Kredit von privat - was muss man beachten?

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familie_s

Hallo zusammen,

wir warten gerade noch sehnlichst darauf, dass wir von unserer Gemeinde ein Baugrundstück bekommen. Die Vergabe hat sich leider gute 2 Jahre verzögert und beginnt nun nächsten Monat. Sollten wir dann den Zuschlag für ein Grundstück bekommen, möchten wir asap bauen.

Nun hat sich in unserer Verwandtschaft folgende Situation ergeben. Ein Onkel (kinderlos) hat uns angeboten uns bei der Finanzierung unserer Bauvorhabens zu unterstützen und uns einen privaten Kredit zu 1%ppa zu geben.

Gibt es hier Besonderheiten die man beachten sollte? Ist es erlaubt privat Kredite zu vergeben, die weit unter dem marktüblichen Zins liegen?

Wie verhält es sich mit dem Kredit im Sterbefall des Onkels? Wenn hier Erben (Geschwister oder andere Neffen/Nichten) auftreten, muss der Kredit dann an diese weiterbezahlt werden, oder kann das festgelegt werden, dass der Anspruch erlischt? oder wird der Rest in eine Schenkung umgewandelt, die man versteuern muss?
 
H

hanghaus2023

In Deutschland herrscht Vertragsfreiheit. Somit kannst Du mit dem Onkel Verträge schließen. Selbstverständlich wird so ein Kreditvertrag Erbmasse. Wie das dann in einem Erbfall geregelt wird sollte Euch ein Notar beraten können.
 
H

hanghaus2023

MMn sind Geschwister sowie Nichten und Neffen Erben 2. Ordnung. Die haben keinen Pflichteilanspruch. Wenn Du laut Testament oder Erbfolge bedacht wirst, ist in jedem Fall Erbschaftssteuer zu zahlen. Die Frage ist dann wovon willst die Steuer dann bezahlen?

Ich würde von so etwas die Finger weg lassen. Es gibt ja noch andere Angehörige da wird es in Zukunft nicht lustig.
 
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leschaf

Das FA setzt einen marktüblichen Zins (ich glaube 5.5%) an. Alles, was ihr an Zinsen weniger zahlt, gilt als Schenkung. Wenn die Zinsersparnis den steuerlichen Freibetrag übersteigt, zahlt ihr Schenkungssteuer.

Wir hatten das mal durchgerechnet und meine ich etwas in die Richtung 100k Kredit zinsfrei = 20k Schenkung ermittelt.
 
G

guckuck2

Außerdem solltest du beachten, dass der Onkel merken könnte, dass er mittlerweile über 3% risikolos für Festgeld erhalten könnte. Ggf. zieht er sein Angebot dann zurück oder korrigiert seinen Vorstellung was den Zinssatz angeht.
Ich würde es auch nur machen, wenn man den Onkel nicht andauernd sieht. Er wird jede größere Ausgabe eurerseits kritisch beäugen, man hätte ja stattdessen auch das (billige) Darlehen tilgen können. Leider im Freundeskreis schon häufig miterlebt, egal welche Vorsätze und Abmachungen vorher bestanden. Privatleute verhalten sich leider ausgesprochen unprofessionell, wenn es um Geld oder Geschäfte geht.
 
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familie_s

Außerdem solltest du beachten, dass der Onkel merken könnte, dass er mittlerweile über 3% risikolos für Festgeld erhalten könnte. Ggf. zieht er sein Angebot dann zurück oder korrigiert seinen Vorstellung was den Zinssatz angeht.
Ich würde es auch nur machen, wenn man den Onkel nicht andauernd sieht. Er wird jede größere Ausgabe eurerseits kritisch beäugen, man hätte ja stattdessen auch das (billige) Darlehen tilgen können. Leider im Freundeskreis schon häufig miterlebt, egal welche Vorsätze und Abmachungen vorher bestanden. Privatleute verhalten sich leider ausgesprochen unprofessionell, wenn es um Geld oder Geschäfte geht.
Deine Bedenken kann ich nachvollziehen. Aber der Onkel hat schon öfter Privatdarlehen günstig an Nichten/Neffen vergeben um z.B. beim Studium oder der Gründung einer Firma zu unterstützen. Hier stand nicht die Anlage im Vordergrund, dafür hat er noch mehr "Eisen im Feuer", deswegen würde mich so ein Verhalten wundern. Er überlegt auch, einen Teil seines Vermögens - unter anderem sein Haus - zu Lebzeiten jemandem zu geben, der es eher brauchen kann. Es geht hier also eher um die Förderung der Nichten/Neffen und "mit warmer Hand" zu vererben.
 
Zuletzt aktualisiert 17.04.2024
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