Würdet ihr nochmal selber bauen oder Bauträger?

4,70 Stern(e) 9 Votes
N

NeuerBauherrHE

Hallo zusammen,

wegen vorgezogenes Erbe sind wir relativ günstig an ein Grundstück in Frankfurt für 140k€ gekommen. Unser GU hat 2020 den Hausbau auf 450k€ kalkuliert. Mit etwas Puffer haben daraus die Finanzierung gemacht.

Nun hat die Rohbauphase begonnen und wir sind jetzt schon 40000€ über dem, was kalkuliert war. Bei den Preisen heutzutage werden es wahrscheinlich 80k - 90k€ Mehrkosten sein, wenn dann noch die Außenanlage und Netz/Wasser-Anschlüsse kommen. Wir werden dann eine Nachfinanzierung beantragen müssen.
Leider haben wir auch keinen im Bekanntenkreis, der über GU gebaut hat, sondern nur über Bauträger.

Der Hausbau wird uns dann ca 700k€ kosten. Unser Eigenkapital war 200k€.

Ich weiß, dass es relativ günstig ist, wenn man hier in Frankfurt baut, wo die Neubauten ab 1Mio € beginnen, aber von einer anfänglichen Tilgungsrate von 1300€ würden wir nach einer Nachfinanzierung auf 1800€ kommen.

Bei 4000€ Haushaltsnetto kommen wir damit langsam an unsere Grenzen, solange meine Frau nicht verbeamtet ist.

Jetzt frage ich mich ständig, ob sich unser Hausbau lohnt, wenn ich dran denke, dass ich bei der Tilgungsrate auch entspannt in einer größeren Wohnung leben könnte ohne an etwas gebunden zu sein?
Zusätzlich der ganze Stress mit dem Bauamt, Bauaufsicht, Nachbarn und Versorgern durch die wir bei der Planung viele Kompromisse eingehen mussten.

Eigentlich haben wir den GU beauftragt, um das ganze zu Organisieren, aber am Ende sind wir doch der erste Ansprechpartner (Bodengutachten, Kampfmittelsondierung, Netz-/Wasseranschlüsse, Straßensperrung, DixiKlo).


Am liebsten würde ich das Haus in 3 Jahren verkaufen und nochmal von neu anfangen und direkt vom Bauträger kaufen. Auf den Bauherrenstress habe ich echt keine Lust mehr.
 
P

Pinkiponk

Ich würde nicht mehr neu bauen sondern ein Bestandshaus kaufen, dieses dann renovieren oder sanieren.
 
R

RotorMotor

Sicher, dass ihr mit GU und nicht mit einem Architekten o.ä. baut?
Bei einem GU hat man doch eigentlich schon das Rundumsorglospaket bis auf das Grundstück.
Bei der ein oder anderen Aufmusterung durch Sonderwünsche können natürlich trotzdem Preissteigerungen entstehen, aber wenn das Budget knapp ist, lässt man diese eben weg.

Wie kann bei einem GU der Rohbau schon 40k€ teurer werden?
 
Tassimat

Tassimat

Ich habe zwar nicht gebaut, aber in Eigenregie aufwändig saniert. War auch stressig, vielleicht sogar noch stressiger als mit einem GU zu bauen. Um deine primäre Frage zu beantworten: Würde ich wieder machen.

Ich denke euer Problem ist der lange Zeitversatz: Planung 2020, Bau 2021/22 in Verbindung mit den extremem Preissteigerungen, die durch das Gehalt nicht so gut aufgefangen weden können.

Hättest du direkt vom BT gekauft wäre es genauso teuer geworden. Die aufgerufenen Preise hätten dich 2020 abgeschreckt, 2022 erst recht. Der muss ja genauso alle Kosten einpreisen. Und auch beim Bauträger muss man sich um etliches kümmern und Kompromisse eingehen. Genauso wie bei einer Sanierung oder genauso wie in einer Mietwohnung oder Miethaus.

Wenn du fertig bist, kannst du dich bestimmt wieder etwas mehr entspannen, mach dir nicht zuviele Sorgen.
 
N

NeuerBauherrHE

Sicher, dass ihr mit GU und nicht mit einem Architekten o.ä. baut?
Bei einem GU hat man doch eigentlich schon das Rundumsorglospaket bis auf das Grundstück.
Bei der ein oder anderen Aufmusterung durch Sonderwünsche können natürlich trotzdem Preissteigerungen entstehen, aber wenn das Budget knapp ist, lässt man diese eben weg.

Wie kann bei einem GU der Rohbau schon 40k€ teurer werden?
Der GU macht nur einen Festpreis für das Haus.
Die Baunebenkosten wie Erdarbeiten, Außenanlage und Anschlüsse sind nicht mehr die Sache von GU. Diese Kosten wurden viel zu niedrig angesetzt.
 
P

pagoni2020

Ich kann Dich verstehen, denn letztlich sollte nach dem Bau ja die Lebensqualität höher sein als vorher.
Dennoch glaube ich nicht, dass Du dieses Thema nicht alleine mit ent- oder weder GU gelöst bekommst. Wir hatten früher ein Haus und irgendwann war Alles fertig (erheblich teurer insbes. wg. eigenem Firlefanz) aber dann fühlte sich das auch gut an. Im weiteren Leben habe ich dann zweitweise in Miete gewohnt aber dort gefiel mir nicht, dass die Besitzer/Hausverwaltungen leider oft wenig Interesse an Qualitätserhaltung/-verbesserungen hatten, sogar dann, wenn wir das finanziert hätten. Mir fehlte die Freiheit, das zu tun bei mir, was ich wollte.
Das aber hat eben den Preis, dass es auch der eigene Besitz sein muss (am besten dann ein EFH); das wiederum bringt Dich an den Punkt, Dich für einen GU, Bauträger oder Eigenvergabe zu entscheiden.
Gute Vorbereitung, das Bewusstsein für die eigenen Schwerpunkte/Bedürfnisse und eine Portion Glück auch können das Projekt dann maßgeblich beeinflussen.
Wir mussten recht kurzfristig entscheiden und nachdem uns bei Beginn von Corona zwei bereits reservierte Häuser weggekauft wurden haben wir beschlossen, selbst zu bauen. Dabei waren wir vermeintlich sorgsam aber eben nur innerhalb der Möglichkeiten, die wg. Zeitnot, räuml. Begrenzung, ausgelasteten Anbietern recht eng bemessen waren.
Nun haben wir mit einem kleinen GU gebaut, was oftmals als gute Entscheidung gesehen wird, letztlich war es aber ein tiefer Griff ins WC. Mein Bau in Eigenvergabe vor vielen Jahren war dagegen ein Kinderspiel oder mein Erinnerungsvermögen gaukelt mir da etwas vor.
Will sagen: Die von Dir gewünschte Sicherheit gibt es wohl kaum, hier gilt wohl auch: no risk, no fun.
Ich habe einen Bekannten in Schweden, der ist schon damit völlig bedient, dass er sich manchmal ums Haus herum kümmern muss. Er hat für sich (hoffentlich) gelernt, dass er nie wieder eine Immobilie besitzen will; so sagt er zumindest....jetzt :D
Ich denke, dass Du eher bei Dir suchen solltest, welches Paket am besten für Dich passt und welche Stress Du nicht wieder haben möchtest. Ob GU oder Eigenvergabe scheint mir da nicht entscheidend.
Wenn oiner a Depp isch isses egal wo er herkommt, sagte ein früherer Chef von mir.
Es ist wie immer eine Einzelfallentscheidung und bei jedem Projekt kann es so oder anders für Dich besser sein. Ich kenne üble Bauträgergeschichten, ich kann Dir eine unangenehme vom GU erzählen, genauso kenne ich schlimme Bestandshaus-geschichten. Da gibts kein generelles falsch oder richtig.
Es ist wohl wie in der Partnerschaft, der für Dich passende Partner kann das Leben schön und einfach machen. Für den Anderen würde der Partner wiederum gar nicht passen.
 
Zuletzt aktualisiert 03.12.2022
Im Forum Bauplanung gibt es 4689 Themen mit insgesamt 93660 Beiträgen

Ähnliche Themen
03.02.2018Planung der kompletten Gartenanlage / Außenanlage Beiträge: 10
07.12.2021Planung Grundriss Doppelhaus, kleines Grundstück, Bauhausstil - Seite 4Beiträge: 34
21.12.2020EFH 150m2 Grundriss + Planung auf dem Grundstück Beiträge: 24
06.01.2020Hauskauf, Fertighaus vom Bauträger mit Grundstück Beiträge: 10
08.12.2016Finanzierung kfw55 Effizienzhaus, Grundstück und Außenanlage Beiträge: 19
07.02.2022Planung eines EFH (KG + EG +OG) auf 480m² Grundstück Beiträge: 76
10.03.2017Reifheitsgrad Planung für Finanzierung von Grundstück+Haus Beiträge: 11
02.05.2022Grundriss-Planung und Platzierung - EFH ca. 200qm auf 900qm Grundstück - Seite 2Beiträge: 55
17.10.2017Bauträger oder freier Architekt Beiträge: 26
13.06.2015Neubau mit Bauträger / Bauzeichnungen Unterlagen Beiträge: 23

Alle Bilder dieser Forenkategorie anzeigen
Oben