Bauzeitenplan mit Vertragspartnern

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Bauzeitenplan


Während der Bauantrag bei der Baubehörde geprüft wird, lässt man die Wartezeit nicht ungenutzt verstreichen. Man nutzt die Zeit, sich mit seinen Vertragspartnern um einen Bauzeitenplan zu kümmern. Dieser ist für alle am Bau Beteiligten ein sehr nützliches Instrument, den Bauablauf zeitlich möglichst genau zu gestalten.

Als Kunde eines Bauträgers hat man mit der Planung der Bauzeiten wenig zu tun, das ist Sache des
Bauträgers, der als Bauherr und Unternehmer den Bauablauf auf seine Bedürfnisse abgestimmt
plant. Fragen Sie nach dem Bauzeitenplan, um auch eine gewisse Übersicht zu bekommen. Da die
Makler- und Bauträgerverordnung einen verbindlichen Zahlungsplan vorschreibt und dieser Zahlungsplan
in Bauträger-Bauvorhaben eng mit dem Bauablauf verknüpft ist, stellt die jeweils fällige
Zahlung die einzige Beteiligung des Bauherrn am zeitlichen Bauablauf dar. Die Bauherrschaft kann
so jeweils prüfen, ob der Baufortschritt dem Zahlungsplan entspricht: „Ist denn der Rohbau einschließlich
der Zimmererarbeiten abgeschlossen?“ Wenn ja, liegt der Bauablauf im Plan, wenn
nicht, zahlt man die Rate erst bei Abschluss der für die Ratenzahlung notwendigen Arbeiten. So
erkennt dann man als Bauträgerkunde die eventuelle Verzögerung und kann zumindest für sich
selbst zeitlich etwas mitplanen.

Auch Fertighaushersteller und Generalunternehmer/Massivhausanbieter werden Ihnen eigene Bauzeitenpläne
vorstellen. Das Fertighaus muss vor Baubeginn schon produziert werden. Der Generalunternehmer
ordert vor Baubeginn die wichtigsten Bauteile und Baustoffe. Da kann die Bauherrschaft
aus mangelnder Fachkenntnis nicht mitreden. Für die Bauzeit selbst ist die Bauherrschaft
dann wieder wichtig. Als Bauherr muss man als verantwortliche Person in die zeitlichen Abläufe
eingeweiht sein.

Eine sich aus dem Bauzeitenplan ergebende Vorleistung des Bauherrn wäre aus Sicht des Fertighausherstellers
die Verkehrssicherung an der Baustelle. Der Bauherr prüft auf Vorgabe der Fertighausfirma,
eventuell zusammen mit einem deren Fachleute, ob der Zuweg für einen Kranwagen
geeignet ist, gibt es einen sicheren Stellplatz für den Kran, wird dafür eine öffentliche Genehmigung
benötigt, die Genehmigung muss eventuell beantragt werden. Das kostet Zeit und sollte selbstredend
vor Baubeginn geklärt sein.

Der Generalunternehmer muss wissen, wann vom Bauherrn selbst zu liefernde Bauteile an die
Baustelle kommen oder wann und wie lange Eigenleistungen einzuplanen sind – ist alles Bestandteil
eines Bauzeitenplanes.

Den Bauablauf mit dem Architekten zu planen, bietet Bauherren viele Freiheiten. Persönlich bedingte
zeitliche Parameter können gut eingearbeitet werden. Urlaub, geschäftlich bedingte Abwesenheit
etc. können in den Bauzeitenplan eingearbeitet werden. Im Falle von Eigenleistungen werden
die Zeiten der Bauhelfer mit eingeplant.

Es wird immer Verzögerungen im Bauablauf geben: Krankheit, schlechte Wetterbedingungen, Lieferschwierigkeiten
bestimmter Baustoffe. Damit an der Baustelle dennoch möglichst reibungslos
gearbeitet, und vor allem die Fertigstellung geplant werden kann, sollte der Bauzeitenplan immer
wieder dynamisch an den tatsächlichen Bauablauf angepasst werden.

Da die Bauzeit, resp. Fertigstellung von großer Bedeutung für die Kündigung von Mietwohnung
oder -haus ist, lässt sich am Bauzeitenplan gut ablesen, wann man kündigen könnte, um doppelte
Zahlungen zu vermeiden. So dürfen die Bauzeiten nicht zu knapp geplant werden. Es hat keinen
Sinn, die Fertigstellung auf dem Papier möglichst früh zu planen und nach zu früher Kündigung
ohne Wohnung und ohne Haus dazustehen. Deshalb wird der Vertragspartner immer Karenzzeiten
einplanen. Das macht er also nicht, um die Bauzeit mutwillig ohne Rücksicht auf „überflüssige“
Mietzahlungen zu verlängern, sondern mit Bedacht, damit der Zeitpunkt für den Einzug ins neue
Haus realistisch bleibt.

Es gibt viele Computerprogramme, die den Planern zur Verfügung stehen, um den Bauzeitenplan
darzustellen; das Ergebnis ist fast immer ein vielfarbiges Balkendiagramm, an dem man Beginn,
Ende und Dauer der verschiedenen Bauleistungen und -ereignisse ablesen kann. Da die Computerdarstellungen
unkompliziert und schnell weitergegeben werden können, wird auch die Bauherrschaft
immer einen guten zeitlichen Überblick zum Bauablauf bekommen können.






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