Planung Heiz- und Lüftungstechnik KfW 40-Plus EFH

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DaSch17

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Hallo zusammen,

nachfolgend mal eine kurze Zusammenfassung des Gesprächs mit dem Heizungsbauer. Vorab: Unser GU arbeitet nahezu ausschließlich mit diesem Heizungsbauer zusammen. Entsprechend schwierig wäre es einen anderen zu beauftragten - außer man nimmt die Haustechnik komplett aus dem Angebot des GU heraus.

Grundsätzlich ist der Heizungsbauer sehr sympatisch und hat gelduldig all' unserer Fragen beantwortet. Insgesamt macht er einen kompetenten Eindruck, wenn auch ein wenig old-fashioned. Beispiele hierzu:

- der Begriff "Smart-Grid" war ihm nicht bekant
- Verlegeabstände werden "nach Erfahrung" und "Gefühl" verlegt. Es wäre nicht immer möglich die Verlegeabstände von max. 10cm einzuhalten. Er würde meist 15cm verlegen (in den Badezimmern entsprechend enger).
- Länge der Heizkreise hat er ebenfalls im "Gefühl", sind bei ihm aber nie länger als 120m
- Heizlastberechnungen je Raum würde er nicht machen. Bei der Dimensionierung der Anlage würde er sich auf seine Erfahrung verlassen.

Hier und da viel auch schonmal sinngemäß der Satz: "Sowas wird wirklich sehr selten gefragt....". Das hat mich schon sehr gewundert. Aber anscheinend beschäftigen sich viele Bauherren gar nicht im Detail mit ihrer Haustechnik, was ich schon sehr traurig finde.

Beim Thema Klimaanlage hat er ganz schnell abgewunken. Würde nicht zu einem ökologisch konzipierten 40Plus-Haus passen usw. Kurzum: Nicht sein Thema und hat er kein Bock drauf. Ich vermute er hat keinen Lust eine Klimaanlage zu verbauen, da er - wenn ich zwischen den Zeilen richtig gehört habe - keine Legitimation für den Montage von solchen Anlagen besitzt. Man braucht hierfür nämlich irgendsoeine Kältemittel-Zertifizierung, oder nicht?

Zum Thema KWL hat er folgenden Vorschlag gemacht, den ich persönlich ganz cool finde, ob wirklich technisch so umsetzbar kann ich jedoch nicht beurteilen:
- In das Erdreich werden im Zuge der Erdarbeiten Rohre verlegt, die dann an die Lüftungsanlage angeschlossen werden, sodass die angesaugte Frischluft erst durch die Rohre im Erdreich muss und entsprechend abkühlt (Temperatur im Erdreich ca. 8 Grad). Zudem wird vor die Lüftungsanlage ein Kühlregister geschaltet, dass die Luft zusätzlich abkühlt. Ein zweiter Weg (für den Winter) führt die Frischlüft ohne den Umweg durch Erdreich und Kühlregister direkt zur KWL. Entsprechend kann man zwischen "Winter-" und "Sommermodus" hin und herschalten.
- Für zusätzliche Kühlung im Sommer würde eine Vorlauftemperatur der LWWP von 20° sorgen.

Für die KWL sieht er den Hersteller WOLF vor. Exakte Bezeichnung der Anlage (Modell/Typ) will er noch raussuchen.

Ist sowas möglich? Hat jemand mit sowas Erfahrung?

Im Winter wird die LWWP nach seiner Einschätzung mit einer Vorlauftemperatur zwischen 25 und 28 Grad betrieben um die Wunschtemperaturen von 22-23 Grad bzw. 23-24 Grad (Badezimmer) zu erreichen. Eine zusätzliche Wandheizung im Badezimmer wäre hierfür nicht erforderlich. Wir sollten jedoch einen elektrischen Handtuchheizkörper mit einplanen um die Handtücher trocknen zu können bzw. anzuwärmen.

Die LWWP soll von Vaillant kommen. Entweder die FlexoTHERM exclusive (mit aroCOLLECT) oder die aroTHERM plus oder split. Vorteil der FlexoTHERM ist aus seiner Sicht, dass sie sehr robust und störungsfrei läuft und sehr wartungsarm sei. Nachteil der FlexoTHERM: Sie sei wohl nicht Bafa-förderfähig. Die aroTHERM sei noch nicht so lange auf dem Markt und hat seiner Meinung nach noch Kinderkrankheiten und wäre im Vergleich zur FlexoTHERM wartungsanfälliger. Dafür aber Bafa-förderfähig.

Was haltet Ihr von den beiden LWWP?

Vaillant als Hersteller finde ich schonmal sehr gut. Am liebsten hätte ich dann aber auch die KWL vom gleichen Hersteller. Das wäre dann das recoVAIR-System von Vaillant was m. E. auch einen guten Eindruck macht. Oder wäre das aus Eurer Sicht i. O. die LWWP von Vaillant und die KWL von WOLF zu nehmen?
 
Mycraft

Mycraft

Moderator
Es hört sich schon sehr nach "das haben wir immer schon so gemacht" an. Kann gut aber auch schlecht sein.

Würde nicht zu einem ökologisch konzipierten 40Plus-Haus passen usw.
Naja du musst dann im Sommer in der Hitze sitzen nicht er. Erfahrung hin oder her...wenn die Wärme drin ist dann kommt sie nicht mehr schnell raus denn dafür werden die Häuser ja vordergründig gebaut. Die Wärme drin zu behalten.

Ich würde definitiv wenigstens die Schlafräume klimatisieren oder Kältemittelleitungen usw. schon beim Bau einbauen lassen. Dafür bräuchte er auch kein Kälteschein.

Am liebsten hätte ich dann aber auch die KWL vom gleichen Hersteller.
Hat keine besonderen Vorteile. Wenn die Wolf dafür günstiger ist nimm die. Ist eh überall das Gleiche drin. Der Unterschied ist bei KWL's marginal. Die KWL funktioniert wuderbar Standalone egal von wem die kommt.

- In das Erdreich werden im Zuge der Erdarbeiten Rohre verlegt, die dann an die Lüftungsanlage angeschlossen werden, sodass die angesaugte Frischluft erst durch die Rohre im Erdreich muss und entsprechend abkühlt (Temperatur im Erdreich ca. 8 Grad). Zudem wird vor die Lüftungsanlage ein Kühlregister geschaltet, dass die Luft zusätzlich abkühlt. Ein zweiter Weg (für den Winter) führt die Frischlüft ohne den Umweg durch Erdreich und Kühlregister direkt zur KWL. Entsprechend kann man zwischen "Winter-" und "Sommermodus" hin und herschalten.
Hier muss man sehr aufpassen. Das ist ein Erdwärmetauscher für die KWL und wenn der nicht penibel ausgeführt wird hat man hinterher mehr Sorgen als Vorteile.

- Für zusätzliche Kühlung im Sommer würde eine Vorlauftemperatur der LWWP von 20° sorgen.
Ja das kühlt dir dann den Fußboden. Hat auf die Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit im Haus aber kaum Auswirkungen. Das wurde oft genug hier und überall diskutiert. Ja ist eine Kühlung quasi zum Nulltarif aber kühlt eben nicht das was gekühlt werden sollte um einen fühlbaren Effekt zu haben.

Eine Klimanalage kostet ungefähr das Gleiche vom Invest und produziert dann um die 200 Euro Betriebskosten im Jahr. Dann hast du aber die gewünschten Temperaturen dort wo du diese haben willst.
 
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- Verlegeabstände werden "nach Erfahrung" und "Gefühl" verlegt. Es wäre nicht immer möglich die Verlegeabstände von max. 10cm einzuhalten. Er würde meist 15cm verlegen (in den Badezimmern entsprechend enger).
- Länge der Heizkreise hat er ebenfalls im "Gefühl", sind bei ihm aber nie länger als 120m
- Heizlastberechnungen je Raum würde er nicht machen. Bei der Dimensionierung der Anlage würde er sich auf seine Erfahrung verlassen.

Hier und da viel auch schonmal sinngemäß der Satz: "Sowas wird wirklich sehr selten gefragt....". Das hat mich schon sehr gewundert. Aber anscheinend beschäftigen sich viele Bauherren gar nicht im Detail mit ihrer Haustechnik, was ich schon sehr traurig finde.
Hach, die scheinen alle aus dem gleichen Holz geschnitzt zu sein. Unser Heizi hat im Prinzip genau das gleiche am Telefon gesagt. Nachdem ich mich aber mal persönlich mit ihm getroffen habe, habe ich gemerkt, dass er wesentlich mehr weiß. Ich glaube, dass er nur Standard ("Haben wir schon immer so gemacht - passt eigentlich immer") von unserem GU bezahlt bekommt. Unserer kann und macht mehr - allerdings nur, wenn man auch explizit nachfragt.

Ich hab mich jedenfalls ordentlich mit dem GU gezofft, über das was ich meiner Meinung nach mit ihm vertraglich vereinbart habe. Ergebnis war, dass ich die Heizlastberechnung erstellen und auch die Verlegeplanung der FBH machen lassen habe. Hat mich knappe 300€ gekostet und der Heizi soll das jetzt genau so ausführen.

Wie es dann jetzt wird, sehen wir noch. Bislang sind wir noch mindestens einen Monat vom Dach eindecken entfernt, sodass das noch nicht so akut ist. Dieses Vorgehen - allerdings ohne den Streit - kann ich auch nur empfehlen. Die 300€ machen den Kohl nicht fett, man hat aber eine unabhängige Meinung auf das ganze und kann besser einsteigen in die Diskussionen. Gerade wenn es um Verlegeabstände und z.B. Wandheizung geht.

Recht haben sie. Es wird warm und das bezahlbar. Und genau das hat man als Standard-Bauherr beauftragt und bezahlt. Die die mehr wollen, kümmern sich vorher drum. Leider gibt es ja einen Thread hier, wo mit mehreren 100 Beiträgen darum gekämpft wird, entweder das Haus warm zu bekommen, oder Strom zu sparen. Für dein und mein Glück, haben wir uns vorher eingelesen und nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Hat keine besonderen Vorteile. Wenn die Wolf dafür günstiger ist nimm die. Ist eh überall das Gleiche drin. Der Unterschied ist bei KWL's marginal. Die KWL funktioniert wuderbar Standalone egal von wem die kommt.
Mein Heizi möchte allerdings am liebsten "Topmoderne" Rotationswärmetauscher von ZEWO verbauen. Da gibt es anscheinend doch noch kleine Haken an der Sache, auf die man achten muss. Bekommen jetzt aber auch Wolf.
 
K

knalltüte

... Hier muss man sehr aufpassen. Das ist ein Erdwärmetauscher für die KWL und wenn der nicht penibel ausgeführt wird hat man hinterher mehr Sorgen als Vorteile. ...
Ich vermute mal du meinst Kondesation im Rohr und dann irgendwann Schimmel?

Genau dieses Risiko hat uns davon abgehalten das umzusetzen, auch die "angeblich" geringe Effizienz bei dennoch überschaubaren Kosten (ich glaube es waren ca. 1.5 - 2K da wir einen Revisionsschacht draussen gebraucht hätten wg. kein Keller...)
 

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