KNX für EFH - Preisvorstellung?

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G

guckuck2

Ich versuche dann mal das eigentlich Unmögliche, denn die Bandbreite hat mycraft schon genannt:

20k konventionell, 35k mit KNX in Eigenleistung (Planung, Bezug Aktoren/Sensoren, Parametrierung), 50k ohne vorgenannte Eigenleistung.

dh. mit 10k Mehrkosten im Vergleich zu konventionell kann man in Eigenleistung schon einiges machen, bunte Oberflächen auf Tablets haste dafür aber nicht.
Es hängt aber auch sehr davon ab, wie/ob der Elektriker mitspielt. Man sollte einen "vorbelasteten" haben. Gerade bei GU, der nur seinen Eli hat, kann es bereits daran scheitern (weigert sich, will Mondpreise für die Verkabelung etc.)
 
P

PyneBite

Ich habe gestern noch mit einem Freund gesprochen, der Systemintegration bei Siemens macht. Er findet KNX sehr interessant und hat einen Kollegen, welcher sein ganzes Haus mit KNX ausgestattet hat.
Das System erkennt wohl sogar den Postboten und entriegelt dann für diesen kurz die Tür... krass.

Auf jeden Fall hat er mir angeboten, dass er seinen Kollegen mal fragt, ob die das Projekt mit mir zusammen angehen wollen. Dann wird natürlich ein Trinkgeld fällig, aber das lässt sich bestimmt nicht mit der Rechnung eines Integrators vergleichen.

@Tarnari Ich hole mir gerade Inspiration aus deinem Thread mit den Sensoren. Da hat @Mycraft ja tolle Beispiele genannt.
 
M

matte

Ich kann ja mal berichten, wie es bei uns gelaufen ist, nämlich nicht gut...

Das Budget betrug anfänglich 30k€ für Elektro.
Bei den Fensterkontakten und der Verschattung war die Liefergrenze klar beim Fenster. Die Fensterkontakte kamen ebenso vom Fensterbauer wie die Rollomotoren.
Der Eli sollte sie nur anschließen. DIe Rollos wurden direkt im Kasten verklemmt, für die Fensterkontakte wurden Leerrohre und Kelmmdosen vorgesehen.

Ich habe mich intensiv eingearbeitet, ein Raumbuch samt Grundrissplanung erstellt und bin damit zu einem Freund eines guten Freundes. Der betreibt einen Elektroinstallationsbetrieb, in Sachen Smarthome ist er auf Loxone spezialisiert. Nach seiner Aussage hätte er aber schon mehrmals KNX verbaut. Solange er keine Programmierleistung übernehmen müsse, wäre das kein Thema.
Da ich die Programmierung eh selbst übernehmen wollte, war das schnell abgesprochen. Für den Fall der Fälle hätte er aber jemanden an der Hand, der die Programmierung übernehmen könnte, wenn ich scheitern sollte.

Nach Durchsprechen meiner Planung musste ich schon ewig auf ein Angebot warten mit der Ansage, dass er aber nur nach Tatsächlichem Verbauch an Material und auch Arbeitszeit abrechnen wolle. Er hatte für das komplette Bauvorhaben insgesamt 285h anberaumt. Die Komponenten würde ich von Ihm beziehen.
Nachdem wir nur Gutes über den Betrieb hören konnten und uns dazu noch privat kannten, entschieden wir uns dafür, das Projekt mit ihm abzuwickeln.

Rückblickend war meine Planung schon so ausgereift, dass sich die Änderung der Massen an Anschlüsse nur geringfügig änderten. Ich hatte das später mal nachgerechnet, ich glaube es waren 3 oder 4%. Im Gegnzug fiel aber ein Großteil der Außenanlagen weg, dazu gleich mehr.

Nachdem mir in der Phase der Rohinstallation die benötigte Arbeitszeit schon spanisch vorkam, verlangte ich nach Beendigung der Rohinsallation eine Abschlagsrechnung mit Aufstellung der Stunden. Ich wohnte direkt neben der Baustelle und die waren über mehrere Wochen täglich in Vollzeit mit 2-3 Mann anwesend.

Heraus kam, dass allein zu dem Zeitpunkt die von ihm veranschlagte Arbeitszeit mehr als doppelt (ca. x2,5) überschritten wurde.

Wir haben daraufhin verhandelt und einige Abmachungen getroffen.
Er würde uns keine Anfahrtspauschale berechnen, zusätzlich könne ich die KNX-Komponenten selbst im Internet besorgen. Letzteres betrachte ich eh als logisch, da er mir ja eh das Material und die Arbeitszeit für deren Einbau in Rechnung stellt.
Außerdem haben wir den Außenbereich so gut es ging zusammengestrichen, es führt bei uns keine einzige Leitung vom Haus weg. Wir haben lediglich am Gebäude Außenleuchten und Steckdosen, welche eh schon bei der Rohinstallation vorgesehen waren.
Rückblickend enorm schade, aber was will man machen...

Das Budget hatten wir in der Zwischenzeit dank Puffer (Grüße an alle angehenden Bauherren ) von 30k auf 40k erhöht.

Während der Feininstallation - vor allem durch die Montage des Schaltschranks - ging´s dann fröhlich weiter mit dem Stundensammeln.
Wir haben dann weitere Dinge raus genommen, z.b. die Montage der Deckenspots und auch die Spots selbst. Löcher in die Mineralfaserdeckel der Kaiser-Halo-X Dosen bohren ist die Hölle.

Letztlich haben wir ihm dann erst mal ewig nachlaufen müssen, um endlich die Schlussrechnung zu bekommen.

Als wir diese bekamen, traf uns fast der Schlag.
Insgesamt sollte uns das Thema Elektro statt anfänglich Max. 30k€ satte 52k€ kosten.

Nach weiteren Verhandlungen konnten wir uns darauf einigen, sodass wir auf insgesamt ~46k€ kamen.
Von seiner Seite aus war hierzu die Bereitschaft da, weil er klar einräumte, das Projekt und meine Planung komplett unterschätzt zu haben.

Ich sehe die Schuld aber nicht nur bei Ihm, ich hätte es einfach besser wissen müssen. Ich bin selbst in der Planung tätig, hätte also darauf bestehen sollen, die Arbeitszeit sowie Montagematerial (Welches auch ein vielfaches höher war als von ihm ursprünglich angenommen) für die Endstellen einzupreisen.
So wäre das Schlimmste schon verhindert worden und der Mehrpreis wäre sein Problem gewesen. Natürlich hätte er dann pro Leuchtstelle/Steckdose usw. einen Sicherheitspuffer veranschlagt.
Das hätte wohl dazu geführt, dass das Angebot von Anfang an realistischer gewesen wäre und wir das Thema KNX wahrscheinlich gestrichen hätten.
So war aber der Rechnungsstellung durch Arbeitszeit Tür und Tor geöffnet. Wir wickelten ja quasi das ganze Projekt auf Regie ab.
Wenn ich mich dann noch zurück erinnere, wie seine Monteure teilweise auf meine Kosten Zeit vertrödelten, werd ich heut noch sauer.
Ich bin wahrlich kein Tyrann, wenn sein Monteur aber 20-30% der Zeit mit Rauchen, Quatschen und Handy verbringt, frag ich mich schon...

Letztlich sind wir mit einem verdammt dunkelblauen Auge davon gekommen, sind auch sehr glücklich mit KNX. Vor allem die automatisierte Verschattung macht nimmt schon einiges ab.
Hätten wir aber vorher gewusst, dass das so teuer wird, hätten wir es wohl nicht gemacht.
Hätten wir während der Bauphase alles einfach laufen gelassen, wären wir bei ca. 65-70k € gelandet, die Ursprünglich von ihm veranschlagte Arbeitszeit wurde fast um den Faktor 4 überschritten.

Ärgert mich heute noch alles enorm, vor allem, dass ich´s nicht besser gemacht hab...
 
M

matte

Ich stand ja am Anfang selbst vor der Frage, was KNX eigentlich kostet, daher mal noch die Aufstellung, was wir bei der o.g. Geschichte Realisiert haben:

Im Schaltschrank an Aktorik verbaut ist folgendes:

- 3 Dimmaktoren 4-fach (Also 4 Kanäle) - Voll belegt
- 2 Schaltaktoren 20-fach - noch 1 Kanal frei, allerdings einige Kanäle mit Steckdosen nicht wirklich genutzt
- 1 Schaltaktor 12-fach mit Strommessung - Voll belegt
- 2 Heizungsaktoren 8-fach - Voll belegt
- 3 Jalousieaktoren 8-fach - noch 3 Kanäle frei
- 2 Binäreingänge 16-fach - noch 1 Kanal frei
- Gira X1
- 1 USB-Schnittstelle

- Es gibt noch nen 2. kleinen Schrank für die Zähler und Überspannungsschutz, sowie nen Netzwerkschrank.

Im Haus verteilt haben wir:

- 11 Taster
- 18 Präsenzmelder

Außen haben wir:

- 1 Präsenzmelder im Carport
- 2 Wetterstationen (Wobei ich die 2. nachträglich installierte Station als Windwächter für die Markise wollte, da mir die Wetterstation am Dach zu unsicher dafür war)
 

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Mycraft

Mycraft

Moderator
Das ist klar. Aber kann ja auch sein, dass es heißt, unter 20k bekomme ich Nichtmal das Kassenmodell
Na so schlimm nicht. Aber das Beispiel von Matte zeigt dass man auch ganz schön danaben greifen kann.

Letztlich sind wir mit einem verdammt dunkelblauen Auge davon gekommen, sind auch sehr glücklich mit KNX. Vor allem die automatisierte Verschattung macht nimmt schon einiges ab.
Hätten wir aber vorher gewusst, dass das so teuer wird, hätten wir es wohl nicht gemacht.
Hätten wir während der Bauphase alles einfach laufen gelassen, wären wir bei ca. 65-70k € gelandet, die Ursprünglich von ihm veranschlagte Arbeitszeit wurde fast um den Faktor 4 überschritten.
Harter Tobak dein Ablauf. Als Gegengewicht bzw. Beispiel wie es gehen kann : Meine Strippenzieher waren genau zwei Wochen auf dem Bau meistens war es nur einer, gelegentlich zwei. Insgesamt kam die Stundenzahl auf nicht über 100. Später dann noch mal eine Person 1 Arbeitstag für die Inbetriebnahme.

Beschaffung, Anschluss und Parametrierung der KNX-Geräte übernahm ich selbst. Also ähnlich wie bei dir alles. Funktionalität ist wahrscheinlich auch vergleichbar, wobei ich deutlich mehr KNX-Geräte habe. Aber das liegt hauptsächlich daran, dass ich auf mehr Dezentralität setze.
 
M

matte

Ja, war ziemlich übel und kostete uns so manche schlaflose Nacht. Vor allem die Ungewissheit, wie das finanziell enden würde, war schon bedrückend.
Wenn ich deine Arbeitszeit so lese, frag ich mich noch mehr, was meine Monteure denn eigentlich die ganze Zeit gemacht haben...

Ich könnte mir schon vorstellen, dass die Dezentralität bei mir etwas eingespart hätte, da die Leitungswege und der damit verbundene Aufwand beim Strippenziehen wohl geringer ausgefallen wären.
Aber das Thema ist erledigt.

Zum Schluss haben wir noch die Kabelreste zum Schrotthändler gebracht und sind von dem Geld mal schön essen gegangen
 
Zuletzt aktualisiert 28.06.2022
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