Baufinanzierung und das Eigenkapital

Dieses Thema im Forum "Baufinanzierung Forum - Allgemeine Fragen" wurde erstellt von ConCan, 21. 04. 2017.

Baufinanzierung und das Eigenkapital 4 5 3votes
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  1. ConCan

    ConCan

    21. 04. 2017
    2
    0
    Frage / Anliegen:

    110% finanzieren? Eigenkapital ansparen? Was wäre wohl der beste Weg?

    Hallo zusammen,

    diese Frage wurde sicherlich schon häufiger gestellt, allerdings sind die Bedingungen meist recht individuell, weshalb ich einfach mal einen Thread erstelle.

    Ich und meine Freundin möchten wie viele eine Immobilie erwerben, anstatt jeden Monat Geld für die Miete «rauszuwerfen». Das Problem ist, dass wir momentan kein nennenswertes Eigenkapital vorweisen können.

    Sie ist Ende 20 und ich Anfang 30. Ich arbeite bspw. erst seit knapp 2 Jahren Vollzeit. Ausbildung gemacht, Studiengang gewechselt, dann etwas Anderes studiert und den Master drangehängt. Zieht sich. Ich verdiene zwar jetzt sehr ordentlich aber wir können quasi erst seit kurzem richtig mit sparen anfangen. Das Auto musste noch abgezahlt werden, Bafög, Studienkredit etc.

    Eckdaten: Sie arbeitet seit über 8 Jahren im gleichen Unternehmen, öffentlicher Dienst. Ich seit knapp 1.5 Jahren als leitender Angestellter. Zusammen verdienen wir Netto knapp 5.800€. Wobei der Grossteil von mir kommt. Miete zahlen wir 800€ warm.

    Man liest öfter, dass man eben mindestens 20% oder besser 30% Eigenkapital vorweisen sollte, die Gründe sind natürlich schon einleuchtend. Mehr Sicherheit, bessere Zinssätze, mehr Angebote etc. Bei uns in der Gegend sind die Immobilienpreise schon recht hoch. Zwar nicht München oder Hamburg aber 400.000€ sollte man rechnen. Und das ist dann nichts mega Gehobenes oder so, bspw. ein schönes EFH bzw. Reihenendhaus.

    Alleine die Kaufnebenkosten in dem Fall liegen bei ca. 40.000€ - je nachdem ob Provision anfällt. Insgesamt also mal grob 440.000€. Wenn wir jetzt mal von den 20-30% ausgehen, sind das schon mal mind. grob 85.000, was wir eigentlich einbringen «sollten». Wenn wir mal von den 85.000€ ausgehen und wir können bspw. 1.500€ im Monat zurücklegen, sparen wir ab jetzt über 4 Jahre. Selbst bei 2.000€ im Monat sind es gut 3.5 Jahre. Eine Erbschaft oder so ist nicht in Sicht ;-)

    Wir fragen uns einfach, was wir machen sollten. Sollen wir jetzt wirklich erst ca. 4 Jahre lang sparen und in der Zeit rund 38.000€ für Miete ausgeben? Und dann natürlich die Ungewissheit, wie das Zinsniveau dann so aussieht. Wenn wir quasi jetzt finanzieren würden, wären das 110%. Bei dem Einkommen könnte das wohl gehen aber viel Auswahl wird es hier dann wohl nicht geben und die Konditionen werden entsprechend «schlecht» sein. Sollten wir also zunächst mal mindestens die Kaufnebenkosten vorweisen können, bevor wir hier irgendwie weiterdenken?

    Hinzu kommt, dass in den nächsten sagen wir 2-3 Jahren auch Kinder geplant sind. Entsprechend werden wir dann auch eine Zeitlang weniger zur Verfügung haben, je nachdem wie lange meine Freundin oder dann Frau Zuhause bleibt. Entsprechend werden wir auch weniger zurücklegen können.

    Wir sind uns derzeit echt ziemlich unschlüssig. Wir haben ganz konkret noch nichts gerechnet, es sind einfach mal Überlegungen.

    Ein paar Meinungen wären super, danke im Voraus!
     
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  3. HilfeHilfe

    HilfeHilfe

    28. 06. 2013
    2.406
    226
    Hallo erstmal . Und täglich grüßt das Murmeltier ;) wir haben ja ähnliche Fälle immer mal . Frisch aus Studium , gut gelebt , erstmal Kredite und Auto bedient .... 0,0 EK. Euer Einkommen ist netto für stklasse 1 sehr sehr gut . Wen man Miete abzieht habt ihr 5.000€ netto zur Verfügung . 60.000€ im Jahr . Was macht ihr mit dem Geld ? Welcher Sparbetrag im Monat ist realistisch ? Zumindest solltet ihr die Nebrnkosten plus Notgroschen über haben . Danach auch mal den Markt sondieren was man will ( alt / neu / Wohnung / Haus ) und ob 400k realistisch sind . Auch mal einen Plan aufstellen in 3 Jahren wenn Kinder da sind . Was kostet uns ein Kind ( weniger Einkommen , kosten Kita usw ) . Wenn ihr jetzt zu hoch finanziert machts vielleicht mit Kindern keinen Spaß mehr . Auch eine Hochzeit kostet Geld . Da sind 20k schnell weg . Auch die müssen da sein
     
  4. 77.willo

    77.willo

    9. 04. 2016
    559
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    Wenn du wirklich leitender Angestellter im jur. Sinne bist wirkt sich das negativ auf Deine Konditionen aus und auch dein Einkommen passt absolut nicht dazu.

    Eigenkapital oder andere Sicherheiten sind gerade als Selbstständiger oder leitender Angestellter sehr wichtig. Dabei geht es nicht um Höhe der Zinsen, die bei wirklich hohen Einkommen kaum eine große Rolle spielen, sondern um Sicherheit. Um so geringer dein Eigenkapital um so höher sollte deine Tilgungsrate sein damit du möglichst schnell in einem Bereich kommst wo die Immobilie auf dem Markt mehr Wert ist als Restschuld plus offene Zinsen.
     
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  5. ypg

    ypg

    2. 10. 2012
    9.331
    1.234
    Hallo,
    ein aktuelles Thema - mit fast gleichen Voraussetzungen:

    http://www.hausbau-forum.de/threads/realistisch-oder-traeumerei-immobilienkauf-ohne-ek.24175/

    Bei Euch geht das EK sogar ins Minus, weil Ihr Schulden habt (Pkw, Bafög...)

    Im übrigen
    So geht es (fast) jedem von uns: erst die Ausbildung, bei dem einen länger durch Studium, dann Sparen, dann Hausbau.
    Wie Du es sagst: es zieht sich. So ist der Lauf des Lebens: einige Zeit muss man da durch bzw muss man sich das Leben auf die längere Findungsphase anpassen. Es ist keine Schande, erst mit Mitte 30 oder 40 zu bauen.

    Zu den Mietkosten von 800 warm: so billig kannst Du nimmer mehr wohnen - geniess diese Sorgenfreiheit :)
     
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  6. Caspar2020

    Caspar2020

    16. 03. 2015
    1.047
    121
    War für ne Milchmädchenrechnung. Erstmal muss du die Nebenkosten von deinen 800 abziehen. Sind nur 600. und dann gibt es noch nichtumlagefähige Dinge die sich dein Vermieter aus der kaltmiete bezahlen/ Rücklagen muss.

    Also nur 450-500. dafür trägt er aber auch alle Risiken und du bist flexibel.

    Du darfst auch nicht vergessen das ein Haus auch deutlich mehr Unterhalt kostet. Man/ bzw. Die Bank rechnet mit 2,5-3€ pro qm pro Monat.
     
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  7. Wissi

    Wissi

    7. 08. 2016
    30
    2
    Wir sind in einer ähnlichen Situation und werden Mitte nächsten Jahres bauen.

    Beide mitte bis ende 20, gesamt-Netto ca 3.300€, öffentlicher Dienst und angestellt, Gesamtkosten von ca. 370.000€.
    Unser "Eigenkapital" beträgt 40.000€ aber das wird uns größtenteils nur durch familiäre Unterstützung ermöglicht. Ohne das wären wir irgendwo bei 10.000€ und würden dieses Vorhaben nicht angehen.
    Selbst so, wie es jetzt ist, wissen wir, dass es für uns hart wird. Aber wir sind bereit das zu stemmen.

    Wir hatten natürlich auch die Wahl zu sagen "lieber noch ein paar Jahre sparen" und haben auch gründlich darüber nachgedacht. In unserem Falle haben wir (mit all den Faktoren, die da mit rein spielen) aber doch die Entscheidung getroffen, das ganze durch zu ziehen.
     
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