: Ein frisch aufgenommener und ein bestehender Kredit belastet deine Schufa für die Baufinanzierung.


Ganz ohne Moralkeule: Du stellst die Frage ja, weil Einkommen und Kreditvolumen recht grenzwertig sind. Dabei in variable und 10-jährige Darlehen zu gehen steigert das Risiko natürlich nochmals, dass dir das bei steigenden Zinsen um die Ohren fliegt. Das wird auch die Bank betrachten. Von persönlichen Veränderungen (Gefahr Arbeitsplatzverlust, Krankheit, Kinder?) mal ganz abgesehen.
 
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Schöne Idee, das wird so aber nicht klappen. Dein Konsumentenkredit wird der SCHUFA gemeldet. Bei der Finanzierung wird die Schufa abgefragt und angeschaut. Wenn du nun vor ein paar Wochen / Monaten einen Kredit über 80.000 Euro aufgenommen hast und 80.000 Euro als Eigenkapital aufführst merkt dies spätestens der Kreditprüfer. Doof sind die Banken auch nicht...
 
Die Eltern könnten ja den Kredit aufnehmen und ihr bedient ihn. Das merkt dann keiner.
Mal im Ernst: Wenn es nicht reicht, dann reicht es nicht. Es hat Gründe, warum die Banken eben nicht an jeden Kredite in der Höhe vergeben.
Warum ihr noch kein EK habt, lässt du ja aus. Ob Altlasten, frisch im Beruf mit dem Verdienst, oder einfach konsumfreudig, ist da ein Unterschied.
Wenn ihr das Geld einfach nur verlebt, dann ist das OK. Aber dann könnt ihr euch davon verabschieden, auf einmal super sparsam sein zu können.

Jedenfalls wäre das mal interessant zu erfahren, bevor man die Banken austricksen möchte.
Außerdem sehe ich generell kein absolutes Ausschlusskriterium für die Finanzierung. Da würde ich lieber voll finanzieren und die Tilgung so hoch wie möglich ansetzen.
 
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Wenn du nun vor ein paar Wochen / Monaten einen Kredit über 80.000 Euro aufgenommen hast und 80.000 Euro als Eigenkapital aufführst merkt dies spätestens der Kreditprüfer. Doof sind die Banken auch nicht...
Das ist der Bank vollkommen egal.
Die Rate für den Konsumkredit muss natürlich angegeben werden und reduziert die monatlich zur Verfügung stehende Liquidität.

Was hier geplant wird ist überhaupt keine Trickserei. Die Frage ist aber, ob es sich lohnt.
 
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