Hauskauf und Hausbau - Was können wir uns leisten

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Zuletzt aktualisiert 17.04.2024
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WilderSueden

WilderSueden

Individualität bedeutet halt auch, dass man die Maschinen jedes Mal neu einstellen/programmieren muss und auf die Kombination der einzelnen Teile achten. Außerdem eben die Planung (z.B. Leitungen) an das individuelle Haus anpassen. Jede Menge Fehlerquellen. Ich kenne ein Fertighaus, da wurden Wände aufgestellt, die es im Plan nicht gab, Türen hatten die falsche Breite und so weiter. Ein Fertighaus ist nicht mit einem Standardprodukt vergleichbar, das jeden Tag zu Tausenden vom Band läuft, auch wenn die Werbeabteilungen gerne diese Assoziation wecken
Und örtliche Zimmerei deshalb, weil die sich eher auf Ausschreibungen einlassen als der deutschlandweit agierende Fertigbaukonzern.

Wie man den richtigen Architekt findet, kann sicherlich @11ant erklären.
 
11ant

11ant

Wie man den richtigen Architekt findet, kann sicherlich @11ant erklären.
Danke für die Erwähnung - aber jetzt muß ich den Thread ja auch lesen, obwohl es ein Finanzierungsthread ist, die ich ja sonst meide.
Dann würde ich ab sofort suchen,
Bei @11 gibts da konkrete Suchtipps, ausserhalb von immoscout
Gemeint ist vermutlich: Tipps, an Grundstücke zu kommen, habe ich hier auf viele Dutzende von Threads verteilt immer wieder mal gegeben - benutze die Forensuche: https://www.hausbau-forum.de/search/1004463/?q=11ant+Barthel&o=date
Mal noch eine ganz andere Frage, wir sind uns ja auch noch nicht sicher ob wir selbst bauen wollen (inkl. Fertighaus) oder ob wir eine Bestandsimmobilie wollen.
Meine persönliche Präferenz wäre zwar Grundstück + Fertighaus, da ich relativ wenig Lust auf einen Sanierungsmarathon habe. Örtlich sind wir weitestgehend ungebunden, wollen eben nur im erweiterten Speckgürtel der Großstadt bleiben (nur die Himmelsrichtung steht fest).
Für Bestandsimmobilien hat man ja mit Immoscount etc pp eine ganz gute Quelle, aber wie sieht das bei Grundstücken aus? Da wird es gefühlt mit guten Datenquellen schon eher eng / gibt es da irgendwelche Geheimtipps?
Geheim ist an den Tipps nichts. Wunschort(e) klar fokussieren, neben dem Markt kaufen, Onlineportale meiden (Kürzestfassung).
Jetzt ist nur die Frage, wie macht man mit diesen Informationen weiter? Wie vergleicht man Fertighausanbieter, welche sind seriös, wie können wir die Preise gut einschätzen (lernen?) - das Spektrum der Preise ist ja ganz erheblich (ca. Faktor 2)
Mir genügen die bisherigen Informationen schon, um an Eurer Stelle die Frage, ob Ihr Euch überhaupt das Bauen leisten könnt, als positiv geklärt abzuhaken. Zum Vergleichen von Baupreisen ist es an dieser Stelle noch zu früh, da das Grundstück ja noch fehlt. Die Ungenauigkeit der Schätzungen nimmt ab, je klarer die Grundlagen werden. In meinem "Ein Hausbau-Fahrplan, auch für Sie: das Phasenmodell der HOAI!" erläutere ich empfohlene Vorgehensweisen ausführlich, und an der Fundstelle ist auch die Teigruhe mit Weichenstellung beschrieben und als Leistung verfügbar.
Mit dem Vergleich von Baubeschreibungen werdet ihr als Laie ebenso wenig glücklich wie mit dem Besuch eines Musterhausparks.
Aber wie bekomme ich mich denn selbst auf eine Basis um die verschiedenen Angebote vergleichen zu können?
Einen passiven Vergleich von Baubeschreibungen machen nur Wahnsinnige, oder solche die es werden wollen. Mittels einer fachgerechten Ausschreibung vergleicht man aktiv. Die bieten Architekten (aber auch andere freie Bauberater) an.
Wie identifiziere ich einen guten FH-Anbieter? (Klar, ich kann Erfahrungsberichte im Forum hier lesen). Informationen bekommen wir zu Tonnen, die Informationen aber zu bewerten ist natürlich jetzt unser Job, woran wir uns aber aktuell ein wenig die Zähne ausbeißen - daher ist das in der aktuellen Arbeitsphase das Hauptthema.
Den geeignetsten Anbieter laßt Ihr professionell suchen - der Aufwand ist als Hobby höchst ineffektiv, aber es gibt mehrere Leute, die es als tägliches Brot betreiben. Aktuell ist es für Euch wie gesagt noch überhaupt nicht das Hauptthema. Jetzt kommt erst das Grundstück.
Ich würde euch eher empfehlen, erst einmal zum Architekt zu gehen und einen vernünftigen Grundriss zu erstellen. Damit macht man (=der Architekt) dann eine Ausschreibung und die Firmen machen Angebote auf eure Anforderungen.
Richtig, aber wie gesagt das kommt viel später.
Etwas schwierig ist das natürlich, wenn ihr unbedingt auf einen großen Fertighausbauer versteift seid, denn die machen da nicht unbedingt mit. Zimmereien und kleinere Fertighausanbieter schon eher. Und im Massivbau ist das ohnehin üblich. Vielleicht magst du nochmal kurz erläutern, warum es unbedingt ein Fertighaus sein soll?
Nicht nur auf einen Hersteller, sondern bereits auf eine Bauweise versteift man sich am besten garnicht.
Ich finde das schon okay, wenn man bei sehr hoher Unsicherheit auf renommierte Markenanbieter zurück greift. Gerade bei Rentsch kann ich mir gut vorstellen, dass die Eure Ansprüche erfüllen könnten.
Rensch-Haus ist ein guter Anbieter. Um den Rahmen des Leistbaren abzustecken - was hier aber nach meiner Wahrnehmung schon abgeklärt ist - empfehlen sich nach den Motto "if You can make it there ..." noch eher Apotheken wie Baufritz, Weberhaus und Konsorten.
Aber grundlegend beschreibt das ja unser Problem ganz gut - man bekommt 2 (Angebot will ichs nicht nennen) Preisindikationen, die komplett unterschieddlich sind und vom Umfang her komplett unterschiedlich sind. Viele Teile dann eben in irgendwelchen "Paketen" verpackt, die es unheimlich schwer machen die Preisfindung irgendwie zu vergleichen.
Äpfel und Birnen. Deshalb gibt man bereits in der Weichenstellung seinen klaren eigenen Maßstab vor, und in der Ausschreibung geschieht das dann nochmals in präziser Form, dann ja auch einschließlich der Ausstattung.
EInen Architekten nehmen und mit dem das Gesamtwerk (egal ob Fertig oder dediziert geplant) anzugehen wäre eine Lösung, dennoch möchte(n) wir da trotzdem erstmal selbst Wissen aufbauen. Wir sind definitiv noch weit davon entfernt, zu starten - das Einzige was wir bisher haben ist eben ein Finanzierungsrahmen, plus eben jetzt bei uns auch aktive Bildung von "mehr" Rückstellungen um das Eigenkapital noch aufbauen zu können (dh. unser Ziel wären in dem Jahr das verfügbare Eigenkapital nochmal um 10% zu erhöhen).
So ist das doch schon eine hervorragende Basis, vor dem Architekten kommt jetzt allerdings erst das Grundstück. Das werdet Ihr erheblich schneller gefunden haben als an dem Punkt der Zufriedenheit mit dem eigenen Fachwissen zu sein.
das beschreibt glaub ich unsere Themen ganz gut. Die Wohnung damals war verhältnismäßig leicht zu planen. Grundriss war grundlegend vorgegeben, man konnte Boden/Lichtschalter/wat weiß ich wählen -ein Haus erhöht sowohl die Anzahl der Entscheidungen als auch die Komplexität von diesen um ein Vielfaches (das haben wir def. bisher unterschätzt und wollen da jetzt eben auf unserer Seite erstmal im Wissen aufstocken.)
Strukturiert gelotst, verlieren alle diese Untiefen ihren Schrecken.
Die Asymmetrie behebt ihr am einfachsten mit einem Experten, der von euch beauftragt wird und nur euch verpflichtet ist. Dieser Experte gibt in eurem Auftrag vor, was zu bauen ist und die Firmen bieten auf diese Ausschreibung
Genau: Ausschreibung statt Exceltabelle heißt das Stichwort, und alle Berater (einschließlich des Architekten) sollten neutral und selbst beauftragt sein.
Die Häuser sind zu individuell, um echte Gewinne durch Serienfertigung zu bekommen und bei Fertighäusern ist Subunternehmertum ebenso verbreitet, wie im Massivbau.
Das nenne ich mal Effizienz: so ein kurzer Absatz, und trotzdem sind zwei Weisheiten drin, die man fett zitieren muß:
1. Individualentwürfe haben wie alle Medaillen zwei Seiten, die zweite ist die mangelnde Serienreife (auch wenn hier vermutlich eher die Stückkosten-Marketinglüge gemeint war);
2. Die allermeisten GU - "massiv" wie "fertig" gleichermaßen - sind im Grunde genommen Mannschaftsbusse voller Subunternehmer, mit von Spiel zu Spiel wechselnder Aufstellung des Kaders (und im übrigen auch Auswechselungen um Preiszusagen zu halten).
Ein eigener Architekt schließt ein Fertighaus und eine Ausschreibung übrigens nicht zwingend aus. Man wird vermutlich ein paar Anpassungen brauchen und nicht jeder Anbieter baut Individualentwürfe. Aber grundsätzlich ist das möglich. Oder man bestellt bei einer örtlichen Zimmerei nur den Rohbau und vergibt den Rest selbst.
Wieder so ein Absatz wie ein schweizer Taschenmesser. 1. Architekt und Kataloghaus können eine sehr gute Kombination sein, und 2. Ausbauhaus und Architektenvergabe ebenso.
Am Ende läuft es eben fast immer drauf raus, man muss irgendjemanden finden, den man gut genug einschätzen kann um ihn einen Haufen Geld anvertrauen zu können (der aber gleichzeitig einen mehr oder weniger klaren Zielkonflikt hat, da er mit dem eigenen Geld "sein" Geld verdient).
Deshalb nimmt man sowohl als Fachleutekoordinator als auch als Planer niemanden, der außer seiner eigenen Dienstleistung etwas verkauft (und honoriert auch den Architekten phasenweise besser an Budgettreue als am Gegenteil Kosten gemessen).
Individualität bedeutet halt auch, dass man die Maschinen jedes Mal neu einstellen/programmieren muss und auf die Kombination der einzelnen Teile achten. Außerdem eben die Planung (z.B. Leitungen) an das individuelle Haus anpassen. Jede Menge Fehlerquellen.
Siehe oben, Serienreife.
Ich kenne ein Fertighaus, da wurden Wände aufgestellt, die es im Plan nicht gab, Türen hatten die falsche Breite und so weiter. Ein Fertighaus ist nicht mit einem Standardprodukt vergleichbar, das jeden Tag zu Tausenden vom Band läuft, auch wenn die Werbeabteilungen gerne diese Assoziation wecken
Lausiges Dokumentenmanagement mit der Auswirkung, daß Schraube und Mutter nach verschiedenen Releaseständen der Planzeichnungen gefertigt werden, sind allerdings bei den Hallenvorfertigungs-GU´ signifikant seltener als bei den Steinaufsteinern.
 
A

Almoedi

Vielen lieben Dank für diese massive Antwort! Den entsprechenden Blogbeitrag "Ein Hausbau-Fahrplan, auch für Sie: das Phasenmodell der HOAI!" werden wir dann mal genau studieren.

Vielen Dank auch für die Kontextherstellung einiger Aussage anderer Mitforisten, die mir tatsächlich jetzt ein paar Dinge klarer gemacht haben. -Ich melde mich wieder/nochmal asbald wir uns durch die Beitragssiere gearbeitet haben!
 
11ant

11ant

Vielen lieben Dank für diese massive Antwort! [...] auch für die Kontextherstellung einiger Aussage anderer Mitforisten, die mir tatsächlich jetzt ein paar Dinge klarer gemacht haben.
Gern. Ich bin effektiv erst spät in diesen Thread hineingerufen worden (man weiß, daß ich diese Rubrik nicht spontan betrete), als schon siebzehn Seiten durchzuackern waren. Da habe ich mich kurz zu fassen versucht und es war mir ehrlich gesagt schon zu viel Arbeit, meine Anmerkungen anstatt chronologisch auch noch thematisch zu sortieren.
Den entsprechenden Blogbeitrag "Ein Hausbau-Fahrplan, auch für Sie: das Phasenmodell der HOAI!" werden wir dann mal genau studieren.
[...] Ich melde mich wieder/nochmal asbald wir uns durch die Beitragssiere gearbeitet haben!
Die Serie Hausbau-Fahrplan ist in "Band 1" (Teile 1 bis 5), der den Fahrplan als "one Size fits All Königsweg" erklärt, vollständig. Mit der Fortsetzung habe ich begonnen, mehrere Kapitel davon sind bereits online, weitere sind noch in Arbeit. Sie alle werden sich mit sinnvollen Abweichungen beschäftigen und sind auf Leserwunsch entstanden. Viele RatnehmerInnen möchten die Fachleuteleistungen nur phasenweise und/oder auch kombiniert von verschiedenen Fachleuten in Anspruch nehmen, z.B. die Ausschreibungsbegleitung von freien Beratern und einen baubegleitenden Sachverständigen, der nicht bereits der Planer war.
Das gab den Anstoß zu dieser Fortsetzung.

Folge dort auch den Schlagworten "Teigruhe" und "Weichenstellung", die ich dort in Beiträgen und dem Bauwörterbuch sowie auch hier in zahlreichen Beiträgen erläutere. Nimm´ auch die Dialogmöglichkeit über die Kommentare wahr !
Im übrigen habe ich hier im Forum auch schon mehrfach auf BeraterkollegInnen hingewiesen (die teilweise mit anderen Wässern kochen), schließlich habe ich weder Wahr- noch Weisheit alleine gepachtet. Mehrere von ihnen sind ebenfalls Honorarberater, aber auch anbieternahe KollegInnen habe ich hier und im "Grünen" schon mehrere empfehlenswerte erwähnt. Nicht alle Vertriebsberater sind böse [hheh], und hier https://www.hausbau-forum.de/threads/fertighausfirmen-anbieterliste.46833/page-5#post-655954 habe ich vor fünf Tagen erläutert, weshalb auch herstellernahe Architekten keine schlechte Wahl sein müssen. Mich selber findest Du ihn "Hier schreibt der 11ant" persönlich vorgestellt, das Bild ist ein Schnappschuß meiner Herzdame, entstanden unweit vom Rheinkilometer 610.

Vielen Dank auch für die Kontextherstellung einiger Aussage anderer Mitforisten, die mir tatsächlich jetzt ein paar Dinge klarer gemacht haben.
Mit Forenthreads ist es wie mit Eisbergen, der größere Teil des Nutzens ist regelmäßig derjenige der "stillen Mitleser". Daher bedankt man sich am nützlichsten auch bei ihnen, indem man seine Lernerfolge kurz zusammengefaßt "öffentlich" reflektiert.
 
A

Almoedi

Mit Forenthreads ist es wie mit Eisbergen, der größere Teil des Nutzens ist regelmäßig derjenige der "stillen Mitleser". Daher bedankt man sich am nützlichsten auch bei ihnen, indem man seine Lernerfolge kurz zusammengefaßt "öffentlich" reflektiert.
Reiche ich nach, versprochen - (wir) brauchen jetzt aber erstmal 2,3 Tage um die neue Informationen ein wenig zu reflektieren - waren jetzt tatsächlich 2,3 intensive Wochen. V.a. weil wir auch mal bei Freunden/Bekannten abgeklopft haben, die selbst gebaut haben - ob und wie wir da Hilfe erhalten können (also bei Handwerkerleistungen) und die Resonanz deutlich höher war als erwartet (auch von Leuten die selbst aus dem Handwerk kommen) - wird jetzt nicht großartig was an der Planung beeinflussen, aber erhöht unsere Flexibilität in Manchen Dingen ein wenig (und bringt natürlich an der Stelle auch neues Wissen ein).
 
11ant

11ant

Die Häuser sind zu individuell, um echte Gewinne durch Serienfertigung zu bekommen und bei Fertighäusern ist Subunternehmertum ebenso verbreitet, wie im Massivbau.
hatte ich die beiden Erkenntnisse fett markiert, einzeln heißen sie:
Die Häuser sind zu individuell, um echte Gewinne durch Serienfertigung zu bekommen und
bei Fertighäusern ist Subunternehmertum ebenso verbreitet, wie im Massivbau.
 
Zuletzt aktualisiert 17.04.2024
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