Photovoltaik vorbereitung bei Neubau sinnvoll?

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Zuletzt aktualisiert 20.05.2024
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G

GSGaucho

Die Nettozahlungen der EVU werden dem zu versteuernden Einkommen hinzugerechnet.
Die Umsatzsteuer führt man anfangs monatlich an das FA. Später vierteljährlich oder jährlich.
Die an den Installateur bezahlte MwSt. für die Anlage bekommt als Vorsteuerabzug vom FA zurück. Hier sind Fristen zum Einreichen der Rechnungen zu beachten. Man bekommt dann auch eine zweite Steuernummer als Kleinunternehmer.
Dann bezahlt man noch die ersten Jahre die MwSt. auf den Eigenverbrauch.
Inwieweit die Anlage gewinnmindernd abgeschrieben kann, habe ich aber noch nicht recherchiert. Meine ist erst seit Anfang Jahr in Betrieb.
Ergo: die Möglichkeiten diverser Großkonzerne einfach nichts mehr ans FA überweisen zu müssen, haben wir Kleinunternehmer da nicht.

Aber in aller Regel hat sich die Photovoltaik-Anlage bei rund 1.000 € netto / kWp nach 11-12 Jahren amortisiert. Je größer desto besser!
 
I

Isokrates

Inwieweit die Anlage gewinnmindernd abgeschrieben kann, habe ich aber noch nicht recherchiert.
Das ist auch mit der sinkenden Einspeisevergütung nicht mehr ganz so leicht.
In den Ertragsteuern muss man für eine gewinnmindernde Berücksichtigung seiner gewerblichen Betätigung eine sogenannte Totalüberschussprognose erbringen können. Vereinfacht spricht man hier auch immer von "Liebhaberei".
Für die Prognose gibt es aktuell noch verschiedene Kniffe wie man das ertragsteuerlich bewerkstelligen kann, trotz hoher Abschreibungen der Anlage, aber das sprengt hier zum einen den Rahmen und zum anderen soll und darf ein Forum auch keine Rechtsberatung ersetzen.
Erwähnt werden darf hier der verstärkte Blick der Finanzverwaltung auf diese Thematik nachdem es jahrelang vernachlässigt worden ist.

In der Umsatzsteuer hingegen muss man keine solche Prognose erzielen.
Hier gibt es auch aktuell den Bonus, dass man sogar den vollen Vorsteuerbetrag für den Batteriespeicher sich erstatten lassen kann, obwohl der Speicher zu 100 Prozent privat indiziert ist. Voraussetzung ist die Anschaffung im Zusammenhang mit der Photovoltaik Anlage.

Genaueres sollte man mit dem Steuerberater seines Vertrauens klären, lohnt sich zumindest für das Jahr der Inbetriebnahme der Anlage.
Die Folgejahre kann man dann auch selbst hinbekommen.
Als kleiner Hinweis, wenn die Anlage unter 10 Kilowatt an Leistung besitzt ist sie von der Gewerbesteuer befreit. Lasst euch vom Steuerberater also keine Gewerbesteuererklärung "andrehen" (insbesondere ist man auch weit vom Freibetrag entfernt).
 
N

netuser

Als kleiner Hinweis, wenn die Anlage unter 10 Kilowatt an Leistung besitzt ist sie von der Gewerbesteuer befreit. Lasst euch vom Steuerberater also keine Gewerbesteuererklärung "andrehen" (insbesondere ist man auch weit vom Freibetrag entfernt).
Gilt hier die Grenze von 10 kWp aktuell noch oder war das nur bis Ende 2020 der Fall?
 
I

Isokrates

Gilt hier die Grenze von 10 kWp aktuell noch oder war das nur bis Ende 2020 der Fall?
Du verwechselt hier wohl zwei Dinge.

Die weggefallene Grenze betrifft die Erneuerbare-Energien-Gesetz Umlage auf den Eigenverbrauch.
Bisher waren nur Anlagen bis zu einer Größe von 10 kWp befreit.
Jetzt gilt die Befreiung bis zu 30 kWp.

Die von mir angesprochene Größe betrifft die Gewerbesteuer.
Hier wurde folgende Befreiungsvorschrift in das Gesetz in Par. 3 Nr. 32 GewStG aufgenommen:

"wenn sich deren Tätigkeit ausschließlich auf die Erzeugung und Vermarktung von Strom aus einer auf, an oder in einem Gebäude angebrachten solaranlage bis zu einer installierten Leistung von 10 Kilowatt beschränkt."


Somit umgeht man nun auch definitiv den Pflichtbeitritt von Gewerbetreibenden zur IHK.
 
G

GSGaucho

Die 10 kWp sind für die Gewerbesteuer irrelevant da weit unter dem genannten Freibetrag.
Die 10 kWp haben insofern Relevanz da man bei größeren Anlagen einen Cap von 70% der Einspeisung hat, die Anlage wird hart auf 70% ihrer Nennleistung gedrosselt. Weiterhin bekommt man für die über 10kWp liegende Einspeisung eine etwas geringere Vergütung.

Photovoltaik war eines der wenigen Leistungen wo ich ausreichend viele Angebote bekommen konnte. Die meisten wollten mir 9,85 kWp mit einem 10 kWh Speicher verkaufen. Am besten mit einer Cloud dazu. Zusammen dann für um die 22-24k netto.
Das ist Nonsens. Energie wird auf dem Dach produziert und nicht im Keller.
Ich habe dann für 24k eine Anlage mit 27 kwP Leistung ohne Speicher installiert. 17kWp S/W, 6 kWp S/O und der Rest N/O. Heute würde ich die 30kWp voll machen.
An einem bedeckten Wintertag kann ich von 8.30 bis 16 Uhr damit problemlos die Wärmepumpe versorgen. Nachmittags wenn meine 17kWp auf S/W im Licht stehen, fahre ich die Vorlauftemperatur etwas hoch und puffere in den Estrich.
 
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