Eigenheimbau - Massivhaus oder Fertighaus?

4,70 Stern(e) 10 Votes
E

Elly S.

Hallo Leute!

Mein Freund und ich sind gerade dabei ein Paar Infos und Ideen für unser Eigenheim zu sammeln. Wie es nun mal so ist, haben wir bereits einige Bauherren angesprochen und nach deren Meinung bezüglich Preis, Größe, etc. gefragt und jede Ansicht ist anders, also hoffen wir auf hilfreiche Tipps auch hier im Forum.

Unsere erste Frage, die wir uns stellen, ist: Fertighaus oder Massivhaus?


Und wenn Massivhaus: kann man das Haus in einer Größe von ca. 110 m², ohne Keller, ohne Schnickschnack wie Erker, Gaube usw. (ganz normal rechteckig also ), ohne Sägen von Ziegeln und mit tlw. Hilfe von Bekannten/Verwandten für etwa 200.000 € hinstellen?

Was ist billiger, ebenerdig oder mehrstöckig und dafür eine kleinere Bodenplatte?


Und wenn doch ein Fertighaus, dann: wie lange kann es tatsächlich stehen, wenn wir eine gute Baufirma finden, bzw. wenn man es auch gut pflegt? Ist es reparierbar, wenn es die Lebenserwartung und die Garantiezeit des Herstellers überschritten hat (wir sprechen hier von gravierenden Sachen wie z.B. ein Riss in der Wand...)? Ist es in der heutigen Zeit tatsächlich noch so, dass ein Fertighaus an Wert verliert und später nicht mehr zu einem vernünftigen Preis verkauft werden kann, gemessen an einem Massivhaus?


LG, Elly
 
Nordlys

Nordlys

Das ist eine Fülle von Fragen. Zunächst höre ich, ihr müsst sparsam bauen. Müssen wir auch. 110, das ist auch unser Haus.
Also denke ich, was sagen zu können. Wiederverkauf, Werterhalt. Massiv geht besser. Ist evtl. nur gefühlt, aber Gefühle sind Realität. Und bei massiv ist die Verknüpfung solide da. Fertighaus, da ist die Verknüpfung im Hirn Pappschachtel. Daher. Werterhalt 1 : 0 für massiv.
Bauweise. Massiv bauen heisst mit Stein bauen. Der günstigste Baustein ist Porenbeton. Er erreicht ausreichend gute Dämmwerte, um ihn direkt Verputzen zu können, und erfüllt somit auch ohne Styropordämmung die EnEV. Besser ist natürlich verklinkert, aber teurer. Also wenn massiv und sparsam, dann 36,5 er Ytong monolithisch.
Der Wandaufbau im Ferughaussegment ist meist Nadelholzfachwerk, Dämmstoffe dazwischen. Innen eine Installationsebene, aussen ein Wärmedämmverbundsystem. Oder eine vorgesetzte, mit Dämmstoff gefütterte Holzfassade. Dieses funktioniert, aber bitte kein Wasserrohrbruch. Preislich nimmt sich beides nicht viel, manche Fertighausanbieter sind sogar echt teuer. Scanhaus Marlow oder Danwood nicht. Die sind preiswert bis günstig.
Unser Haus kommt Schlüsselfertig in SH 163 tsd. Brutto. Dafür bekommen wir einen Bungalow 13,5 mal 10 Bodenplatte. Vier Zimmer, ein Bad,, ein extra WC, eine Fussbodenheizung mit Gas und Solarthermie. Gute Markenware im Standard, aber keine blinkenden Extras. Die Fenster sind weiss, die Türen auch, das Dach wird weinrot. Alles funktional, nicht edel. Ein Fertighaus käme nicht günstiger, ein 1,5 Geschosser auch nicht. Wenn das Grundstück es hergibt.. .Bungalow. In einer älter werdenden Gesellschaft wird das zukünftig der gefragteste Haustyp, dessen bin ich sicher. Karsten
 
M

Marvinius

Das ist aber wohl nur der Hauspreise. Hinzu kommen die Erdarbeiten, Anschlüsse der Versorger, ev Bodenbeläge und Malerarbeiten, eine neue Küche und die Außenanlage. Macht wahrscheinlich 30% vom "schlüsselfertigen" Festpreis zusätzlich und dann ist ein knappes Budget sehr schnell überschritten. Aktueller Erfahrungswert von unserem laufenden Bau: Die 30% reichen nicht
 
ypg

ypg

Stein auf Stein oder Holzständerbauweise?
Wenn Du die Suchfunktion oben rechts benutzt, dann findest Du eine Menge an Diskussionen hier in diesem Forum.


Gruß, Yvonne
 
Nordlys

Nordlys

Das ist aber wohl nur der Hauspreise. Hinzu kommen die Erdarbeiten, Anschlüsse der Versorger, ev Bodenbeläge und Malerarbeiten, eine neue Küche und die Außenanlage. Macht wahrscheinlich 30% vom "schlüsselfertigen" Festpreis zusätzlich und dann ist ein knappes Budget sehr schnell überschritten. Aktueller Erfahrungswert von unserem laufenden Bau: Die 30% reichen nicht
Mein GU hat die NK so kalkuliert, Erdarbeiten Mehrleistung 6500 bis 7000. Küche, Maler, Bodenbeläge ausser Fliesen, 15000,-. Galabau, 10000,-. Behördengebühren, Versorger, Telekom, 7000,-. Tiefbau Hausanschlüsse 2500,- . Gibt 35 tsd. Dazu Garage 7400,- Etwas noch beim Eli, beim Badezimmertypen, gibt rund 210 gesamte Kosten.
Wenn ihr in SH oder MVP oder Ostbrandenburg baut, kann das auch bei Euch so klappen, in Ballungsraumnähe nicht. Da laufen Euch die Preise weg. Karsten
 
11ant

11ant

kann man das Haus in einer Größe von ca. 110 m², ohne Keller, ohne Schnickschnack wie Erker, Gaube usw. (ganz normal rechteckig also ), ohne Sägen von Ziegeln und mit tlw. Hilfe von Bekannten/Verwandten für etwa 200.000 € hinstellen?

Was ist billiger, ebenerdig oder mehrstöckig und dafür eine kleinere Bodenplatte?
Was meinst Du denn mit "Sägen von Ziegeln" ?

Massiv bauen tut man heute mit Porenziegeln ("Poroton"), Porenbetonsteinen ("Ytong"), Kalksandstein etcetera. Steine gibt es in verschiedenen Formaten, und gesägt wird da in der Regel nichts. Außer, der Planer ignoriert an allen Ecken und Enden die Steinmaße.

Ob Massiv oder Holztafel-Fertigbau, dazu gibt es viele (leider überwiegend subjektive) Meinungen und Vorurteile. Diejenigen davon, die Dein Bänker hat, sind für Dich relevant. Der "beleiht" ein Fertighaus ggf. zu schlechteren Konditionen.

Fertighäuser sind nicht Fertigpizzen, d.h. nicht konstruktionsbedingt billiger Mist und nach dem Motto "nur Bares ist Wahres" dürfe man nur "Stein auf Stein" nehmen, wenn es halten soll. Aber dazu gibt es viele unterschiedliche Ansichten - und teilweise regelrechte "Haßprediger" bei den Befürwortern von X und Ablehnern von Y. Da steht man als Laie dann wie ein begossener Pudel da und weiß nicht, wem man glauben soll. Denn der falsche Baustoff ist böse, und von dem geht auch gleich die Welt unter

Bei den Details geht das dann weiter: warte nur ab, bis die Planungsgedanken zum Thema "Heizung und Lüftung" kommen

Ob Du die Hausgröße auf einer Etage unterbringst, auf zwei gleich großen, oder auf "anderthalb Geschossen": das ist nicht Deine Geschmacksfrage allein.

Technisch gesehen kann man sagen, die aktuell sehr angesagte "Stadtvilla" in zweigeschossig mit quadratischem Grundriss und flach geneigtem Dach sei die günstigste Form - nach dem Verhältnis von Wohnfläche zu Außenwandfläche.

Aber da bist Du in der Entscheidung nicht frei: die meisten Grundstücke haben heute einen "Bebauungsplan", der ihnen da Vorschriften macht. Zum Beispiel auch über die Höhe eines "Kniestockes" (auch "Drempel" genannt). Das ist der gerade hochgehende Teil der Außenwand im Obergeschoss, bevor das geneigte Dach kommt.

Hast Du ein Grundstück, dann ist ein solcher Rahmen was man darf, damit schon vorgegeben. Ohne Bebauungsplan ist man an eine Ähnlichkeit mit den Häusern der Umgebung gebunden - das kann mehr Freiheit bedeuten, muß es aber nicht.

Umgekehrt schränkt sich auf eine bestimmte Hausform festzulegen die Auswahl der Grundstücke ein, auf denen man das so bauen darf.

Am besten formt Ihr erst einmal die eigenen Vorstellungen. Oder wäre es Euch völlig egal, ob ein- oder zwei- oder anderthalbgeschossig ?
 
Zuletzt bearbeitet:

Ähnliche Themen
29.08.2013Fertighaus (Holz) vs Massiv (Stein auf Stein)Beiträge: 11
26.12.2012Fertighaus / Massivhaus, welche Bauunternehmen?Beiträge: 16
16.10.2019Bungalow - macht das auf einem solchen Grundstück Sinn?Beiträge: 21
02.03.2021Fertighaus oder Massivhaus?Beiträge: 21
23.08.2017Unterschied Schallschutz Massivhaus vs. Fertighaus?Beiträge: 27
25.08.2019Massiv-Fertighaus oder Bauträger?Beiträge: 33
04.05.2020Scanhaus Erfahrungen und andere HausanbieterBeiträge: 37
19.10.2020Straße ca. 50cm über Grundstück - Auffüllen oder KellerBeiträge: 26
13.03.2018Schlüsselfertig Bauen Grundstück und PreiseBeiträge: 79
19.02.2017Sinnvoller Hausbau-Planungs Ablauf?Beiträge: 21

Alle Bilder dieser Forenkategorie anzeigen
Oben