Deutung Verkäuferverhalten

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Danke.
Das Haus sieht top aus, das geht niemals unter 400k weg...zurecht.
Ist das so?

Ich kenne SH und die Bedingungen dort gar nicht. Gefühlt unendlich Land und wenig Leute - dazu noch raues Wetter. Wenn ich allerdings das mit OWL vergleiche, würde ich behaupten, dass das Dreieck Bielefeld - Detmold - Gütersloh sich als "Boom"-Region mit hohen Bau-/Grundstückspreisen bezeichnen ließe. Natürlich nur im Rahmen. Will das nicht mal annähernd mit Münster oder gar Düsseldorf in NRW vergleichen.

Im "Nirgendwo" - allerdings Luftkurort mit BAD-Anhängsel vorm Dorfnamen, haben meine Eltern ihr Haus vor 3 Jahren für 280k verkauft. Standort nördlich des Wiehengebirges. Mehr ging nicht. Haus mit Keller und ausgebauten Dachboden, verklinkert und guter Grundriss. Insgesamt gut in Schuss. Hätte ich selbst gekauft, wenn nicht eine Stunde bzw. 2 Stunden Fahrzeit von unseren Jobs weg. Fand ich für unsere Verhältnisse hier echt krass, dass da nicht mehr ging. In meinen Augen viel zu billig - aber scheint da (damals) echt normal gewesen zu sein. Während Neubau ETWs relativ vergleichbar waren mit unseren Preisen hier.

Boris übrigens bei ca. 100€ in einer vergleichbaren Gegend dort oben hat nen Kumpel mit der Familie mehrere Baugrundstücke 5€ über Bodenrichtwert (<5%) vollerschlossen verkauft.

EDIT Grundstück liegt laut Boris bei 100k...da kannst du locker 50% drauf packen..
Das ist wirklich sehr Standortabhängig. Siehe oben.
 
Ich habe mir das Inserat inzwischen angesehen und muß sagen - völlig egal ob und für wieviel Geld ich es würde haben wollen: die Beschreibung ist vorbildlich. Ich will mich mit dem "Wissen" über das Objekt nun auf garkeine Seite schlagen, ob es den Preis X oder Y oder welchen dazwischen wert wäre. Sondern, aus meiner Sicht "zählen" nur:
2. der Verkäufer kann sich aus seiner Perspektive ebenso zu seiner Reaktion "berechtigt" fühlen wie der TE zu seinem Angebot, und
1. der TE sollte aus der Diskussion nicht lernen wollen, sich bei einem nächsten Mal "klüger" zu verhalten, denn: ich schließe mich der Lesart an, das Unterbewußtsein des TE habe dieses Geschäft nicht machen wollen. Und diesbezüglich denke ich, der TE sollte sich bei seinem Unterbewußtsein für den Hinweis bedanken, die Gebrauchtobjektsuche abzuhaken und auf seinen inneren Wunsch hörend das Projekt "Bauen" weiterverfolgen.
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Also diesen Satz kann ich nicht nachvollziehen. Natürlich kann mit Bestand immer was sein, aber mit Neubau auch. In manchen Gebieten ohne Bauplätze (und die sind nun mal endlich) gibt es zudem kaum Alternativen. Warum braucht man viel Erfahrung? Es gibt einen Haufen Leute, die Bestand kaufen? Zumal auch die Verkäufer auch nicht immer Profis sind.
Ich meinte primär: "wessen innerer Wunsch ein Bestandsobjekt eigentlich nur als Ersatz an sieht, den wird es nicht wirklich erfreuen"; und zum zweiten, daß ein Bestandsobjekt (als klassisches Gebrauchthaus vom Vorbesitzer, ein Bauträgerobjekt ist nochmals eine Sorte für sich) mit einem Neubauvorhaben nicht vergleichbar anderen "Gesetzen" folgt. Beim Neubauvorhaben hat man einen Plan, den kann man bei der Umsetzung noch varrieren, nun muß man Handwerker suchen etcetera, für Material und Arbeit gibt es konjunkturbeeinflußte Preise, aber relativ berechenbar, und viele Gehilfen bei der Umsetzung sind Profis. Bei einem Gebrauchtobjekt ist eine Verschiebung auf dem Grundstück nicht mehr zu diskutieren und eine andere Ausstattung bedeutet nicht auf den Kauf von Fliese A zu verzichten und Fliese B zu wählen, sondern für die Fliese B die Fliese A rauszukloppen egal wieviel "Restlaufzeit" sie noch haben könnte, und der Gehilfe bei der Traumumsetzung ist der Verkäufer, ein Privatmensch mit aller Subjektivität die da so dran hängt. Wo beim Neubauvorhaben gefeilscht würde, wird beim Gebrauchtobjekt wie man hier sehen kann eher gezockt - und das bedingt einen ganz anderen Background an Lebenserfahrung, der dabei mitzubringen ist, wenn das Vorhaben Erfolg haben soll.
 
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Gefühlt unendlich Land und wenig Leute - dazu noch raues Wetter.
Du bist mit dem Ort mitten dort, wo andere Urlaub machen und sich freiwillig mit dem rauhen Wind den Stress wegpusten lassen.
Großstadt braucht man da nicht. Arbeitsplätze gibt es dort, die aber nicht vergleichbar mit dem Bankenmilieu in Frankfurt zu tun haben.
Lebensqualität durch Provinz und Küste.
 
Verstehe auch nicht, warum es hier alle als 'Frechheit' bezeichnen ein Angebot unter dem geforderten Preis abzugeben.
Eine Frechheit ist es natürlich nicht, aber es war taktisch eher ungeschickt.
Ein selbstbewusstes Gegenangebot kann man durchaus wagen, wenn die Immobilie schon seit ein paar Wochen in den einschlägigen Portalen steht und dem Verkäufer wahrscheinlich schon dämmert, dass seine Hütte alles andere als die heiße Ware ist, für die er sie am Anfang gehalten hat.
Aber gleich zu Beginn, wo der Verkäufer erstmal einen Haufen Anfragen kriegt und noch mitten in den Besichtigungen steckt, verspricht sowas einfach keine Aussicht auf Erfolg und führt nur dazu, dass man sich aus dem Rennen kickt.

Besser wäre, sich nach der Besichtigung zeitnah zu melden, sich für die angenehme Führung durchs Haus zu bedanken, das Haus zu loben, aber gleichzeitig zu betonen, dass man momentan preislich noch "etwas" auseinanderliegt. Die eigene Telefonnummer nochmal mitteilen und fertig. Keinesfalls einen konkreten Betrag oder sowas nennen.
Wenn der berühmte Dumme unter den Interessenten ist, kann man sowieso nix machen, dann ist die Hütte nach 3 Tagen reserviert oder inaktiv.
Wenn sich alles andere aber zerschlägt, dann greift man gerne auf denjenigen Kandidaten zurück, der einem besonders angenehm im Gedächtnis geblieben ist - und nicht auf denjenigen, der direkt viel weniger geboten und ein Ultimatum gesetzt hat.
 
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