Erdwärmepumpe EFH 200m² FBH kfw55 - Einstellung/Optimierung

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grericht

Hallo. Wir sind Im März ins neue EFH gezogen. Optimierungen an der Heizung habe ich mir dann nicht mehr gegeben. Nun, wo die Temperaturen anziehen habe ich begonnen mich damit auseinander zu setzen.

Fakten zum Haus:
  • EFH (Wohn)Keller + 2,5 Etagen (Satteldach bewohnbar/ebenfalls FBH) -> 4 HKV
  • etwa 200qm FBH
  • 2 Bäder OHNE Zusatzheizung
  • kfw55
  • Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
  • im Keller sind aktuell 2 Räume unbewohnt/ungenutzt + der Technikraum
  • Im Dach sind auch noch 2 Kinderzimmer unbewohnt/ungenutzt
Fakten zur Heizungsanlage (die Beschreibungen sind aus der Rechnung):
  • Hocheffizienz Sole/Wasser-Wärmepumpe Dimplex SI 8TU
  • Hocheffizienz-Solepaket SZB 140E für Sole/Wasser-Wärmepumpe mit elektronisch geregelter Soleumwälzpumpe Yonos Para 25/1-10
  • Multifunktionsspeicher Geysir MTL-WP650 Effizienzklasse B (150mm Dämmstärke) mit anschlussmöglichkeit für mehrere Wärmeerzeuger, mit Schichtungsplatte für große Volumen-ströme, Inhalt 850l, Warmwasserbereitung im Durchfluss-Gegenstromprinzip über Edelstahlwärmetauscher, incl. Differenz-Temperaturregler und Strömungssensor für WW-Zapfsystem
  • Hydraulischer Anschluss der Wärmepumpe am Multifunktionspeicher mit Präzisionsstahlrohr 28x1,5 incl. Isolierung, 1 St. Zonenladepumpe Dimplex UPH 75-25P mit Absperrset für Heizung und für WW-Ladung umschaltbar
  • Einbindung des Heizsystems mit Heizkreissets Easyflow DN 25 R1" mit EPP-Isolierung Typ 2 mit 3-Wege-Mischer, mit Mischermotor und Umwälzpumpe Grundfos UPM3 Auto
  • (ERR in 3/4 der Räume) - aktuell aber abgeschaltet
  • Kühlstation Dimplex PKS 14 Econ für passive Kühlung über Erdwärmesonden, bestehend aus Wärmetauscher, Soleumwälzpumpe, Kühlmodule für Netzwerkbetrieb mit Wärmepumpenmanager und Temperaturfühler
  • Raumtemperaturcontroller Dimplex Smart RTC, zur Optimierung der witterungsgeführten Reglung über einen Referenzraum
Meine bisherigen Versuche:
  • Warmwasser:
    • Als erstes habe ich mich um die Warmwasseraufbereitung gekümmert. Die war anfangs auf 50° mit 2° Hysterese eingestellt. Bei Dimplex bedeutet das bei Warmwasser, dass bei 48° neu auf 50° geheizt wurde. Das war grundlegend auch in Ordnung aber hat auch ohne Warmwassernutzung dazu geführt, dass wir 2-3mal am Tag Wasser geheizt haben. Da die Pumpe aber nur ganz kurz lief waren wir im Sommer bei durchschnittlich etwa 0,7kWh/d
    • Hab dann experimentiert mit Absenkung der Temperatur, Sperrzeiten und erhöhen der Hysterese. Als "Verbrauchsoptimum" hat sich bei uns 50° und 7°Hysterese herausgestellt bei Sperrzeiten 20-17Uhr. Das hat dazu geführt, dass die Pumpe teilweise einen Tag gar nicht lief. Das waren aber dann trotzdem 0,5kWh/d. Heißt, dass es kaum Verbrauchsreduktion bei teilweise spürbaren Komforteinbußen gab. Mittlerweile bin ich bei 48° und 4° Hysterese und Sperrzeit 22-17Uhr angelangt. Da wir Warmes Wasser nahezu ausschließlich Abends nutzen kommen wir damit gut über den Tag. Beim Baden/Mehrbedarf wird das Wasser aber notfalls trotzdem nachgeheizt. Ich experimentiere gerade im 5 oder 6 Grad Hysterese, da bei laufendem Heizugsbetrieb die Wärmeverluste geringer zu sein scheint und wir evtl. auch mal einen Tag überspringen können. Mal schauen ...
  • Nun aber zur Heizung, meine Versuche:
    • alle ERR "abgeschaltet", die Heizkreise nach Gefühl aufgedreht und versucht nachzuregulieren. Geregelt wurde über die Festwert-Rücklauftemperatur die hab ich testweise von 23 bis 26 Grad erhöht. Vom Verbrauch und COP war das sehr zufriedenstellend. Leider ist es mir nicht gelungen im Bad über 22° zu erreichen ohne, dass mir in den anderen Räumen zu warm wurde (dort waren dann schnell 22Grad, was mir zu viel ist).
    • in den Kinderzimmern dann wieder die ERR angeschaltet
    • Nach einem 1Wochen-Urlaub wo ich die Heizung komplett ausgeschaltet habe, habe ich nochmal von vorne angefangen. Dabei hatte ich versucht wie empfohlen vorzugehen und den wärmsten Raum (Bad) komplett aufzudrehen (etwa 2,2l/min) und dann die Temperatur anzuheben bis man zufrieden ist. Dafür ist aber natürlich die Heizung total überdimensioniert?! Heißt, die Heizung ist 20mal für 10-15Minuten angesprungen, der Vorlauf war dann schön bei 30-33Grad aber die Temperatur ist gefühlt nicht von der Wärmepumpe weggekommen. Ich hänge mal ein Bild zum Verhalten an.
    • Da ich vermutet habe, dass das am mangelnden Durchfluss lag und ich mich nicht an eine andere Einstellung der Heizungspumpe getraut habe, habe ich dann langsam andere Räume mit leicht aufgedreht.
    • Ich habe dann auch angefangen die Festwerttemperatur auf 27 oder 28Grad zu steigern und über die Hysterese dafür zu sorgen, dass die Pumpe seltener aber dafür länger arbeitete. Mittlerweile bin ich mit den Temperaturen im Haus recht zufrieden. Die Werte sehen trotzdem noch komisch aus finde ich. Ich glaube ich habe nun total viele Räume/Fläche/Puffermasse die nur so wenig Durchfluss hat, dass dort immer mal die ganze "abgekühlte Masse" im Kreis dreht und halt auch immer mal wieder am Rücklauf ankommt. mich stört das ansich nicht aber ich will auch nicht irgendwelche Schäden provozieren. Bild füge ich auch an.
    • Als letztes habe ich über eine Absenkung der Temperatur über Nacht und am Vormittag dafür gesorgt, dass die Heizung zu günstigen Zeitpunkten startet. Aktuell genugen 2 Starts mit jeweils etwa 2-3h Länge.
Fragen:
  • hab ich mich komplett verrannt? oder sind die Ansätze tauglich? Auf den Heizungsbauer kann ich leider nicht wirlich zurückgreifen. Der ist sicher kompetemt aber erstens kaum greifbar und 2. sicher mit derartigen Optimierungsgedanken dann auch überfordert.
  • was ist mit Räumen die ungenutzt sind. Dort den Estrich mit als Puffer nutzen und diese trotzdem mit leicht auftrehen (<0,5l/min)?
  • ich glaube immer mehr, dass wir diese große Spreizung zwischen 23° Bad und 20,5° Zimmern nicht gut geregelt bekommen - führt wirklich kein Weg an eienr Zusatzheizung vorbei? Wir brauchen das Bad eigentlich nur für 2h und Abends 4h 23°. Ansonsten würden dort sicher auch 21-22Grad reichen.
  • Tipps zur Einstellung
Persönliche "Vorlieben"
  • Im Schlafzimmer ist die FBH zu - trotzdem sind hier schnell 19-20Grad, was fast schon zu warm ist.
  • in den 3 Kinderzimmern schließt die ERR von 17 bis 3Uhr (zum schlafen - mit Zeitverzögerung)
  • restliche Zimmer 20-21Grad
  • Wohnküche 21-22Grad
  • Bäder 23Grad
 

Anhänge

D

Daniel-Sp

Puh. Leider wieder so ein riesiger Kombispeicher, der die mit 8kW Nennleistung überdimensionierte Wärmepumpe bändigen soll. Ein Problembereiter und Effizienzkiller.
Nun ist er da.
Wie sind die Heizkurven im Heizkreis und Mischerkreis? Für beste Effizienz sollte der Mischkreis immer voll offen sein.
Für das Bad habe ich kein gutes Gefühl. Bedarfsgerechtes zuheizen ist meist günstiger als anheben der Heizkurve und abwürgen der FBH, zumindest materialschonender für die Wärmepumpe.
Mit dimplex kenne ich mich nicht aus, kann nur allgemeine Tipps zur Unterstützung geben.
Hast du eine gut verständliche Skizze der Anlagenhydraulik?
 
B

Benutzer200

1. Unterlagen zur Heizungsauslegung besorgen nebst hydraulischem Abgleich
2. Hydraulischen Abgleich gem. Unterlagen vornehmen
3. Heizung mal laufen lassen, so wie sie berechnet wurde (Warmwasser 50 Grad ist schon ok, ich komme bei mir z.B. mit 7 Grad Hysterese gut aus, dass die Anlage 1x am Tag läuft bzw. wenn drei Mädels die Regendusche strapazieren auch 2x am Tag. Sperrzeiten sehe ich als unnötig - höchstens in Verbindung mit Photovoltaik Anlage sinnvoll)
4. Mit den Ergebnissen wieder zurückkommen, und die Anlage feintunen
 
R

RotorMotor

Erst Mal davon verabschieden innerhalb der thermischen Hülle Unterschiede von mehr als drei Grad zu erreichen!

Also schlafen 18 und Bad 23 ist einfach nicht drin.
Sowas erreichen wollen frustriert nur.
Innentüren und -wände sind halt nicht gedämmt.
 
G

grericht

Puh. Leider wieder so ein riesiger Kombispeicher, der die mit 8kW Nennleistung überdimensionierte Wärmepumpe bändigen soll. Ein Problembereiter und Effizienzkiller.
Nun ist er da.
Wie sind die Heizkurven im Heizkreis und Mischerkreis? Für beste Effizienz sollte der Mischkreis immer voll offen sein.
Für das Bad habe ich kein gutes Gefühl. Bedarfsgerechtes zuheizen ist meist günstiger als anheben der Heizkurve und abwürgen der FBH, zumindest materialschonender für die Wärmepumpe.
Mit dimplex kenne ich mich nicht aus, kann nur allgemeine Tipps zur Unterstützung geben.
Hast du eine gut verständliche Skizze der Anlagenhydraulik?
Wobei der Zeeh Speicher auch von einigen Effizienz Yunkies empfohlen wird. Aber ja, wenn ich mehr Zeit gehabt hätte hätte ich mich wohl anders entschieden. Die Idee war irgendwann mit Photovoltaik den Speicher bei Sonne zu tanken.
Skizze hab ich keine. Leider ist der Heizungsbauer nicht der Typ, der soetwas gut erklären kann. Ich würde mich durchaus als technisch versiert bezeichnen aber er hatte wo er hier war immer soviel mit basteln zu tun (da sind auch einige blöde dinge zusammen gekommen - zb ist die zusatzheizpumpe beim estrichprogramm explodiert) und er ist zeitlich halt sehr eingespannt, da hab ich die anlage noch nicht 100% erschlossen.

1. Unterlagen zur Heizungsauslegung besorgen nebst hydraulischem Abgleich
2. Hydraulischen Abgleich gem. Unterlagen vornehmen
3. Heizung mal laufen lassen, so wie sie berechnet wurde (Warmwasser 50 Grad ist schon ok, ich komme bei mir z.B. mit 7 Grad Hysterese gut aus, dass die Anlage 1x am Tag läuft bzw. wenn drei Mädels die Regendusche strapazieren auch 2x am Tag. Sperrzeiten sehe ich als unnötig - höchstens in Verbindung mit Photovoltaik Anlage sinnvoll)
4. Mit den Ergebnissen wieder zurückkommen, und die Anlage feintunen
Hydraulischen Abgliech hat der Energieberater für die Förderung eh noch verlangt. Ist auch da. Da erscheinen mir einige Sachen sehr suspekt (Keller bei 18° trotzdem über 2l/min Durchfluss und Bad bei angestrebten 24° 0,9l/min - kann dass stimmen? Die Werte sind doch sicher dafür, dass man dann ERR ran hat?)
Durchgeführt wird er demnächst. Bzw hab ich in den Räumen mit ERR (sind aber nur 3) das schon selber eingestellt. in Allen anderen Räumen hab ich deutlich runter geregelt und in den Bädern voll auf?!
zu 3.: das wird ganz praktisch schon stimmen. da wir aber in einem halben jahr nur ein einziges mal früh die dusch gebraucht haben und da auch 40° noch ausreichen, wir wegen der entscheidung auf eine zirkulation zu verzichten auch nur abends mal warmes wasser aus dem wasserhahn ziehen und somit nur zum abends duschen und aufwaschen warmes wasser brauchen fände ich es trotzdem doof wenn das wasser mal 23uhr aufgeheizt wird statt lieber noch bis 17Uhr auf 41 grad zu sinken.

Erst Mal davon verabschieden innerhalb der thermischen Hülle Unterschiede von mehr als drei Grad zu erreichen!

Also schlafen 18 und Bad 23 ist einfach nicht drin.
Sowas erreichen wollen frustriert nur.
Innentüren und -wände sind halt nicht gedämmt.
na 3 grad wären ja schon ausreichend. und aktuell sieht es wirklich ganz gut aus.
im sz sind 19,5 (mit abends mal lüften sogar 18,5/19 für eine weile) und im benachbarten bad 23, teilweise sogar 23,5.
also auch wenn die heizkurve komisch aussieht und scheinbar nicht besonders gut gemischt wird?! bin ich aktuell sehr zufrieden. aber das läuft halt auch erst 3 tage so und ich hatte gehofft, dass sich nach fertiger aufheizung in den räumen der Verbrauch noch einpegelt.
 
Zuletzt bearbeitet:
D

Daniel-Sp

Auch die ungenutzten Räume solltest du mitheizen. Sonst verschleppst du unnötig die Wärme von den beheizten zu den unbeheizten Räumen. Welche Räume grenzen an das Bad an? Die unbedingt mitheizen auch wenn sie nicht benutzt werden.
Du fragst nach Optimierung der Einstellungen. Wie stehen die Heizkurven Heizkreis und Mischkreis derzeit?
 
Zuletzt aktualisiert 02.02.2023
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