Alternative zu Proxon Luft / Luft Wärmepumpe?

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Mit der Luftheizung kannst Du einzelne Räume nicht spontan einzeln heizen, soweit ich weiß.

Kurz mal heizen geht mit Wärmepumpe nicht, sie hat viel zu wenig Leistung wenn sie passend geplant ist. Es dauert Tage bis es warm ist. Auch mit Gas: Neubau ist zu träge um schnell abzukühlen.

Bau aus Holz/wenig Masse im Haus, große Gasheizung und Fenster permanent auf. Dann kannst Du alte Gewohnheiten beibehalten, hast dann aber Heizkosten wie im Altbau.

Die FBH wird nicht warm (<30°), das ist alte Denkweise. Dazu sollte sie aber möglichst gut geplant werden und rund um die Uhr an sein, in jedem Raum. Je länger (zeitl.) und großflächiger, desto kälter kann sie betrieben werden und desto weniger Strom benötigt die Wärmepumpe.
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Meinungen gehen anscheinend deutlich gegen Luft/Luft so wie ich das hier so sehe. Danke erst mal dafür.

Okay, ich kann mich bestimmt auch mit einer Fußbodenheizung anfreunden, das einzige was mich denke ich stören könnte ist das es eventuell ständig zu warm ist.
Ich wohne aktuell in einem Fachwerkhaus und bin der Typ immer Fenster auf. Wenn mir zu kalt ist, Fenster zu, Heizkörper bissel auf, dann wirds warm. Ansonsten sind bei mir immer die Fenster offen und ich heize relativ spontan und nur dann wenn ich es brauche. Wahrscheinlich wäre für mich der klassische Heizkörper immer noch die beste Wahl, aber wer möchte noch Heizkörper in einem modernen Neubau.
Ich hoffe ihr könnt mein Problem nachvollziehen, und wieso ich eine Luft/Luft Heizung in Erwägung gezogen hatte.
nein, für dich wäre ein Altbau optimal.

in modernen Häusern dauert eine temperaturänderung in etwa 24h. man stellt einmal seine FBH mit WP auf eine Temperatur ein, die hat man, in allen zimmern, an 365 tagen.

alles davon abweichende ist entweder schwer zu realisieren (selbst bei "komplett aus" in der Speisekammer hat die immer noch 19-20 grad - die Dämmung nach außen ist zu gut, durch die Innenwände kommt die wärme aus den anderen zimmern) oder energetischer quatsch (Vorlauf so hoch, das Badezimmer 25 grad hat, und die anderen Zimmer auf 20 grad abwürgen) der entweder leistbar ist (Gas) oder dich finanziell ruiniert (lwwp)

die LLWP ist eine Erfindung für passivhäuser und sollte da auch bleiben. im schlimmsten fall noch Abluft LLWP. Dann ist das Groschengrab offiziell.
 
Es wird ein Galileo-Home. Haus mit Holzkern. Komplett diffusionsoffen, bedeutet massive Holzwand, von außen Dämmung und Putz. Keine Folie, keine Dampfbremse oder Dampfsperre. Auch innen die Wände komplett massiv aus Holz, verkleidet mit Rigips, oder Lehmbauplatten, je nachdem was der Geldbeutel so sagt.

Der Häuslebauer empfiehlt für die Bauart von Haus Wärmepumpe in Verbindung mit Fußbodenheizung und wenn ich eure Meinungen so lesen, dann tendiere ich so langsam auch Richtung FBH...
 
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Ja, nimm eine FBH, am besten mit SWWP, wenn nicht möglich oder nicht gewollte halt als LWWP. Eine LLWP würde ich auch nicht haben wollen (außer im Passivhaus)!

Übrigens: Ob Folie oder nicht spielt überhaupt keine Rolle, da per Gesetz Häuser 'luftdicht' sei müssen, das regelt die EnEV. Alles andere ist Marketinggeschwafel (diffusionsoffen scheint bei vielen Bauherren zu ziehen, ... ;))
 
Ist keine klassische LLWP
Bei uns verbaut. Wir haben eine Luft Wasser Inverterpumpe im System. Es arbeitet wie klassische LWWP z.b LWZ 504 nur die FBH fehlt

Unser System ist recht schwerfällig - vermute noch mehr als eine moderne Fußbodenheizung. Es kann nicht aufeinmal der Luftstrom verdreifacht und die Temperatur auf 40 Grad erhöht werden. Dann zieht es und an jedem Luftauslass kommt heiße Luft wie beim Föhn. Vermutlich bei der Proxon genauso

spontanes Aufheizen mit Wärmepumpe und EnEV Haus funktioniert nicht. Wenn es Abends auf dem Sofa schnell wärmer sein soll, dann Holzofen oder Infrarot.

Angeblich wird gerade im Passivhausbereich immer mehr mit niedriger Grundtemperatur und bei Bedarf kurz punktuell zugeheizt.
 
Ich glaube, die meisten hier haben das System der Proxon-Luftheizung nicht verstanden. Es handelt sich nicht um eine Luft/Luft-Wärmepumpe! Es ist eine normale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung durch einen Kreuzstromwärmetauscher, der bis zu 85% der Wärme aus der Abluft an die Zuluft überträgt. Die Nachheizung (quasi den Verlustausgleich) besorgen kleine Elektro-Heizelemente in den Deckenauslässen der Zuluft in den Zimmern. Dadurch lässt sich sehr wohl jedes Zimmer individuell, schnell und einfach temperieren. Den nötigen Strom sollte am besten eine PV-Anlage liefern. Eine Wärmepumpe kommt bis hier gar nicht zum Einsatz.
Das Luft ein schlechtes Medium zum Wärmetransport darstellt, kann man in dem Fall auch nicht so stehen lassen. Ja, Luft hat eine schlechtere spezifische Wärmekapazität als z.B. Wasser, d.h. ich muss um 1W zu transportieren mehr Luft "bewegen" als Wasser. Tut die Lüftungsanlage ohnehin, deswegen berechnet man Luft-Wärmetransport in cbm/h und nicht in Litern/h. Zweitens heizen dir Elemente dort, wo die Wärme benötigt wird, Transportverluste sind also quasi nicht vorhanden.
Das eine Heizkörper- oder Fußbodenheizung besser den Raum heizt, ist ebenfalls quatsch. Wenn ein Raum 100W/h Wärmebedarf hat, muss ich diese 100W dort hin bringen. Egal wie.
Fakt ist, dass ich die warme Luft direkt am Körper spüre. Das System reagiert damit also viel schneller als ein wassergeführtes System.
Ein Heizkörper muss erst mal selbst warm werden und dann die Wärme des Heizungswassers an die Raumluft und Raumumgebungsflächen abgeben, damit ich sie spüren kann, ist also träger, als eine Luftheizung.
Eine Fußbodenheizung noch viel mehr, da überhaupt kein Konfektionsanteil vorliegt und sogar noch der gesamte Estrich aufgeheizt werden muss. Zudem wirbeln beide Wasserheizungen Staub im Haus auf, wohingegen die Luftheizung diesen herausfiltert.
Der einzige Wärmepumpenteil der Proxon-Anlage steckt in der Trinkwassererwärmung über eine (Ab-)Luft-Wärmepumpe. Diese ist hinter den Abluftkanal der Lüftungsanlage geschaltet. Der Luft, die also das Haus verlässt und im Kreuzstromwärmetauscher der Lüftungsanlage bereits ihre Wärme zu 85% an die Frischluft abgegeben hat, wird noch weitere Wärme entzogen, um die Energie zu nutzen und mittels Wärmepumpentechnik ans Trink-WarmWasser weiterzugeben. Dies so zu tun ist eigentlich total schlau, denn statt die Fortluft mit z.B. 10°C im Winter nach draußen zu blasen, nutzt man auch noch den letzten Rest nutzbaren Energiegehalts.
Ähnlich wie bei einer Brennwertheizung, bei der auch die Abgase, also quasi das Abfallprodukt der Verbrennung mittels eines nachgeschalteten Wärmetauschers so weit abgekühlt werden, dass ihnen fast sämtliche Energie entzogen wurde und sie nicht mal allein den Schornstein aufsteigen können, sondern gefördert werden müssen, hat man hier noch einen Wärmetauscher "Hinter" die Lüftungsanlage geschaltet.
Jetzt kann man auch verstehen, warum die Proxon-Anlagen häufig tropfen. Was natürlich nicht unkontrolliert, sondern über den Tropfwasseranschluss passieren sollte!
Warme Luft kann mehr Wasserdampf binden, als kalte Luft. Wenn ich jetzt also die Warme Raumluft, mit einem relativ hohen Anteil an Wasserdampf (Kochen, Duschen, Schweiß) über die kalt angesaugte Frischluft führe, um die Wärme zurück zu gewinnen, MUSS zwangsläufig Kondenswasser entstehen! Daher sollten Filter, Kondensatwanne und Kondensatablauf regelmäßig gereinigt werden.

Aus meiner Sicht macht solch eine Anlage durchaus Sinn, denn sie kombiniert die heute ohnehin zwingend notwendige Lüftungsanlage mit einer günstigen Heizungsanlage, sofern das ganze System vernünftig aufeinander abgestimmt (z.B. eigene PV mit Batterie) und eingeregelt ist.
Denn wie bei einem wassergeführten Heizungssystem auch, gehört zur Lüftung/Lüftungsheizung ein "hydraulischer" Abgleich. Alle Zuluftventile müssen passend zum Raum eingestellt werden, damit der genau passende Volumenstrom sicher gestellt ist, wie bei Heizungsventilen auch. Dies geschieht über ein elektronisches Flügelrad-Anemometer mit Trichter, der über den jeweiligen Anschluss geschoben wird.
 

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