KFW 70 wird nicht erreicht, Richtwerte Gasbrennwertheizung

4,80 Stern(e) 5 Votes
R

rebenstorf

Hi Leute,
Ich brauche mal einen Rat von euch. Unser EFH Neubau wird gerade berechnet und da hat mich die berechnende Person angerufen und gesagt, das das Haus KfW 70 nicht erreicht und ich war schockiert da ich eigentlich dachte das wir fast KfW 55 erreichen würden.
Nun zu den Hausdaten:
186m² Wohnfläche
Untersohlendämmung 8cm XPS 0,04 WLG
Aussenmauererk 1,5cm Gipsputz, 24cm Poroton T16, 18cm 0,035 WLG Mineralwolle, 2cm Luftschicht, 11,5cm Klinker
Fenster 3fachverglast UG 0,7 Dach 6cm Aufsparrendämmung, 24cm 0,035 WLG Zwischensparrendämmung, 6cm Untersparrendämmung WLG 0,035
Heizungsanlage Buderus GBH172 T75S 14KW mit 750L Pufferspeicher, 5SKS 4.0 Kollektoren bei Dachneigung 45° Südausrichtung keine Verschattung
Fussbodenheizung im EG und OG
Ich hoffe das ich nichts vergessen habe. Also nach den Transmissionswärmeverlusten müsste das also schon knapp KfW 55 sein, aber es wird ja auch die Heizung berücksichtigt. Das ist zwar eine Gasbrennwertheizung aber das sollte doch trotzdem KFW70 erreichen.
Da ich mir ja natürlich Angebote von einigen Hausherstellern und Bauunternehmen eingeholt habe weiss ich was die so für Kfw70 tun um dies zu erreichen und da war nicht einmal eine Lüftungsanlage dabei und eigentlich immer nur Gasbrennwert mit Warmwasserbereitung. Was die Dämmung angeht hatte auch nicht ein Haus das was wir eingeplant hatten. Meine frage an die Fachleute hat meine berechnende Person recht, was ja eigentlich bedeuten würde das nahezu alle Hausanbieter bescheißen,........ oder hat sie einen Rechenfehler gemacht. Mir ist klar das die Meinung hier keine richtige Berechnung ersetzt aber eine grobe Einschätzung sollte möglich sein.
Vielen Dank im voraus!
 
B

Bauexperte

Guten Abend,

€uro wird sicher noch näher auf das Thema eingehen.

186m² Wohnfläche
Da könnte - nach Berechnung der Statik - eine Menge Beton in den Außenwänden verbaut werden müssen.

Dach 6cm Aufsparrendämmung, 24cm 0,035 WLG Zwischensparrendämmung, 6cm Untersparrendämmung WLG 0,035
Warum hast Du so viel Aufwand beim Dach betrieben? Welchen Sinn soll das machen?

Meine frage an die Fachleute hat meine berechnende Person recht, was ja eigentlich bedeuten würde das nahezu alle Hausanbieter bescheißen.........
Das kommt darauf an, welche Anbieter Du gefragt hast

GBW & Solar ist immer eine heiße Kiste; wer sagt, das sich in dieser Kombi KfW 70 immer erreichen läßt, sollte den Beruf wechseln. Ob Deine Beraterin Recht oder sich verrechnet hat, kann hier Niemand zuverlässig beantworten. Viele Dinge - bspw. der eingangs erwähnte Beton - spielen dabei eine Rolle; auch der Klimastandort.

Liebe Grüsse, Bauexperte
 

€uro

Hallo,
.....und gesagt, das das Haus KFW 70 nicht erreicht und ich war schockiert da ich eigentlich dachte das wir fast KFW 55 erreichen würden....
Worauf begründet sich die Annahme KfW 55?
...Nun zu den Hausdaten:....
Rein von den Ausgangsdaten eigentlich rein formal für KfW 70 geeignet (keine Garantie für die Aussage ohne Überprüfung !!!)
Überall wo Menschen arbeiten, können Fehler passieren. Auch ich bin nicht fehlerfrei! Daher verwende ich bei meinen Berechnungen Plausibilitätsprüfungen, um solchen, etwaigen Dingen vorzubeugen.
Man sollte dem Ersteller Gelegenheit zur Überprüfung geben. Mitunter sind es formelle Kleinigkeiten oder einfach Falscheingaben!
Andererseits kann ein Softwarefehler vorliegen, absolut keine Seltenheit!!!
Ich bin stets überrascht, wie gleichgültig Software verwendet wird. Allein aus Haftungsgründen sollte jeder Verwender in Beispielsrechnungen Ergebnisse händisch überprüfen, was reinen "Tastenbedienern" oder "Formularausfüllern" wegen mangelnder oder fehlender fachlicher Kompetenz selten gelingen dürfte. Hauptsach kg Papier erzeugt!
.... Also nach den Transmissionswärmeverlusten müsste das also schon knapp KFW 55 sein, aber es wird ja auch die Heizung berücksichtigt....
Korrekt, das ist vom Gesetzgeber berechtigt gewollt, denn die Effizienz einer Anlage hat erheblichen Einfluß auf das Gesamtergebnis.
.... Meine frage an die Fachleute hat meine berechnende Person recht, was ja eigentlich bedeuten würde das nahezu alle Hausanbieter bescheißen.........
Hier sollte man tunlichst zwischen Nachweisverfahren und tatsächlich zu erwartender Realität trennen.
Nachweisverfahren müssen rein formal lediglich der "Papierform" genügen bzw. entsprechen, reale Verbrauchskosten sind etwas völlig anderes!

v.g.
 
R

rebenstorf

Hallo

danke für die Antworten.
Nun zu den gestellten Frage.

Warum hast Du so viel Aufwand beim Dach betrieben? Welchen Sinn soll das machen?
Das Dach ist meiner Meinung nach das wichtigste Bauteil und ich bin einfach der Meinung das sollte gut gedämmt sein. Außerdem hatte ich in meinem alten Haus nur 18cm Dämmung im Winter OK, ich hab zumindest nicht gemerkt das es kalt wurde, aber im Sommer wurde mir das viel zu schnell zu warm also deutlich mehr Dämmung und mehr Masse, statt Dampfsperre OSB Platten, Steinwolle statt Mineralwolle und Aufsparrendämmung.
Worauf begründet sich die Annahme KfW 55?
KFW 55 hab ich mir nur gedacht weil ich ja die U-Werte von EnEV 2009 kenne z.b. Aussenwand,Geschossdecke 0,28 w/m²K davon 30% für den Transmissonswärmeverlust, für KFW 55 sind das 0,196 w/m²K mein Wert laut U-Wertrechner 0,144 w/m²K und das dann so für alle Bauteile so gemacht und dann dachte ich das dann knapp KFW 55 rauskommen sollte aber KFW 70 auf jeden fall. Mir ist klar das der U-Wertrechner nur eine grobe Richtung darstellt und Wärmebrücken und so weiter nicht darstellt werden können, aber selbst dann ist eigentlich noch genügend Platz nach oben.
Hier sollte man tunlichst zwischen Nachweisverfahren und tatsächlich zu erwartender Realität trennen.
Nachweisverfahren müssen rein formal lediglich der "Papierform" genügen bzw. entsprechen, reale Verbrauchskosten sind etwas völlig anderes!
Das ist mir auch klar, in meinem Fall geht es aber darum das ich das KFW Förderprogramm 153 bekomme, 2,1% Zinsen, und deshalb ist erst mal das Papier wichtig.

Mir kommt es so vor als würde das Haus nach enev 2014 berechnet und dann könnte ich nachvollziehen das KFW 70 nicht erreicht wird weil das ist ja jetzt ungefähr KFW 55 entspricht. Aber nach meiner Information ist 2014 erst ab 2016 für Neubauten gültig.

Grüße aus Niedersachsen
 
B

Bauexperte

Hallo,

Das Dach ist meiner Meinung nach das wichtigste Bauteil und ich bin einfach der Meinung das sollte gut gedämmt sein. Außerdem hatte ich in meinem alten Haus nur 18cm Dämmung im Winter OK, ich hab zumindest nicht gemerkt das es kalt wurde, aber im Sommer wurde mir das viel zu schnell zu warm also deutlich mehr Dämmung und mehr Masse, statt Dampfsperre OSB Platten, Steinwolle statt Mineralwolle und Aufsparrendämmung.
Grundsätzlich ist es so, das die Dämmwirkung nicht linear mit der Dämmstoffstärke steigt; das Geld hättest Du Dir imho sparen können.

**Was den sommerlichen Wärmeschutz betrifft: die Aufgabe von Dämmstoffen ist es, den Wärmefluss einzudämmen und nicht Wärme zu speichern. Eine gute Lösung für den Dachbereich ist eine so genannte Aufsparrendämmung, die, außen auf den Dachstuhl verlegt, die gesamte Konstruktion vollflächig einhüllt. Das Dach ist - kostengünstig, da weniger Stärke erforderlich - vor brütender Hitze im Sommer bestens geschützt.

Mir kommt es so vor als würde das Haus nach enev 2014 berechnet und dann könnte ich nachvollziehen das KFW 70 nicht erreicht wird weil das ist ja jetzt ungefähr KFW 55 entspricht. Aber nach meiner Information ist 2014 erst ab 2016 für Neubauten gültig.
Es zählt das Datum des Bauantrages für die Berechnungen. In der EnEV 2014 ändert sich für Neubauten erst mal so gut wie nichts; erst ab 2016 müssen weitere 16% eingespart werden. Von daher "kann" sich Deine Beraterin nach menschlichem Ermessen eigentlich nicht verrechnet haben.

** die Formulierung habe ich bei der RGZ entliehen; besser kann ich es auch nicht erklären


Liebe Grüsse, Bauexperte
 
R

rebenstorf

Hallo noch mal,

ich glaube ich habe den Fehler gefunden.
Hab mir noch mal die Bauantragsunterlagen durchgesehen und mir ist aufgefallen das mein Antragsersteller (Baufirma) den Solaren Ertrag mit nur 15% angegeben hat, bei einer Anlage mit Heizungsunterstützung doch wohl ein bisschen zu wenig. Ich habe mir dann mal die mühe gemacht und über verschiedene Portale den solaren Ertrag, für mein Haus und die anderen Spezifikationen Lage usw., errechnet. Dort kam dann immer 30%-35% Gesamtdeckung heraus, also deutlich mehr, auch wenn ich weiss das nur ungefähre Werte sind aber gegenüber 15% eben mal das Doppelte. Außerdem war zumindest im Antrag nicht angegeben das auch ein Kaminofen mit Wassertasche für die Heizungsunterstützung eingebaut wird, der wenn ich richtig geschaut habe auch mit 15% gewertet werden darf. Und das wären dann zusammen 50% (ich weiss ein bischen schön gerechnet) über regenerative Energien.
Die Frage an euch kann das dann so sein oder habe ich da was durcheinander gebracht?
Wenn nicht dürfte doch KFW 70 überhaupt kein Problem sein oder?

Grüße
 
R

rebenstorf

Hi

Grundsätzlich ist es so, das die Dämmwirkung nicht linear mit der Dämmstoffstärke steigt; das Geld hättest Du Dir imho sparen können.

**Was den sommerlichen Wärmeschutz betrifft: die Aufgabe von Dämmstoffen ist es, den Wärmefluss einzudämmen und nicht Wärme zu speichern. Eine gute Lösung für den Dachbereich ist eine so genannte Aufsparrendämmung, die, außen auf den Dachstuhl verlegt, die gesamte Konstruktion vollflächig einhüllt. Das Dach ist - kostengünstig, da weniger Stärke erforderlich - vor brütender Hitze im Sommer bestens geschützt.
Also meine Idee das so zu machen kam mir nachdem ich bei jemanden war der das, so wie ich jetzt, gemacht hat, als ich noch im meinem alten Haus gewohnt habe. Temperatur in seinem Dachgeschoss 21,8° und im meinem 26,2°, am gleichen Tag und Uhrzeit, und ich finde das sind schon eindeutige Argumente. Was Lage und Ausstattung angeht ziemlich gleich.
Und du hast recht es ist nicht die Aufgabe der Dämmstoffe Wärme zu speichern aber wenn ich die Möglichkeit mit einem Dämmstoff beides zu erhalten warum nicht. Du kannst ja mal über den U-Wertrechner die Dachkonstruktion eingeben die Ich habe und dann eine herkömmliche und du wirst beim Hitzeschutz einen deutlichen Unterschied sehen. Und wenn du dem Rechner nicht traust, was durchaus legitim ist, dann kann ich nur noch mal nach oben verweisen 21,8° zu 26,2° denn so war es in der Praxis.


Grüße aus Niedersachsen
 
emer

emer

Das kommt ja auf den Dachaufbau in der alten Wohnung an. Sonst sind es - wie in deinen Berechnungen hier aus irgendwelchen zusammengesuchten Zeug - Äpfel mit Birnen verglichen.

Sprich dich einfach mal mit den Menschen die mit deiner Hausplanung zu tun haben. Die sollten es doch am besten wissen, wo ggf Fehler sein können. Sich da selbst gefährliches Halbwissen zusammen zu klicken hilft ja auch nicht.
 
Zuletzt aktualisiert 27.05.2022
Im Forum Heizung / Klima gibt es 1758 Themen mit insgesamt 26401 Beiträgen

Ähnliche Themen
07.10.2016Welche Heizung bei kfw 55 empfehlenswert? - Seite 5Beiträge: 58
12.01.2019EnEV ab 2021 wird neu bauen unerschwinglich ? - Seite 3Beiträge: 27
24.05.2015KfW 55 mit Holzhaus - U-Werte: Wand 0,18 - Dach 0,16 - Seite 2Beiträge: 17
29.01.2019Town & Country Außenwand bei EnEV 2016 Haus ausreichend? - Seite 3Beiträge: 33
19.07.2017Wie kann man die EnEV umgehen und den Behördenwahnsinn vermeiden? - Seite 19Beiträge: 162
30.09.2013KFW70 Berechnung + Warmwasserspeicher Beiträge: 13
10.01.2017ENEV 2016 / KFW55 / Gas+Solar in 2016 Beiträge: 28
08.10.2015KfW70 nur noch mit Wärmepumpe? - Seite 2Beiträge: 26
24.02.2016Baukosten um KFW 55 Förderung erreichen zu können - Seite 3Beiträge: 29
30.08.2016Bau und Leistungsbeschreibung - Vertrag noch ENeV 2014 Beiträge: 15

Alle Bilder dieser Forenkategorie anzeigen
Oben