Wir beginnen unseren Hausbau zu Planen

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D

DragonyxXL

1.) Wie machen das die jenigen unter uns die, wie es heutzutage ja öfters vorkommt, Vollfinanzieren sprich ein Haus kaufen oder bauen ohne Eigenkapital?
Es kommt vielleicht öfters vor im Sinne, dass es keine Seltenheit ist. "Nach einer Auswertung des Hypothekenmaklers Dr. Klein im Auftrag des Wirtschaftsmagazins 'Capital' (Ausgabe 9/2014, EVT 21. August) hat sich der Anteil von Immobilienfinanzierungen mit weniger als zehn Prozent Eigenkapital an allen Finanzierungen in den letzten zehn Jahren von 31,2 Prozent auf derzeit 17,6 Prozent annähernd halbiert."

Grundsätzlich möglich ist es natürlich mit entsprechenden Gehältern. Bei 3.700€ Nettoeinkommen und einer Wunschrate von 800-1000€ wäre es wohl knapp, aber nicht unmöglich.

Sind die Zinsen bei diesem Kreditbetrag wirklich so schlecht?
Es geht, so schlecht nicht, aber eben deutlich höher als bei einer besseren Eigenkapitalquote. Unten aufgeführt nur mal ein Beispiel. Dein individueller Zinssatz kann durchaus darüber liegen. Nähere Informationen dazu gibt dir deine Bank/Finanzierungsberater. Man kann aber damit rechnen, dass man mit einer Vollfinanzierung einen 0,5-1,5% höheren Zinssatz zahlt.

Beleihung¹ Soll.² Eff.³
bis 50 % 1,73 1,76
bis 70 % 1,78 1,82
bis 80 % 1,85 1,88
bis 90 % 2,04 2,07
ab 90 % 2,46 2,50

Wer bringt bitte heute so viel Eigenkapital mit wenn er nicht erst im alter Bauen will oder irgendwo was her bekommt.
Das ist ja genau der Punkt, der viele Häuslerbauer zum Verzweifeln bringt. Der Traum vom eigenen Haus ist da, aber woher soll man das ganze Geld nehmen? Viele fangen früh an zu sparen und leihen sich dann noch etwas bei der Familie. Mehrere Zehntausender spart eben nicht innerhalb von einem Jahr zusammen.

Und ich kenne viele "junge Leute" (25-30 Jahre) die gebaut haben ohne viel Geld geschenkt bekommen zu haben.
Dann frage doch diese Leute, wie sie es gemacht haben.
 
MarcWen

MarcWen

Ich kann den Spruch, Sparen und EK aufbauen nicht mehr hören. Mag in der Theorie passen, aber sollte aktuell wirklich gründlich abgewogen werden.
Wenn die ganzen anderen Rahmenbedingungen passen (hierzu wurde in anderen Threads ausgiebig geschrieben), kann man den Schritt wagen. Wer bitte bringt ein eigenes Grundstück mit? Das ist schon ein ordentlicher Pluspunkt. Dazu plant ihr auch in niedrigen Regionen, obwohl ich hier skeptisch bin, dass 250.000 Euro ausreichen werden. Mit allen drum und dran und Doppelgarage rechne mal eher mit 300.000 Euro.

Wie habt ihr den Wert des Grundstücks berechnet? Anhaltspunkt wäre z.B. der Boris Wert, kann man im Internet nachlesen.

Fragt doch einfach mal bei 2-3 Finanzhäusern wegen einer Finanzierung unverbindlich nach. Selbst ein heute nicht optimaler Zins kann um einiges besser sein, als der in 5 Jahren übliche Zins. (Spekulation) Ich kann leider noch nicht abschätzen, wie sich die neuen Richtlinien ab 21. März auswirken. Rein vom Gefühl würde ich sagen, für junge Paare ohne EK wird es schwer (da kommen dann so Fragen, was ist mit Familienplanung) und für ältere Paare, deren Finanzierung eben nach der Laufzeit nicht abbezahlt wrd.
 
S

skyboy89

Ich danke euch für eure Antworten,

hilft mir alles die ganze Finanzierungproblematik besser zu verstehen.
Demnächst werden wir den Schritt zu den verschiedenen Banken wagen.

Gerade was die Beleihung etc. angeht habe ich jetzt schon einmal einen besseren Überblick und kann dies besser einschätzen.
Also ich bin stand jetzt davon ausgegangen das ich mit meinem Grundstück als Eigenkapital und einem Puffer nicht super aber auch nicht schlecht aufgestellt wäre.

Ich spreche im Moment öfters mit verschiedenen bekannten die vor kurzem gebaut haben oder noch dran sind und da kommen Zahlen von ca. 220.000€ (ohne Grundstück) öfters vor. Was ich dazu sagen muss das dann noch der Außenputz und die Anlagen fehlen. Die jenigen haben aber auch viel Eigenleistung eingebracht und werden auch den Hof und die Anlagen nach und nach in EL fertig stellen.


Habt ihr noch Tipps für mich was ich vorbereiten könnte oder wichtig für die Bank wäre bevor ich "blauäugig" in diesen Termin gehe.

- Wie gesagt Lebenshaltungskosten haben wir über einen längeren Zeitraum aufgenommen.
- Grundstücksplan und Bebauungsplan haben wir vorliegen.
- Durchschnittseinkommen ist auch bekannt.
- Eine grobe Wunschvorstellung des Hauses haben wir auch.

Nochmals Danke
 
Der Traum vom Haus - Wie viel davon kann ich mir leisten?
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H

HB-NH2015

Ich war bisher bei einer Bank aber die hat z.B. das Durchschnittseinkommen nicht interessiert.
Die wollten die letzten 3 Gehaltsnachweise sehen und haben dann in Ihrer Berechnung den niedrigsten (!) Monat hergenommen.

Auch was die Lebenshaltungskosten angeht interessiert die relativ wenig wie man das selbst sieht.
Die nehmen Ihre Pauschalen dafür her.

So wurde mir z.B. von dieser Bank erklärt, dass sie 900€ für den Hauptverdiener als Lebenshaltungskosten rechnen und für jede zusätzliche Person im Haushalt weitere 200€.
Mindestens aber 40% vom Familien-Netto was ggf. höher sein könnte als die o.a. Pauschalen.
Hintergrund dazu ist, dass i.d.R. mit höherem Einkommen auch der Lebensstandard höher ist.
 
N

nordanney

Ich war bisher bei einer Bank aber die hat z.B. das Durchschnittseinkommen nicht interessiert.
Die wollten die letzten 3 Gehaltsnachweise sehen und haben dann in Ihrer Berechnung den niedrigsten (!) Monat hergenommen.

Auch was die Lebenshaltungskosten angeht interessiert die relativ wenig wie man das selbst sieht.
Die nehmen Ihre Pauschalen dafür her.

So wurde mir z.B. von dieser Bank erklärt, dass sie 900€ für den Hauptverdiener als Lebenshaltungskosten rechnen und für jede zusätzliche Person im Haushalt weitere 200€.
Mindestens aber 40% vom Familien-Netto was ggf. höher sein könnte als die o.a. Pauschalen.
Hintergrund dazu ist, dass i.d.R. mit höherem Einkommen auch der Lebensstandard höher ist.
Nun ja, eine Immobilienfinanzierung (EFH/ETW) ist heute schlecht bezahltes Massengeschäft. Daher werden die Prozesse schlank gehalten und der Risikopuffer für die Banken hoch. Nur so funktioniert es.

Warum kommen eigentlich immer von so jungen Menschen die Fragen nach dem eigenen HAUS.
Ist bezahlbares Eigentum in Form einer ETW heutzutage nicht mehr erstrebenswert? Die Wohnung für T€ 150 z.B. könntet Ihr schnell abbezahlen und hättet in wenigen Jahren das EK für einen Hausbau. Auch eine Trennung ist verkraftbar oder ein beruflich bedingter Umzug oder oder.....
 
ypg

ypg

Hallo,
ich bin jetzt nicht der Finanzexperte, aber ich kann rechnen. Deshalb mal einige Anregungen von mir, die bis dato noch nicht gefallen sind, die Du für Euch überdenken kannst.
geschätzte Bausumme 250.000€

Eure Meinungen zu Verhältnis Eigenkapital, Bausumme. Wie schätz Ihr das vorhaben mit unserem Einkommen etc. ein???
Die Kosten für einen Hausbau setzen sich - vereinfacht - zusammen aus
Grundstück (habt Ihr als EK, bezahlt)
Baunebenkosten (grobe 30000 +x, dabei ist es nicht selten, dass x 5-stellig ist)
Hausbau (-Eigenleistungen)
+Garage/Carport + Aussenanlage (Auffahrt, Terrasse) + Gartenanlage
+Malerarbeiten und Bodenbeläge
+ diverses
https://www.hausbau-forum.de/threads/liste-der-Baunebenkosten.9737/

Eigenleistung: Böden, Streichen, Anlagen etc... mit helfen beim Dachdecken, Mauern etc. wie das auf dem Land so ist.
Das Material für Böden und Malern muss bezahlt werden. Küche auch. Wenn die Bank es nicht mitfinanziert (betrifft die Küche), dann muss das Geld vorhanden sein. Als liquides Mittel, welches nicht als EK angegeben wird. Material "verteuert" einen Kredit, Außenanlage etc. auch.
Diverses muss als Kapital auch vorhanden sein. Wie ist es mit dem Baugrundgutachten? Kostet ca. 1000 €, ist nach meiner Meinung und vieler BUs ein MUSS und sollte vorab mal beauftragt werden. Die Rechnung sollte man dann aus der Tasche bezahlen können, damit die Finanzierung erst später genutzt werden muss. So gehts dann mit einigen "kleinen" Rechnungen weiter im Vorwege.

Wenn Ihr mit einem GU baut, werdet ihr wohl keine Eigenleistungen wie mitmauern oder Dachdecken leisten können - da geht es um Pauschalpreise und Versicherungen. Alles ist geregelt. Sicher könnt ihr Gewerke herausrechnen, aber sicherlich keine Fundamentalen.
Ein Architektenhaus bzw von einem Planer würde in Frage kommen, Maurer und Dachdecker im Dorfverein, wo mitgeholfen werden kann... der kostet auch, Du darfst für Deine Helfertätigkeiten einen kleinen Lohn herausrechnen, der wohl als EL kaum etwas zählt. Hinzukommt, dass der Architekt seine Leistungen auch bezahlt bekommen möchte.

Habt ihr noch Tipps für mich was ich vorbereiten könnte oder wichtig für die Bank wäre bevor ich "blauäugig" in diesen Termin gehe.
Für ein Erstgespräch reichen wohl Eure Angaben. Wenn Ihr Eigenleistungen erwähnt, sollten diese errechnet werden können. Da muss man dann später wissen, wie viel die eigene Leistung überhaupt das Kapital nennenswert erhöht werden kann. Viel EL bedeutet auch, dass zB eine längere Miete in Kauf genommen werden muss. Ob sich das rechnet... für einen Monat Malerarbeiten inklusive spachteln, Schleifen und Tapezieren macht man ein Plus, dennoch ist ein genannter Hausbaupreis meist eh ohne diese Arbeiten und muss hinzugerechnet werden.

1.) Wie machen das die jenigen unter uns die, wie es heutzutage ja öfters vorkommt, Vollfinanzieren sprich ein Haus kaufen oder bauen ohne Eigenkapital?
Die haben oft ein besseres Einkommen, welches die Liquidität erhöht.

Und ich kenne viele "junge Leute" (25-30 Jahre) die gebaut haben ohne viel Geld geschenkt bekommen zu haben.
Viele Leute aus dem Bekanntenkreis werden nicht wirklich ihre Finanzspritzen aus der Familie nennen, noch die Hürden und Zweifel an ihren Finanzierungen. Viele Finanzierungen basieren ohne offiziell genannten Kinderwunsch, ohne Doppelgarage und bei Engpass mit Hilfe von Verwandten.

- Wie gesagt Lebenshaltungskosten haben wir über einen längeren Zeitraum aufgenommen.
Die von Euch ermittelten Lebenshaltungskosten, auch mit Zunahme von eventuellem Kinderwunsch, folglichen Kosten, die daraus resultieren und minderem Einkommen, sind dazu da, um für Euch diese Eventualitäten gewisshaft zu machen - für den Finanzierer zählen die letzten Einkommen + Infos, ob Ihr unbefristet im Vertrag steht und eventuelle Darlehen tilgen müsst. Als Bonus gibt es die Branche oder Beamtentum.

Warum kommen eigentlich immer von so jungen Menschen die Fragen nach dem eigenen HAUS.
Das frage ich mich auch. Warum ist das nächste Ziel im Leben, Eigentum oder ein Haus als Besitz zu nennen, wenn man gerade die ersten eigenen Schritte in seiner Branche gefunden hat? Mag es die heutige Lebenseinstellung sein? die mangelnden Ziele bezüglich der Persönlichkeit?
Ich möchte Dich oder diesen Thread nicht dazu benutzen, um meine Überlegung zu hinterfragen, ob man nicht erst einmal andere Ziele für sich und sein Ego finden sollte, dennoch muss ich ich sagen, dass mich diese/meine Überlegung über die Generation von Euch "Jungen" und auch die folgende etwas enttäuscht.

Dennoch habt Ihr ein Grundstück und das ist ein Stück positive Beständigkeit, was wiederum sehr gut ist. Ihr kümmert Euch um die Lebenshaltungskosten, auch das ist sehr gut. Insofern wartet mal Euer Gespräch ab, und dann sehen wir weiter
Es muss ja nicht gleich die Doppelgarage mit verplant werden, wenn es auch ein Stellplatz tut!!!
 

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