Architektenvertrag für EFH - ok?

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11ant

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3.7 finde ich putzig: wenn das Haus teurer wird, möchte der Architekt auch mehr Honorar (?), anstatt mit seinem Honorar für den Budgetüberschreitungsschaden einzustehen (???)
Im übrigen macht die Schwärzung der Honorarhöhe wenig Sinn, sondern erschwert nur die Einschätzung, ob hier mit der Pauschalhonorierung überhaupt günstiger gefahren wird als nach Tabelle.
Wenn Du jetzt schon weisst dass du in Einzelvergabe bauen willst und der Architekt so arbeitet wie ihr es Euch vorstellt - kannste so machen....
Falls du die Möglichkeit eines GU Schlüsselfertigbau offen lassen willst oder falls du die Möglichkeit haben möchtest den Archi loszuwerden - dann max. LP1-4 machen und mehr nur wenns dann passt...
Sich von einem Architekten bald wieder trennen zu können, scheint mir Dein persönliches Lieblingsthema zu sein. Darauf, daß man mit nicht mehr als den Genehmigungsplänen ein Haus nur bauen darf, aber nicht auch kann, hatte ich (Dich) bestimmt schon einmal ;-) hingewiesen. Mit dem freien Architekten nur bis einschließlich LP 4 zu arbeiten, ist nicht Fisch und nicht Fleisch - da könnte man dann gleich den GU-Zeichenknecht genommen haben. Ein Architekt macht sich erst dann richtig bezahlt, wenn er in der zweiten Halbzeit (LP 5 bis 8) noch derselbe ist. Man stelle sich vor, Mozart hätte Wagner-Opern dirigiert: das wäre eine Katzenmusik geworden. Das ist auf dem Bau nicht anders. Wenn Unsicherheit über das Taugen des Architekten und/oder die "Chemie" mit demselben besteht, ist ein Ausstieg nach LP 4 (der hier so auch nicht vorgesehen ist !) viel zu spät.
 
Z

Zaba12

Sich von einem Architekten bald wieder trennen zu können, scheint mir Dein persönliches Lieblingsthema zu sein. Darauf, daß man mit nicht mehr als den Genehmigungsplänen ein Haus nur bauen darf, aber nicht auch kann, hatte ich (Dich) bestimmt schon einmal ;-) hingewiesen. Mit dem freien Architekten nur bis einschließlich LP 4 zu arbeiten, ist nicht Fisch und nicht Fleisch - da könnte man dann gleich den GU-Zeichenknecht genommen haben. Ein Architekt macht sich erst dann richtig bezahlt, wenn er in der zweiten Halbzeit (LP 5 bis 8) noch derselbe ist. Man stelle sich vor, Mozart hätte Wagner-Opern dirigiert: das wäre eine Katzenmusik geworden. Das ist auf dem Bau nicht anders. Wenn Unsicherheit über das Taugen des Architekten und/oder die "Chemie" mit demselben besteht, ist ein Ausstieg nach LP 4 (der hier so auch nicht vorgesehen ist !) viel zu spät.
Du gehst davon aus das jeder Architekt sei Handwerk von LP1 - LP8 umfassend versteht und kann aber das ist mitnichten so. Der eine ist Kreativ und kann funktionale Grundrisse unter Berücksichtigung der Grundstücks- und Kundenanforderungen umsetzen. Der andere ist akribisch in der Angebotsausschreibung und der QS weil er vom Charakter einfach pingelige ist und einfachen nicht anders kann.

Und wie kann der Bauherr einen umfassend guten Architekten erspüren? Eigentlich gar nicht, da er immer nur mit dem kreativen Architekten am Anfang Berührung hat. Was aber direkt gemerkt wird, ist das dieser Schwächen in der Umsetzung der Kundenwünsche hat.

Ich würde immer empfehlen, die Verträge zu splitten um zu ermöglichen sich ohne großen finanziellen Schaden gemeinsam so geräuschlos wie möglich zu trennen. Außerdem finde ich den Vertrag sehr kundenunfreudlich. Nicht nur was die finanzielle Rekompensierung an geht, sondern vom Honorar orientiert man sich an der HOAI aber natürlich nicht an den geforderten Aufgaben und Unterlagen. So ein Blödsinn. Klar geht das wenn man nur 10k€ für 1-8 zahlt aber, die Summe ist ja nicht ohne Grund geschwärzt!
 
11ant

11ant

Du gehst davon aus das jeder Architekt sei Handwerk von LP1 - LP8 umfassend versteht und kann aber das ist mitnichten so. Der eine ist Kreativ und kann funktionale Grundrisse unter Berücksichtigung der Grundstücks- und Kundenanforderungen umsetzen. Der andere ist akribisch in der Angebotsausschreibung und der QS weil er vom Charakter einfach pingelige ist und einfachen nicht anders kann.
Erst einmal Danke für diese Anregung zu einem Beitrag zu diesem Thema. Für jeden GUTEN Architekten gilt das tatsächlich, daß er entweder seinen Beruf durchgängig quer durch alle Leistungsphasen gut beherrscht oder um seine Schwächen weiß und sie offen bekennt. Ich selber (kein Architekt) bin je nach Blickrichtung damit gesegnet oder geschlagen, daß meine Begabungen als Diagnostiker sich um mehrere Oktaven von denen als Operateur unterscheiden.

Daß jeder Architekt da eine zutreffende Selbsteinschätzung zu bieten hätte, das glaube ich mitnichten. Ich habe ja auch gerade NICHT dazu geraten, Mr. Ungewiß gleich bis zum Schlußakord durchzubuchen. Sondern mit dem Hinweis geschlossen, wenn man unsicher sei, einen weit früheren Schnitt vorzusehen. Zunächst nur die LP 1 und 2 zu beauftragen, könnte da eine probate Alternative sein.

Ich bevorzuge Architekten, die das gesamte Projekt begleiten können. Das ist bei einem EFH nicht die Welt, und wem es in der Küche zu warm ist, der soll sich nicht selbständig machen - oder eben nicht alleine, sondern als Kreateur mit einem festen Praktiker zusammen.

Und wie kann der Bauherr einen umfassend guten Architekten erspüren? Eigentlich gar nicht, da er immer nur mit dem kreativen Architekten am Anfang Berührung hat. Was aber direkt gemerkt wird, ist das dieser Schwächen in der Umsetzung der Kundenwünsche hat.
Ich rate dazu, ein Kennenlerngespräch mit einem Architekten nicht in seinem Büro anzuberaumen. Das ist ein Heimspiel für den Theoretiker, und führt im ungünstigen Fall dazu, seine Schwächen als Praktiker nicht zu bemerken. Besser läßt man sich vom Architekten seine aktuellen Baustellen nennen und verabredet sich mit ihm auf einer von diesen. Dort kann man sich am konkreten Beispiel sein Vorgehen erläutern lassen. Wenn währenddessen dort noch gearbeitet wird, kann man ihn gleich mit den Bauarbeitern umgehen sehen. Da kann man in den Gesichtern der Arbeiter schon lesen, wie es um seine Kompetenz und Autorität bestellt ist.
 
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k-man2021

Das Architektenbüro, mit dem wir diesmal bauen, ist etwas größer und beschäftigt auch Bauingenieure und erfahrene Bauleiter (oder hat lokal solche als Freiberufler). Außerdem machen sie erst die komplette Ausführungsplanung, bevor es mit dem Bau losgeht. Dann werden die Details für die Handwerker bei der Ausschreibung und dem Vertrag beigelegt, so dass es später weniger Überraschungen oder Probleme gibt. Finde ich Klasse.
 
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xstelas

Danke für den bisherigen Input.
Zum Thema 3.7: Dies wurde uns so erklärt, das es Kunden gab, welche am Anfang ein Budget kommuniziert haben und nichts besonderes wollten und am Ende 50% mehr investiert haben um überall die beste Ausstattung zu haben.
Ich werde noch die Leistungsbeschreibung beifügen.
 
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Zaba12

Danke für den bisherigen Input.
Zum Thema 3.7: Dies wurde uns so erklärt, das es Kunden gab, welche am Anfang ein Budget kommuniziert haben und nichts besonderes wollten und am Ende 50% mehr investiert haben um überall die beste Ausstattung zu haben.
Ich werde noch die Leistungsbeschreibung beifügen.
Was für ein Märchenonkel. Der Arme. Will er Dir jetzt tatsächlich erzählen das er aus einem Flair 112 ein Villa zaubern musste und dafür nicht vergütet wurde?
 
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