Aktuelle Zinslage aus der Sicht der Forenmitglieder

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Benutzer289

Benutzer289

so, vielleicht kann man hier eine Diskussion eröffnen, jeder darf seine Meinung äußern.

Klar, wir haben keine Glaskugel, und können es nicht 100% Vorhersagen, deshalb darf es höchstens als "Orientierung" genommen werden.

Was aktuell am Markt so passiert?
persönlich finde ich es schon Übertreibung, wenn die Zinsen innerhalb von 1-2 Wochen um 0,80% steigen. Seit Dezember 2021 sind wir quasi 2,50-2,80% höher.

was kommt? Wie läuft es weiter?
die Inflation liegt per Ende Mai 2022 bei 7,9%, und zum Jahresende dürften wir "Zweistellig" werden, unabhängig davon was die EZB macht.
Aber die Inflation wird eher nur durch die Energiekriese befeuert, d.h. die Energiepreise sind hier um fast 40% gestiegen (Mittelwert) und dadurch ist alles teurer geworden (für die Herstellung von Produkten wird Energie benötigt, für deren Transport, und alles mögliche, somit werden die automatisch auch teurer).

Die EZB wird versuchen die Inflation zu drosseln mit steigenden Zinsen... aber zum einem sind die dafür zu spät, deshalb werden die nur was für die Statistik was machen, denn der Markt hat es schon wohl vorgezogen (2,50-2,80%) Somit dürfte es keine Wirkung mehr haben ab Juli, egal ob da 0,25%, 0,50% oder gar 0,75% Anhebung kommt.
Durch die Anhebung wird man aber kaum die Inflation reduzieren, sondern eher die Wirtschaft mehr ausbremsen.
Das Volk macht es schon, indem die den Konsum schon runtergefahren haben, da die nicht wissen, was wirtschaftlich so kommen mag.

Somit bleibt die wahrscheinlichste Prognose, dass es zum Jahrsende wohl wieder das Gegenteil passiert, und die FED/EZB wieder die Zinsen senken werden, um die Wirtschaft anzukurbeln (die FED dürfte hier wohl früher anfangen... ohne dass die EZB zu stark bis dahin die Zinsen angehoben hat), und damit für die Länder (Italien, Spanien, Portugal) das Geld nicht zu teuer wird, damit deren Haushalt funktioniert (oder anders herum: damit die nicht Pleite gehen).

EUROPA oder EU hat sich eher in eine Zwickmühle manövriert, eigentlich müssen die Zinsen hoch.... dürfen aber nicht.
zu hohe Zinsen in der EU wurden wohl den Euro abschaffen.

tja, nur meine Meinung, bin nicht unfehlbar. Also steinigt mich nicht. Die nächsten Jahre werden natürlich sehr spannend, denke dass Deutschland wird sich wohl mit dem Wohlstand an die anderen Länder anpassen müssen, und das heißt nicht, dass die anderen zu uns aufschließen.
 
O

Oetti

So düster wie du es beschreibst sehe ich es nicht. Ein Teil der Inflation speißt sich ja aus Einmaleffekten aus der Vergangenheit oder ist inzwischen eingepreist. Bsp.: Rücknahme der um 3 % reduzierten MWSt und die Verdoppelung des Benzin- und Dieselpreises. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich Sprit in den nächsten 18 Monaten nochmal verdoppelt. Hier hoffe ich insgeheim auf die Bundesregierung, dass diese, um fossile Brennsstoffe einzusparen, ab Herbst eine Homeofficepflicht auf den Weg bringt. Und schon fallen z.B. bei mir montlich 1000 km im Auto weg, für die ich wie im Lockdown keinen Sprit kaufen muss.

Im Moment regiert vor allem die German Angst und es wird z.T. nicht rational gehandelt und auch die Bundesregierung schöpft nicht alle Möglichkeiten aus, um fossile Brennstoffe zu sparen und die Erneuerbaren Energien zu stärken. So ist bis heute die EU-Richtlinie, die Balkonkraftwerke bis 800 Watt erlaubt nicht in nationales Recht umgesetzt. hier sind bis dato nur 600 Watt erlaubt. Auch hat es der Staat und seine Organe versäumt auf seinen Liegenschaften Photovoltaik-Anlage zu montieren - hier ist viel ungenutzte Dachfläche vorhanden und eine gewisse Signalwirkung...

Mich verwundert es nicht, dass nach 10 Jahren des Zinstiefs die Zinsen wieder gestiegen sind. Wer in den letzten Jahren vor so einer Entwicklung gewarnt hat, wurde ausgelacht. Vielleicht steigen sie weiter oder sie sinken wieder. Oder 3. Variante: Sie stabilisieren sich auf einem gewissen Niveau und Immobilienkredite kosten wieder was.
 
M

Marenknappig

Wie seht Ihr eigentlich die Lage für Immobilienbesitzer, die ihr Haus noch im November 2021 mit einem Zinssatz von sagen wir 1,5 Prozent gekauft haben?

Habe diese sich nun einen überteuerten Klotz ans Bein gebunden?

Denn nun werden die Immobilienpreise schließlich purzeln. Zwar zahlt der jenige deutlich weniger Zinsen z.b nur 1,5 statt 4 Prozent
Was bei 35 Jahren etwa 200k Euro weniger Zinsen bei einer Finanzierungssumme von 400k bedeuten würde.

Doch am Ende könnte das Haus auch nur noch 200k Wert sein. Was meint ihr?
 
B

BackSteinGotik

Wie sehr ihr eigentlich die Lage für Immobilienbesitzer, die ihr Haus noch im November mit einem Zinssatz von sagen wir 1,5 Prozent abgeschlossen haben
Natürlich gilt immer - den Letzten beißen die Hunde. Zum Selbstbewohnen mag es egal sein, wenn du das Projekt mit Tilgung und Anschlussfinanzierung durch bekommst. Aber "besser" wäre es gewesen, zu leicht höheren Zinsen irgendwann 2015 bei viel geringeren Kosten ein Projekt umzusetzen. Aber wer konnte in diesem Markt zum gewünschten Zeitpunkt einfach so eine Kaufimmobilie oder ein Baugrundstück kriegen?
 
M

Marenknappig

Natürlich gilt immer - den Letzten beißen die Hunde. Zum Selbstbewohnen mag es egal sein, wenn du das Projekt mit Tilgung und Anschlussfinanzierung durch bekommst. Aber "besser" wäre es gewesen, zu leicht höheren Zinsen irgendwann 2015 bei viel geringeren Kosten ein Projekt umzusetzen. Aber wer konnte in diesem Markt zum gewünschten Zeitpunkt einfach so eine Kaufimmobilie oder ein Baugrundstück kriegen?
Zudem muss man eben in diesem Moment auch in einer Lebenssituation gewesen sein, in der dies möglich war und das kann man sich oft nicht aussuchen. Ausser man hat vielleicht reiche Eltern. Zudem wäre die alternative dann aktuell, dass man eine große Wohnung mieten müsste und diese kosten im Speckgürtel auch schon locker 1500 Euro für vier Zimmer. Sprich ohne am Ende etwas dafür zu besitzen. Natürlich kompensiert sich Kaufpreis und Zinsen. Es geht im Grunde doch nur darum bei wem das DELTA hängen bleibt. Beim Bauherrn oder bei der Bank. Aktuell verschiebt es sich wieder Richtung Bank oder sehe ich das hier falsch
 
N

Nutshell

Ich zahle seit 2013 meine 3,2% im Schnitt über annuität sowie KfW Kredite.
Vor nem Jahr habe ich dann Forwarddarlehen abgeschlossen.
01-2026 wird der letzte große Brocken umgeschuldet, zu 1,62% glaube ich. Joa ein Forwarddarlehen hätte ja jeder andere auch abschließen können. Ist halt riskant weil man ggf draufzahlt.
 
Zuletzt aktualisiert 27.02.2024
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