ᐅ Baukosten gehen aktuell durch die Decke
Erstellt am: 23.04.21 10:46
mayglow02.05.22 21:04
Ysop*** schrieb:
bzw wird eine bestimmte "Schicht" (mir fiel kein besseres Wort ein) wieder mehr priorisieren müssen. Will ich den schnellen Konsum, 2x im Jahr Urlaub oder ein Haus? Und wenn letzteres, muss es das "Traumhaus" mit "Traumküche" und instatauglichen Gimmicks sein oder reicht auch die solide Ausführung?Ich bin gespannt, ob das bei den Projektentwicklern ggf auch für etwas umdenken sorgt. Wir dachten uns eigentlich "ein Reihenhaus auf kleinem Grundstück passt auch zu uns und wir müssen uns nicht so krumm machen" und waren überrascht wieviel Luxus und zumindest unserem Gefühl nach unnötiger Kram in den neueren Projekten da zum Teil drin steckt. Wir sind in sofern anspruchsvoll, als dass wir gerne nen Raum mehr hätten als das Standard-Reihenhaus oft so vorsieht (hauptsächlich für Homeoffice). Die günstigsten/kleinsten fallen damit oft raus, und dadrüber scheint der Fokus eher auf nem extra riesigen Elternbad, ner großen Ankleide und der dritten Dachterrasse (bisschen überzogen formuliert - aber auch schon so gesehen) zu sein und die abgerufenen Preise sind dann auch weit weg von "müssen uns nicht so krumm machen". Wobei zugegebener Maßen wir auch noch nicht so ewig schauen und das vielleicht auch einfach die Projekte sind, die länger auffindbar bleiben. Wir würden halt "übrig gebliebenes" Geld lieber in ne bessere Heizung als ne Dachterrasse investieren, aber scheinbar ist man da heute eher im doch individuell bauen Bereich?!Naja, mittlerweile geht die Tendenz leider bei uns eher Richtung "könnte so oder so knapp werden" :/ Allein durch die Zinsen rutscht das, was letztes Jahr noch mit gut Puffer finanzierbar schien, dann doch in nen sehr schmerzhaften Bereich, was die monatliche Belastung angeht. (Aber weinen hilft auch nix, da waren wir einfach nicht so weit). Schauen wir mal.
TmMike_202.05.22 22:30
Eine Amazon knickt in ihrem Höhenflug ein, eine vonovia wird durch Adler und teure Refinanzierungen in Mitleidenschaft gezogen.
Der Freizeitkonsum und '1 Click pay bei Amazon', aus langeweile kaufen wird in der breiten Bevölkerung in den nächsten Jahren vermutlich dem Rotstift zum Opfer fallen.
Aber auf ne warme Bude mit Dusche und essen wird wohl niemand verzichten können.
Ich sehe ich die Rally der grenzenlos steigenden Immobilien-Preise jetzt erstmal kurz hinter den Höchststand. Der Immobilienmarkt ist träge. Die letzten Boomer legen ihr cash noch schnell in Beton an.
Irgendwer hatte gefragt ab wann eine Eigenheimfinanzierung zu teuer ist:
m.M.n Dann, wenn die Annuität die ortsübliche Kaltmiete übersteigt.
Die Zeiten von 1000-1200€ Rate p.M. für n eigenes Haus sind leider vorbei.
Luxus geht immer, das Geld ist ja da.
Siehe LVMH, Hermes, Rolex und Co.
Und wer sich die 6. Hermes Handtasche für 10k kauft wird vermutlich nicht im 150m2 Fertighaus 'hausieren' 😉
Oetti03.05.22 07:35
Bei uns hat die Stadt (5500 Einwohner an der Grenze zu BaWü) gestern bekannt gegeben, dass ein Bauplatz zurückgegeben wurde und neu zum Verkauf steht. Gleichzeitig wurd ein neues Baugebiet angekündigt mit 500 m2 pro Bauplatz. Das "alte" Baugebiet aus 2018 hatte eine Bauplatzgröße von 800 m2.
Fuchsbau3503.05.22 08:04
Das schlimme bei der derzeitigen Entwicklung ist, dass vor allem junge Familien mit mehr als einem Kind auf der Strecke bleiben. Die haben höhere Ausgaben wegen Kindern aber häufig noch nicht viel Eigenkapital und beim Einkommen ist auch noch Luft nach oben. Hier in FFM ist es in vielen Stadtteilen echt schwierig familientaugliche und dabei bezahlbare Wohnungen zu finden. Es gibt die schicken 3Zi-Wohnungen mit riesen Allraum und zwei Zwergzimmern. Und dann kommen schon die unbezahlbaren 5-6Zi-Wohnungen. Gutgeschnittene 4 Zimmer zu erträglichen Preisen gibt es fast nur im Altbau oder im Ghettohochhaus. Und selbst da kommt man fast nicht dran. Da bleibt vielen eigentlich nur das Eigenheim und das wird jetzt auch nicht mehr so einfach.
Pitiglianio03.05.22 08:32
Oetti schrieb:
Gleichzeitig wurd ein neues Baugebiet angekündigt mit 500 m2 pro Bauplatz. Das "alte" Baugebiet aus 2018 hatte eine Bauplatzgröße von 800 m2.Stellt sich die Frage: Die 500qm, weil sich die 800qm niemand mehr leisten kann.
Oder, die 500qm zwecks Nachverdichtung/Gemeinde braucht mehr Einnahmen?
Pinkiponk03.05.22 08:34
mayglow schrieb:
... und waren überrascht wieviel Luxus ...mayglow schrieb:
... scheint der Fokus eher auf nem extra riesigen Elternbad, ner großen Ankleide und der dritten Dachterrasse (bisschen überzogen formuliert - aber auch schon so gesehen) zu seinIch frage mich häufiger, aber das ist vielleicht so eine Art "Henne-Ei-Problem", ob Bauherren in der Hinsicht von Marketing-Experten "gesteuert" werden oder ob es wirklich ureigenste Wünsche und Bedürfnisse sind. Besonders auffällig finde ich es in Hinsicht auf die Farbkombination weiß-anthrazit/grau. Ich denke, es "kann doch einfach nicht sein", dass jetzt plötzlich fast alle Bauherren diese Farbkombination jeder anderen Kombination vorziehen und in früheren Jahren "niemand".mayglow schrieb:
Naja, mittlerweile geht die Tendenz leider bei uns eher Richtung "könnte so oder so knapp werden" :/ Allein durch die Zinsen rutscht das, was letztes Jahr noch mit gut Puffer finanzierbar schien, dann doch in nen sehr schmerzhaften Bereich, was die monatliche Belastung angeht.Als Mitglied der "Jetzt-oder-nie-Fraktion" ;-) drücke ich Euch ganz feste die Daumen. An "Schmerzen" oder sind es eher "Beschwerden"? ;-) gewöhnt man sich und nimmt sie irgendwann nicht mehr wahr ... und die Wein-Phasen gehen auch vorbei. 🙂 Das Haus mit Garten bleibt.Oetti schrieb:
Bei uns hat die Stadt (5500 Einwohner an der Grenze zu BaWü) gestern bekannt gegeben, dass ein Bauplatz zurückgegeben wurde und neu zum Verkauf steht.Mich machen diese zerstörten Träume jedes Mal aufs Neue traurig, auch wenn ich die Betroffenen nicht persönlich kenne. Zum Glück bin ich alt genug, um zu wissen, dass sich diese Menschen auf irgendeine Weise damit arrangieren werden.Ähnliche Themen