Bauantrag bei Behörden
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Bauantrag bei Behörden


Die Hausbaufirma sagt, es sei nun alles unter Dach und Fach, der Entwurf steht, unsere Sonderwünsche wurden berücksichtigt, die Bauleistungsbeschreibung wurde bearbeitet und ist nun zur Zufriedenheit aller formuliert und der Vertrag unterzeichnet. Wir dachten, jetzt geht es los, das Grundstück wird zur Baustelle – aber nein, sagt die Baufirma, zuerst muss ein Bauantrag verfasst werden. Wir bauen im Bereich eines Bebauungsplanes, nach meinen Infos benötigt man hier keine Baugenehmigung, warum dann einen Bauantrag stellen?

Die Baubehörden sind gesetzlich gefordert, das Baugeschehen zu steuern und zu überwachen. Ein Haus zu bauen betrifft ja nicht nur die Bauherren, sondern auch die Nachbarn und sogar Unbeteiligte; verschiedene Gesetze und Verordnungen regeln, was wo und wie gebaut werden darf, und dass damit nur ja kein Interesse verletzt wird.

Der Bauantrag ist für die Baubehörden das gegebene Mittel, diesem gesetzlichen Auftrag nachzukommen. Die Landesbauordungen der Länder geben den gesetzlichen Rahmen vor, die Bauunterlagenprüfungsverordnungen schreiben Art und Umfang der einzureichenden Unterlagen vor – „Bauunterlagen“ genannt“.
Diese Bauunterlagen bestehen aus Bauzeichnungen und Berechnungen; hier wird zeichnerisch dargestellt, wie das Haus aussehen wird, Fassaden, Grundrisse und die wichtigsten Maße werden hier dargestellt. Es wird gezeigt, wo auf dem Grundstück das Gebäude stehen wird, ausreichende Abstände zu den Nachbargrundstücken und Ort und Anzahl der Parkplätze werden dargestellt. Verschiedene Berechnungen geben Auskunft über die Wohnfläche, die Bebauung des Grundstücks und den umbauten Raum. Gibt ein Bebauungsplan explizit Bauformen, Dachneigungen, Bepflanzungen u.a. vor, wird die Übereinstimmung mit diesen Forderungen auch im Bauantrag nachgewiesen.
Zum Bauantrag werden die Bauunterlagen dann zusammen mit den behördlichen Bauantragsformularen; die Baubehörden möchten Bauherrschaft, Ort des Grundstücks, Planverfasser und Angaben zum Bauvorhaben wissen. Das alles fordern die Baubehörden für jedes Bauvorhaben – ob diese Bauunterlagen aber auch behördlich geprüft werden, darüber geben die Landesbauordnungen Auskunft.

Unser Bauherr aus der Einleitung hat deshalb schon auch recht, wenn er sagt, dass ein Bauvorhaben im Bereich eines Bebauungsplanes keiner Baugenehmigung bedarf. Hier muss man aber etwas Wortklauberei betreiben: Baugenehmigung und Bauantrag sind zwei verschiedene Dinge. Der Bauantrag besteht aus verschiedenen Unterlagen, die bei der Baubehörde eingereicht werden. Liegen dann endlich die Bauunterlagen der Behörde vor, werden diese auf Vollständigkeit geprüft und danach auf Übereinstimmung mit den Bauvorschriften – aber eben nicht immer, im Bereich eines Bebauungsplanes nicht! Dennoch muss ein Bauantrag verfasst und bei der Baubehörde eingereicht werden – das Amt möchte wissen, wer was und wo baut.
Die Landesbauordnungen geben schließlich vor, wie mit dem Bauantrag verfahren wird, und wie lange ein solches Verfahren dauern darf. Ist alles in Ordnung, wird letztendlich – je nach Prüfungsverfahren – die Baugenehmigung förmlich erteilt.


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