Mit wem Einfamilienhaus planen/bauen?

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Ist denn monolitisches Vermauern mit gefüllten Ziegeln qualitativ ein Unterschied zu WDVS?
Zweifach ja: erstens technisch, weil die Dämmstoffe in den Ziegeln (bis auf seltene Ausnahmen) andere sind als die, die beim WDVS außen "drangetackert" ;-) werden. Und zweitens religiös, weil es einige Bauherren gibt, für die "aus Prinzip" (um es nicht noch drastischer zu formulieren) nur entweder monolithisch oder WDVS in Frage kommt und das jeweils andere indiskutabel ist.
Wie würde man denn typischerweise so ein Garten-/Kellergeschoss machen - Beton und Mauerwerk?
Wenn Holz/Stein gemischt, würde ich zumindest Wege suchen, Deckenfelder nicht gemischt auf beiden Materialien aufzulegen. Auch bei Beton/Stein gemischt würde ich mit Skelettbau oder dergleichen statisch eine Quasi-Homogenität herzustellen versuchen. Generell lassen sich Probleme dabei damit minimieren, daß man möglichst gleiche Druckfestigkeiten wählt. Ich persönlich würde - Fachwissen schützt nicht vor Subjektivität - ein Stein- oder Beton-UG bevorzugen, glaube andererseits aber auch, daß der Staudenschreiner und auch der eine oder andere weitere Holzbauer wissen, was sie tun. Nicht alles, was ich noch nicht gemacht habe, ist wirklich unmöglich ;-)
 
Was lässt Euch denn überzeugte Hölzler sein und wie lange wohnt Ihr schon in Eurem Haus?
Hmmm, ich finde die Wohnatmosphäre im Holzhaus sehr angenehm. Man hat nie das Gefühl von kalten oder kühlen Wänden. Ich mag den Geruch von Holz, aber den von Beton nicht. Auch aus ökologischen Gründen haben wir uns für ein Holzhaus entschieden und dann auch sehr bewußt nach einem Holzhausbauer gesucht, der hier mit uns konform geht, also z.B. Hölzer aus heimischen Anbau verwendet und nicht aus der Ukraine oder so. Auch ansonsten gibt es von Holzhaus zu Holzhaus im Wandaufbau Unterschiede. Wir wollten dort keinen Kunststoff haben etc.

Auf dem Bau war es bei uns auch immer schön sauber. Da muß man höchstens mal ein paar Sägespäne wegkehren. Überspitzt formuliert könnte man unser Haus auch einfach wieder abbauen und verheizen ohne schwer zu entsorgende Rückstände. Letzthin habe ich einen Bericht gehört, bei dem gesagt wurde, wieviel CO2 Ausstoß die Betonherstellung verursacht - da war ich wieder sehr zufrieden mit unserer Entscheidung.

Als nur die Außenwände standen, war es in unserem Haus schon heimelig und angenehm und überall dieser Holzgeruch - love it :cool:

Darüber hinaus habe ich mich schon lange mit Hausbau beschäftigt und war immer wieder von den alten Häusern in Skandinavien fasziniert - fast alles Holzhäuser und oft über 100 Jahre alt. Auch sagenhaft schöne Kirchen gibt es da. Es scheint sich also durchaus bewährt zu haben. Nach einem Urlaub in einem alten Bauernhof aus Holz in Schweden stand die Entscheidung eigentlich fest: wenn irgendwann mal Haus, dann Holzhaus. Dieses Haus war nur zeitweise bewohnt und ansonsten unbeheizt. Wir kamen rein und obwohl es kalt war, war es nicht klamm, sondern einfach kühl. Als der Ofen lief, war es sofort angnehm.


Also für mich ist es sowohl wegen dem Wohngefühl und dem ökologischen Aspekt klar, wie ich ein Haus bauen würde: Holz.

Beton haben wir ganz spärlich im Haus verwendet (die Lüftungsrohre im Fußboden wurden mit Beton fixiert) und ansonsten nur im Garten. Also wie gesagt: sollte das Haus irgendwann mal abgerissen werden, ist das Haus selber sicher kein Problem sowohl beim Abbau als auch beim Entsorgen. Aber der Garten wird ein Thema *lach*. Durch die Hanglage ist da einiges an Beton gelandet.

Wir wohnen jetzt 1 1/4 Jahre im Haus.
 
Heißt aber, Ihr wohnt noch nicht drin und Du kannst noch keine Erfahrungswerte mitteilen, oder?
Stimmt, bei uns geht's Anfang 2021 los, daher kann ich bisher nur hoffen, dass unsere Vorstellungen, wie wir oben/unten/Garten nutzen, sich bewahrheiten. Wie so oft im Leben hat beides seine Vor- und Nachteile und es musste eine Entscheidung her.
Allerdings stehen bei uns die Nachbarhäuser schon seit Jahrzehnten und 2 von 3 Nachbarn haben ebenfalls im EG Balkon/Terrasse mit Treppe. Der Eine hat das Untergeschoss vorgezogen und ca. 30qm Terrasse mit seitlicher Treppe. Der nutzt seinen Garten ehrlich gesagt kaum und das sieht man auch... Der Andere mit ca. 12 qm Balkon und Wendeltreppe allerdings schon, der hat sich einen tollen Freisitz mit Feuerstelle gebastelt.
 
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Ja, da hab ich mich auch sehr gewundert und sicherlich dreimal nachgefragt. Wurde aber immer gesagt, das sei kein Problem.
Wir sind seit 15 Monaten im Haus. Fundament und Bodenplatte aus Beton, kein Keller, nur ein von außen zugänglicher Technikraum in der Ebene -1. wozu innen eine Treppe bauen... Innen haben wir Lehmputz. In den Ecken / Übergängen haben wir einen Schnitt gemacht, da klar war, dass es etwas Bewegung im Haus geben wird, aber keine Setzrisse. Die Schnitte machen wir im kommenden Jahr zu. Stört uns nicht.
Erstens hat er ja kein Problem damit, den mit Beton angefangenen Keller "zu übernehmen" und weiterzubauen
So wurde auch unser Bau gemacht: Erd- und Betonarbeiten inklusive Bodenplatte durch einen Tiefbauer, Holzhaus drauf. Die Passgenauigkeit war im Millimeterbereich und übertraf alle Erwartungen, auch die des Zimmerers, der an keiner Stelle Hand an den Beton legen musste um die Wände zu stellen - doch an einer, da hatten wir die Türe aus der Küche noch einmal um 20 cm versetzt.
Als nur die Außenwände standen, war es in unserem Haus schon heimelig und angenehm und überall dieser Holzgeruch - love it
Dieses sehr befriedigende Gefühl hatten wir auch.

Holzhaus auf Betonfundament funktioniert nach unserer Erfahrung. Die beteiligten Unternehmen waren hervorragend im Kontakt untereinander.
 
Wieder danke für Eure super Beiträge!
Ich werde später drauf eingehen; ich hab eben mal den Grundrissentwurf von Holz 1 hochgeladen.
Wir freuen uns über Kommentare, danke! :)
Sehr gut. Wie viele schon schrieben Holz vs. Stein ist geschmackssache und am Ende entscheiden sich viele am ehesten für den Anbieter anstatt dieBauweise!

Übrigens sucht ihr einen GU und keinen Bauträger, da ihr das Grundstück undHaus ja selbst kauft/bauen lasst und nicht alles in einem Paket erwerben wollt.

Grundriss-Beiträg habt ihr erstellt, Finanzierungsbeitrag könntet ihr noch erstellen. Und dann am Besten nochmal mit dem Grundriss der zu 90-95% für euch passt Angebote bei euren 2 Favoriten einholen! Und dann gut die BLB und Angebote inhaltlich vergleichen, klassische Exceltabelle wer was inkludiert hat für welchem Preis. zB KfW erreichen ist bei Holz vs Massiv nicht immer gleich im Standard - was wünscht ihr euch? Tilgungszuschuss ist attraktiv, das mit einbeziehen, wenn gewünscht.

Und dann mit der Bank klären was drin ist.
„Mal eben“ 50k spart ihr nicht am Bau! Definitiv nicht. Auch nicht mit anderer Ausstattung, zwei Wänden etwas verschieben oder Eigenleistungen. Und auf ALLE Angebote kommt immer noch ein großer Anteil on top bzw.Nebenkosten, Küche, Ausstattung, Garten!

Daher vergleichbare Angebote einholen,Bank kontaktieren und dann Auswahl treffen oder Haus anders planen.

Viel Erfolg!
 
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