Zeit zog ins Land, ich konnte viel lernen und möchte gerne Beobachtungen teilen die womöglich anderen Hilfreich sind. Der erste Post ist allgemein, der nächste sehr spezifisch und komplex und wird vermutlich für wenige Personen realisierbar sein.
Fehlerhafte Handhabung und Planung und potentielle Lösungen:
In Deutschland werden die Dinger eingebaut immer in Kombination mit Raumthermostaten, dies ist Humbug, kostet bei der Installation Geld und verursacht laufende Kosten durch die Steuerung welche zusätzlich Strom bedarf.
Abhilfe:
Wärmepumpe machen lassen und die Wärme in den Räumen durch den Durchfluss steuern, alle Ventile sind in der Regel händisch auf und zudrehbar am Heizkreisverteiler selbst. Wenn bereits verbaut, Sicherung für Steuerung der Thernostate rausnehmen.
In Deutschland werden ebenfalls zu große Wärmepumpen verbaut, was die Effizienz und Lebensdauer der Anlage reduzieren kann.
Abhilfe:
- Je nach Grad der Überdimensionierung alle Sicherungen für elektrisches Nachheizen rausnehmen (während Wolfswintern nicht vergessen sie bei Bedarf rein zu tun)
- Pulsbetrieb um die Leistung auch mal abzufragen, allgemein gilt zwar den Verdichter zu schonen, aber eine Zielfrequenz des Verdichters zwischen 30-40 Hz garantiert einerseits Wirtschaftlichkeit der Anlage und auf der anderen Seite durch kompensieren indem die Taktstarts reduziert werden können.
Betriebsweisen:
Es gibt keine universielle Einstellung die ganzjährig das Optimum darstellt.
Abhilfe:
Lerne deine Anlage kennen, es ist keine fehlinvestierte Zeit, generell und das dürfte korrelieren:
- Herbst/Winter/Frühjahr bei hoher Feuchte
- Vermeide lange Laufzeiten des Verdichters bei niedrigen Frequenzen da sich immer mehr Eis bildet
- Erhöhe die Leistung der Fortlüfter etwas, erniedrige den Durchfluss, der Sinn davon ist die Spreizung zwischen Vor und Rücklauf zu erhöhen, das ist notwendig um die Wärme besser weg zu bringen, zwar reduziert sich der potentielle COP weil der Vorlauf höhere Temperatur hat aber der Rücklauf kommt kälter rein und kann die Wärme vom Verdichter besser abholen was sein abkühlen dämpft. Die erhöhte Fortluft erhöht ebenfalls leicht die Temperatur am Verdichter. Abtauen kostet richtig Energie und destabilisiert das Heizwasser, lieber von Haus aus etwas mehr Energie geben statt zu vereisen, insbesondere das destabilierte Heizwasser kann schlimmsten Fall zusätzliche Takte einige Stunden später verursachen
- Winter
Ähnlich wie 1 da sehr hohe Feuchte oft vorliegt, bei trocken kalt mit breiter Differenz Taupunkt und T2m gerne umkehren und Fortluft reduzieren.
- Herbst/Frühling
- Hier wird es besonders interessant, die Kombination aus Überdimensionierter Anlage und stark gedämmter Immobilie kann dazu genutzt werden nur einen einzigen Takt zu nutzen um mit der Trägheit des gesamten Tag angenehm zu haben. Sofern möglich kann die gesamte Anlage nun für 16h vom Netz getrennt werden was zusätzlich den ganzen Standby der Anlage einspart
- Kombination mit Balkon-Solar ist wirtschaftlich da auch kein Speicher benötigt wird, je nach Typ der Anlage kann man auch ohne smarter Ausführung der Anlage die Einstellungen so vornehmen das nur zu Zeitpunkten geheizt wird an der potentiell Solarstrom anliegt, z.b über den Programmeinstellungen für Tag und Nacht Betrieb.
Wirtschaftlichkeit:
Richtig eingestellt, ständig an die Jahreszeit angepasst, ist die Wirtschaftlichkeit trotz Überdimensionierter Anlage sehr gut zu erreichen, der größte Pluspunkt ist seine Möglichkeit mit Photovoltaik reinzusteuern.
Fazit:
Nie wieder ein anderes Heizsystem als Wärmepumpe aber sie in ein Kind, sie wird Zeit benötigen, dich manchmal nerven also ein interaktives Erlebnis sein, kann aber verstehen wenn jemand keine Lust darauf hat