KWL Lüftungsanlage - maximale Rohrlängen Hilfe gesucht

"Lüftungsanlagen / Wärmerückgewinnung" erstellt 11. 02. 2019.

  1. Reini1234

    Reini1234

    20. 11. 2018
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    h komme gerade von meiner Baustelle und habe das Gefühl, dass die Ausführung meiner KWL in eine ganz falsche Bahn läuft.

    Ausgangssituation:
    Eigentlich wollte ich das Gewerk Lüftungsanlage komplett vergeben ohne mich großartig damit zu beschäftigen. Es wurde beim Sanitärmensch eine Wolf CWL 400 mit 50x140cm Flachkanal in Auftrag gegeben. Die Firma hat dann beim Kellerbau die Ventile für die Kellerräume in die Filigrandecke instaliert und ein paar Meter Rohr nach oben stehen lassen. Diese sollten dann weiter in die Installationsebene des Holzständer Haus weitergeführt werden bis in den Spitzboden.
    Vor kurzem wurde mir angeboten doch die restlichen Rohre selber zu verlegen auf Regie, welches wir auch annahmen.

    Das Gerät hängt im Spitzboden an der Giebelwand über dem Bad. Die beiden Luftverteiler direkt davor. Von dort aus werden alle Zu- und Abluftventile im Haus angesteuert. Alle Flachkanäle sind so weit angeschlossen, die Fort- und Außenluft noch nicht.

    Der Installateur kam ein paar mal vorbei, schaute kurz ob alles passt und fertig. Ich bekam dann immer mehr das Gefühl das alles pi mal Daumen gemacht wurde und wunderte mich noch, dass es offenbar keine Richtlinien oder ähnliches gab. Ich bekam dann vor kurzem das Lüftungskonzept, welches ich mir jetzt mal geanuer zu Gemüte geführt habe.

    Dort ist von einer Mindest- und Maximalrohrlänge von 5-15m die Rede. Die 5m habe ich eingehalten, die maximale Länge wird aber für die Kellerräume gnadenlos überschritten:

    KG Zimmer Abluft 12,50m
    KG Zimmer Zuluft 20,00m
    KG Hauswirtschaft Abluft 17,00m
    KG Flur Zuluft 15,80m
    KG Versorgung Abluft 13,30m
    KG WC Abluft 8,50m

    Was genau verursacht eine zu lange Leitung? Schafft das der Ventilator dann nicht mehr? Ich könnte vielleicht den langen 20m Strang nochmal rausziehen und über eine Bodenführung ein paar Meter einsparen, die 15m Grenze werde ich aber nicht erreichen. Allein hier sind 4 Biegungen.
    Bringt es war die wesentlich kürzere Abluft mit der Zuluft zu tauschen?

    Weitere Sachen die mir aufgefallen sind:

    -Wir haben keine festen Bögen zur Verfügung gestellt bekommen und uns alles zu recht gebogen. Gerade der 90 Grad Übergang von Boden zu Wand sieht dann wie auf den Bildern aus. Durch den Knick wird das Rohr etwas eingedrückt, welche Folgen kann das verursachen?

    380c53-1547066810.jpg



    Im Anhang noch mein Lüftungskonzept

    Unbenannt.jpg

     
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  3. Lumpi_LE

    Lumpi_LE

    16. 04. 2015
    777
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    ganz schön verhunst...
    Für die einzelnen Rohre müssen die Druckverluste genau berechnet werden, dazu zählen insbesondere auch solche tollen Knicke wie auf deinem Foto.
    Bei 20 m mit solchen Knicken (macht man so nicht) kommt nichts mehr an, da kommt die ganze Luft dann aus einem Ventil im Obergeschoss, welches dann nur 5 m weg ist. Das muss man dann natürlich einregulieren, aber wahrscheinlich soweit zudrehen, dass nirgends mehr was rauskommt. Reinigen kann man da auch nichts mehr, falls das mal erforderlich wird.

    Lass eine ordentlich Planung machen, und dann nochmal neu, sonst kannst du dir das Geld auch sparen.
     
  4. Reini1234

    Reini1234

    20. 11. 2018
    14
    0
    Nochmal neu ist nicht mehr, das Material ist ja jetzt erstmal schon verbaut und auch bezahlt.
    War heute nochmal dort, ich könnte durch einen anderen Verlauf den 20m Strang tatsächlich auf ca. 15-16m kürzen. Auch die Knicke lassen sich ja austauschen durch die Winkel, was ich wahrscheinlich auch machen werde. Biegungen soll ich dem Planer dann nochmal durchgeben damit die Drosselscheiben berechnet werden können.

    Was noch auffällig war, ist die hohe Luftmenge laut Lüftungskonzept. Diese wurde auf die Wohnfläche und nicht nach Personen ausgelegt. Ich hab parallel das Dokument auch in anderen Foren eingestellt. Hier gibt es unterschiedliche Meinungen:

    -zu hohe Volumenströme und Luftmenge, dadurch mehr Schallausbreitung in den Leitungen

    -durch die hohen Luftmengen kann die Anlage mit einer niedrigen Stufe betrieben werden, dadurch wieder weniger Schall und niedrigere Energiekosten.

    Was meint ihr dazu?
     
  5. Dr Hix

    Dr Hix

    9. 11. 2016
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    153
    Du hast mehrere "Probleme":

    1) (zu) lange Leitungen
    2) Leitungen sind Flach-Kanal
    3) Knicke in der Leitung
    4) So wie es klingt, gibt es je Ventil nur eine Leitung
    5) die Leitungen weisen sehr unterschiedliche Längen auf

    Das bedeutet, du hast einerseits sehr hohe Druckverluste im System und wirst, je nach Raum, (zu) viel Luft durch diese Leitungen schieben müssen. Das bedingt dann einerseits eine sehr hohe Belastung deines Zentralgerätes und damit einhergehende Lautstärke und zum anderen wirst du an manchen Ventilen mit ziemlicher Sicherheit deutlich wahrnehmbare Strömungsgeräusche haben.

    Im Übrigen halte ich das Gerät bei den Luftmengen für unterdimensioniert. Schon bei Nennlüftung rennt der Kasten mit 84% Leistung. Für die Mengen bei Intensivlüftung reicht es dann schon gar nicht mehr.

    Was deine Kommentare aus anderen Foren angeht: Den ersten würde ich unterschreiben, der zweite ist, so wie er da steht, Unfug. Hast du das falsch verstanden/falsch wiedergegeben?
    Eine Anlage kann dann mit niedrigerer Stufe betrieben werden, wenn sie potentielle Leistungsreserven aufweist. Deshalb macht es bei einer KWL auch eigentlich immer Sinn größer zu dimensionieren, als eigentlich auf dem Papier benötigt.
     
  6. Reini1234

    Reini1234

    20. 11. 2018
    14
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    1. Die langen Leitungen hätten sich ja bis auf minimale Überschreitungen erledigt.

    2. Flachkanal musste sein da Holzständerhaus mit Installationsebene

    3. Diese sind auch unvermeidbar bei Ventilen in der Decke

    4. So hat es der Hersteller vorgegeben. Zu jedem Ventil zwei Leitungen hätte ich auch unmöglich in den Wänden unter gebracht.

    5. Ja das stimmt. Ich frage mich allerdings was die Alternative gewesen wäre bei einem 3-Stöckigen Haus? Der Luftverteiler soll so nah wie möglich am Gerät platziert werden, das Gerät wiederum kann ja nur in den Technikraum im Keller oder in den Spitzboden.

    Das Gerät selber ist bereits das größte was Wolf für den privaten Haushalt anbietet, drüber gibts nichts mehr. Ich bin derselben Meinung wie du, dass die Anlage ganz schön was zu arbeiten bekommt. Die Frage wäre aber hier ob die berechneten Luftmengen überhaupt gebraucht werden? Pro Person (später mal 4, im Moment 2 1/2) sind das über 80 mh/3.
    Hier ist auch der Ansatzpunkt der zweiten Aussage eines anderen Forums, das die Anlage eigentlich auf einer geringeren Stufe mit weniger Volumen betrieben werden kann, im Keller befinden sich eh untergeornete Räume (Partyraum, Gäste-WC, Technikd und Hauswirtschaftsraum)
     
  7. Mycraft

    Mycraft Moderator

    24. 10. 2013
    2.923
    546
    Wolf hat übrigens eine Planungssoftware auf der Webseite zum Download. Kannst ja wenn du selbst interesse ahst alles nochmal gegenrechnen.