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Maras27

Biegefeste Sohlplatte nach nicht einmal 1 Tag mit LKW befahren

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Moin,

wir fangen gerade an unser Eigenheim auf dem Nachbargrundstück von einem Bauträger aus der Nähe errichten zu lassen. Der Start ist leider alles andere als freudig. Aber der Reihe nach:

Wir lassen die Erdarbeiten in Eigenleistung über ein Unternehmen machen. Beginn war der 29. April.
Unser zugewiesener Bauleiter machte vor ca. 4 Wochen schon einmal Druck, weil ihm ein anderer Bau abgesprungen ist o.ä.. Er wolle zügig die Sohlplatte machen. Da der Erdbauer immer wieder abgezogen wurde, weil andere Arbeiten dazwischen kamen, wurde aus dem Termin mit der Sohlplatte nichts.
Nun, nachdem die Erdarbeiten richtig im Gange waren, fing der Bauleiter am 06.05. wieder an zu drängeln, weil ihm jemand abgesprungen war. Er wolle die Feinabsteckung am 10.05. machen und am 13.05. die Sohlplatte machen. Leider hat unser Erdbauer gesagt, dass er mit einigen Schwierigkeiten das schon noch hinbekäme, wenn die Platte im Weg sei. Das war für unseren Bauleiter scheinbar ein Freifahrtsschein.
Ich sagte ihm nach 2 Tage Bedenkzeit und Rücksprache mit dem Erdbauer, dass wir gerne die Erdarbeiten fertig hätten, bevor die Sohlplatte kommt. Da wir noch ein Carport mit Geräteschuppen planen, wollte ich das Vermessungsbüro gleich alles auf einmal abstecken lassen und auch in Eigenleistung mit der gemauerten Gartenhütte anfangen. Ich habe den Bauleiter mehrmals darauf angesprochen, dass ich die Feinabsteckung und Sohlplatte noch nicht möchte. Es wurde immer alles abgewiegelt und gesagt, dass das schon alles passt. Am Abend vor der Feinabsteckung habe ich dann selbst beim Vermessungsbüro angerufen und den Termin für den 10.05. abgesagt, da der Bauleiter 0 Reaktion zeigte.

Am 10.05. früh morgens bekam ich einen Anruf vom Bauleiter, dass ich das nicht machen könne. Er hätte die Arbeiter schon vor 2 Wochen eingeplant und alles bestellt (warum hatte er mir das vor 2 Wochen nicht schon gesagt? Sehr kurios...). Er hat das Vermessungsbüro wieder herbestellt, zur Feinabsteckung. Die haben das leider auch noch gemacht. Also habe ich noch morgens eine Mail an den Bauträger geschrieben, dass ich damit nicht einverstanden bin und es eine Unverschämtheit finde, wie man mit seinen Kunden umspringt. Leider 0 Reaktion bis heute. Folglich kam auch die Sohlplatte am 13.05., wie vom Bauleiter geplant und gegen meinen Willen. Ich war stinksauer.
Außerdem war unsere Bauausführungszeichnung noch nicht fertig, die kam erst am 11.05. per Post. Wir haben am Sonntag, den 12.05., die Waschmaschine verlegt, also auch einen Abfluss. Info an den Bauträger ging am gleichen Tag noch raus, mit Bitte um sofortige Rückmeldung. Es war folglich nichts unterschrieben (und ist es bis heute nicht). Ein Anruf am Montag morgen beim Bauträger hat mich dann noch weiter schockiert. Das Umlegen des Abflusses sei nicht mehr möglich. Hätte ich nicht selbst den Arbeitern vor Ort gesagt (zum Glück war ich im HomeOffice), dass der Abfluss anders muss, dann hätten wir jetzt einen falschen Abfluss in der Sohlplatte. Ich begriff die Welt nicht mehr.


Jetzt kommt gleich meine Frage...

Die Sohlplatte (biegesteif, weil kein guter Untergrund) wurde dann am 13. um 14 Uhr herum gegossen und um 15 Uhr herum abgedeckt. Am späten Morgen des Folgetages (gegen Mittag) wurden dann bereits die Steine angeliefert. Da meine Eltern nebenan wohnen konnten die das beobachten und fotografieren. Ich bekam mittags per WhatsApp ein Bild geschickt, bei dem der LKW mitsamt Steinen auf die Sohlplatte gefahren ist, seine Stütze heruntergefahren hat, um die Steine hinter(!) dem "Haus" abzustellen. Unser Erdbauer hat auch nur den Kopf geschüttelt und gefragt, warum die auf die Sohlplatte fahren. "Machen wir immer so". Ich war entsetzt, dass die Fahrer sich trauten mit einem 20-Tonner auf die Sohlplatte zu fahren, die noch keinen Tag alt war. Ist das normal? Mal davon abgesehen, dass die Yton-Steine auf die Platte gestellt wurden, aber die Stellen im Vergleich ja das geringste Gewicht dar.
Am Abend nach der Arbeit habe ich dann selbst schauen können. Die Verschalung der Sohlplatte war etwas eingedrückt und gerissen und etwas Sohlplatte war abgebröckelt (ist mittlerweile von den Maurern bereits eingeschmiert und verdeckt. Bilder davon gibt es aber trotzdem, falls die jemand sehen möchte).

Dürfen Sohlplatten so schnell mit so schwerem Gerät befahren werden? Unsere Bausachverständige versuchte mich zu beruhigen sie könne da aber auch nichts machen und nur meine Fotos würden ihr nichts bringen.

Ich bin in den letzten Tagen bestimmt um 10 Jahre gealtert. Ich bin völlig fassungslos, wie mit einem Bauherren schon bei Baubeginn umgegangen wird.

Vielleicht kann mir jemand ja mit irgendwelchen Ratschlägen weiterhelfen. Ich bin gerade verzweifelt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Tja ist schon selten dämlich.
Wann der Beton ausreichend Festigkeit hat ist aber von vielen Randbedingungen abhängig.
"Normaler" Beton mit "normalem" Zement braucht bei den zur Zeit sehr kalten Temperaturen aber shcon 2-5 Tage um eine definierbare Anfangsfestigkeit zu erreichen.
Wenn der LKW dem Beton zu viel war kann man das mit einer Richtlatte mal nachprüfen.
 
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Danke für den Hinweis, aber was ist eine Richtlatte und was misst man damit? Kann man das alleine machen? Mittlerweile stehen schon die Mauern vom EG.

Die einzigen, die sagen, dass der Beton das abkann, sind die Leute von dem Bauträger. Alle anderen schütteln nur den Kopf. Ist angeblich schnellhärtend. Nach 6 Stunden fest, nach 10 Stunden befahrbar.
 
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Kann doch sein, beim Nachbar der mit einer renommierten Keller Firma gebaut hat wurde nach 48h auch der Keller gesetzt. Was ich aber nicht verstehe das deine Eltern es sehen und nix gesagt haben. PS bist du sicher das Bauträger? Da hast du rechtlich nix zu melden erst bei Abnahme.
 
Ja, wir bauen mit einem Unternehmen, das für uns das haus baut. Und da darf ich Mängel an der Sohlplatte erst bei Abnahme melden? Muss dann das Haus wieder abgerissen werden?

Und meine Eltern haben dort keine Befugnis irgendwas zu machen. Was hätten die denn sagen sollen?
Mal davon abgesehen, dass ein "hätte, wäre, wenn" mir leider nicht weiter hilft...aber 48 Stunden sind eine andere Hausnummer, als 20-22 Stunden.
 
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Rein aus der Erfahrung von mehreren Baustellen ist es ganz und gar nicht ungewöhnlich am Folgetag die Paletten mit den Steinen auf der Bodenplatte zu verteilen. Immerhin ist unter dem Beton noch ein Feinplanum und darunter eine Schotterschicht.
Aber mit dem LKW drauf fahren hab ich noch nicht gehört, das ist mir neu. Warum ein Fahrer das Risiko eines Schadens am Fahrzeug eingeht (eine Bodenplatte wäre ja mit einem 20cm Bordstein vergleichbar) und dann die Steine auch noch dahinter stellt, von wo man sie wieder ranschleppen muss, das erschließt sich mir nicht.

Blöde Situation, viel kannst du da wohl nicht machen. Der Tipp mit der Richtlatte ist nett, aber diese ist ja bei weitem nicht lang genug. Wenn, dann mit Laser die Höhen nehmen, aber für einen wirklichen Beweis einer Veränderung, müsste man auch die Höhen vorher kennen. Beim Betonieren wird nicht auf den Millimeter gearbeitet. Eine Bodenplatte kann da durchaus schon mal bis 2cm Höhenunterschied aufweisen.
 
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