Meiste Feuchtigkeit durch Estrich?

5,00 Stern(e) 4 Votes
S

Sunnx

Hallo zusammen,

gestern hatten wir ein erstes informatives Gespräch mit einem Massivhaus-Anbieter. Natürlich stellen wir immer die Frage, wo der jeweilige Anbieter SEINEN Vorteil ggü. anderen Bauweisen sieht. Das konnte der gestern nicht soo genau beantworten, er hat sich eher Mühe gegeben, Argumente gegen Fertighäuser in Holzständerbauweise vorzutragen.

Jedenfalls hat er auch gesagt, dass die meiste Feuchtigkeit mit dem Estrich ins Haus kommt und es daher egal ist, ob man Stein auf Stein baut (und sich damit dem Wetter-Risiko aussetzt) oder innerhalb kürzester Zeit den Rohbau für ein Fertighaus aufstellt. Der Estrich muss ja in jedem Fall erst vor Ort verlegt werden und danach trocknen.

Man liest ja immer wieder, dass ein Vorteil beim Fertighaus eben die trockene Bauweise in der Halle ist, aber wird das tatsächlich durch den Estrich wieder relativiert?

Bin für alle Antworten und Gedanken dazu dankbar

Viele Grüße,
Sandra
 
D

Doc.Schnaggls

Hallo Sandra,

Euer Gesprächspartner hatte teilweise schon recht. Natürlich kommt mit dem Estrich viel Feuchtigkeit ins Haus, unabhängig davon, ob es sich um ein Massiv- oder ein Fertighaus handelt - diese Feuchtigkeit sitzt dann aber nur im Estrich und nirgends sonst.

Allerdings ist es eben so, dass ein massiv gebautes Haus unter Umständen länger einer feuchten Witterung ausgesetzt sein kann, als ein Fertighaus und zudem durch den Mörtel noch zusätzliche Feuchtigkeit ins Haus (in die Wände) kommt.

Im Gegenzug ist es aber natürlich auch so, dass ein Fertighaus auch richtig feucht werden kann, wenn es am Aufbautag schüttet wie aus Kübeln. dann muss hier im Extremfall sogar die Dämmung ausgetauscht werden und dazu auch die Wände wieder geöffnet werden.

Die Entscheidung ob Fertighaus oder Massivhaus wird Euch niemand abnehmen können, hier im Forum vertreten die meisten Mitglieder natürlich ihr Haussystem...

Wir fanden es sehr interessant uns vor einer Entscheidung für ein Hausbauunternehmen mal die Produktion einiger Fertighausanbieter anzuschauen - da lernt man doch einiges über den Wandaufbau und kann die Unterschiede zwischen den Anbietern auch sehen.

Grüße,

Dirk
 
S

Sunnx

Hallo Dirk,

danke für Deine Antwort (und auch für das Hallo und den Link zu eurem interessanten Blog in dem anderen Vorstellungs-Thread)!

Ach ja, das wäre schön, wenn uns jemand diese grundsätzliche Entscheidung abnehmen könnte Wir sehen ja selbst in beiden Bauweisen Vorteile, Nachteile, …

Der Herr meinte gestern, dass der Dünnbettmörtel, den die verwenden, eher eine Art Kleber ist und somit keine weitere nennenswerte Feuchtigkeit mitbringt?! Muss mich da mal in die Materie einlesen, mich würde v.a. interessieren wie dieser Kleber aus baubiologischer Sicht zu bewerten ist.
 
D

Doc.Schnaggls

Hallo Sandra,

Ach ja, das wäre schön, wenn uns jemand diese grundsätzliche Entscheidung abnehmen könnte Wir sehen ja selbst in beiden Bauweisen Vorteile, Nachteile, .
ja, genauso ging es uns auch.

Ich war von Anfang an ein glühender Verfechter des Massivhauses - meine Frau, als Tochter eines Zimmermeisters, eher der Holzständerbauweise zugetan.

Ich kannte, bevor wir uns für unser eigenes Haus informierten, nur zwei Fertighäuser und diese Art von Haus kam für mich absolut nicht in Frage.

Ich habe dann recht schnell gelernt, dass es auch bei Hausherstellern "Lada" und "Porsche" gibt.

Meine Entscheidung ist dann recht schnell gefallen, als ich das erste Musterhaus unseres späteren Vertragspartners betreten habe. Der unterschwellig wahrnehmbare Holzgeruch hat mir sehr gut gefallen und ich konnte in dem Haus (das zu dem Zeitpunkt doch schon ein paar Jahre alt war) kein Knarzen, Knirschen oder gar einen federnden Balkon feststellen - Diese Punkte waren mir an den bisher bekannten Fertighäusern aufgefallen. Alles erschien sehr solide.

Der Herr meinte gestern, dass der Dünnbettmörtel, den die verwenden, eher eine Art Kleber ist und somit keine weitere nennenswerte Feuchtigkeit mitbringt?! Muss mich da mal in die Materie einlesen, mich würde v.a. interessieren wie dieser Kleber aus baubiologischer Sicht zu bewerten ist.
Dazu kann ich Dir nichts sagen - aber ich würde das an Deiner Stelle auch genau prüfen. Uns war es auch extrem wichtig, möglichst ohne Schadstoffe zu bauen - sowohl im Haus als auch bei der Wärmedämmung. Wir bekommen daher auch keine Styrodur- oder Styropor-Dämmung sondern eine Holzfaserplattendämmung.

Grüße,

Dirk
 
Jaydee

Jaydee

Wir haben als einer der Ersten in einem Neubaugebiet gebaut und können somit die Baufortschritte unserer Nachbarn ganz gut verfolgen. Gegenüber wurde ein Haus in Massivbauweise auch super-schnell hochgezogen. Ich glaube, innerhalb von zwei Wochen waren die fertig. Aber jetzt steht das Haus und muss austrocknen.

Unser Haus wurde Mitte Oktober aufgestellt und war Ende Januar (fast) bezugsfertig. Nur noch der Innenausbau musste vorgenommen werden. In der Fabrik wurde das Haus komplett vorbereitet: Abflüsse waren in der Wand, die Strom-Leitungen waren gelegt.. Sowas muss beim Massivbau dann noch im Rohbau erledigt werden.

Trotzdem ist ein Fertighaus nicht unbedingt schneller fertig. In der Zeit, in der der Massivbauer schon mal anfängt die Wände zu mauern, musste von uns schon geplant und festgelegt werden, wo Steckdosen und Wand-/Deckenauslässe hinkommen, welche Farbe die Fenster, Türen, Fensterbretter etc. haben müssen, weil die dann teilweise schon eingebaut in den einzelnen Bauteilen kommt.

Massive Bauweise ist durchaus günstiger, die Dämmung bei der Holzständerbauweise ist einfacher zu erreichen.

Vor- und Nachteile gibt es bei beiden Bauweisen.

Eines der tollsten Vorteile bei der Holzständer-Bauweise finde ich, dass ich nur eine Spax-Schraube brauche, um Möbel an der Wand zu befestigen. Kein Bohren, keine Dübel, einfach nur Schraube rein und fertig
 
N

nordanney

Vielleicht noch ein Pro von uns als "Massivhausbauer" mit Einzelgewerkevergabe. Während der Bauphase hatten wir noch die Möglichkeit, sehr viele Kleinigkeiten umzuplanen, was bei einem Fertighaus nicht so einfach (wenn überhaupt) möglich ist. Beispiele sind: Elektroplanung, versetzen von Wänden, Maße von Fenstern/Dachflächenfenstern, Umplanung eines Badezimmers (Versetzen von Dusche/WC und Waschtischen) usw.

Diese Flexibilität gibt es so nur bei einer Massivbauweise.
 
Zuletzt aktualisiert 20.01.2022
Im Forum Bauplanung gibt es 4477 Themen mit insgesamt 86949 Beiträgen

Ähnliche Themen
09.06.2021Hausbauplanung Massivhaus oder Fertighaus. Mit oder ohne Keller? - Seite 12Beiträge: 80
02.03.2021Fertighaus oder Massivhaus? - Seite 2Beiträge: 21
11.12.2017Fertighaus in Massivbauweise - Welche Baufirma Beiträge: 27
30.05.2012Massivhaus Kosten KFW 70 - Fertighaus Beiträge: 66
26.12.2012Fertighaus / Massivhaus, welche Bauunternehmen? Beiträge: 16
13.04.2018Erfahrung mit der Matthias Wand Massivhaus GmbH (Town & Country)? - Seite 5Beiträge: 97
03.05.2017Eigenheimbau - Massivhaus oder Fertighaus? Beiträge: 34
12.08.2014Bauweise: Fertighaus Massivhaus Baubetreuer Architektenplanung - Seite 2Beiträge: 18
23.08.2017Unterschied Schallschutz Massivhaus vs. Fertighaus? - Seite 2Beiträge: 27
28.08.2020Urin an Wand / auf und eventuell unter Estrich Beiträge: 16

Alle Bilder dieser Forenkategorie anzeigen
Oben