Kostenplanung - Kernsanierung Resthof / Bauernhaus

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pagoni2020

Das mit dem Sanieren/Renovieren/Entkernen ist so ein weites Feld, wobei man tolle Projekte finden kann sich aber genauso völlig verfahren.
Bekannte von uns haben zuletzt ein kleines Haus in Top-Lage für recht viel Geld verkauft und einen 3-Seitenhof gekauft. Ich erinnere mich an ambitionierte Ausbaupläne, inzwischen sind diese der Basisausstattung gewichen und selbst der gute Verkaufspreis ist bereits wegg. Genauso habe ich zuvor woanders gewohnt, wo das genau andersrum ging.
Wie immer gibt es auch hier kein ja oder nein, es gilt den Einzelfall zu prüfen. Selbst Denkmalschutz wäre für mich kein absoluter Ausschlußgrund, sofern man die richtige Person dazu an der Seite hat. An unserem letzten Wohnort war der Denkmalschutz involviert, das hielt sich vom Aufwand aber tatsächlich in Grenzen; auch hier gilt wiededie nötige Einzelfallprüfung.
 
Y

Ysop***

Ja, die letzten 90er :) also ein schon besprochener Mittelaltbau :p
Aber wie gesagt- keine Ahnung, wie das zustande kam. Sie wohnen auf jeden Fall drin und wurden noch nicht hinausgeworfen.
 
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Nida35a

wie @pagoni2020 schon schrieb,
ich würde nicht nur einen Hof im Aussenbereich suchen,
sondern völlig offen auch andere Objekte mit dicken Aussenwänden als ETW.
Alte Schulen, alte Kliniken, Fabrikgebäude,
alles was Ziegelwände von ca 1m Dicke hat, und dann eine Randwohnung.
Klimaanlage spart man sich auch, unser altes Schulgebäude hat uns nie mit Hitzefrei erlöst
 
11ant

11ant

Alte Schulen, alte Kliniken, Fabrikgebäude,
alles was Ziegelwände von ca 1m Dicke hat, und dann eine Randwohnung.
Klimaanlage spart man sich auch, unser altes Schulgebäude hat uns nie mit Hitzefrei erlöst
Hehe, in meiner Grundschule gab es damals trotzdem hitzefrei: gemessen wurde im Sekretariat im Neubau ;-)
 
J

JoachimG.

Sehr interessantes Thema.
Grundsätzlich kann ich als Bewohner eines sanierten Altbaus (EG Baujahr Anfang 18xx, Aufstockung 1. OG+DG 193x) einfach nur sagen. Wenn du nicht schmerzbefreit und leidensfähig bist. Lass es.
Habe die Bude hier vor 10-15 Jahren größtenteils selbst organisiert mitsaniert, weil ohne die EL wäre es kaum gegangen.
Gemacht wurde:
- Neues Dach (Auflattung + Dämmung + Aufdachdämmung)
- EG Fußbodenheizung (da war nur Schotter und Sollenhofener Kalk)
- 1. OG Böden raus, Fehlböden erneuert, Beilatten, 5cm OSB, einheitliche Raumhöhe
- neue Fenster
- neue Heizung (inkl. Rohre durchs ganze Haus)
- Elektro-Teilerneuerung
- neues Bad
- alle Wände neu

Insgesamt sind da in der Zeit ca. 120k Euro investiert für die ca. 120qm Wohnfläche. Teilsanierung - größtenteils vor 10 Jahren abgeschlossen. Alles war unkalkulierbar, weil überall Löcher aufgetaucht sind, Balken gefehlt haben, Wände schief usw. Also heute bestimmt 200k für das Gleiche.

Ergebnis: Es ist immer noch alt. Vor kurzem ist die Dusche ausgelaufen, weil sich die Decke gesetzt hatte. Schaden 6 Tausend €.
Demnächst sollte dann eigentlich noch:
- der schiefe Boden im DG komplett raus, weil er federt.
- der Rest Elektro erneuert werden.
- die Treppe ins OG ist marode und muss neu.
und noch viele kleine Baustellen.

Für geräuschempfindliche wäre es hier auch gar nichts. Trotz dicker Mauer und neuer Fenster.
Im Schlafzimmer OG knacken die Heizungsrohre, sobald die Heizung früh um 4:30 angeht.
Im Wohnzimmer hört man die Heizung deutlich laufen.
Die Türen sind laut beim Öffnen und Schließen.
etc.

Fußbodenheizung überall, so wie du es willst wurde damals vom Planer ausgeschlossen für das OG und DG, weil die Decken das nicht getragen hätten, wurde nur im Badezimmer mit zusätzlichen Balken realisiert. Option wäre damals das komplette entfernen aller Deckenbalken und eingießen von Betondecken gewesen. Das wäre dann aber direkt im Bereich 100k für das gesamte Haus gelegen. Da sehe ich bei deinen Plänen auch die Krux versteckt. Egal welches Objekt du bräuchtest vor dem Kauf einen wirklich versierten Planer, der im Objekt alles untersucht, teilweise auch mal Decken öffnet um dir sagen zu können, ob das was ihr wollt überhaupt machbar ist.

Wir leben hier sehr ländlich, hier gibt es viele Gehöfte, Weiler, kleine Orte mit riesigen Grundstücken am Ortsrand. Wir haben viele landflüchtige Städter hier aufgenommen in unserem Landschaftsschutzgebiet und alle standen vor diesen Problemen mit Genehmigungen, Sanierungen usw.
Wenn sie nicht daran gescheitert sind, ist der Rest dann am vermeintlich ländlichen Idyll gescheitert.
Der Kauz der die ganze Nacht ruft und man es ihm nicht gerichtlich untersagen kann.
Der Bauer, der einfach nur seine Äcker rund um den Resthof bestellt, ein Unding, dass er das im Sommer auch mitten in der Nacht macht. Erntezeit gehört verboten!
Im Frühjahr und Herbst wird geodelt und gepflügt, warum der Bauer das macht versteht der Flüchtige nicht, weil er hat doch Ruhe und Landluft gekauft.
Im Wald nebenan findet Waldwirtschaft statt. Kettensägen, Maschinen usw.
Die Dorfjungend hat 800m entfernt im Wald ihren Bauwagen stehen. Das Jugendliche auf dem Land auch mal Spaß haben wollen und hier die Kneipen und Discos nicht so zahlreich sind mag dem Flüchtling entgangen sein. Nach dem 4. Polizeieinsatz am Bauwagen ist er dann nicht mehr der Flüchtling, sondern der Aussätzige, der im Dorf verrufen ist.
Die Nachbarn (2 km entfernt) halten halt Hühner, Schweine und Kühe - die haben zwar alles versucht, aber selbst gutes Zureden und die Drohung einer (schw)einstweiligen Verfügung konnte nicht verhindern, dass die Geräusche machen, die man auf dem Land auch in 3 km noch hört.

Land ist keine Ruhe, nur andere Geräusche!

Ergo: Alleinlage, wo euch niemand stört beginnt für mich als Landei bei 3-4 km ohne Nachbarn in alle Richtungen.
Sowas wurde bei uns hier vor kurzem sogar zum Kauf angeboten. Wohnhaus in einem Flusstal, Wanderregion, Landschaftsschutz, FFH, x00.000qm Grund (das ganze Tal inkl. der Hänge 3 km Flussauf und -ab), Fischereirecht. Verkauf scheitert soweit ich weiß daran, dass man dort eigentlich nicht wohnen darf. Damit auch keine Sanierung usw.
 
Climbee

Climbee

Ich mache weiter:
Kühe mit Glocken, die es da schon immer waren, aber den Düsseldorfer, der jetzt in Miesbach wohnt („So pittoresk, wa!“) so stören, dass er vor Gericht zieht.
Der Hahn, der im Sommer ausdauernd schon um 5 Uhr kräht.
Die Frösche, deren Liebesgesänge in den Sommernächten durchaus lautstark werden.
Die Frau, die den alten Pfarrhof kauft und dann sich am Glockenläuten stört (war ja neben der Kirche wirklich nicht zu erwarten!) und verlangt, dass das bitte zu unterlassen ist und sich dann wundert, dass sie im Dorf nicht mehr gelitten ist.

Ich wohne sehr ländlich und das ist zeitweise durchaus geräuschintensiv. Und zwar in einem jährlich wiederkehrenden Rhythmus.

Ihr wohnt in einem Neubaugebiet, da hat jeder noch viel zu werkeln. Ich denke, das wird in ein, zwei Jahren deutlich ruhiger werden. Auch durch Bepflanzung, die wächst.
Der ländliche Lärmzyklus wird immer gleich bleiben.
 
K

Kokovi79

Naja, das sind ja schon extreme Häufungen. Landwirtschaft ist aber wirklich immer, und was noch fehlt, ist die Jagd. Wenn man genau an der Grenze 301m vom nächsten Gebäude entfernt nächtens das Schwarzwild bejagt, weil Bauers Rüben und Kartoffeln auch Bauers bleiben sollen, ist das auch laut.
 
Zuletzt aktualisiert 26.06.2022
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